Samstag, 31. Dezember 2016

Die Sanfte - Fjodor Dostojewski

Dieses kleine Werk erzählt von einem Witwer, der auf die Leiche seiner in den Selbstmord gestürzten Frau herabblickt und das Leben mit ihr Revue passieren lässt.
Er erzählt und erzählt und fühlt und fühlt und wir erfahren sehr schnell, dass er Opfer und Täter zugleich ist, wie es auch bereits auf dem Klappentext steht.
Wie man vielleicht weiß, schrieb Dostojewski in der Realismus Epoche und auch dies ist daher eine Geschichte aus dem Realismus. Eine Schilderung realer Ereignisse in Form von 'poetischer' Prosa. Also, prosaisch erzählte Realität.
Die Gedanken, die dieser Mensch, den wir hier in der Geschichte verfolgen hat, zeugt von dieser Epoche, denn wen könnte so ein Schicksal nicht ereilen? Allerdings ist in der heutigen Zeit nicht unbedingt mehr denkbar, wie Eheleute auf diese Weise zusammenleben konnten.
Diese Eheleute hier schweigen sich jahrelang an, sind einander daher fremd und nah zugleich. Er versucht Herr über sie zu werden, sie im Stillen zu unterdrücken, um ihr und sich selbst etwas zu beweisen. Was die Folgen seiner Handlungen sind, lesen wir hier in diesem Buch.
Wieso er so gehandelt hat ebenfalls. Deswegen überlasse ich den Rest euch.
Lest es. Es ist ergreifend. Die Gedanken eines Mannes, der den Selbstmord seiner Frau erst begreifen und seine eigenen Gefühle dazu erst einmal ordnen muss, hat Dostojewski unglaublich gut geschildert und umgesetzt.

Montag, 26. Dezember 2016

Faust - Goethe (Barabara Kindermann - Bilderbuch Geschichte)

Faust ist eben Faust, ich möchte auch hier nicht unbedingt die Geschichte bewerten, da sie in diesem Buch ohnehin nur in abgespeckter Form erzählt wird, sondern den Schreibstil und die Umsetzung an sich. Mir persönlich hat die Sprache der Autorin nicht gefallen, es war für die jüngere Altersgruppe definitiv zugänglich verfasst, die Sprache jedoch immer noch etwas altertümlich. An sich bewerte ich das nicht als schlecht, denn diese Wortwahl gehört zu diesem Klassiker dazu, allerdings hat mir das Gesamtpaket der Sprache hier nicht gefallen. Es langweilte mich eher, als dass es mich fesselte oder ich mit Freude gelesen habe. Die Zeichnungen in diesem Buch sind ganz nett aber auch nicht herausragend. Das Cover des Werkes ist wohl noch das Gelungenste und die Geschichte von Faust liest man, wenn man dann alt genug ist, wohl besser noch mal im Original.

The Dry - Jane Harper

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an durch seine dicht gewebte Atmosphäre direkt mitgenommen und ich hatte alles sofort wie einen Film vor Augen. Die einzelnen Kapitel waren kurz gehalten und der Stil wirklich meisterhaft, er trieb mich als Leser immer weiter voran, schob mich mit einer Leichtigkeit vorwärts, weswegen ich mich gut auf die Geschichte konzentrieren konnte. Ich fühlte mich mittendrin, die ganze Zeit über. Fast war es so, als gehörte man dorthin, als wäre man an diesem heißen Ort im australischen Outback. Man hat die Hitze gespürt, die Angst vor einem Brand. Für einen Debütroman hat diese Autorin wirklich eine absolute Glanzleistung hingelegt und ich würde jederzeit sofort wieder etwas von ihr lesen. Unglaublich, dass es eine Frau geschrieben hat. Dieser Thriller zeigt auf, dass weibliche Autoren immer wieder zu unrecht unterschätzt werden.
Allgemein war der Thriller auch sehr charakteristisch und neu, wegen der außergewöhnlichen Örtlichkeit, in der er sich abspielt.
Dazu gab es interessante und authentische Charaktere und es war schön, dass es außer der Ermittlungsarbeit noch viel über die Vergangenheit und die Verstrickungen der Leben dieser Menschen zu erfahren gab. Das machte aus diesem Thriller zusätzlich noch einem dramatischen Roman, in dem man immer versucht hat, endlich die Wahrheit aufzudecken.
Insgesamt ein absolut gelungenes Buch, das mir sehr viel gegeben hat - vor allem einige sehr spannende Lesestunden, vom ersten bis zum letzten Satz.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Von Beruf Schriftsteller - Haruki Murakami

Dieses Buch über Schriftsteller ist definitiv anders, als andere, die ich bereits gelesen habe. Es war keinesfalls schlecht und ich konnte mir einiges davon rausschreiben und merken und auch gebrauchen, aber dennoch blieb ich nur mittelmäßig angetan zurück. Vielleicht weil der Autor auch sehr viel rundherum erzählt hat, was mir - da ich bisher noch kein Buch des Autors gelesen habe und ihn daher nicht kenne und auch vom menschlichen her dazu bisher wenig interessant fand - nicht alles viel gegeben hat. Das Interesse an dem Rundum blieb da leider meist aus. Es gab interessante Details aus seinem Leben und es ist wie immer schön zu sehen, dass Schriftsteller auch ganz normale Menschen sind und selbst die berühmtesten ihre Macken.
Murakamis Schreiballtag war spannend zu erfahren, ebenso wie sein Leben zuvor. Was die Schulzeit beispielsweise betraf und die Preise, die er bekommen hat, lag so gar nicht in meinem Interessenbereich, aber das ist Geschmacksache und wahrscheinlich werden die Fans des Autors auch diese Passagen lieben und zu würdigen wissen. Für mich war es leider nichts.
Die Kapitel, die er wirklich dem reinen Schreibprozess gewidmet hat, fand ich allesamt sehr gelungen. Ich liebe es immer wieder, Menschen über diesen kreativen Prozess reden zu hören. Es ist einfach ein unglaublich tolles Gefühl, diese Dinge mit so vielen anderen Menschen praktisch teilen zu können. Man weiß einfach, es gibt noch tausende, denen es genauso geht! (:
Insgesamt ein lesenswertes Buch mit vielen interessanten Aspekten und einigen Dingen, die ich gern gegen andere Kapitel eingetauscht hätte.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Die Gestrandete - Alexander Maksik

