Sonntag, 3. September 2017

Töte mich - Amélie Nothomb

Ein wundervolles Buch! Eine Geschichte, die mit witzigen und geistreichen, cleveren Dialogen punktet, mit einer simplen aber doch spannenden Handlung, mit verschiedenen Charakteren und einer grandiosen Psychologie im Hintergrund. Klasse. Wunderbar. Hat mir so gut gefallen! Für mich das erste Buch der Autorin und ganz mit Sicherheit nicht das Letzte. Da fängt wohl eine kleine Liebe an... Ich fand es unglaublich toll, wie die Autorin mit wenigen Worten eine Kulisse erschafft, eine Atmosphäre, ein Gefühl für den Charakter, den wir hier begleiten und wie gut sie seine Gedankengänge beschreibt. Für mich ein sehr besonderes Buch, welches ich nur empfehlen kann. Dazu kurzweilig, witzig und spannend - eine sehr schöne Mischung. Ein bisschen makaber sogar, was ich sehr mag. Tolle Lektüre, für die ich nur zwei Tage gebraucht habe. Sie ist ja auch nicht sehr lang, dafür aber wirklich gut.

Freitag, 1. September 2017

Ich bin böse - Ali Land

Ein richtig grandioser Thriller, der einen mitreißt, die Spannung von Anfang bis Ende hält, Einblicke in eine derbe Psyche gibt und mit Handlung überrascht.
Die Charaktere in diesem Buch sind wirklich toll. Vielseitig und authentisch. Ein Thriller, der ohne große Cliffhanger auskommt, weil die Handlung an sich schon so spannend ist, dass man sich voll davon eingenommen fühlt.
Ich habe das Buch gerne gelesen, ja fast genossen, wenn das nicht so seltsam klingen würde, bei so einer Thematik. Aber es war so. Ein Genuss. Ein richtig guter Psychothriller, der sein Versprechen absolut hält. Ich liebe Bücher, die die menschliche Psyche beleuchten und aufzeigen, was aus Menschen wird, die Schreckliches erlebt haben. Eine absolute Empfehlung von mir.

Mittwoch, 30. August 2017

Der Club - Takis Würger

Der Roman kam mir zu Anfang leider spannender vor als mittendrin und mich hat die Tante Alex und das, was sie verbirgt, mehr interessiert, als der eigentliche Fall im Pitt Club, wegen dem Hans Stichler an die Universität kommt.
Ich fand, dass Würger durchaus Talent zur Charaktererschaffung hat, was man gerade bei Alex gemerkt hat und auch der ein oder anderen Person in dem Buch, aus deren Perspektive wir hier lesen dürfen. Insgesamt fand ich jede Perspektive für sich interessant, die eine mehr, die andere weniger. Man spürte die Unterschiede der Menschen, aber gleichzeitig hatte jede Sicht und somit jedes Kapitel eine leicht bedrückte sowie seltsame Stimmung. Irgendwie war man immer etwas fad und immer etwas auf der Hut. Es war eine mir nicht bekannte Atmosphäre, die dieses Buch für mich ausstrahlte, aber genau das kann man positiv anmerken, da das Buch zumindest eine Atmosphäre vermitteln konnte und somit eine Dichte hatte. Wenn man die Thematik des Buches mag (Kriminalfälle, Boxen, etc.), dann wird man mit diesem Buch Eins werden können, praktisch zerfließen. Dies konnte ich nicht zur Gänze, aber ich hatte eine leise Ahnung davon verspürt und das war sehr spannend.
Letztendlich fand ich mich mit der Thematik nicht ganz zurecht und auch mit den Charakteren konnte ich in den meisten Fällen nicht sonderlich sympathisieren, aber es war ein gutes Buch, das man durchaus lesen kann, wenn einem der Sinn danach steht. Ich bin aber der Überzeugung, dass da noch Luft nach oben besteht. Bin gespannt, was Würger noch so auf den Markt bringen wird.

Dienstag, 29. August 2017

Babydoll - Hollie Overton

Ein sehr guter Roman mit Thrillerelementen, der auf eine angenehme Weise turbulent ist, sehr spannend und sehr intensiv in manchen Momenten. Man fiebert mit, man fühlt mit, man ist total in der Geschichte gefangen und die Charaktere halten einen einfach immer bei der Stange. Diese sind sehr unterschiedlich, interessant und vielseitig gestaltet und beleuchtet. Sehr schöne Arbeit der Autorin. Auch der Schreibstil ist sehr gut, schön zu lesen, spannend.
Die Ausgangslage des Romans ist auch äußerst spannend und bietet viel Konfliktpotenzial, welches auch genutzt wurde. Auf eine gute Art. Im Grunde genommen bin ich sehr begeistert von dem Buch und kann nicht mehr dazu sagen, als dass man es lesen sollte, wenn man sich auch nur annähernd für das Genre oder die Gegebenheiten der Handlung interessiert. Es ist klasse.

