Montag, 22. September 2014

Lieder eines Sommers - Cath Crowley {Buchrezension}

Titel: Lieder eines Sommers
Originaltitel: Chasing Charlie Duskin
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 336 Seiten
Genre: Jugendroman
Gebundene Ausgabe: 16,90€
E-Book Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Erscheinungsdatum: Juli 2014








Charlie Duskin verbringt jeden Sommer bei ihrem Großvater auf dem Land und jeden früheren Sommer hat sie darunter gelitten, dass Rose Butler und ihre besten Freunde Luke und Dave nichts mit ihr zu tun haben wollten. Doch diesen Sommer ist alles anders, denn Rose sieht in Charlie ihr Ticket in die Freiheit und will sich mit ihr anfreunden. Charlie ist skeptisch, doch lässt sie es sich nicht entgehen, ihre einzig und langersehnte Chance wahrzunehmen, den dreien, und ganz besonders Dave, ein wenig näher zu kommen. Trotz allem steht die eine Frage immer im Raum: Meint es einer der Freunde überhaupt ernst mit ihr?
Dieses Buch trägt eine wirklich eigene Atmosphäre mit sich. Es ist still und schreit gleichzeitig vor Sehnsucht. Es flüstert und doch sind die Klänge der Musik so laut, dass man dazu tanzen möchte. Es ist eine kleine Harmonie, die nicht vollkommen ist, aber vielleicht gerade deswegen interessant.
In der Geschichte begleitet man kapitelweise Charlie und Rose, die immer abwechselnd ihre Geschichte erzählen. In diesem Buch sind viele wichtige Aspekte zu erkennen, die uns allen im Leben begegnen, Konflikte, die eigentlich kaum zu vermeiden sind.
Man erkennt sich als Leser in den Charakteren wieder und kann sowohl Charlie als auch Rose nachvollziehen. Man schließt die beiden Mädchen recht schnell ins Herz und auch Luke und Dave sind spannend gezeichnete Charaktere, die man gerne durch die Geschichte begleitet.
Im Leben gibt es nicht nur schwarz und weiß und genau das zeigt diese Geschichte auf. Vor allem merkt man das bei den Personen. 
In der Geschichte passiert nicht allzu viel Weltbewegendes, aber man liest trotzdem gerne weiter und ist neugierig auf das nächste Kapitel. Es ist ein ruhiges Buch, still und leise, mit ein paar lauten Tönen, die sich hier und da mal wieder durchsetzen. 
Es geht um Musik, um Familie, um Freunde, Vertrauen, Lügen, Respekt, Respektlosigkeit und Verzeihen. Auch der Tod und das Leben danach und die Traurigkeit spielen eine Rolle. 
Aber genauso wird dem Leser auch aufgezeigt, wie wichtig und vor allem, wie schön es ist, über sich selbst hinauszuwachsen.
Das einzige, was ich ab und zu gestört hat, waren kleine Einflüsse von Kindlichkeit und Unreife. Mir war nie wirklich bewusst, wie alt die Charaktere nun sind. Da Charlie in ihrer Heimat schon auf Parties geht, liegt es nahe, dass sie zumindest um die fünfzehn oder sechzehn Jahre alt ist, was mich dann doch etwas verwundert, wenn so manche kindische Bemerkungen fallen, die eher auf eine elf- oder zwölfjährige hindeuten. Das sind aber nur kleine Dinge und mitunter auch die einzige Kritik, die ich an diesem Buch wirklich habe. 
Im Grunde also eine wirklich tolle, sommerliche Geschichte, die einem für viele Dinge, die Augen öffnen kann. In vielerlei Hinsichten lesenswert.
Aufmachung des Buches: 4,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Spannung: 3,5/5
Ideenreichtum: 3,5/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 36,5/50



Samstag, 20. September 2014

Unter halbblauem Himmel - Michelle Schrenk {Buchrezension}

Titel: Unter halbblauem Himmel
Autorin: Michelle Schrenk in Zusammenarbeit mit Gabriel Strack (Musiker)
Verlag: Canim-Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Genre: New Adult Roman
Taschenbuch: 9,89€
E-Book: 2,99€
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Juni 2014