Von Anfang an irgendwo emotional, der Schreibstil hält einen im Grunde eigentlich distanziert vom Charakter und dennoch zugleich fühlt man sich dem Geschehen viel zu nah. Es bedrückt einen sofort, die Stimmung ist absolut greifbar und die Dinge, die auf diesen Seiten bisher passiert sind, berühren tief. Der Schreibstil ist gekonnt, in seiner minimalistisch scheinenden Art sehr poetisch. Mit der Zeit wird die Atmosphäre immer dichter, immer bedrückender, immer bedrohlicher. Jaqueline, der Hauptcharakter, kommt uns immer näher, ebenso wie ihre Vergangenheit, der wir während des Lesens immer auf den Grund gehen wollen. Dass dieses junge Mädchen viel erlebt hat, ist klar. Aber versprechen kann ich eins: Die Auflösung ist schlimmer als das, was man sich vorstellen kann.
Man braucht Zeit, um zwischendurch innenzuhalten.

Manko für mich persönlich:
Zu viel Gott und Gespräche mit Eltern, die gar nicht da sind. Das ist nicht so mein Fall, ist aber alles Geschmacksache.

Katzen - Eine unendliche Liebesgeschichte - Marina Mander

Ein tolles Katzenbuch der anderen Art, das eine Mischung aus Erlebtem, schönen Anekdoten, Fakten und erfundenen Geschichten beinhaltet, ein Stil mit viel bildlicher Sprache, der sich auch gerne der ein oder anderen Metapher bedient und von einer eigenen leichten Poesie getragen wird.
Im Gesamten dann doch eher mittelmäßig, aber mit sehr vielen schönen Aspekten und Sätzen, die man sich als Katzenliebhaber gerne merkt und auch gibt es viele Aussagen, mit denen man sich identifizieren kann und die Tatsache, dass man in den eigenen Gedanken und Gefühlen gegenüber den Katzen endlich bestätigt wird. Es geht auch anderen so. (:

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Struwwelpeter - Dr. Heinrich Hoffmann

Äußerst interessant, was unsere Eltern uns früher vorgelesen und was ich als Kind so geliebt habe. Wo es doch eigentlich nichts als schreckliche Horrorgeschichten sind: Daumen abgeschnitten, verhungert, vom Wind weggeweht, abgebrannt... Aber die Geschichten in Gedichtform sind wunderbar lustig, heutzutage, manche traurig. Doch immer irgendwo schockierend, bis auf die eine, die sehr viel Moral hat auf die GUTE und nicht erschreckende oder gruselnde Art: Die Geschichte vom Mohr, dem schwarzen Jungen, der ausgelacht wurde. Die war echt gut, moralisch sehr wertvoll. :D Und tada: Es kam niemand zu Tode. :D Nein, aber ernsthaft: Ich hatte nach 20 Jahren (26) immer noch Spaß mit dem Buch, dabei ist es für Kindergartenkinder gedacht. War schön, mal wieder einen Blick in die eigenen ersten paar Jahre zu werfen und das zu lesen, was mitunter das erste war, das man gehört/gelesen hatte. Ob ICH es meinen Kindern vorlesen würde... fraglich. Da sind mir die verharmlosten Grimm Märchen lieber, wobei die auch alle insgeheim grausam sind. Aber da fällt es nicht ganz so auf. (;

Montag, 12. Dezember 2016

Glück kannst du selber produzieren - Aline Kröger

Auch dieses Buch von der Autorin kann Wunder wirken! Es gibt sehr viele Erkenntnisse, die man während des Lesens haben kann und im Kombination mit ihren anderen Ebooks ist eine Selbsttransformation nicht mehr weit entfernt. Super. Kann die Ratgeber von ihr nur empfehlen. Selten konnte mir jemand die Dinge so schnell so klar machen, wie diese Autorin.
Dieses Buch empfand ich als sehr wertvoll, aber nicht als das Beste. Mir gefiel das von ihr behandelte Thema Eifersucht und Selbstvertrauen immer noch am besten, aber dieses Werk hier, gehört da eindeutig dazu!! (:

Freitag, 9. Dezember 2016

Perfect - Cecelia Ahern (Flawed #2)

OH mein Gott... es war so unfassbar gut! Selten habe ich so etwas Spannendes gelesen. Dieses Buch war genauso genial wie der erste Teil und diese Dystopie hat sich definitiv gerade vor meinen Favoriten 'Die Bestimmung' geschoben. Ich fand Celestine North einfach unglaublich toll, eine wahre Heldin, die zuerst gar keine sein wollte, aber dann endlich verstanden hatte, was sie für die Welt, in der sie lebt, tun kann! Carrick hatte eine große Rolle im zweiten Teil und ich habe ihn wahnsinnig gemocht. Er war genau mein Typ und mit den beiden durch diesen turbulenten Roman zu schreiten war eine unglaubliche Erfahrung, für die ich sehr, sehr dankbar bin. Diese ganzen Charaktere waren richtig gut gestaltet, von der ersten bis zur letzten Seite war mal wieder Spannung pur angesagt und die Ereignisse wurden von mal zu mal krasser, besser, spannender, nervenaufreibender, grandioser. Bis zum Showdown. Wahnsinnig gut! Diese Autorin sollte definitiv öfter solche Romane schreiben, denn sie hat dazu ein unfassbares Talent. Ich bin mehr als begeistert!

Montag, 5. Dezember 2016

Jemand wird dafür bezahlen müssen - Benjamin Percy

Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. 


Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind.