Weißer Oleander - Janet Fitch

Die Verfilmung zu diesem Buch begleitet mich seit dem ich elf Jahre alt bin (bin nun 26) und ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Die Geschichte war mir vor dem Lesen dieses Buches also bekannt, allerdings wusste ich auch, dass es im Buch noch ganz viel mehr zu erfahren gibt, da der Film natürlich nicht alle Szenen beinhalten konnte.
Was ich an diesem Buch ganz besonders finde, ist die Beziehung zwischen Astrid und Mutter Ingrid, während diese im Gefängnis wegen Mordes an ihrem Liebhaber einsitzt. Astrid geht durch einige Pflegefamilien und erlebt in jeder so einiges, was sie prägt. Interessant ist, wie sehr Astrid auf ihre Mutter fixiert war und es auch mit der Zeit immer noch ist, trotz der Trennung. Spannend zu lesen, wie sie dazu kommt, ihre eigenen Gedanken zu denken und die ihrer Mutter in Frage zu stellen. Wie sie Stück für Stück zu einem Individuum wird, bemerkt, dass sie eigentlich eines ist.
Die Charaktere sind das Meisterstück dieses Buches und überstrahlen die tolle Handlung um Längen. Für mich ist dieses Buch perfekt. Es ist gekonnt poetisch an einigen Stellen, detailreich geschrieben, aber nie zu genau oder zu ausschweifend, charakteristisch eine absolute Glanzleistung und einfach mitunter das beste Buch, welches ich je gelesen habe. Wenn man mal etwas literarisch Hochwertiges lesen möchte, das einen berührt, schockiert, mitreißt, von der eigenen Realität entfernt und gleichzeitig auch unterhält, der sollte zu diesem Buch greifen, weil es unfassbar genial ist. Ein Geniestreich.

Freitag, 25. August 2017

Was andere Menschen Liebe nennen - David Levithan

Dieses Buch war für mich okay, aber leider nicht mehr als das. Der Schreibstil war ganz schön und gerade zu Anfang war für mich auch die Handlung noch sehr interessant. Ich muss aber leider sagen, dass ich trotz der relativ gut ausgearbeiteten Charaktere, nichts mit der Handlung anfangen konnte. Es ging in eine Richtung, die meiner Meinung nach nicht zum Cover passt. Ich hätte mir hiervon etwas völlig anderes versprochen. Vielleicht beeinflusst dies meine Meinung. Leider war der Handlungsverlauf für mich zunehmend langweiliger geworden. Obwohl so einiges passierte, konnte mich das Ganze einfach nicht packen. War wohl nicht mein Buch. Dennoch würde ich grundsätzlich nicht davon abraten. Man sollte sich aber eben auf eine Jagd nach der Auflösung eines Fluches gefasst machen und nicht auf eine Geschichte, die dem Titel entspricht oder Ähnliches.

Donnerstag, 24. August 2017

Fight Club - Chuck Palahniuk

Ich kannte den Film nicht, als ich nun dieses Buch las und trotzdem war mir die Thematik des Buches bekannt. Man hat in der Vergangenheit unglaublich viel dazu gehört und somit war es für mich nichts Neues und es gab nicht viel, was mich in diesem Buch überraschen konnte.
Dennoch war es an sich ganz spannend. Was mir gefallen hat, war der Schreibstil. Was mir genau daran aber auch nicht gefallen hat, war, dass Palahniuk immer wieder Sätze wiederholt. Er sagt ständig Dinge zweimal und zwar im selben Wortlaut, direkt hintereinander. Mir ist durchaus bewusst, dass dies vielleicht eine gewisse Nachdrücklichkeit haben sollte oder irgendeinen anderen vom Autor gewünschten Effekt, aber für mich hatte dieses Stilmittel nur einen einzigen: Es war nervig.
Ansonsten kann ich aber nichts Negatives zu diesem Buch anmerken. Es war ganz interessant, ganz gut geschrieben, ziemlich spannend, aber für mich leider nicht herausragend vom Unterhaltungswert her. Das Setting und die Menschen in der Story waren spannend und gerade der Einstieg in die Geschichte machte mich wirklich sehr neugierig. Es ist ein eigensinniges Buch und unterscheidet sich tatsächlich von einigen anderen, was ich hoch anrechnen kann. Palahniuk scheint auch an sich ein guter Schriftsteller zu sein. Ich bin nicht abgeneigt, weitere Werke von ihm zu lesen. Da ich hier leider nur volle Sterne ankreuzen kann, gebe ich dem ganzen 3, auch wenn es für mich definitiv 3,5 sind. Da es mich aber nun vom Persönlichen her nicht vom Hocker reißen konnte, kann ich auch keine 4 geben. Dennoch ein gutes Werk, dass man mal lesen sollte, wenn man sich für gewissen Aspekte der Psychologie oder auch der Spannungsliteratur in höherer literarischer Form interessiert.

Mittwoch, 23. August 2017

In ewiger Schuld - Harlan Coben

Ich fand die Thematik des Buches sehr ansprechend, als ich las, dass es um einen toten Mann ging, der scheinbar plötzlich wieder im Haus seiner Frau auftaucht. Was hat es damit auf sich? Zusätzlich geht es in dem Buch viel ums Militär und den Job der Soldaten, was mich auch immer sehr interessiert. Allgemein fand ich den Schreibstil ganz nett, die Charaktere blieben für mich allerdings irgendwie schwammig und teilweise etwas unsympathisch.
Der Schreibstil war gut zu lesen und es gab so einige Dialoge. Leider fand ich das Buch allgemein nicht ganz so spannend wie erwartet und es raubte mir nicht den Atem. Aber es war für zwischendurch ein ganz netter Roman, den ich nicht unbedingt als Thriller betiteln würde. Da verstehe ich schon etwas anderes darunter, muss ich sagen.

