Donnerstag, 7. Juli 2016

Das Ende der Unschuld - Megan Abbott

Titel: Das Ende der Unschuld
Autor: Megan Abbott
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 288 Seiten
Gebundene Ausgabe: 17,99€
Ebook-Ausgabe: 8,99€
Erscheinungsdatum: Februar 2012





Die dreizehnjährigen Mädchen Lizzie und Evie sind Freundinnen seit sie denken können. Nachbarskinder, die ihre Badeanzüge und Hockeyschläger tauschen und sich einfach alles erzählen. Aber eines Tages ist Evie plötzlich verschwunden. Der einzige Anhaltspunkt: Ein verdächtiger Wagen, den Lizzie morgens durch den Ort hat fahren sehen.
Lizzie tut alles dafür, um Evie wiederzufinden. Sie läuft nachts durch die Straßen, versucht sich an Dinge zu erinnern und verbringt viel Zeit drüben bei Evies Vater, für den sie heimlich schwärmt. Aber umso länger Lizzie sucht, desto mehr glaubt sie, ihre beste Freundin nicht wirklich zu kennen. Ist sie denn wirklich entführt worden? Oder steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter? 


Ein atemberaubender, psychologischer Thriller, der die Dramatik der Pubertät so gut einfängt, wie selten ein Buch.



Das Buch begann für mich schleppend und zog sich auch eigentlich so weiter, bis ich endlich Seite 200 hinter mir gelassen habe. Zugegeben, zwischendurch habe ich einige Seiten quergelesen, weil es mich einfach nicht fesselte und ich nicht wusste, weshalb ich all das wissen muss, was auf diesen 200 Seiten stand, wo eigentlich kaum etwas passierte.
Im Nachhinein war mir dann jedoch klar, dass gewisse Dinge schon sehr wichtig waren, vor allem atmosphärisch, allerdings hatte sich die Atmosphäre ohnehin bemerkbar gemacht, selbst wenn man einiges übersprungen hat.
Die Entführung von Evie passiert auf den ersten 50 Seiten und die nächsten 150 handeln von Lizzies Suche nach Hintergründen, Details und Gott weiß was. Man liest nur etwas über die Schule, die dort kursierenden Vermutungen, über das Leben im Nachbarhaus bei Evies Vater und Schwester und ähnliches. Für mich trug das meiste davon nicht wirklich was Entscheidendes zur Geschichte bei. Der Schluss allerdings, die letzten 100 Seiten, sind enorm. Sie sind durchdringend, spannend, atemberaubend, auf eine nicht sehr positive Art. Sie reißen den Leser in gewisser Weise auseinander. Sie zerstören etwas in einem, das, was Lizzie oder Evie oder irgendjemand in diesem Buch spürt, springt auf den Leser über und man ist wie mittendrin. Eine Erfahrung, die ich sonst selten bis gar nicht in einem Buch hatte. Ich bin froh, dass ich mich dazu durchringen konnte, zumindest noch den letzten Teil des Buches ausführlich zu lesen, denn das ist wirklich etwas, das ich nicht mehr missen möchte. Es war schön und schrecklich zugleich, grausam und doch irgendwie.. Man kann es gar nicht richtig erklären. Das hier ist ein Buch, das jeder für sich selbst lesen und kennenlernen muss. Jeder muss selbst entscheiden, was er davon hält, was er daraus für sich mitnimmt. Sicher gibt es Menschen, die dieses Buch hassen, dafür andere, die es lieben. Ich bin einer derjenigen, die verstehen. Ich urteile nicht darüber, weil ich weiß, dass Menschen nicht schwarzweiß sind und nichts im Leben nur Gut oder nur Böse ist. Aus diesem Grund sage ich: Es war krass, was ich gelesen habe, erschreckend, aber irgendwo auf eine perfide Weise schön. Aber lest selbst.


Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 2,5/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 30,5/50






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