Freitag, 23. Juni 2017

Das Parfum - Patrick Süskind

Das Parfum habe ich natürlich auch bereits als Film geschaut, vor einigen Jahren, und empfand die Geschichte als außergewöhnlich und gut. Das Buch las ich nun zum ersten Mal, da es mir in der Schule als Pflichtlektüre verwehrt oder erspart blieb, wie man es nimmt. Denn in der Schule hätte ich es womöglich noch nicht gemocht.
Nun, heute, kann ich sagen, dass mich vor allem der Schreibstil von Patrick Süskind sehr begeistert hat und auch der Sprecher des Hörbuchs, Hans Korte, hat das Hören zwischendurch unglaublich angenehm und spannend gemacht.
Die Geschichte konnte mich nicht ganz so mitreißen, was aber mitunter daran lag, dass ich sie eben schon kannte. Dennoch, es hat mir nicht immer so viel Spaß gemacht, zu lesen, weswegen ich irgendwann zum Hörbuch griff. Der Schreibstil aber hat mir über das ganze Buch hinweg sehr gefallen und gerade zu Anfang, fand ich, spürte man das große Talent dahinter.
Es ist ein sehr eindringlicher Roman mit seltsamen, eher unsympathischen Figuren und es ist niemand da, mit dem man sich identifizieren kann, was das Ganze vielleicht auch etwas schwieriger gestaltet, Zugang zur Geschichte zu finden. Bzw. Interesse daran zu entfalten und zu behalten.
Doch die Story bietet etwas Besonderes und man kann sie durchaus gelesen haben.
Leider muss ich aber bei meiner Meinung bleiben und sagen, dass die erste Hälfte des Buches immer noch am Spannendsten war und das alles, was danach kam, irgendwie nicht mehr richtig auf mich wirken konnte. Dennoch gibt es für das Gesamtpaket, die Idee, die Charaktere und den Schreibstil, drei Sterne.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen - Abbi Waxman

Dieses Buch entspringt einem Genre, welches ich normalerweise nicht lese. Dennoch hat es mich bei Erscheinen angesprochen und ich hab es nicht bereut. Als ich mit dem Hörbuch begonnen habe, war ich mir sehr unschlüssig, ob ich weiterhören soll oder nicht, konnte aber dann aus irgendeinem Grund nicht aufhören. Ich wollte dieses Buch lesen, denn Bücher, die ich nicht lese, werden wieder weggegeben. Und ich wollte es nicht hergeben, wieso auch immer.
Nun, nachdem ich es beendet hatte, fand ich es gut. Nicht herausragend, aber gut. Mit der Zeit habe ich mich an die Charaktere gewöhnt, ich mochte die Kinder der Hauptperson, da sie sehr amüsant waren und clever und die Hauptperson an sich war auch relativ sympathisch.
Auf den ersten 100 Seiten wurde mir zu viel über Pflanzen geredet und wenn nicht darüber, dann kam es mir belanglos vor. Es passierte nichts, weswegen ich mir dieses Buch gekauft hatte.
In der Mitte des Buches habe ich dann die ruhige Art der Geschichte und auch ihre Charaktere dann doch endlich lieben gelernt und das Hörbuch genossen. Es war schön, Lilian durch die Geschichte zu begleiten, durch die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, den sie so sehr liebt und vermisst, und zu sehen, wie sich, obwohl sie nicht loslassen kann, etwas Neues entwickelt.
Schön waren auch die Nebensächlichkeiten, die Leben der anderen Personen in diesem Buch. Insgesamt war es einfach mitten aus dem Leben gegriffen und vielleicht war es deswegen auch nicht so überaus spannend. Es war schlichtweg normal, nicht überzogen, nicht extra aufgebauscht... es war eine einfache Lebensgeschichte, so wie sie ein Nachbar von uns haben könnte. Und genau das fand ich am Ende so unglaublich toll und authentisch.
Ich kann die Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen an Menschen, die einen zarten und schönen Humor mögen, die ruhige Geschichten zum Eintauchen und Entspannen lieben und wirklich etwas brauchen, das sie beruhigt oder vom eigenen Alltag ablenkt. Etwas, das Liebe beinhaltet aber überhaupt nicht kitschig ist, natürliche Charaktere hat, die authentisch sprechen und handeln und mit dem ein oder anderen flotten Spruch punkten. Super. (: Hat mir Spaß gemacht.