Montag, 21. August 2017

The Hate U Give - Angie Thomas

Dieses Jugendbuch hat mich wirklich positiv überrascht. Ich hatte tatsächlich ein wenig Bedenken, ob es mir gefallen würde, aber diese Bedenken haben sich doch relativ schnell aufgelöst, als ich dann damit begonnen habe.
In diesem Werk geht es schlichtweg um zwei große Themen. Zum einen der Rassismus, welcher sich hier nicht nur zwischen Schwarzen und Weißen zeigt, sondern auch unter den Schwarzen selbst, da diese sich gegenseitig bekämpfen und auf dem Kieker haben. Ob das nun unbedingt Rassismus ist oder einfach nur ghettomäßiges Machtgehabe, sei mal dahingestellt.
Interessant und unglaublich spannend und tief waren die Einblicke in dieses Leben, diese Gesellschaft und die Örtlichkeiten. Ein Leben, das die meisten Weißen sich kaum vorstellen können. Ich glaube, wirklich begreifen können wir das nie, eher nur erahnen, wie schwierig das Leben in der Bronx ist, wie man so schön sagt. Im Ghetto. In einem dieser Viertel, in denen man nachts nicht alleine rausgehen sollte, in dem jeder Waffen hat, Drogen verkauft, in dem geschossen wird, in dem interne kleine Kriege stattfinden und Dinge passieren, die hier in Deutschland wohl nie an der Tagesordnung stehen würden. Zumindest hoffen wir das.
Mir hat das alles wahnsinnig gut gefallen und auch der Aufbau der Charaktere, die Handlung, das Setting, die Zwischenmenschlichkeiten waren toll aufgebaut, mit viel Sinn und Verstand und vor allem mit ganz viel Herzblut. Man merkt, dass da jemand am Werk war, der die Dinge kennt und der gewisse Dinge weiß. Das Buch war rund, stimmig, spannend und hatte fast alles, für ein perfektes Buch. Das einzige, was mir persönlich gefehlt hat, war die emotionale Schiene. Wobei ich sagen muss, dass gefehlt vielleicht auch etwas übertrieben ist. Die Tränendrüse hätte zu diesem Buch nicht gepasst. Ich kam mir vor wie in einem Action Film, wie in einem Familiendrama, das aber Stärke beweist, Courage und Mut. Eigentlich wirklich wundervoll. Ein starkes Buch für starke Menschen und für die, die lernen wollen, für sich und andere einzustehen, nicht zu schweigen, auf seinem Recht zu beharren, sich durchzusetzen und Partei zu ergreifen, wenn es sein muss.
Meiner Meinung nach ein wichtiges Buch und eines, das sich endlich mal von den tausend anderen Büchern auf dem Jugendbuchtisch grandios abhebt. Bitte lesen.

Montag, 14. August 2017

Battle Royale - Koushun Takami

Die Battle Royale Filme (und natürlich gerade den ersten Teil) habe ich bereits vor einigen Jahren gesehen. Meine Erinnerungen daran waren absolut verblasst, ich wusste nur noch, dass ich sie mochte. Die Frage war: Was würde ich von dem Buch halten, das die Grundlage dieses guten Films ist?

Ich kann die Frage sofort beantworten: Ich fand es gut. Gut, nicht herausragend, aber durchaus lesenswert. Meines Erachtens ist es vor allem die Idee, die damals Anklang fand. Es war zwar nicht ganz neu und durch 'Herr der Fliegen' beispielsweise nicht allein auf der Welt mit einer solch krassen Thematik, aber neu und wild genug, damit man Aufschreie hören konnte. Natürlich wollte das jeder lesen. Und selbst die, die es nicht wollten, kamen irgendwie nicht ganz daran vorbei.
Der Schreibstil des Autors ist ziemlich einfach, es gibt keine Schnörkeleien, alles wird direkt auf den Punkt gebracht. Der Autor scheint sich beim Schreiben wirklich aufs Geschehen konzentriert zu haben und eben nicht auf eine schöne Sprache, die von eventuellen Längen ablenkt, die es aber hier glücklicherweise sowieso nicht gab.
Das Buch war angenehm und schnell zu lesen (und auch zu hören, dank einem wunderbaren freiwilligen Sprecher auf Youtube). Der einfache Stil hat natürlich dabei geholfen, mich als Leser in die Geschichte zu ziehen, ohne große Umschweife.
Leider war es so, dass ich mit den vielen Namen meine Probleme hatte und somit keine große emotionale Verbindung zu den meisten Charakteren aufbauen konnte. Zu den wichtigsten bestimmt, aber ich muss sagen, dass es mich im Nachhinein durchaus stört, mit den meisten Toden nicht mitgelitten zu haben. Wenn mich ein schrecklicher oder auch ein sinnloser Tod nicht berührt, vor allem, wenn es noch beinahe Kinder sind, dann ist das nicht in meinem Interesse.
Vielleicht war ich durch den Film auch etwas abgestumpft, gerade zu Anfang. Diese Szenen, die bereits sehr tief gehen, kannte ich und konnte mich daran erinnern. Es konnte mich nicht mehr mit offenem Mund dasitzen lassen, was da gerade Fatales abging.
Dennoch, ich glaube, dass Battle Royale sicherlich eines der besten Bücher der Spannungsliteratur ist und gerade deswegen, weil es viel mehr beinhaltet als nur das.
Diese ganze Gesellschaftskritik, die da drinsteckt und die man Stück für Stück mitbekommt, ist wirklich wichtig. Und oftmals helfen überspitzt dargestellte Szenarien dabei, über gewisse Dinge nachzudenken. Ich habe keine Ahnung davon, wie die Menschen in Japan lebten, als das Buch geschrieben wurde und wie sie es heute tun, aber ich bin durchaus der Meinung, dass der Leser eines jeden Landes, sich hier irgendetwas rausziehen kann - und sei es nur zum Thema Freundschaft und Verrat. Beim Lesen dieser Lektüre werden grundlegende Fragen in uns wach: Wie viel sind wir bereit für das Leben eines Freundes zu geben und wie viel für unser eigenes?
Ein sehr gutes Buch, das wirklich ein paar schreckliche Szenen beinhaltet, die plastisch und direkt beschrieben werden. Aber genauso ist das Leben auch. Hart und grausam. Aber in all der Grausamkeit auch immer noch schön. Wenn auch nur für einen Augenblick. Auch dies zeigt diese Geschichte. Für diese kleinen Momente müssen wir leben und kämpfen.
Lest dieses Buch. Es wird euch sicher bereichern.