Der Titel dieses Buches hat mich dazu veranlasst, es unbedingt lesen zu wollen. So ein Titel schlägt total ein und es wird direkt die Neugier des Lesers geweckt. Man erwartet emotionale, traurige, brutale und lebensnahe Geschichten, die einen bewegen, einen erschrecken und einem die Welt so grausam aufzeigen, wie sie nun mal ist.
Gewalt ist in diesen Geschichten hier, die in Oregon spielen, auf jeden Fall vorhanden, egal ob direkt oder eher subtil, unterschwellig gehalten.
Was mich an diesem Buch eher abgeschreckt hat, war letztendlich die Jagdthematik. Tiere töten, weil man Lust drauf oder Spaß daran hat, ist etwas, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann und wofür ich auch keinerlei Verständnis aufbringen möchte. Leider war dies jedoch auch eine sehr große Thematik des Buches, vor allem, da eben alle Protagonisten dieser Kurzgeschichtensammlung klassische amerikanische Landbewohner waren.
Der Schreibstil jedoch war wirklich klasse, sehr bildhaft, sehr direkt und man spürte wirklich an jeder Stelle das Talent des Autors.
Empfehlenswert ist das Buch daher auf jeden Fall, doch vielleicht eher etwas für Menschen, die Tiere nicht ganz so auf den hohen Thron heben, wie ich es tue. (:

Jogginghosen-Henry - Hannes Finkbeiner

Henry wollte natürlich schon immer seiner Traumfrau begegnen, aber ausgerechnet jetzt? Frühmorgens nach einer durchzechten Nacht, auf dem Campingplatz eines Metalfestivals? Ehe er begreift, was gerade passiert, ist die schöne Unbekannte wieder im Gewimmel verschwunden. Henrys Freunde Gabriel, Felix und Evil Enrico erkennen den Ernst der Lage und stellen umgehend eine Suchmannschaft auf die Beine. Was sie nicht ahnen: Das Wochenende hält noch einiges mehr bereit, das nicht auf dem Plan stand, und wird das Leben der Freunde mächtig durcheinanderbringen. Glück, Liebe und Tod sind im Leben eben auch nur Zeltnachbarn.


Henry trägt in seiner Freizeit am liebsten Jogginghose und hört Metal. Deswegen geht er auch gerne auf Festivals. Auf besagtem Festival dieses Romans, lernt er dazu auch noch seine Traumfrau kennen. Da das Buch in den 90ern spielt und damals noch kaum jemand ein Handy hatte, konnte er sich weder ihre Nummer noch Anschrift notieren. So beschließen die beiden, sich im nächsten Jahr dort einfach wiederzutreffen. Das klappt auch, was die Handlung natürlich schon fast erklärt. Doch da gibt es noch mehr, denn zwischenzeitlich geht ja auch das Leben von Henry und seinen Freunden weiter und das erlebt man dann auch noch mit. 
Das ganze Buch ist mal lustig, mal traurig und voller Momente gespickt, in denen sich der ein oder andere sicher wiederfinden kann. Insgesamt war es ein angenehmes Lesevergnügen der anderen Art und ich kann es weiterempfehlen, gerade weil sich viele vielleicht wegen der nicht oft genutzten Kulisse nicht ranwagen könnten. Tut es. Es ist ein schönes Buch mit viel Gefühl! 

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Flawed - Cecelia Ahern

Wow! Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Buch mich SO begeistert!
Ich habe von Cecelia Ahern nie zuvor etwas gelesen, ganz einfach deshalb, weil ich Liebesromane oder Frauenliteratur einfach nicht mag. Umso gespannter war ich auf ihren Jugendroman und wollte unbedingt wissen, wie gut sie ihre Ideen umgesetzt hat. Und ich war geflasht. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, nach langer Zeit mal wieder ein Jugendbuch zu lesen und dann auch noch etwas Dystopisches, wo doch für mich ohnehin nichts an 'Die Bestimmung' heranreichen könnte. Falsch gedacht! Diese Geschichte hier hat mir richtig gut gefallen. So sehr, dass ich es kaum erwarten kann, heute Nachmittag in den Buchladen zu rennen und mir gleich den zweiten Teil zu kaufen. Ich muss ihn sofort haben! :D

Die Geschichte begann direkt rasant, da auf den ersten 30 Seiten bereits eine Szene kam, die mich mitriß, spannend war und zugleich auch so ergreifend, dass es einen erschüttert.
Der einfache und schnell gelesene Schreibstil macht das Buch lebendig und nah, was ich auch richtig gut fand.
Der Charakteraufbau war auch gelungen, Juniper konnte ich zu Anfang gar nicht leiden und von einem jungen Mann in dem Buch war ich sofort sehr angetan und freue mich tierisch darauf, im zweiten Teil endlich mehr über ihn zu erfahren. (Und nein, ich spreche nicht von Art, dem Freund der Hauptperson und Sohn des Richters der Gilde, ich stehe meist auf die 'bösen' Jungs)
Celestine, die Hauptperson, ist so mutig, was ich richtig gefeiert habe. Ebenso ihr Granddad war mir sehr sympathisch. Die Autorin hat hier wirklich ganz tolle Figuren geschaffen und ihnen mit teilweise wenigen Worten, sehr viel Leben eingehaucht.
Es gab so zwei, drei unlogische Dinge, die mir aufgefallen sind, welche aber den Lesefluss nicht großartig stören und im Endeffekt auch an meiner Gesamtmeinung zu dem Werk nichts Negatives beitrugen. Ich liebe dieses Buch einfach und kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen! Mit Sicherheit eine der besten Dystopien des Jugendbuchbereichs.

Sonntag, 27. November 2016

Die Drei - Sarah Lotz

Der Tag, an dem es passiert, geht als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten. Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist ...


Zuerst muss ich anmerken, dass das Cover dieses Buches wirklich unglaublich ansprechend ist und im Buchhandel wie auch zuhause im Regal ein absoluter Hingucker ist. 
Dazu ist auch die Geschichte für mein Empfinden recht außergewöhnlich und die Idee wirklich spannend. Umgesetzt wurden Dinge positiv wie negativ und daher gab es von mir nur eine mittelmäßige Bewertung. Man spürt aber deutlich das Potenzial der Autorin, weswegen ich mir gerne überlege, noch einmal etwas von ihr zu lesen. Allerdings, so gut es auch letztendlich war, hat es nicht gereicht, mein Interesse an genau dieser Thrillerreihe aufrecht zu erhalten. Vielleicht beim nächsten Mal.

Der Prolog war unglaublich gut geschrieben. Ein richtig gutes Aushängeschild für die ganze Geschichte, das einen sofort packt! Im Laufe der Geschichte merkt man immer mehr, wie es ins Mysteriöse geht. Für mich persönlich ein sehr schöner Aspekt, da ich das wirklich gerne mag.
Insgesamt hat es mich nicht ganz begeistern können, aber weiterzuempfehlen ist dieser Thriller auf jeden Fall! 

Der Keller - Minette Walters

Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...