Robin und Lena sind Sandkastenfreunde, aber nach einem bedeutenden Ereignis in ihrer Vergangenheit, haben sich die beiden fünf Jahre nicht mehr gesehen. Beide haben sich damals geschworen, immer ihre Träume zu leben, doch nur Lena hat sich daran gehalten. Sie schreibt Kolumnen und ist mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Doch Robin fehlt ihr im Leben, was sie ganz besonders zu spüren bekommt, als er plötzlich wieder vor ihr steht. Auch Robin hat sie vermisst und die beiden wollen sich kein zweites Mal trennen lassen. Doch es ist komplizierter als sie denken, denn beide empfinden etwas füreinander und Robin muss sich entscheiden. Immerhin ist er mit seiner langjährigen Freundin Carmen verlobt und hat gänzlich vergessen, wie er sich sein Leben eigentlich einst erträumt hat. Aber Lena scheut sich nicht davor, ihn daran zu erinnern...
Michelle Schrenk ist wirklich talentiert, was das Stricken von Geschichten anbelangt. Allein der Titel 'Unter halbblauem Himmel' hat viel mehr mit der Geschichte und den darin agierenden Charakteren zu tun, als man zuerst erwarten würde. In sich ist alles so stimmig und harmonisch angepasst, was mir wirklich sehr gefallen hat. Einerseits. Andererseits habe ich bei dem Buch ein wenig Pepp vermisst, einfach mal etwas, was aus der Reihe tanzt, einen Charakter, der das ganze ein wenig auflockert. Aber irgendwie waren sie sich in der Art her dann doch alle ziemlich ähnlich.
Die beste Freundin Anne ist eine super süße Maus, die nicht auf den Mund gefallen ist, sich aber im Gesamten dennoch nicht enorm von den anderen unterscheidet. 
Trotzdem muss ich sagen, dass das alles schon Meckern auf hohem Niveau ist, da es wirklich ein Buch war, das man locker als Film vor Augen hatte. Man konnte sich mit den Personen identifizieren und sie sich gut vorstellen und ihre Handlungen waren durchaus authentisch.
Leider hat mir dann aber doch etwas Emotion gefehlt. Es gab zwar ein oder zwei Punkte, an denen ich mitgefühlt habe, aber wäre ich derzeit nicht ohnehin sehr sensibel und am Wasser gebaut, hätte ich darüber wohl im Normalfall einfach hinweggelesen. 
Es muss aber auch positiv angemerkt werden, dass die Autorin sich auf ein paar ernste und auch tiefgründige Themen beruft. Bei einem gewissen Thema stöhne ich mittlerweile zwar in jedem Buch, in dem es vorkommt, nur noch auf, weil es immer dasselbe ist und ich mich frage, ob man keine Fantasie hat, sich mal mit etwas anderem zu beschäftigen. Es gibt so viel mehr auf der Welt, was ruhig auch mal zur Sprache gebracht werden kann. Aber wie gesagt, es war tiefgründig, das Buch stellt Fragen des Lebens, auf die sich viele eine Antwort wünschen, obwohl sie sich diese auch ganz einfach selbst geben könnten. Ich finde es gut, denn ich mag solche Sachen. Träume leben steht bei mir ohnehin ganz hoch im Kurs.
Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch durchaus lesenswert ist und auch die Songs von Gabriel Strack zu dem Buch sind wirklich toll. Das Zitat am Anfang der Rezension ist aus einem dieser Lieder und ihr solltet unbedingt auf seiner Homepage vorbeischauen, die ihr bei Google findet, und natürlich auf seinem Youtubekanal. Beides findet ihr, wenn ihr seinen Namen eingebt. 
Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass ihr euch auch mal für dieses Buch entscheiden werdet, wenn ihr Lust habt auf eine Liebesgeschichte, die auch mal vom Leben erzählt. 


Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Spannung: 3,5/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründige Aspekte: 4,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 36/50




Donnerstag, 18. September 2014

Labor Day {Film Review}


Titel: Labor Day
Originaltitel: Labor Day
Hauptdarsteller: Kate Winslet, Josh Brolin, Clark Gregg
Genre: Drama, Liebesfilm
FSK: 6
Spieldauer: 108 Minuten
Studio: Paramount
DVD-Preis: 16,99€
Blu-ray-Preis: 19,99€
Erscheinungstermin: 18. September 2014 



                                                         

Die alleinerziehende Mutter Adele wird von dem verletzten Fremden Frank gezwungen ihn mit in ihr Zuhause zu nehmen und dort zu verstecken.  Es wird klar, dass Franks Verletzung vom Sprung aus dem Gefängniskrankenhaus stammt – der Mann entpuppt sich als ein zu 18 Jahren Haft verurteilter Mörder auf der Flucht vor der Polizei.
Zwischen Adele und ihrem ungebetenen Gast entwickelt sich jedoch schon bald eine besondere Beziehung, aus der bald Liebe wird. Auch Henry akzeptiert Frank als eine Art Ersatzvater. Franks Versteck aber lässt sich nicht lange geheim halten.