Freitag, 4. August 2017

Summertime - Die Farbe des Sturms - Vanessa Lafaye

Dieses wunderschöne Buch hat mir ein paar verträumte Stunden gegeben, wofür ich unglaublich dankbar bin. Normalerweise bin ich nicht so der große Fan von Familiengeschichten oder Geschichten, die vor meiner eigenen Zeit gespielt haben. Aber dieses Buch hier hat mir so viel Spannung verliehen und hat mit einem tollen Schreibstil geglänzt, dass es wirklich ein Genuss war. Da hat das schön gestaltete Cover nicht zu viel versprochen.
Die Handlung war gut aufgebaut, die Charaktere waren sympathisch, authentisch und interessant gestaltet, man merkte, dass sich darüber Gedanken gemacht wurde und dass die Autorin auch mit Herz dabei war. Während des Lesens bin ich immer tief versunken und kann das Ganze nur an all die Menschen weiterempfehlen, die wirklich etwas lesen wollen, was sie verzaubern und vom Alltag ablenken kann, trotzdem spannend, berührend und ergreifend ist und einfach alle Sinne anspricht. Super!

Smoke - Dan Vyleta

Nachdem das Cover und der Klappentext so eindrucksvoll waren, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Diese ganze Thematik war unfassbar interessant und man konnte vor dem Lesen viel hineininterpretieren und sich schon Gedanken machen, was besonders war.
Als ich das Buch dann zu lesen begann, war ich noch Feuer und Flamme. Doch immer mehr wurde klar, dass das Ganze nicht so speziell war, wie es zu Anfang schien. Leider. Dennoch bleibe ich bei der Meinung, dass die Idee an sich absolut klasse war. Die Umsetzung hätte etwas anders erfolgen können. Es hätten viele Seiten weggestrichen werden oder gekürzt werden können und dafür etwas mehr Spannung dazu und mehr Mysteriöses. Denn diese Stimmung ging im Laufe des Buches irgendwie verloren. Der Schreibstil an sich war nicht schlecht, gut zu lesen und so weiter, aber die Atmosphäre hat irgendwie gelitten und auch mit den Charakteren wurde ich nicht so sehr warm. Aber insgesamt ist es kein schlechtes Werk, nur wahrscheinlich etwas, das nicht die breite Masse anspricht. Es gibt sicher Anhänger dieses Buches, die davon nur schwärmen können. Eingeschränkt ist dieses Buch auf alle Fälle weiterzuempfehlen, gerade wegen der Idee dahinter.

Mittwoch, 2. August 2017

Bevor ich verzeihe - Sophie Littlefield

Die Thematik des Buches ist unfassbar spannend und gerade psychologisch sehr interessant und in dem Buch auch sehr gut umgesetzt. Ich hatte tausend Fragen im Kopf, als ich dieses Buch begann und muss wirklich sagen, dass es großen Spaß gemacht hat, es zu lesen. Die Thematik unterscheidet sich einfach so sehr von anderen Themen und bietet unglaublich viel Spielraum, viele Emotionen und viele Konflikte, vor allem auch mit sich selbst! Super. Kann ich jedem empfehlen, der gerne etwas liest, das Spannung aber auch Emotion bietet und der sich auf etwas einlassen kann, was moralische Grenzen eventuell mal überschreiten könnte. Zumindest gedanklich. Ich mag Bücher, die an solchen Grenzen kratzen und aufzeigen, dass eben nichts auf dieser Welt nur schwarz oder weiß ist!

