Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde {Buchrezension}

Titel: Das Bildnis des Dorian Gray
Originaltitel: The Picture of Dorian Grey
Verlag: Anaconda Verlag
Seitenzahl: 293 Seiten
Genre: Roman
Gebundene Ausgabe: Schon ab 4,95€ (verschiedene Ausgaben, auch im Taschenbuch)
E-Book-Ausgabe: Kostenlos
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2012 (erstmals 1901, Leipzig, Spohr)





Dorian Gray ist ein unfassbar schöner junger Mann und sein Freund Basil, der Maler, ist fast in ihn verliebt, könnte man meinen, so sehr bereichert des Jünglings Schönheit seine Kunst. Doch eines Tages lernt er Harry kennen, einen sehr speziellen Lord, der ihm sündige Sachen zuflüstert und ihm die Versuchungen verrät, die das Leben für ihn bereithielte, würde er sich von ihnen nur verführen lassen. Dorian hört Harry gerne zu und es ist ihm ein Genuss, doch zugleich ist er Basil sehr zugetan, der den Jungen davor bewahren will, sich dem Unheil der Welt zu bekennen. Zugleich hat er Angst, Dorian an Harry zu verlieren. Als Basil eines Tages ein perfektes Bild von Dorian fertigstellt, findet er es wundervoll. Lord Harry aber erklärt ihm, dass diese Schönheit nicht lange halten wird, denn die Zeit ist eifersüchtig auf uns alle und nimmt uns, was die Götter uns gegeben haben. Dorian spricht ein Gebet aus, dass er alles dafür tun würde, wäre doch nur er derjenige, der immer schön und jung bleiben würde und stattdessen das Bild alle Merkmale des Alters in sich trüge. 
Es dauert nicht allzu lange, bis Dorian schmerzlich feststellen muss, dass dieses Gebet erhört wurde. Und daraus resultiert so einiges Schlechtes.
Das Bildnis des Dorian Gray ist wahrlich ein unfassbar guter Roman und Oscar Wilde ist jemand, der viele Weltsichten vieler verschieden denkender Menschen hineingepackt hat. Er hat ein Werk erschaffen, was einen wirklich zum Nachdenken anregt, einen mitfiebern lässt, erschaudern und schmunzeln lässt. Dieses Buch beinhaltet Charaktere die man zugleich hassen und lieben kann, gegen die man mit Freuden einen Groll hegt oder die man versucht zu beschützen. Der Autor schafft es fürwahr auch, dass man Menschen, die man anfangs mochte, im Laufe des Buches zu verachten beginnt und dennoch liest man gespannt weiter und schaut dabei zu, wie manche ins Verderben rennen und andere dabei zu vergessen scheinen, dass sie Teil des Fiaskos sind.
Welche Frage ich mir am Ende des Buches am öftesten stelle wäre, wer nun am Ende die größte Schuld an Dorians Schicksal trägt und wie wäre er geworden, hätte er weder Basil noch Harry gekannt. Welcher Mensch wäre er und welche Züge, die er am Ende des Buches besaß, hätte er auch sonst im Laufe seines Lebens bekommen? Wie viel Egoismus, wie viel Naivität, wie viel Boshaftigkeit und wie viel Eitelkeit steckte in dem eigentlichen Dorian Gray und wie viel davon wurde ihm durch fremde Einflüsse verabreicht? 
Das Buch steckt voller Fragen des Lebens, über die man sich genüsslich einen ganzen Abend lang unterhalten könnte und noch lange wird das Buch in mir nachhallen, so wie sicherlich auch in allen anderen Lesern. Selten habe ich ein Werk gelesen, dass in einer ganz eigenen Form so mitreißend war, wie die Verführung selbst, von der in Oscar Wildes Sätzen so oft die Rede ist. 
Wo ich so darüber schreibe, merke ich erst, wie stark das Bedürfnis ist, mich über dieses Buch auszutauschen. Wie lange ich wohl noch über all diese Erfahrungen nachdenken werde, die ich mit diesem Buch gemacht habe?
In jedem Falle kann ich euch versichern, dass es ein absolut grandioses Buch ist, welches ein jeder auf dieser Welt gelesen haben sollte. Es ist lehrreich, spannend, mit schöner altertümlicher Sprache bestückt und mit förmlich tanzenden Worten, die einen immer wieder dazu veranlassen der Geschichte und den darin agierenden Charakteren zu lauschen. 
Lasst euch nicht abschrecken von einem Klassiker und sucht euch einfach eine Übersetzung aus, die euch am meisten zusagt. Bereits am ersten Satz lässt sich erkennen, wie das Buch übersetzt wurde. Es gibt einfachere und neuzeitlichere und die alten, wunderschönen, in denen ich das Buch nur lesen würde. Empfehlen würde ich daher die Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.

Aufmachung des Buches: 4,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Ideenreichtum: 5/5
Tiefgründige Aspekte: 4,5/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 44,5/50





Kommentare:

  1. Hey Sarah,
    was für eine schöne Rezension! Ich habe schon sehr viel von diesem Buch gehört, war mir aber nie sicher ob es wirklich etwas für mich ist. Durch deine Rezension bin ich mir jetzt aber sicher, dass mir das Buch richtig gut gefallen könnte. Übrigens finde ich deine Rezensionen von der Aufmachung her ebenfalls sehr schön gestaltet, mach weiter so :)

    Ganz liebe Grüße
    Sandra
    http://sandraslittleworldofbooks.blogspot.de/

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  2. Hallo Sarah :)
    Ein sehr schöne Rezension von dir. Du hast das Buch ja in deinen Jahreshighlits vorgestellt und mich dadurch echt neugierig gemacht. Ich liebe solche Bücher welche anschließend einem zum Nachdenken bringen über das Leben. Ich bin nur noch unsicher ob ein Klassiker wirklich etwas für mich wäre.
    Die Zitate welche du dort immer einfügst finde ich übrings auch wunderschön. Das sieht unglaublich schön aus. :)
    Liebe Grüße von Maxie :)

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