Dienstag, 21. Juni 2016

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells

Titel: Vom Ende der Einsamkeit
Autor: Benedict Wells
Verlag: Diogenes Verlag
Genre: Roman/Schicksal/Drama
Seitenzahl: 355 Seiten
Gebundene Ausgabe: 22,00€
Erscheinungsdatum: Februar 2016






Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind, dachte ich. Man weiß nie, wann er zuschlagen wird. 


Benedict Wells hat mit diesem Buch ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der eine solche Wucht von Schwermut, Traurigkeit und Schicksal vermittelt hat. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass so eine Emotionstiefe hatte, die sich mit dem Aufschlagen des Buches immer wieder in mir ausbreitete. Ich denke an das Buch, sehe es manchmal nur an, und fühle mich deprimiert oder zumindest so, als müsste ich dringend einen tiefen Seufzer loswerden. Ich fühle mich irgendwie bedrückt. Und das meine ich keineswegs negativ, denn dieses Buch hat mir etwas vermittelt und es hat mich auf jeder einzelnen Seite dazu gebracht, mich völlig anders zu fühlen, nämlich genauso, wie sich womöglich die Figuren dieser Bücher gefühlt haben.

Die Atmosphäre ist sehr dicht, sehr ausgeprägt und immer präsent. Es gibt in diesem Buch keine Seite, keine Aussage, die irgendwie fehl am Platz wäre oder die überflüssig war.
Man merkt dem Buch an - vielleicht nicht unbedingt die sieben Jahre Arbeit, aber - dass der Autor sich viel Zeit genommen hat für seine Figuren, für seine Handlung und für die Gefühle innerhalb des Romans. Es ist unfassbar zu sehen, wie Worte und Gefühl hier zusammenspielen, wie sie ineinanderfließen, weil Benedict Wells es versteht, Worte mit Sinn zu füllen und die Zwischenzeilen mit Leben.
Auch die Charaktere in diesem Buch haben allesamt ihre Eigenarten und sind ganz große - ganz verschiedene - Persönlichkeiten. Sie sind Großartigkeiten, ehrlich, denn sie treten aus dem Buch heraus und ziehen uns die Sympathie und die Empathie für sie aus den Herzen.
Zusätzlich hat das Buch ganz viel zu sagen über das Leben, es wirkt sehr weise, weswegen ich darum bitte niemals einen noch jungen Autor vorzuverurteilen oder gar zu unterschätzen. Benedict Wells hat viel über das, was er schrieb, nachgedacht und hat das Beste für uns in diesen Seiten zusammengestellt. Mir hat dieses Buch explizit wieder gezeigt, wie wichtig es ist, zu leben, zu lieben, zu vertrauen, auf die Fresse zu fallen, wieder aufzustehen, nicht aufzugeben, aber vor allem man selbst zu sein. Zu tun, was man will, was man für richtig hält, was einem das Herz sagt. Niemals stehenzubleiben, der Angst zu trotzen, an sich und anderen zu wachsen.

Für mich ein Meisterwerk, ein außergewöhnliches Buch, das mich lange und intensiv begleitet hat und noch sehr lange nachhallen wird. Da bin ich mir sicher.




Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Ideenreichtum: 4,5/5
Tiefgründigkeit: 5/5
Bildungswert: 5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 41/50






1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Das Buch steht auch bei mir ganz oben auf der Wunschliste! Danke für die schöne Rezi!
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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