Insgesamt war das Buch mehr Dramatik als Psychothriller und ich wusste manchmal nicht genau, ob ich mir mehr oder weniger Seiten gewünscht hätte, da man einerseits mit mehr Seiten hätte viel mehr aus dem Buch herausholen können, andererseits gab es aber auch Stellen, die sich sehr gezogen haben, die man gut und gern hätte auslassen können. 
Ein Buch, das mich sehr gespalten zurücklässt und auch irgendwie unschlüssig, was meine endgültige Meinung betrifft. Ich fand es nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Dieses Buch ist absolute Geschmacksache, nur welchen es letztendlich trifft, ist schwer zu sagen. 
Die Charaktere fand ich allesamt irgendwie seltsam, die Handlung an sich dafür recht spannend und die Idee wirklich interessant. 
Ich habe gehört, dass andere Bücher der Autorin diesem nicht ähneln sollen und bin daher offen dafür, noch etwas von der Autorin zu lesen, wenn mir mal was in die Hände fällt. Dieses hier war und ist wirklich ein Experiment für sich.

Furchtlose Liebe - Alexandra Bracken

Ruby ist eine der wenigen, die das Virus überlebt haben. Dafür ist ihr eine Gabe geblieben, die sie verflucht: Sie kann Gedanken lesen und manipulieren. Das macht sie für viele sehr wertvoll. Die berüchtigte Children’s League will sie im Kampf gegen die Regierung einsetzen. Als Ruby entdeckt, dass ihr Freund Liam erneut in großer Gefahr ist, begibt sie sich auf eine gefährliche Mission, die auch der Children’s League nicht gefallen wird. Denn niemals könnte sie ertragen, dass sie den einzigen Menschen, den sie liebt, verlieren könnte ...


Da dies der zweite Teil ist und ich nicht spoilern möchte, gehe ich weniger auf die Geschichte, als auf meine Meinung dazu ein.
Man beginnt mit dem lesen und ist sofort wieder mitten im Geschehen. Wir erleben, wie Ruby nun für die Children's League arbeitet. Allerdings hält sie nicht viel davon. Als sie bei einem Einsatz bemerkt, dass Liam in Gefahr schwebt, tut sie alles dafür, um ihn zu retten. Daher war die Spannung auf jeden Fall vorprogrammiert.

Der Schreibstil war gut, einfach, schnell zu lesen, die Charaktere besser als im ersten Teil, alles in allem verbesserungswürdig aber gut. Die Bilder, die die Autorin erzeugt, sind wirklich klasse und machen Lust auf mehr. Insgesamt Bücher, die man empfehlen kann.

Freitag, 18. November 2016

Jetzt, Baby - Julia Engelmann

Wieder einmal hat Julia Engelmann ihre Lyrik in ein Buch gefasst und wieder einmal konnte sie mich mit vielen Texten berühren. Leider blieb die Begeisterung bei diesem Buch letztendlich aber doch aus. Es war ganz nett für zwischendurch, es gab auch viele Sätze und Aspekte, die sie mit eingebracht hat, über die ich nachgedacht habe und einen Aspekt, der mir sogar sehr viel gebracht hat, wofür ich unendlich dankbar bin, aber es war nicht mehr so schön, wie beim ersten Mal. Beim zweiten Buch fiel mir das schon auf, bei diesem hier noch ein Stück mehr. Leider. Aber die Texte sind immer noch sehr schön, lesenswert und vor allem tiefgründig. Ich mag ihr Art zu schreiben und ihre Art nachzudenken und ihre Art die Welt zu sehen. In vielen Textstellen habe ich mich wiedergefunden bzw. wiedererkannt und das hat mir Positives wie Negatives gezeigt. Sehr schön im Endeffekt, aber die anderen Bücher haben mir besser gefallen.

Dienstag, 8. November 2016

The Green Mile #1 - Stephen King

Der erste Teil von sechs von The Green Mile. Ich LIEBE den Film abgöttisch, habe ihn schon einige Male seit meiner Kindheit gesehen und kann/muss immer noch an den selben Stellen weinen. Niemals hat mich ein Film so tief ergriffen wie dieser und niemals habe ich eine Hauptfigur so tief in mein Herz geschlossen, wie John Coffey. Ich liebe John Coffey... Stephen King hat mit dieser Geschichte nicht nur ein Meisterwerk erschaffen, sondern gleich zwei, denn John Coffey ist mit Sicherheit eines! Was der Film rüberbringt, ist unglaublich gewesen. Das Buch hingegen ist an manche Stellen etwas wirr, wegen verschiedener Einschübe aus anderen Zeiten, aber ansonsten wirklich gut geschrieben. Ich bin gespannt, wie die nächsten Teile werden.

Donnerstag, 3. November 2016

Miracle Morning - Die Stunde, die alles verändert - Hal Elrod

Ein schönes Buch, das sehr viel beibringt über die richtigen Strategien im Leben, diese, die zum Erfolg führen. Mit 60 Minuten pro Tag für DICH zum Erfolg. Meditation, Affirmation, Visualisierung, Sport, Lesen und Schreiben. Diese sechs Dinge machen aus dir mit der Zeit einen ganz anderen Menschen, einen der sich um sich kümmert und um seinen Erfolg.
Ein schönes Programm, das man sich ansehen sollte. Ich bin froh, dass ich es getan habe und stehe gerne morgens etwas früher auf, um mit diesen sechs Life-Safers meinen Tag zu beginnen. Einen besseren Tag, weil ich die erste Stunde mit mir in Ruhe und etwas Schönem verbringe!! (:
(Kann man übrigens abends auch noch mal machen...)

Das Paket - Sebastian Fitzek

 Ein gutes Buch mit interessanten Wendungen. Zum Schluss hin fast sogar etwas zu viele Wendungen. Da dacht ich mir dann teilweise fast schon: Jetzt ist aber mal gut, bleib doch mal bei dem einen jetzt. :'D Aber wirklich wieder, wie immer bei Fitzek, ein gut konstruierter Thriller.
Spannung war dabei, gruselige Momente, eklige Momente... alles, was man sich im Grunde von einem guten Psychothriller erwartet. Vom Gefühl her, würde ich sagen, ist das weitaus nicht das beste Buch von Fitzek, aber doch ein lesenswertes.
Gut fand ich, dass man in dem Buch viel Wissen vermittelt bekam. Ich habe viele Dinge neu dazugelernt und das finde ich immer klasse.
Insgesamt hat es mir gut gefallen, es war unterhaltsam, spannend, aber vom Hocker gerissen hat es mich jetzt leider nicht. Da war der Nachtwandler oder der Augensammler doch mehr mein Geschmack. Den Augensammler im Übrigen hab ich geliebt!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Game on - Chancenlos - Kristen Callihan