Montag, 19. Juni 2017

Der goldene Handschuh - Heinz Strunk

Wenn ich mit dieser Rezension fertig bin, werde ich wohl selbst nicht mehr ganz verstehen, warum das Buch von mir eigentlich vier Sterne bekommt. Vielleicht aber doch!
Kurzum sei gesagt: Wenn man dieses Buch als das nimmt, was es ist, nämlich ein Milieuroman, dann ist er grandios. Und das steht außer Zweifel, denn Strunk hat eine absolut kranke und verquere Psyche eines bereits in der Kindheit physisch und psychisch geschädigten Menschen aufgezeigt und uns mit diesem Buche nahegebracht. Schonungslos wie sonst kaum einer.
Wir begleiten den Serienmörder Fritz Honka, der tatsächlich existiert hat und in den Siebzigern seine Morde begangen hat. Milieutaten, wie man es nannte, denn viele Menschen waren wohl der Ansicht, dass es an der Tagesordnung oder zumindest beinahe normal war, in dieser Gesellschaftsschicht Morde zu begehen oder mal kurz den Verstand zu verlieren.
Wenn man dieses Buch liest, könnte man der selben Ansicht erliegen, denn das, was dort abgeht, ist wirklich unter aller Kanone und jeder, der in diesen Strom gerät, könnte wohl dazu fähig sein, jemanden umzubringen. Wahrscheinlich dann auch noch zugedröhnt wie sonst was.
Vom Stilistischen her, der sprachlichen Ebene, war die Figur des Fritz Honka unglaublich gut dargestellt. Gut im Sinne von 'passend' und 'authentisch', so schlimm das auch ist. Der Wahnsinn in ihm war greifbar, so greifbar, dass man wirklich Angst vor diesem Menschen bekam. Angst aber eher, weil man eben in diesem Buch auch die Gedanken von ihm mitbekommt und die waren nun wirklich mehr als krank.
Allgemein bestand das ganze Buch aus jeder Menge Perversitäten, Fäkalsprache, Kraftausdrücken, mehr als nur animalischen sexuellen Trieben, Gewalt und lauter abstoßenden, primitiven, ekligen und widerwärtigen Gedanken. Vor allem aber kranke Gedanken. So krank und abstoßend, dass ich mich kaum wage, etwas zu zitieren.
Aber man muss hier auf einiges gefasst sein und dieses Buch ist weder etwas für Kinder unter 18 noch etwas für zarte Gemüter. Man muss eine hingesaute, asoziale Sprache abkönnen und das hier unter diesen Umständen irgendwie noch als Kunst ansehen können.
Denn das Buch ist keinesfalls schlecht, im Gegenteil. Es ist ein Meisterwerk, wie authentisch Strunk hier ein, den meisten von uns fremdes Milieu, beschreibt. Deswegen auch die vier Sterne.
Es war abstoßend aber auch interessant. In einer Form fesselnd und gleichzeitig wieder kaum zu ertragen. (: Super, wenn ein Schriftsteller das hinbekommt.
In dem Wissen, dass Strunk auch Entertainer und Humorist ist, fand ich auch, dass das Buch eine amüsante Spur hatte. Doch das, was als lustig-überzogen klingt, ist wohl tatsächlich der wahre Alltag eines so tief gesunkenen Menschen, wie es sich hier in dieser Berliner Zone abspielt.

