Montag, 5. September 2016

Arnes Nachlass - Siegfried Lenz

Die Geschichte eines Jungen, der dem Leben nicht standhält.

Eine berührende Geschichte über Arne, der nach dem Tod seines Vaters zu dessen Freund in die Familie kommt und dort ein neues Leben beginnt. Der Junge findet in dem ältesten Sohn Hans einen Freund, doch die jüngeren Kinder Wiebke und Lars akzeptieren ihn nicht wirklich und wollen ihn und Hans nicht dabeihaben.
Arne ist anders und manchmal etwas seltsam, aber herzensgut und zu weich im Innern, als dass er alle Dinge, die ihm widerfahren heil überstehen könnte. Er hatte Kraft und zeigte sie auch, aber für alles reichte sie nicht.
Arne ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, aber auch Hans werde ich in guter Erinnerung behalten, da er diese Geschichte erzählt hat. Emotional, aber nicht kitschig, mit schöner Sprache, schönem Gefühl und einem Gleichklang, der nicht langweilig war, sondern anziehend. Es ging im gleichen Rhythmus immer weiter vorwärts und dabei schwebte man durch den Text, aber auf einer dunklen Wolke, aus der es immer wieder zu regnen drohte.

Insgesamt also ein stimmungsvoller Text, eine schöne, anrührende Geschichte, die ich den meisten empfehlen würde, weil sie einfach sehr lesenswert ist und sicher für jeden eine Aussage bereithält.

Eben ein Buch, das vom Leben erzählt. Von Hoffnungen und Wünschen, von Träumen und Ängsten, von Verlust und Gewinn, von Freundschaften und Verrat, von Liebe und Familie.

Von Herzen von mir empfohlen!!


Persönliche Anmerkungen:

Interessanter Stil. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive von Hans, dem ältesten Sohn der Familie. Dieser spricht Hans ab und an persönlich an, erzählt aber ansonsten in der Er-Form von ihm. Zuerst war das für mich etwas irritierend, aber dann fand ich es recht angenehm und ein schöner Aspekt im Text, der auch ausdrückt, was Arne Hans bedeutet hat.

Was weniger gut für mich persönlich ist, dass das Buch keine Kapitel hat. Es fließt einfach so durch, diese 206 Seiten. Das ist beim Unterbrechen immer etwas schwierig. Es gibt keine gesetzten Pausen und somit vergesse ich häufig, was vorher war, wenn ich mitten im Absatz praktisch aufhören muss.

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