Leider nicht mehr als mittelmäßig. Die Charaktere waren ganz liebenswert, aber die Hälfte der Story leider ziemlich plätschernd, bevor es dann am Ende doch noch etwas spannender wurde. Leider konnte mich das Ganze aber nicht begeistern. Gute Ansätze gab es, auch amüsante und schöne Szenen, aber ich habe in diesem Genre weitaus Besseres gelesen. Trotzdem ein nettes Buch.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Selbstbewusstsein kannst du lernen - Aline Kröger

Ein super Buch, das mir mit seinen genialen Tipps und Aussagen sehr weitergeholfen hat. Es erklärt plausibel und logisch, was in unseren Köpfen vorgeht und wie wir es schaffen können, endlich selbstbewusst und glücklich mit uns zu sein. Das beste Buch, das ich zu diesem Thema gelesen habe. Und ich habe schon einige gelesen!

Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Autobiographie der Zeit - Lilly Lindner

Lilly Lindners Autobiographie der Zeit ist ein regelrecht fantastisches Werk, das sehr ergreifende Sätze in sich birgt und einen auf ganz besondere Weise mitnimmt. Es ist mal wieder Lillys Talent mit Worten zu spielen und sie in unglaubliche Sätze zu formen, die außergewöhnlich klingen und dennoch so wahr, wie sonst es kaum jemand auszudrücken weiß.

In diesem kleinen Buch geht es um die Zeit. Und um Kevin - der Raum, David - die Beständigkeit und Shay - der Abgrund. Diese vier Jugendlichen sind früh gestorben und kannten sich im vorherigen Leben auf 'Winter'. Jetzt hat sie der Tod geholt und da sie sich alle gewünscht haben, eine Weltmacht zu werden, wurde ihnen der Wunsch erfüllt. Was sie damit aber alle für Verantwortung übernahmen und welch schwierige Aufgaben zu meistern sind, wie viel Leid und Trübsinn und Traurigkeit und Schrecken sie sehen, woran sie teilweise sogar noch selbst Schuld sind, hätten sie wohl nicht erwartet.

Voller Poesie und mit unglaublicher Intensität, beschreibt Lilly Lindner in meist kurzen Abschnitten die Zeit der Zeit als Zeit. (; Ich für mich habe sehr viel aus dem diesem Buch gezogen. Es gab etliche Momente, etliche Zeilen, die mich sehr tief ergriffen haben oder mir im Endeffekt viel bedeuteten, weil sie so wunderschön waren, so roh und wahr. Ich liebe die Sprache der Autorin und für mich ist sie ein ganz besonderer Mensch und eine ganz besondere Autorin, die ein unvergleichbares Talent aufweist. Dieses Buch ist für mich daher ein absolutes Meisterwerk und ich wäre unglaublich froh, wenn es die ganze Welt erreichen würde. Denn es gibt so viel zu sagen und Lilly Lindner tut es immer wieder. Dieses Mal geht es um die Menschen, um die Welt und um die Zeit.
Und wir können sehr viel lernen aus diesem Buch und den Worten der jungen Autorin.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Selbstliebe lernen - Aline Kröger


Ein sehr schönes Buch, welches mir viel gebracht hat. Leider war es sehr kurz und ich hätte mir gewünscht, es wäre viel länger gewesen, mit viel mehr nützlichem Wissen und Tipps. Aber das, was drin stand, war unfassbar gut und schön erklärt! Ein Buch für jeden, der seine Problematik mit der eigenen Selbstliebe besser verstehen will.

Samstag, 1. Oktober 2016

Eifersucht in 30 Minuten auflösen - Aline Kröger


Titel: Eifersucht in 30 Minuten auflösen
Autorin: Aline Kröger
Verlag: BookRix-Edition
Seitenzahl: 82 Seiten



Ein unglaublich gutes Buch zum Thema Eifersucht und das erste, das richtig gute Tipps beinhaltet und die Wahrheit kurz und knackig auf den Punkt bringt.
Man lernt ziemlich schnell diese Sucht zu verstehen und das Denken, das dahintersteckt und ist im Nachhinein - oder gar schon während des Lesens - dazu fähig, alles in seinem Leben zu verändern. Super! Ich bin begeistert und empfehle es liebend gerne weiter!



Montag, 19. September 2016

Traurig bin ich schon lange nicht mehr – Anne Berest

Traurig bin ich schon lange nicht mehr – Anne Berest






160 Seiten
29.08.2011
La fille de son père





Interessant, dass zu Anfang besagte Frau bereits nicht gerade sympathisch dargestellt wird. Desinteressiert und unberührt an dem Tod ihres Vaters und dem ihres schon vor längerer Zeit verstorbenen Ex-Freundes, wirkt sie morbide und zynisch. Genau deswegen ist sie aber wiederum für den Leser höchst interessant, denn er will wissen, wieso sie so kalt und gefühllos über das Ableben dieser Menschen spricht. Man möchte wissen, was vorgefallen ist.
Es kam mir während des Lesens auch nicht vor, als wären die Schwestern, um die es auch teilweise geht, alle schon über oder an die 30. Irgendwie schwang immer ein Stück Kindlichkeit mit hinein, der Schreibstil war typisch französisch, etwas leichtlebig, trotzig und mit einer gewissen Schwere versehen. Zumindest fühle ich mich sehr oft so, wenn ich französische Autoren oder Autorinnen lese. Ich empfinde meist eine sehr ähnliche Grundstimmung.

Was mich an diesem Buch überrascht hat, war das Ende, die Auflösung! Es war für mich grandios, selbst wenn es gar nicht mal so spektakulär war oder gar abwegig, denn in der Mitte des Buches weiß man, wo das hingeht, aber am Anfang, auf der allerersten Seite ist man über das Verhalten von der Hauptperson ein wenig schockiert, wie gesagt, weil sie so gefühlskalt ihrem Vater gegenüber ist. Und wenn man dann zu verstehen beginnt, was da passiert, ist es am Ende ein geniales kleines Puzzle.

Im Endeffekt war die Geschichte gut, unterhaltsam, mit einer mir bekannten Stimmung einiger französischer Autoren. Uneingeschränkt würde ich es wohl nicht empfehlen, aber Leuten, die gerne Geschichten fernab dem Mainstream lesen und offen sind für etwas anderes.