Wege, die das Leben geht - Audur Jónsdóttir

Dieses Buch hat mich sehr angesprochen, von den ersten paar Seiten und auch vom Klappentext. Doch ich muss sagen, dass es leider nicht so begeisternd und überzeugend war, wie erwartet. Dennoch war es nicht direkt schlecht. Das Buch hat einfach diesen skandinavischen Touch, von dem ich mir nicht sicher war, ob er mir gefallen würde. Das tat er weniger. Allerdings heißt das nichts, denn andere Bücher von Autoren dieser Lande können trotzdem klasse sein. 
Mir hat hier der Schreibstil zum Ersten einfach nicht so zugesagt, zum Zweiten die Charakter. Irgendwie fand ich sie unsympathisch und manchmal ziemlich nervig in gewissen Charakterzügen und Augenblicken. Andererseits ist diese Geschichte ziemlich tiefgründig, weswegen sie sich dann doch ihre guten drei Sterne erarbeitet hat. Mir hat sie also mittelmäßig gut gefallen und ich kann sie auch alle Fälle den Menschen empfehlen, die so etwas allgemein gern lesen.

Freud ist an allem Schuld - Paolo Genovese

Der Klappentext dieses Buches hat mich sehr angesprochen, woraufhin ich mir dieses Buch habe zuschicken lassen. Die Thematik scheint unglaublich amüsant und gleichzeitig doch auch ernst, zumindest so ernst, als dass man etwas daraus lernen könnte.
Ich mag Bücher, in denen auch heikle Themen angesprochen und behandelt werden, denn diese kommen im Leben unter Menschen eben einfach tagtäglich vor.
Dahingehend fand ich das Buch auch wirklich gut. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es in eine etwas andere Richtung gehen würde. Mir war es letztendlich doch zu einseitig, etwas fad und leider hat mir der Humor nicht wirklich gefallen.
Dennoch finde ich, dass es für Menschen, die allgemein gerne in einem solchen Genre lesen, etwas sein könnte und auch etwas Unterhaltsames. An sich finde ich, ist es literarisch hochwertig und trotzdem leicht genug, um es in der Freizeit wunderbar wegzulesen.

Taxi Curacao - Stefan Brijs

Dieses Buch ist toll. Es war für mich ein Experiment, da ich in diesem Genre nicht so oft lese und auch mit männlichen Hauptcharakteren relativ selten konfrontiert werde. Dennoch muss ich sagen, das gerade das wirklich schön war. Mal etwas aus der anderen Sicht zu sehen, Gedankengänge kennenzulernen, war wirklich gut. Gerade auch die Gedankengänge in diesem Buch haben mir gut gefallen und das Buch vermittelt eine dichte Stimmung und Atmosphäre. Ein Werk, das man auf jeden Fall weiterempfehlen kann, gerade an die Menschen, die gerne etwas über Familienbande lesen, aber auch über die Suche nach sich selbst und der eigenen Bestimmung.

Dienstag, 1. August 2017

Die Frauen von Salem - Brunonia Barry

Dieses Buch handelt von Hexen. Ich selbst mag Hexen nicht ganz so gern, aber dieses hier hat mich doch sehr gereizt, da es eben historischer Natur ist und nichts mit diesen neumodernen Hexen gemeinsam haben sollte.
Ich fand die Geschichte allerdings ziemlich langatmig. Das einzige, was gut durch kam, war das Mysteriöse. Das fand ich gut gelungen, aber das allein konnte halt eben die Spannung nicht halten. Oft war ich beim Lesen abgeschweift und musste die Sätze noch einmal lesen.
Ich fand die Handlung an sich aber dennoch recht spannend und unterhaltsam, doch hätte man das Buch vielleicht an manchen Stellen ein klein wenig kürzen können.
Grundsätzlich kann ich das Werk aber an all diejenigen weiterempfehlen, die sich gerne Kriminalfällen widmen, die gerne miträtseln, sich von mysteriösen Dingen mitziehen lassen wollen und die Hexen mögen, gerade die Geschichte der Hexenverbrennung. Das ganze Setting war toll und allgemein ist das Buch empfehlenswert. Wenn man mit dieser Thematik etwas anfangen kann.

Rosalie und der Duft der Provence -Julie Lescault

Dieses Buch war ganz nett. Leider konnte es mich aber nicht begeistern. Die Charaktere unterschieden sich zwar von anderen und auch von anderen in vielen anderen Büchern, aber manchmal hat sie das gerade etwas nervig gemacht. Es war mir zu gewollt amüsant, es wirkte einfach nicht natürlich in manchen Momenten und auch der Kriminalfall an sich war für mich eher langweiliger Natur. Mag aber auch am Genre liegen, vielleicht ist das einfach nichts für mich. Dennoch kann ich es an die Menschen weiterempfehlen, die einfach gerne eine lockerleichte Lektüre lesen, die ein wenig Humor und ein wenig Spannung zu bieten hat und das in netter Atmosphäre.

Herz aus Nacht und Scherben - Gesa Schwartz

Dieses Buch war teilweise langatmiger, als ich es von der Autorin erwartet hätte, aber hatte dennoch einen gewissen Zauber, was natürlich auch an der Stadt lag, in der die Geschichte spielte. Gesa Schwartz ist für mich eine große Künstlerin, die wirklich gut schreiben kann und die vor allen Dingen schöne Charaktere formt, die sich von anderen unterscheiden und die wirklich vielseitig sind.
Das war auch hier wieder gegeben. Wer also gerne in diesem Genre liest, es fantastisch, etwas poetisch und spannend mag, der ist bei diesem Buch sicher gut bedient.

