Dienstag, 13. September 2016

Ein Jahr in Paris

Dieses Buch war enttäuschend. Ich sage es gleich vorweg, denn ich möchte mich nicht lange damit aufhalten. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich habe selten etwas gelesen, was so fernab vom Schuss ist. Es soll hier um Paris gehen und ich dachte, wenn ich ein solches Buch lese, dann werde ich das kriegen, was ich will: Eine Einsicht in das Pariser Leben, in die Welt der Franzosen, die Eigenarten, das Lebensgefühl dieser Menschen und dieser großen, wunderschönen Stadt. Ich dachte, ich käme Paris durch dieses Buch noch etwas näher, würde ein wenig Insiderwissen erfahren und eben eine richtige kleine Reise damit machen und dabei auch noch etwas lernen, was nur jemand weiß, der wirklich dort lebt oder gelebt hat. 
Aber Pustekuchen. Im Grunde habe ich nur erfahren, dass Männer in Dessoushops einkaufen gehen, dass ein Boiler kaputtging und so weiter. Belanglose Dinge, die alltäglicher und langweiliger nicht sein könnten. 
Viele Seiten musste ich querlesen, weil es mir einfach irgendwann zuwider war, mit einem Buch derartig meine Zeit zu verschwenden. Viel schlauer als vorher bin ich dadurch nicht geworden, nur um ein paar Stunden ärmer. 
Es gab durchaus mal ein wenig Wissenswertes nach den einzelnen Kapiteln zu erfahren, aber das reißt jetzt weder den Inhalt, noch den Preis dieses Buches wieder raus. Im Grunde ist es nicht zu empfehlen und da gibt es sicherlich viele Werke, die besser dafür geeignet sind, einen Blick hinter die Kulissen der französischen Hauptstadt zu werfen. Hier wirft man leider nur einen Blick in den Alltag einer Dame, die auch hätte überall anders auf der Welt leben können, da ihre Erzählungen im Grunde selten was mit Frankreich zu tun hatten. Schade.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass das Buch auch ziemlich mit Klischees um sich schmeißt. Manche mögen ja stimmen, andere hingegen nicht. 
Beispielsweise sagt die Autorin, dass französische Frauen sich lieber eine Blasenentzündung holen, als geeignetes Schuhwerk zu tragen. 
Ich persönlich habe aber auch bereits gelesen, dass französische Frauen prinzipiell keine hohen Absätze tragen (gerade die Pariserinnen), da es für sie ein Unding ist, darin zu stolpern oder in Pflastersteinen hängen zu bleiben oder Ähnliches. 
Das waren dann Momente, wo ich mir dachte: Da kann man wohl nur seine eigenen Erfahrungen machen und ich persönlich stehe da eher auf der Seite der zweiten Aussage, denn die meisten französischen Frauen haben wirklich sehr viel Stil und Chic, aber das eben ohne meterhohe Absätze. Die wissen, was wahre Klasse bedeutet. Nicht alle, ich kenne auch andere Französinnen, aber die meisten, die ich sah oder kennenlernte, waren stilvoll, schlicht und elegant.

Da dieses Buch mich leider nicht überzeugt hat, kann ich es auch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen, aber werft gerne unbefangen einen Blick in die Leseprobe. Der Schreibstil beginnt leicht und lustig, was mir zu Anfang auch noch sehr gefallen hat, aber sobald die Dame in Kapitel 3, glaube ich, eine Wohnung hatte, wurde es leider stinklangweilig und gar nicht mehr so französisch.

Daher keine Empfehlung von mir.



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