Trotz der Kürze des Romans, bin ich dem ganzen sehr positiv zugewandt und bin froh, ihn gelesen zu haben. Ob er mir etwas geben konnte, weiß ich nicht genau, wahrscheinlich eher nicht, aber ich habe das Gefühl, dass es gut war, ihn zu lesen. Es ist schön die Geschichte zu kennen.

Und ja, tatsächlich gab es in diesem Buch auch Sätze oder ganze Passagen, die ich markiert habe und die für mich bedeutend klangen oder eher etwas weise. So was mag ich und genau deswegen lese ich Bücher. Von daher kann es natürlich doch sein, dass mir am Ende noch etwas von dem Buch bleibt, auch nach längerer Zeit.

Dienstag, 13. September 2016

Ein Jahr in Paris

Dieses Buch war enttäuschend. Ich sage es gleich vorweg, denn ich möchte mich nicht lange damit aufhalten. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich habe selten etwas gelesen, was so fernab vom Schuss ist. Es soll hier um Paris gehen und ich dachte, wenn ich ein solches Buch lese, dann werde ich das kriegen, was ich will: Eine Einsicht in das Pariser Leben, in die Welt der Franzosen, die Eigenarten, das Lebensgefühl dieser Menschen und dieser großen, wunderschönen Stadt. Ich dachte, ich käme Paris durch dieses Buch noch etwas näher, würde ein wenig Insiderwissen erfahren und eben eine richtige kleine Reise damit machen und dabei auch noch etwas lernen, was nur jemand weiß, der wirklich dort lebt oder gelebt hat. 
Aber Pustekuchen. Im Grunde habe ich nur erfahren, dass Männer in Dessoushops einkaufen gehen, dass ein Boiler kaputtging und so weiter. Belanglose Dinge, die alltäglicher und langweiliger nicht sein könnten. 
Viele Seiten musste ich querlesen, weil es mir einfach irgendwann zuwider war, mit einem Buch derartig meine Zeit zu verschwenden. Viel schlauer als vorher bin ich dadurch nicht geworden, nur um ein paar Stunden ärmer. 
Es gab durchaus mal ein wenig Wissenswertes nach den einzelnen Kapiteln zu erfahren, aber das reißt jetzt weder den Inhalt, noch den Preis dieses Buches wieder raus. Im Grunde ist es nicht zu empfehlen und da gibt es sicherlich viele Werke, die besser dafür geeignet sind, einen Blick hinter die Kulissen der französischen Hauptstadt zu werfen. Hier wirft man leider nur einen Blick in den Alltag einer Dame, die auch hätte überall anders auf der Welt leben können, da ihre Erzählungen im Grunde selten was mit Frankreich zu tun hatten. Schade.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass das Buch auch ziemlich mit Klischees um sich schmeißt. Manche mögen ja stimmen, andere hingegen nicht. 
Beispielsweise sagt die Autorin, dass französische Frauen sich lieber eine Blasenentzündung holen, als geeignetes Schuhwerk zu tragen. 
Ich persönlich habe aber auch bereits gelesen, dass französische Frauen prinzipiell keine hohen Absätze tragen (gerade die Pariserinnen), da es für sie ein Unding ist, darin zu stolpern oder in Pflastersteinen hängen zu bleiben oder Ähnliches. 
Das waren dann Momente, wo ich mir dachte: Da kann man wohl nur seine eigenen Erfahrungen machen und ich persönlich stehe da eher auf der Seite der zweiten Aussage, denn die meisten französischen Frauen haben wirklich sehr viel Stil und Chic, aber das eben ohne meterhohe Absätze. Die wissen, was wahre Klasse bedeutet. Nicht alle, ich kenne auch andere Französinnen, aber die meisten, die ich sah oder kennenlernte, waren stilvoll, schlicht und elegant.

Da dieses Buch mich leider nicht überzeugt hat, kann ich es auch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen, aber werft gerne unbefangen einen Blick in die Leseprobe. Der Schreibstil beginnt leicht und lustig, was mir zu Anfang auch noch sehr gefallen hat, aber sobald die Dame in Kapitel 3, glaube ich, eine Wohnung hatte, wurde es leider stinklangweilig und gar nicht mehr so französisch.

Daher keine Empfehlung von mir.



Montag, 5. September 2016

Arnes Nachlass - Siegfried Lenz

Die Geschichte eines Jungen, der dem Leben nicht standhält.

Eine berührende Geschichte über Arne, der nach dem Tod seines Vaters zu dessen Freund in die Familie kommt und dort ein neues Leben beginnt. Der Junge findet in dem ältesten Sohn Hans einen Freund, doch die jüngeren Kinder Wiebke und Lars akzeptieren ihn nicht wirklich und wollen ihn und Hans nicht dabeihaben.
Arne ist anders und manchmal etwas seltsam, aber herzensgut und zu weich im Innern, als dass er alle Dinge, die ihm widerfahren heil überstehen könnte. Er hatte Kraft und zeigte sie auch, aber für alles reichte sie nicht.
Arne ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, aber auch Hans werde ich in guter Erinnerung behalten, da er diese Geschichte erzählt hat. Emotional, aber nicht kitschig, mit schöner Sprache, schönem Gefühl und einem Gleichklang, der nicht langweilig war, sondern anziehend. Es ging im gleichen Rhythmus immer weiter vorwärts und dabei schwebte man durch den Text, aber auf einer dunklen Wolke, aus der es immer wieder zu regnen drohte.

Insgesamt also ein stimmungsvoller Text, eine schöne, anrührende Geschichte, die ich den meisten empfehlen würde, weil sie einfach sehr lesenswert ist und sicher für jeden eine Aussage bereithält.

Eben ein Buch, das vom Leben erzählt. Von Hoffnungen und Wünschen, von Träumen und Ängsten, von Verlust und Gewinn, von Freundschaften und Verrat, von Liebe und Familie.

Von Herzen von mir empfohlen!!


Persönliche Anmerkungen:

Interessanter Stil. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive von Hans, dem ältesten Sohn der Familie. Dieser spricht Hans ab und an persönlich an, erzählt aber ansonsten in der Er-Form von ihm. Zuerst war das für mich etwas irritierend, aber dann fand ich es recht angenehm und ein schöner Aspekt im Text, der auch ausdrückt, was Arne Hans bedeutet hat.