Darm mit Charme - Giulia Enders

Der Darm ist wohl mit unser wichtigstes Organ, wenn es um die gesunde Körperfunktion geht und zum Überleben brauchen wir ihn natürlich auch. Leider war auch ich jemand, der nicht viel über dieses Organ wusste, dass doch den ganzen Tag in mir arbeitet und wo viel für mich tut. Dank diesem Buch ist das nun anders.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, in neue Gefilde einzutauchen und mal zu sehen, übrigens auf sehr humorvolle, ansprechende Art, was in mir drin eigentlich so passiert.
Man hat auch viel dazugelernt, was den Alltag betrifft, Antibiotika und Probiotika, ebenso gab es ein paar kleine Erläuterung zum Thema Ernährung: Präbiotika.
Genau da setze ich nun an, weshalb das Buch keine fünf sondern nur vier Sterne von mir bekommen hat. Ich hätte mir beim Lesen sehr doll gewünscht, dass es ein paar mehr Tipps gegeben hätte, wie man sich denn nun gesund ballaststoffreich ernährt, sodass Präbiotika in uns gut arbeiten und wachsen und auf unsere Gesundheit achten kann, unser Immunsystem stärkt und so weiter. Es gab durchaus in diesem Buch kleine Tipps wie Spargel und Kartoffelsalat, aber ich hätte mir mehr gewünscht, eine Anzahl an Nahrungsmitteln, die gut dafür geeignet sind, den Darm gesund und leistungsfähig zu erhalten. Zum Glück kann man ja aber nach dem Lesen auch noch selbst recherchieren. (: Doch mir sind die Expertentipps lieber als die aus dem Internet, selbst, wenn sie vorgeblich auch von solchen verfasst worden sind.
Im Gesamten aber ohne Zweifel ein Buch, das ich jedem empfehlen würde, auch wenn ich finde, dass man das Buch noch hätte mit ein paar wenigen Zusätzen füllen können. Aber letztlich ging es ja auch um die Funktion des Darms und nicht um die Ernährung, die für ihn gut wäre.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schachnovelle - Stefan Zweig

'Schachnovelle' war für mich das erste Werk von Stefan Zweig und eines der ganz wenigen Werke, die ich bisher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges las.
Ich fand interessant, dass es eine Rahmenhandlung gibt, die das Schachspiel behandelt und eine Binnenhandlung, die eigentlich die Kernaussage der Novelle hervorhebt. Da dieses Buch während des Krieges verfasst wurde und Zweigs Geschichte sicherlich in diese Novelle miteingespielt hat, war es für mich umso spannender, da mal näher hinzuschauen und ich habe mich sehr gefreut, dieses Werk für die Schule lesen zu können.
Allerdings muss ich sagen, dass die Novelle an sich, mich weniger begeistert hat, als die Handlung, die sie beinhaltet und auch zum Ausdruck bringt. Woran es genau lag, kann ich derzeit noch nicht einmal genau sagen. Ich vermute aber, dass es an den Charakteren lag, die für mich trotz ihrer optischen Beschreibungen, die Zweig unglaublich toll gelungen sind, sehr blass und austauschbar blieben. Ich konnte mich mit niemandem auf eine Weise identifizieren und ich kam mir beim Lesen so vor, als würde ich Schatten beobachten, aber keine richtigen Menschen. Da hat mir wirklich etwas gefehlt. Womöglich lag das aber auch an der Novellenform, eine Literaturgattung, die mir bisher noch nicht untergekommen war, in der Form, und zu der ich auch absichtlich selten greifen würde.
Was ich positiv anmerken kann, ist der Schreibstil. Dieser ist wirklich toll und obwohl er doch relativ anspruchsvoll ist, liest er sich leicht und flüssig und man kommt schnell damit zurecht. Dieser einfache Teil von Zweigs Sprache, führt wirklich dazu, dass man diese Geschichte ohne Unterbrechung lesen und - wenn das mit den schwammigen Bildern der Charaktere, diese seltsam farblose Distanz nicht nicht wäre - völlig darin versinken könnte.
Das so in den Himmel gelobte 'Seelenleben', welches Zweig laut vieler Aussagen unglaublich gut formulieren könnte, fiel mir nicht im größten Maße auf, aber es war vorhanden. Da ich mich allgemein bisher relativ wenig mit klassischen Werken auseinandergesetzt habe, mag es an mir liegen. In der heutigen Literatur ist man andere Stilmittel gewohnt.
Dennoch hat Zweig für mich hier gute Arbeit geleistet und ich wäre nicht abgeneigt, vielleicht beizeiten ein anderes Werk von ihm zu lesen, denn interessante gibt es allemal.
Die Schachnovelle war für mich nun ein Buch, dass ich auf alle Fälle mochte, welches aber nicht zu meinen liebsten Klassikern aufsteigen wird. Dennoch ein Buch, das es zu lesen lohnt, vor allem, wenn man etwas über die frühere Zeit erfahren möchte, auch wenn man davon in einer Novelle natürlich auch nicht allzu viel präsentiert bekommt.

