Samstag, 31. Dezember 2016

Die Sanfte - Fjodor Dostojewski

Dieses kleine Werk erzählt von einem Witwer, der auf die Leiche seiner in den Selbstmord gestürzten Frau herabblickt und das Leben mit ihr Revue passieren lässt.
Er erzählt und erzählt und fühlt und fühlt und wir erfahren sehr schnell, dass er Opfer und Täter zugleich ist, wie es auch bereits auf dem Klappentext steht.
Wie man vielleicht weiß, schrieb Dostojewski in der Realismus Epoche und auch dies ist daher eine Geschichte aus dem Realismus. Eine Schilderung realer Ereignisse in Form von 'poetischer' Prosa. Also, prosaisch erzählte Realität.
Die Gedanken, die dieser Mensch, den wir hier in der Geschichte verfolgen hat, zeugt von dieser Epoche, denn wen könnte so ein Schicksal nicht ereilen? Allerdings ist in der heutigen Zeit nicht unbedingt mehr denkbar, wie Eheleute auf diese Weise zusammenleben konnten.
Diese Eheleute hier schweigen sich jahrelang an, sind einander daher fremd und nah zugleich. Er versucht Herr über sie zu werden, sie im Stillen zu unterdrücken, um ihr und sich selbst etwas zu beweisen. Was die Folgen seiner Handlungen sind, lesen wir hier in diesem Buch.
Wieso er so gehandelt hat ebenfalls. Deswegen überlasse ich den Rest euch.
Lest es. Es ist ergreifend. Die Gedanken eines Mannes, der den Selbstmord seiner Frau erst begreifen und seine eigenen Gefühle dazu erst einmal ordnen muss, hat Dostojewski unglaublich gut geschildert und umgesetzt.

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