Dienstag, 24. Februar 2015

Herrscher der Gezeiten - Nichola Reilly {Buchrezension}

Titel: Herrscher der Gezeiten
Originaltitel: Drowned
Autor: Nichola Reilly
Verlag: Darkiss Verlag
Seitenzahl: 352 Seiten
Genre: Dystopie
Gebundene Ausgabe: 14,99€
E-Book-Ausgabe: 14,99€
Altersempfehlung: 12-16 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2015








Die Erde ist überflutet und die letzten 500 Überlebenden sitzen auf einer Insel fest, die mit jeder Flut schmäler wird. Jeden Tag kämpfen die Menschen dort um ihren Platz und um ihr Leben. Coe fühlt sich dort seit jeher unerwünscht. Sie ist dafür zuständig, die Toilettenhäuser zu reinigen, mitunter die niedrigste Arbeit, der man zugetragen werden kann. Sie verlor einen Arm bei einem Kritzlerangriff und ist somit einfach zu nichts mehr nütze. Denkt sie zumindest, denn eines Tages kommt es dazu, dass die Prinzessin sie ins Schloss bringen lässt. Fortan wird ihr Leben ein anderes sein, doch es dauert nicht lange, bis sie sich die Frage stellen muss, ob das nun wirklich eine Verbesserung ihrer Situation darstellt. Denn Tag für Tag scheint die Gefahr größer zu werden. Und daran ist nicht nur die Flut Schuld.
Die Geschichte startet mit einer spannenden Einführung in diese überflutete Welt. Man lernt die Hauptperson kennen und ihre Umgebung, hört etwas über die Regierung, den König, die Prinzessin und den verschwundenen oder gar verstorbenen Vater von Coe. Die sogenannten Kritzler sind gefährliche fischartige Biester, die sich gerne mal im Sand verstecken und Coe bereits einen Arm gekostet haben. Auch sonst ist Coes Körper von Narben übersät und diese versucht sie gekonnt zu ignorieren. Da es keine Spiegel gibt, in denen sich die Menschen selbst betrachten können, ist das am Ende auch nicht so schwer. Allerdings kennt Coe ihre Augenfarbe und diese ist rosa. Sehr befremdlich, vor allem, weil ich irgendwie nicht damit gerechnet habe, in welche Richtungen diese Geschichte noch gehen wird. Es gab für mich somit die ein oder andere Überraschung in der Handlung, was mir gut gefallen hat. 
Leider konnten diese Punkte das Buch am Ende aber auch nicht besser für mich machen. Ich fand es bereits weit vor Seite 100 sehr langweilig und langatmig und egal, was im weiteren Verlauf der Geschichte noch geschah, konnte mir die anfängliche Spannung leider nicht mehr zurückbringen. Das Buch war während den ersten Kapiteln eingeschlafen und ich gleich mit. 
Die Figuren blieben eher blass, wobei die Hauptpersonen doch recht gut ausgearbeitet waren. Zu Coe hätte man eventuell noch eine Verbindung aufbauen können und auch Tiam oder die kleine Fern waren recht interessant gestaltet und auch irgendwo liebenswert. Die Prinzessin hat sich im Laufe der Geschichte immer unsympathischer gemacht und ab und an fand ich sie etwas unglaubwürdig. Ich mochte sie nicht und sie hat mich schlichtweg genervt. 
Im letzten Drittel des Buches kommt dann endlich wieder Spannung auf und es passieren einige Dinge, die die Handlung in Fahrt bringen. Es konnte mich letztendlich nicht mehr mitreißen, aber man muss doch andeuten, dass die Ideen hinter der Geschichte recht gut waren und das ganze Szenario vielleicht wirklich ein guter Film werden könnte, wenn sich die richtigen Leute dahinterklemmen. Potenzial war da, leider für mich aber nur in den Ideen und nicht so wirklich in der Umsetzung. Die Atmosphäre hingegen war in den aufreibenderen Szenen recht in Ordnung und so konnte man zumindest kleine Passagen der Geschichte genießen und als durchaus okay hervorheben.


Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltung/Spannungswert: 2,5/5
Ideenreichtum: 3,5/5
Tiefgründigkeit: 2,5/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 3/5

Punktzahl insgesamt: 30/50




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