Montag, 12. Juni 2017

Der Glühwürmchensommer - Gilles Paris

In diesem Buch begleiten wir einen neunjährigen Jungen mit seiner Familie, in der es derzeit zwei Mütter gibt, in ihren Sommerurlaub in der Provence. Er träumt davon, dass seine Eltern wieder zusammenkommen, da sie sich noch lieben und eher durch fehlendes Können als Wollen nicht mehr zusammen leben. In der Provence ereignet sich dann etwas Seltsames und Magisches, was ungeahnt mit seiner Familie verbunden ist...

Eine nette Geschichte, die leider keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen konnte. Die Sprache war flüssig und für einen neunjährigen Erzähler erwachsen und reif und tiefgründig. Es gab ein paar Stellen, die ich mir markiert habe, weil sie schöne Überlegungen enthielten, aber ansonsten war der Schreibstil für mich bloß ruhig und samtig. Es ist ein Wohlfühlbuch, in dem nicht sehr viel passiert und relativ viel Wert auf das Gefühlsleben des Jungen und eben die Erlebnisse gelegt werden. Man erfährt einiges drumherum und über ein paar Menschen, die eine mehr oder minder große Rolle in der Geschichte spielen.
Doch letztendlich bemerkte ich immer wieder, dass es sehr viele Stellen im Roman gab, die man hätte getrost weglassen können, ohne von der eigentlichen Story etwas Wichtiges zu verpassen. Das hat mir nicht gefallen, da es sich auch während des Lesens für mich bereits als plätschernd und langweilig herausstellte. Vieles kam mir einfach irrelevant vor.
Dennoch hatte die Kernaussage etwas Tolles und auch der Hauptanteil der Geschichte war wirklich eine nette Idee. Was daraus entstanden ist, konnte mich dann leider nicht begeistern.
Dennoch würde ich das Buch Menschen empfehlen können, die sich gerne in einer stillen Handlung verlieren und abschalten wollen, die vielleicht einen Sommerurlaub herbeisehnen und dabei ganz geschmeidig und ruhig etwas entdecken wollen.

Freitag, 9. Juni 2017

Fünf Meter unter dem Meer - Tilmann Bünz

In diesem Buch erfährt man unglaublich viel über die Niederländer, ihre Eigenheiten und Traditionen aber genauso auch einiges über die politische und geschichtliche Vergangenheit des Landes, die Nachwehen des Krieges und die Beziehung zum deutschen Nachbar.
Ich fand es wundervoll, mehr über die Niederlande zu erfahren, tiefer in das Land und die Menschen dort einzutauchen, mehr über ihre Mentalität zu erfahren und das meiste daran lieben zu lernen.
Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, der sich für ein Land interessiert und dieses hier gern näher kennenlernen möchte.
Es ist humorvoll und trotzdem auch mal ernst, aber nie trocken. Es liest sich wundervoll und macht Spaß.

Da ich in manchen Rezensionen gelesen habe, das Buch sei nur eine Autobiographie, aber man würde kaum etwas über das Land lernen, sage ich dazu kurz eines:
Das stimmt überhaupt nicht. Noch nicht einmal habe ich einen autobiographischen Zug erspürt, der NICHT mit etwas Wissenswertem aus den Niederlanden einherging oder dies wundervoll eingeleitet hat. Ich meine, nur, weil der Autor erwähnt, dass er mit einem Freund damals als Gymnasiast das erste Mal Amsterdam besucht hat und erste Erfahrungen mit dem Leben dort machte, ist das noch lange nicht 'zu autobiographisch'. Im Gegenteil, er erzählt wundervoll dabei, wie Amsterdam damals war und was heute noch gleich ist und was sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Dieses Buch ist das Ebenbild eines wundervollen Landes und wer sich dafür begeistern kann, sollte das Buch hier keinesfalls verpassen!