Was weniger gut für mich persönlich ist, dass das Buch keine Kapitel hat. Es fließt einfach so durch, diese 206 Seiten. Das ist beim Unterbrechen immer etwas schwierig. Es gibt keine gesetzten Pausen und somit vergesse ich häufig, was vorher war, wenn ich mitten im Absatz praktisch aufhören muss.

Immer montags beste Freunde - Laura Schroff

Dieses Buch ist eine Erzählung, eine Art Autobiographie. Die Hauptperson erzählt über das Leben von Maurice, einem armen Jungen, der - hätte er sie nicht kennengelernt - sicher auf den falschen Weg gekommen wäre. Er fragt sie nach Kleingeld, sie hält zuerst nicht an, geht aber dann doch zurück und lädt den kleinen Jungen ins McDonalds ein. Fortan jeden Montag. 
Gleichzeitig erzählt sie ihre eigene Lebensgeschichte. Man bemerkt, dass arm wie reich Probleme haben und es nicht oft einen riesengroßen Unterschied macht, wie die Menschen drauf sind. Das Geld, das man besitzt entscheidet eben nicht immer über den Charakter. Misshandlung, Drogen und alles Mögliche stehen in jeder Gesellschaftsschicht heutzutage an der Tagesordnung und man kann nicht mehr tun, als zu schauen, dass man auf dem rechten Weg bleibt und das Beste aus seinem Leben macht. 
Maurice konnte es dank ihr und diese Geschichte einer besonderen Freundschaft kann einem wirklich ans Herz gehen. So richtig berührt hat sie mich persönlich nicht, aber ich fand sie dennoch sehr schön und auch das Hörbuch ist gut gesprochen. 
Die Geschichte hat einen schönen Lernaspekt und viele Dinge, über die man nachdenken kann.

Sonntag, 14. August 2016

Bonjour Tristesse - Francoise Sagan

Titel: Bonjour Tristesse
Autor: Francoise Sagan
Verlag: Ullstein Verlag
Genre: Roman
Seitenzahl: 183 Seiten
Gebundene Ausgabe: 8,99€
Erscheinungsdatum: Mai 2005






Cecile fährt mit ihrem Vater und dessen Geliebten Elsa ans Meer, um dort die Ferien zu verbringen. Eines Tages taucht Anne auf, eine alte Freundin ihres Vaters, die Cecile schätzt, aber auch fürchtet.
Als Ceciles Vater Elsa mit Anne betrügt, schmiedet Cecile einen Plan. Denn Anne würde, wenn sie bliebe, das unbeschwerliche, leichtsinnige Leben von ihr und ihrem Vater zerstören und sie zu zivilisierten, erwachsen handelnden und denkenden Menschen machen. Was Cecile nicht zulassen möchte.


Das Buch ist in einem typisch altfranzösischen Stil geschrieben und wenn man den Film ‚Bonjour Sagan’ über die Autorin gesehen hat, wird man schnell einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben bemerken. Sie trinkt gern viel, sie geht mit Menschen aus, die doppelt und dreifach so alt sind wie sie und redet ohne viel Verstand über die Liebe. Die Hauptperson Cecile hat diese Eigenschaften im Buch ebenfalls. Oft dachte ich, ich lese über die Autorin selbst und nicht über eine fiktive Person, aber das hat man ja auch oft, dass die Personen in Büchern Ähnlichkeiten mit den Autoren haben. Manche mehr und manche weniger.
Vom Stil her war es eher leicht geschrieben, mit vielen altertümlichen Wörtern, die ich nicht kannte, was mir einige Momente bescherte, in denen ich etwas dazulernen konnte.
Die Geschichte an sich hatte viel Ausdruck. Einen wirklichen Bezug konnte ich zu Cecile nicht aufbauen, da ich sie nicht gerade sympathisch fand, aber nachvollziehen konnte ich sie und ihren Vater schon. Ihre Lebensweise hat etwas Exzentrisches, etwas Künstlerisches, etwas Anziehendes. Menschen, die ihre innere Ruhe nur im Trubel finden. Menschen, die ihre Partner wechseln und Aufreißer sind, egal in welchem Alter. Menschen, die einfach genießen und nicht an die Zukunft denken. Es hat etwas Freies, Ungebundenes, was dieses Leben so reizvoll macht. Kein Wunder, dass Cecile es nicht unbedingt für ein stilles, vernünftiges Leben aufgeben will, auch wenn sie sich einerseits vielleicht sogar nach einem solchen Glück sehnen würde. Nach Vertrautheit, Geborgenheit, sinnvollen Zeitvertreiben und weiterem.

Die Charaktere in diesem Buch sind gut ausgearbeitet, gerade auch Anne nimmt einen großen Teil des Buches für sich in Anspruch, einfach, weil sie so eine undurchschaubare Person ist, hinter deren Geheimnis man zu kommen versucht. Sie ist anders, als andere und trägt Eigenschaften mit sich, die beneidenswert sind. Gleichzeitig ist sie aber auch leicht herrisch, obwohl sie so gleichgültig tut. Ihre Handlungen waren für mich etwas gegensätzlich und sie war für mich eine Person, die ich nicht mögen konnte, trotz dass Cecile oft von ihr schwärmte, obgleich sie versuchte, sie aus dem Haus zu kriegen und ihr zu schaden. Zwischen den beiden herrschte eine Art Hassliebe, die ich nicht ganz zu verstehen wusste, aber mich neugierig hat sein lassen, das ganze Buch über.

Im Grunde ging es in diesem Buch um Liebe, Treue, Untreue, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Träume, Erziehung, verlorene Jugend, gelebte Jugend, aufrechterhaltene Jugend, Verstand, Gefühle, Intrigen und Verzweiflung.

Das Wort Tristesse trifft die Stimmung des Buches eigentlich sehr gut. Es wog immer eine gewisse Traurigkeit, etwas Bedrückendes zwischen den Zeilen mit und das Buch hüllte dich sanft aber unweigerlich damit ein.

Was die Autorin definitiv geschafft hat, war es die Atmosphäre aufzubauen. Dieses Buch lebt, wenn man es aufschlägt. Es lebt von den Erlebnissen, von den Gefühlen und den unerfüllten Wünschen der Protagonisten. Von der Stimmung her definitiv eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.