Die Nachtigall - Kristin Hannah

Diese Geschichte konnte mich leider nicht vollends überzeugen, aber dennoch war sie nicht schlecht. Gerne möchte ich kurz auf ein paar gute Punkte eingehen. Ich fand, dass die Story an sich recht berührend war und den Ablauf der Geschichte an sich.
Somit kämen wir aber schon zu den Kritikpunkten meinerseits. Es konnte mich leider nicht wirklich tief berühren. Es gab eine Zweierkonstellation in diesem Buch, eine Liebesgeschichte, die fand ich wundervoll und sehr spannend. Alles andere (außer eine Vater-Tochter-Beziehung) war irgendwie etwas lasch. Aber durchaus nur vom Erzählstil her. Der Stil konnte sich für mich nicht als emotional oder mitreißend gestalten. Für mich wirkte er eher leer. Von der Stimmung her war er ziemlich freudlos, was sehr gut zum Thema gepasst hat, aber die Worte erfüllten nicht den Raum, nicht meinen Kopf, nicht mein Herz. Sie blieben leer und blass, was sehr schade war. So konnte die Geschichte für mich nicht wirken und auch keinen großen Sog erschaffen. Dennoch mochte ich, wie gesagt, die Handlung recht gerne und konnte dann doch die ein oder andere Kleinigkeit für mich rausziehen. Somit bekommt das Buch von mir gut gemeinte drei Sterne, die wegen der Handlung und der Thematik nach oben tendieren.

Freitag, 28. Juli 2017

Das Bild - Stephen King (Rose Madder)

Ich habe es als Hörbuch gehört und muss sagen, dass die Stimme der Dame das Hörbuch sehr ansprechend gemacht hat. Wenn ich mich nicht arg täusche, war es die Synchronstimme unserer Anny Wilkes aus dem Roman 'Sie' oder auch 'Berta' aus der Serie 'Two and a half men'.
Die Geschichte begann sofort spannend und auch, wenn es nach meinem Empfinden wieder sehr viele Längen gab, hat mir das Buch doch im Allgemeinen recht gut gefallen. Da das ganze Geschehen etwas ins Surreale rutscht, fand ich es umso spannender zu sehen, was Stephen King daraus gemacht hat. Und natürlich gefällt dem Leser das, was da passiert, denn die meisten von uns werden auf Rose' Seite stehen. Das Bild, welches hier eine große Rolle spielt, ist eine interessante Sache und hebt die Geschichte wirklich von anderen ab. Lesenswert ist es allemal und spannend. Ein Tipp von mir. (:

Freitag, 21. Juli 2017

Spinner - Benedict Wells

Zu Anfang hatte ich wirklich das Gefühl, dass dieses Buch ein Reinfall wird. Ich bin nach 'Vom Ende der Einsamkeit' ein großer Fan von Wells geworden, allerdings war es das einzige Buch, das ich da von ihm kannte. Er hat ewig daran geschrieben und es scheint sein wichtigstes Werk zu sein. 
Das hier war gänzlich anders. Im Humor erkannte man ihn teilweise wieder und auch mochte ich gerade den im Buch sehr gerne. Das änderte wenig daran, dass ich die Hauptperson Jesper nicht so ganz leiden mochte. Er ist auch wirklich nicht der einfachste Mensch. Das liegt natürlich einigen Erlebnissen zugrunde, was auch durchaus nachvollziehbar ist, aber die Sympathie stellte sich dennoch erst am Ende etwas ein. 
Letztendlich war es ein nettes Buch für zwischendurch, das durchaus gute Ansätze bietet, aber nicht wirklich vom ganzen Talent zeugt, welches der Autor tatsächlich besitzt. Soweit ich informiert bin, ist dies sein erstes Werk. Wenn ja, dann merkt man es, aber es macht es nicht völlig mies. Wie gesagt, ich musste mal schmunzeln, fieberte mal mit, aber alles in allem war es mittelmäßig verfasst. Was alles andere als mittelmäßig war, sondern geradezu grandios, war die Idee an sich. Ich fand den Handlungsverlauf in Ordnung, manche Teile davon richtig toll und tiefgründig und gerade die letzten 50 Seiten machten nochmal einiges wett. Den letzten Teil fand ich echt super. 
Daher auch immer noch gute drei Sterne.