Dieser Film hat mich traurig gemacht. Und doch schwang die ganze Zeit über ein Funken Hoffnung mit. Ich habe den Film angeschaltet, ohne im Wissen darüber zu sein, dass es die Buchverfilmung zu 'Der Duft des Sommers' von Joyce Maynard ist, ein Buch, welches ich schon seit längerer Zeit lesen wollte. Nun kam der Film dazwischen und ich war selten so froh darüber. 
Diese Geschichte ist nicht nur unglaublich lesenswert, sondern auch sehr schön anzusehen. Die Atmosphäre der Situation wird im Film sehr gut rübergebracht. Man spürt sogleich die Angst, die Adele begleitet, als sie auf den höflichen, aber doch sehr direkten Frank trifft, der ihren Sohn dazu benutzt, von ihnen mit nach Hause genommen zu werden.
Adele bleibt keine Wahl, sie muss den Fremden mitnehmen und hat große Angst um ihren Sohn und sich selbst. Doch wie sich ganz schnell herausstellt, ist Frank zwar ein Sträfling auf der Flucht, der sogar wegen Mordes verurteilt wurde, aber wirklich freundlich und gar nicht darauf bedacht, den beiden auch nur in irgendeiner erdenklichen Form etwas anzutun. 
So kommt es, dass er über ein Feiertagswochenende in Adeles Haus untertauchen muss, da in dieser Zeit keine Züge fahren, mit denen er von hier verschwinden kann. In diesen Tagen verlieben sich Frank und Adele ineinander und auch wenn Adeles Sohn Henry der Sache zuerst skeptisch gegenübersteht, sieht er in dem Flüchtling so etwas wie einen Vater.
Die kleine Familie möchte sich nicht von Frank trennen und schmiedet gemeinsam einen Plan zur Flucht.

Dieser Film hat mich tief berührt und mir wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, um die Liebe zu kämpfen. Dass man zwar etwas verlieren kann, aber immer wieder die Chance hat, es zurückzugewinnen, vielleicht nicht sofort und vielleicht nicht in gleicher Form. Aber man soll die Hoffnung auf das Glück immer in sich bewahren. In schweren Zeiten wird dir genau das helfen, sie zu überstehen, durchzuhalten, dich nicht selbst aufzugeben, weil der Kummer an dir zehrt.
Die Altersbeschränkung liegt bei sechs Jahren, was daran liegt, dass es keine blutigen, gewalttätigen oder ähnliche Inhalte gibt. Jedoch würde ich sagen, dass man unter sechzehn Jahren kein wirkliches Gefühl für diesen Film aufbringen kann. Gerne können aber auch die jüngeren Leser meines Blogs dieses Meisterwerk ansehen und sich davon begeistern lassen. 
Die Schauspieler haben die Emotionen sehr gut auf den Zuschauer übertragen und man fühlte die ganze Zeit über diese Beklemmung, die Adele in sich trug. Eine Mischung aus Angst, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Kate Winslet hat hier für mich eine ihrer besten Rollen verkörpert. Den Darsteller von Frank habe ich zuvor noch nicht gekannt - jedenfalls nicht bewusst - aber er hat mich von der ersten Sekunde an überzeugt. Sein Auftreten war gleichzeitig beängstigend und wohlbehütend. Man wusste zuerst nicht, welcher Aspekt überwiegt. Es war ein wirklich tolles und authentisches Schauspiel, das mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben wird.
Auch der junge Darsteller von Henry war wirklich super. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie glaubwürdig Kinder in ihrem Alter schon sein können und dieser junge Mann hat seine Rolle sehr gut gespielt. 
Insgesamt fühlte man sich immer vor Ort und dass ein Film einen gefühlsmäßig so einnimmt, habe ich bisher noch nicht allzu oft erlebt. Dieser gehört zu den besten, die ich gesehen habe. Und ich habe viele gesehen.
Für mich war dies jedenfalls ein Film, den ich mir gerne noch ein weiteres Mal ansehe, weswegen ich ihn mir womöglich schon ganz bald nach Hause holen werde.