Von allem anderen her für mich nur mittelmäßig begeisternd, was aber nicht an der Qualität des Werkes lag, sondern einfach an meinem Geschmack. Dieses Buch war grandios in seiner Wirkung, aber es konnte mir nichts Positives geben, aber ein paar weitere Erfahrungen und Erkenntnisse im Thema Lieben, Leben und Leiden. Doch da es mir mehr Tristesse als irgendwas gebracht hat, vergebe ich wohlwollend gute drei Sterne, die mein Gefühl dem Buch gegenüber gut ausdrücken. Gespalten, traurig und widerstrebend.


Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 32,5/50




Freitag, 29. Juli 2016

Licht aus! - Richard Laymon


Titel: Licht aus!
Autor: Richard Laymon
Verlag: Festa Verlag
Genre: Horror
Seitenzahl: 272 Seiten
Gebundene Ausgabe: 12,80€
Ebook-Ausgabe: 5,99€
Erscheinungsdatum: Mai 2012





Als Brit sich einen Horrorstreifen im Kino ansieht, wundert sie sich: Ist das nicht ihre Freundin Tina, die da die Hauptrolle spielt? Aber Tina ist doch keine Schauspielerin!

Brit ahnt noch nicht, dass auch sie bald in einem Film mitspielen wird... Und einige andere ja vielleicht auch.


Ich bin ein Laymon Fan, doch stelle ich leider immer wieder fest, dass die Erstlingswerke von ihm, die mittlerweile der Festa Verlag veröffentlicht, leider nicht ganz meinem Geschmack entsprechen und auch kaum meinen Erwartungen. 
Man merkt zwar, dass Laymon drin ist, aber in seiner Laufbahn als Schriftsteller wurde er im späteren Verlauf immer besser. 
Trotz allem war dieser Horrorroman kein schlechter. Er war interessant, die Personen, die man in dem Buch kennenlernte mehr oder weniger sympathisch und mit der einen davon konnte ich mich sogar ein klein wenig identifizieren. 
Das Buch hat interessante Geschichten der einzelnen Personen auf Lager, spannende Verstrickungen und die Länge des Buches war auch angemessen. 
Ein kurzweiliger, recht spannender Trip in düstere Gefilde. 

Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und muss sagen, dass Uve Teschner das wirklich gut macht. Ein wenig hat er mich an den allseits beliebten David Nathan erinnert. Die Stimme von Teschner ist ebenfalls sehr angenehm, recht düster und gut geeignet für solche Romane. Eine Alternative. Eine gute.


Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 2/5
Bildungswert: 2/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 28/50

Donnerstag, 7. Juli 2016

Das Ende der Unschuld - Megan Abbott

Titel: Das Ende der Unschuld
Autor: Megan Abbott
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 288 Seiten
Gebundene Ausgabe: 17,99€
Ebook-Ausgabe: 8,99€
Erscheinungsdatum: Februar 2012





Die dreizehnjährigen Mädchen Lizzie und Evie sind Freundinnen seit sie denken können. Nachbarskinder, die ihre Badeanzüge und Hockeyschläger tauschen und sich einfach alles erzählen. Aber eines Tages ist Evie plötzlich verschwunden. Der einzige Anhaltspunkt: Ein verdächtiger Wagen, den Lizzie morgens durch den Ort hat fahren sehen.
Lizzie tut alles dafür, um Evie wiederzufinden. Sie läuft nachts durch die Straßen, versucht sich an Dinge zu erinnern und verbringt viel Zeit drüben bei Evies Vater, für den sie heimlich schwärmt. Aber umso länger Lizzie sucht, desto mehr glaubt sie, ihre beste Freundin nicht wirklich zu kennen. Ist sie denn wirklich entführt worden? Oder steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter? 


Ein atemberaubender, psychologischer Thriller, der die Dramatik der Pubertät so gut einfängt, wie selten ein Buch.



Das Buch begann für mich schleppend und zog sich auch eigentlich so weiter, bis ich endlich Seite 200 hinter mir gelassen habe. Zugegeben, zwischendurch habe ich einige Seiten quergelesen, weil es mich einfach nicht fesselte und ich nicht wusste, weshalb ich all das wissen muss, was auf diesen 200 Seiten stand, wo eigentlich kaum etwas passierte.
Im Nachhinein war mir dann jedoch klar, dass gewisse Dinge schon sehr wichtig waren, vor allem atmosphärisch, allerdings hatte sich die Atmosphäre ohnehin bemerkbar gemacht, selbst wenn man einiges übersprungen hat.
Die Entführung von Evie passiert auf den ersten 50 Seiten und die nächsten 150 handeln von Lizzies Suche nach Hintergründen, Details und Gott weiß was. Man liest nur etwas über die Schule, die dort kursierenden Vermutungen, über das Leben im Nachbarhaus bei Evies Vater und Schwester und ähnliches. Für mich trug das meiste davon nicht wirklich was Entscheidendes zur Geschichte bei. Der Schluss allerdings, die letzten 100 Seiten, sind enorm. Sie sind durchdringend, spannend, atemberaubend, auf eine nicht sehr positive Art. Sie reißen den Leser in gewisser Weise auseinander. Sie zerstören etwas in einem, das, was Lizzie oder Evie oder irgendjemand in diesem Buch spürt, springt auf den Leser über und man ist wie mittendrin. Eine Erfahrung, die ich sonst selten bis gar nicht in einem Buch hatte. Ich bin froh, dass ich mich dazu durchringen konnte, zumindest noch den letzten Teil des Buches ausführlich zu lesen, denn das ist wirklich etwas, das ich nicht mehr missen möchte. Es war schön und schrecklich zugleich, grausam und doch irgendwie.. Man kann es gar nicht richtig erklären. Das hier ist ein Buch, das jeder für sich selbst lesen und kennenlernen muss. Jeder muss selbst entscheiden, was er davon hält, was er daraus für sich mitnimmt. Sicher gibt es Menschen, die dieses Buch hassen, dafür andere, die es lieben. Ich bin einer derjenigen, die verstehen. Ich urteile nicht darüber, weil ich weiß, dass Menschen nicht schwarzweiß sind und nichts im Leben nur Gut oder nur Böse ist. Aus diesem Grund sage ich: Es war krass, was ich gelesen habe, erschreckend, aber irgendwo auf eine perfide Weise schön. Aber lest selbst.


Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 2,5/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 30,5/50