Dienstag, 18. Juli 2017

Der Mann schläft - Sibylle Berg

Dieses Buch hat mich unglaublich zwiespältig zurückgelassen. Einerseits ist Sibylle Berg unglaublich talentiert, ihre Sprache ist toll, sie hat die Macht eine unglaublich dichte und einnehmende Atmosphäre zu schaffen und dem Leser eine Stimmung aufzudrücken. Und gleichzeitig ist es in diesem Roman so, dass mir genau diese Stimmung leider nicht gefallen hat. Die Protagonistin hat weder ein gutes Haar am Leben, an der Menschheit noch an sich selbst gelassen und war zynisch, schwarzmalerisch, negativ und einfach verbittert. Sie war in einer endlosen Traurigkeit gefangen, einem Gefühl, das hinter der Verzweiflung kommt, diese blinde Resignation, wenn du jeden Glauben an irgendetwas längst hinter dir gelassen hast und du einfach nur noch atmest, aufstehst, isst, schläfst, ohne einen noch so kleinen Sinn darin zu sehen.
Das war ungeheuer anstrengend, selbst wenn Sibylle Berg damit eine Art Kunst geschaffen hat. Für mich war's zu viel. Es hat mich erdrückt, auf jeder einzelnen Seite. Und somit habe ich auch mit jeder Seite gekämpft. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass die Autorin ein großes Talent hat und dass sicher eines ihrer anderen Werke, mir mehr zusagen könnte. Daher werde ich ihr in Zukunft auf alle Fälle noch mal eine Chance geben, auch wenn ich weiß, dass Sibylle Berg wohl in jedem Buch so ihre negativen Ansichten einfließen lässt. Mit vielen Gedankensträngen traf meine Meinung aber auch überein und das war ganz nett. Doch letztlich war's eben immer zu viel Schwärze, zu viel Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Dennoch literarisch ein sehr hochwertiges Werk.

Sonntag, 16. Juli 2017

Paris ist immer eine gute Idee - Nicolas Barreau

Am Anfang hielt ich das Buch für ziemlich talentfrei. Die Sprache war zwar nicht schlecht, aber irgendwie konnte mich kein einziger Satz des ersten Kapitels auch nur ansatzweise packen. Doch ich gab dem Buch noch zwei-, dreimal eine Chance, weil ich es von meiner Mutter geschenkt bekommen hatte und ich es definitiv lesen wollte. Irgendwann. Jetzt, nach ein paar Jahren womöglich schon, war es soweit.
Es war auch dieses Mal am Anfang sehr zäh und nicht gerade interessant, aber mit der Zeit nahm das Buch mich dann doch mit. In der Hälfte wurde es allerdings erst wirklich interessant, was bei einer relativ niedrigen Seitenzahl eigentlich zu spät ist, aber es sei dem Autoren verziehen, da er mich am Ende doch mit der Geschichte noch überzeugen konnte. Wenn auch nicht vollends.
Als dann mal das eintrat, was der Klappentext bereits andeutet, begann das Buch mir zu gefallen. Es gab tolle Charaktere, die sehr vielseitig waren und sehr unterschiedlich. Ein paar nette und amüsante und auch spannende Situationen folgten und am Ende fügte sich jedes Detail zu einer tollen und berührenden Geschichte, die einen doch sehr berührt. Wundervoll. Somit hatte sich der zähe erste Teil doch noch gelohnt. (:

Freitag, 14. Juli 2017

Meditation - Freundschaft schließen mit sich selbst - Pema Chödrön

Ein schönes und lehrreiches Buch, gerade für Anfänger natürlich sehr geeignet. Es gab schöne Aspekte, worüber man nachdenken kann und es gibt ein paar Übungen zum Ausführen, die man sich für die Zukunft merken sollte, da sie wirklich für den ein oder anderen sehr effektiv sein können.
Ich hatte eine nette Zeit mit dem Buch, muss aber sagen, dass es mich mit der Zeit nicht mehr so packen konnte. Am Anfang fand ich es noch interessanter, obwohl gerade da eigentlich das erzählt wurde, was ich ohnehin schon alles wusste. Sehr seltsam. Am Schreibstil lag es nicht, es war schön geschrieben, auch wenn ich das Gefühl hatte, das viele Sätze mehrfach wiederholt wurden. Damit blieb die Aussage immer die gleiche und ich dachte mir so: Ja, ich hatte es schon im ersten Satz verstanden. Sie drehte irgendwie die Sätze um oder nutzte andere Wörter, die aber eben am Ende den gleichen Sinn ergaben. Das ist mir stark aufgefallen.
Dennoch ein gutes Buch für Anfänger. Für alle anderen gibt es aber auch sicher Bücher, die einem tiefere Einblicke in die Meditationspraxis geben können.

Glückskind - Steven Uhly

Eine schöne Geschichte, die zeigt, wie die Zufälle des Lebens das Schicksal der Menschen verändern kann. Hat mir gut gefallen, der Schreibstil war sehr angenehm, die Charaktere waren mal anders, voller Fassetten und auch die Handlung hatte einen spannenden Verlauf. Kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Freitag, 7. Juli 2017