Story: 4,5/5
Atmosphäre: 5/5
Schauspiel: 5/5
Schauplatz: 4/5
Synchronisation: 5/5
Ideenreichtum: 4,5/5
Emotionen: 4/5
Spannung: 4,5/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 4/5 





Dienstag, 16. September 2014

Jenseits aller Grenzen {Film Review}


Titel: Jenseits aller Grenzen
Originaltitel: Beyond Borders
Hauptdarsteller: Angelina Jolie, Clive Owen, Teri Polo, 
Genre: Drama, Liebesfilm
FSK: 12
Spieldauer: 122 Minuten
Studio: CIC Video/Paramount Home Ent.
DVD-Preis: 10,76€
Blu-ray-Preis: 15,03€ & 25,99€ (nur IT Import)

Erscheinungstermin: 09. September 2004





Sarah Jordan (Angelina Jolie) ist mit dem wohlhabenden Industriellen Henry Bauford (Linus Roache) verheiratet. Nick Callahan (Clive Owen) ist Medizin-Student und engagiert sich als Entwicklungshelfer in Afrika. Sarah entwickelt nach einem schockierenden Erlebnis auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung ihren Sinn für tatkräftige Hilfeleistung. Sie fängt an, das Team um Nick zu begleiten, der zunächst in Äthiopien als Arzt Entwicklungshilfe leistet. Sarah erweist sich als wirkungsvolle Unterstützerin für die gute Sache, verlässt aber dennoch das Camp, nachdem es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen ist. Das hält sie aber nicht davon ab, auch zukünftig gegen das Leid in Entwicklungsländern zu kämpfen. Dabei trifft sie immer wieder auf Nick...

Angelina Jolie als Hungershelferin in Afrika. Ein Mann, Nick, der alles für die Menschen dort tut und sein eigenes Leben für sie ständig in Gefahr bringt. Eine Liebesgeschichte, die unter die Haut geht und noch viel tiefer. Bilder, die durch Mark und Bein gehen, Gänsehaut hinterlassen, weinende Augen. So viel Leid in der Welt, das wir einfach ignorieren. Wir, mit unseren Luxusproblemen. Die Ausmaße des Lebens in Afrika und anderswo, werden durch diesen Film bereits in den ersten zwanzig Minuten übertragen und bilden einen Kloß in unserem Hals. Doch wie es immer ist, vergessen wir all den Schrecken und das Leid, das wir sahen und spürten, sobald der Abspann läuft. Aber es ist nicht vorbei. Für diese Menschen geht das Elend weiter, wenn unser Film zu Ende ist und für uns ist es oftmals nicht möglich, das zu verstehen. Können wir uns wirklich vorstellen, wie es ist, so zu leben? Zu hungern? Schmerzen zu leiden und nichts dagegen tun zu können, weil keine Apotheke an der nächsten Ecke ist? Dieser Film könnte die Welt verändern, ich frage mich nur, wieso seit dem Erscheinungsjahr höchstens noch viel schlimmer geworden ist.
Diesen Film darf man nicht verpassen, denn selbst wenn man sein luxuriöses Leben nach den zwei Stunden wieder weiterlebt, wird er etwas in dem Zuschauer verändert haben. Und wenn es nur ein noch so kleines Detail ist. Ich glaube, wäre man vor Ort, könnte man nicht mehr einfach gehen und vergessen, wie wir den Film einfach ausschalten. Man würde immer wieder zurückwollen und helfen, weil es real wurde, real für unseren Verstand, für unser Gefühl. Sobald wir das Leid mit eigenen Augen gesehen haben, in Wirklichkeit, müssen wir dort sein und helfen. Denn wir könnten es nicht ertragen, wegzusehen und wegzugehen und diese Menschen im Stich zu lassen. Wo wir doch so viel mehr tun könnten. Alle sollten wir einmal dort sein, um zu verstehen, dass wir helfen sollten und um zu verstehen, dass es uns gut geht. Uns geht es hier allen gut. 


Story: 5/5
Atmosphäre: 5/5
Schauspiel: 5/5
Schauplatz: 5/5
Synchronisation: 5/5
Ideenreichtum: 5/5
Emotionen: 4,5/5
Spannung: 4,5/5
Tiefgründigkeit: 4,5/5

Bildungswert: 4,5/5