Freitag, 28. November 2014

Das Wörterbuch der Liebenden - David Levithan {Buchrezension}

Titel: Das Wörterbuch der Liebenden
Originaltitel: The Lover's Dictionary
Autor: David Levithan
Verlag: List Verlag
Seitenzahl: 212 Seiten
Genre: Roman
Taschenbuchausgabe: 8,99€
Gebundene Ausgabe: 18,00€
Altersempfehlung: Ab 18
Erscheinungsdatum: Februar 2012








Eine kreative Liebesgeschichte in komplett anderer Form. Diese Liebesgeschichte ist tatsächlich aufgebaut wie ein Wörterbuch und zu jedem von dem Autor ausgesuchtem Wort, gibt es eine kleine Story aus der Liebe der beiden Personen, um die es in diesem Buch geht. 
Da in der Geschichte Namen wirklich keine große Rolle spielen, könnte man ab und an vielleicht sogar denken, man liest etwas über sich selbst. Jeder, der eine lange Beziehung hinter sich hat oder gerade in ihr lebt, wird sich früher oder später in irgendeiner Passage wiederfinden und entweder darüber schmunzeln, seufzen oder ein wenig traurig die Mundwinkel sinken lassen. 
David Levithan hat hier eine außergewöhnliche aber nicht weniger intensive Liebesgeschichte geschrieben, als alle anderen davor. Im Gegenteil, er beschreibt die Liebe, wie sie ist. Denn niemals ist zwischen zwei Menschen - so groß die Liebe auch ist - alles in Ordnung. Die Liebe bringt ihre negativen Seiten mit sich und weil wir lieben und auch lieben wollen, tun wir alles dafür, um das Beste daraus zu machen. Wir versuchen gemeinsam zu leben, gemeinsame Standpunkte zu finden und zusammen vorwärts zu gehen und sehen zu, dass keiner von beiden auf der Strecke bleibt. 
Wir lachen zusammen, wir weinen zusammen und schreien uns an und vertragen uns wieder. Wir können manchmal nicht miteinander und nicht ohne einander und auch wenn wir uns an manchen Tagen kaum ertragen, könnten wir doch niemals gehen, bevor es wirklich vorbei ist. Wir kämpfen, manchmal miteinander, manchmal gegeneinander, aber letzten Endes doch immer füreinander, weil wir eine Liebe, die wir haben, meist nicht freiwillig wieder loslassen wollen. 
Es ist ein verzwicktes Spiel und eins, bei dem die Karten immer wieder neu gemischt werden, Tag für Tag muss man zusehen, dass man aus seinem Blatt das Beste herausholt. Oft sind Paare wie Pokerpartner. Nur weil der eine weiterkommt, als der andere, teilt man sich den Erfolg danach und sollten einmal beide verlieren, dann zieht man sich gegenseitig wieder nach oben. 
Aber irgendwann kommt vielleicht der Punkt, an dem das nicht mehr geht. Denn wenn jemand immer nur verliert, sucht er sich womöglich einen neuen Partner, mit dem er spielen kann. Einer, der das Glück auf seiner Seite hat und es gerne mit jemandem teilt, der davon weniger hat.
Die Liebe ist ein seltsames Spiel, wurde schon sehr früh erkannt und obwohl wir alle Angst davor haben, lassen wir uns immer wieder darauf ein. Ein bisschen Drama braucht eben jeder einmal.
Der Autor hat es geschafft all die Gefühlsebenen der Liebe in ein kleines Buch zu verpacken, in kurze Geschichten, die meist viel mehr ausgesagt haben, als ein dicker Liebesschmöker, der alles lange und breit umschreibt. Wie auf dem Buchrücken bereits vom Focus gesagt wurde: Es ist skeptisch, sehnsüchtig und poetisch. Und selbst ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Diese drei Worte beschreiben dieses Werk wohl am Besten. Und nun lasst euch davon überzeugen. 

Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 40,5/50



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