Montag, 5. Dezember 2016

Jemand wird dafür bezahlen müssen - Benjamin Percy

Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. 


Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind.



Der Titel dieses Buches hat mich dazu veranlasst, es unbedingt lesen zu wollen. So ein Titel schlägt total ein und es wird direkt die Neugier des Lesers geweckt. Man erwartet emotionale, traurige, brutale und lebensnahe Geschichten, die einen bewegen, einen erschrecken und einem die Welt so grausam aufzeigen, wie sie nun mal ist.
Gewalt ist in diesen Geschichten hier, die in Oregon spielen, auf jeden Fall vorhanden, egal ob direkt oder eher subtil, unterschwellig gehalten.
Was mich an diesem Buch eher abgeschreckt hat, war letztendlich die Jagdthematik. Tiere töten, weil man Lust drauf oder Spaß daran hat, ist etwas, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann und wofür ich auch keinerlei Verständnis aufbringen möchte. Leider war dies jedoch auch eine sehr große Thematik des Buches, vor allem, da eben alle Protagonisten dieser Kurzgeschichtensammlung klassische amerikanische Landbewohner waren.
Der Schreibstil jedoch war wirklich klasse, sehr bildhaft, sehr direkt und man spürte wirklich an jeder Stelle das Talent des Autors.
Empfehlenswert ist das Buch daher auf jeden Fall, doch vielleicht eher etwas für Menschen, die Tiere nicht ganz so auf den hohen Thron heben, wie ich es tue. (:

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