Zurück ins Leben geliebt - Colleen Hoover

Colleen Hoover ist für mich eine der besten Young Adult/New Adult Autorinnen, aus einigen Gründen: Ihre Figuren sind authentisch und haben immer ihre bewegende Geschichte. Sie sind reif und doch machen sie Fehler, manchmal dumme Fehler, wie sie jeder Mensch in jedem Alter tut. Und sie schreibt angenehm und führt die Erotik sinnvoll ein, lässt sie nicht aufdringlich wirken und gibt auch der weiblichen Hauptfigur nie eine nervtötende Charaktereigenschaft, wie es in den meisten anderen Büchern ist: Grenzenlose Naivität, eine zickige Art oder einen übertriebenen Hang zum Schlampigen. Genauso wenig sind ihre männlichen Protagonisten jemals nur dumme Aufreißer, klischeemäßig und zum Augen verdrehen. Nein. Hier sind alle wundervoll. Hier und auch in den anderen Büchern der Autorin. Und dafür danke ich ihr. Sie hat Geschmack, was vielen anderen Autorinnen in diesem Genre zu fehlen scheint.
Zu dieser Geschichte kann ich nur so viel sagen, dass sie mich an drei bis vier Stellen zum Weinen gebracht hat. Sie hat mir das Herz herausgerissen und es wieder zusammengeflickt und ich habe mit diesen Menschen in diesem Buch gelitten, habe ihren Schmerz gefühlt und habe meinen eigenen mit eingebracht... Es war eine Erfahrung, dieses Buch zu lesen, auch wenn es mir nicht das geben konnte, was mir 'Weil ich Layken liebe' einst gegeben hat. Dennoch war es ein wundervolles Buch, das sehr zu empfehlen ist, wenn jemand Lust hast, eine lockere Liebesgeschichte zu lesen, die im Endeffekt so tiefgreifend ist, dass man weint. Weil es eben nicht so locker ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Christine - Stephen King

Eindeutig nicht mein liebstes Buch von King. Die Geschichte war zwar nett und unterhaltsam, aber obwohl Christine sicher unheimlich ist und vor nichts zurückschreckt, griff die Spannung hier irgendwie nicht auf mich über. Viel mehr fand ich auch, war der Fokus auf die Charaktere gelegt und das mochte ich sogar ganz gern in diesem Buch. Mir gefielen die Menschen dort, ich mochte sie, fand sie interessant und deswegen fiel es mir relativ leicht, der Geschichte zu folgen und immer dran zu bleiben, obwohl die Spannung für mich größtenteils ausblieb.
Es ist immer noch ein gutes Buch und ich bezweifle, das King jemals richtig schlechte schrieb oder schreiben wird, aber einfach nicht meins.

Wie die Luft zum Atmen - Brittainy C. Cherry

Ein Buch, das mich begeistert hat, da ich so gar nicht viel davon erwartet habe. Ich habe sehr viele gute und wenige schlechte Bewertungen gehört und doch hab ich mich von den negativen Kritiken einnehmen lassen. Ich dachte mir: Wenn das wirklich so ist, werde ich dieses Buch hassen.
Aber das war nicht der Fall. Beides nicht, denn auch das, was gesagt wurde, entspricht nicht wirklich dem Text, den ich gelesen habe. 
Ich fand dieses Buch großartig, auf seine ganz eigene Weise. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so von Emotionen sprüht, das diese tatsächlich so enorm auf den Leser - auf mich - überträgt. Ich hatte ein paar Mal Tränen in den Augen beim Lesen, habe aber auch oft gelacht, laut gelacht! Und dann habe ich einmal zu weinen begonnen, denn dieses Buch hat mir ein wenig das Herz gebrochen. Es hat mich so mitgerissen und mitgenommen, emotional wie gedanklich. Ich war wie gefangen und konnte nicht aufhören zu lesen. Ich hatte an manchen Stellen Angst, weiterzulesen, weil ich Dinge ahnte, weil ich mich vor Dingen - und vor Gefühlen - fürchtete. Es war ein Erlebnis und es ist ewig her, wenn es denn überhaupt mal so war, dass mich ein Buch so sehr verletzen und gleichzeitig doch so glücklich machen konnte. 
Der Humor war toll, die Charaktere waren super, die Storyline war voller Überraschungen und krasser Wendungen. Es war spannend, lustig, leidenschaftlich, traurig, turbulent und wunderschön. Eine wahre Leseempfehlung von mir.

Wir fliegen, wenn wir fallen - Ava Reed

Ein nettes Jugendbuch, das für die Zielgruppe sicher ganz okay ist. Leider konnte es mich nicht wirklich berühren oder mitreißen, obwohl die Grundstory richtig toll ist. Mein größtes Problem war, dass die Situationen, in die beide Charaktere geworfen werden, weil sie die Wünsche eines alten Mannes erfüllen, der der Großvater der männlichen Hauptperson ist und am Anfang des Buches bereits stirbt. Leider werden diese Momente nämlich nicht wirklich ausgefüllt. Es gibt manche Momente, die relativ lang sind, hingegen sind die meisten aber unglaublich kurz und somit gehen sie nicht gerade unter die Haut. Ich habe nun nach ein paar Tagen schon etwas Mühe, mich zurückzuerinnern. Bis auf den Anfang, das Ende und eine Passage im Dschungel und unter dem Sternenhimmel, ist mir nichts auf Anhieb geblieben und ich müsste tatsächlich nachdenken, was die beiden Menschen hier eigentlich alles erlebt haben. Schade.
Aber für Menschen, die noch im Alter der Zielgruppe sind, vielleicht viel besser und schöner und ergreifender. Das Gute an der Kürze des Buches, waren die kurzen Kapitel, welche in in Büchern immer sehr begrüße.

Freitag, 30. Juni 2017

Saving Grace - B. A. Paris

Die Thematik dieses Thrillers war klasse, aber ich bin der Meinung, dass man an manchen Stellen mehr daraus hätte machen können. Der Schreibstil war gut und schnell zu lesen, sodass man sich wirklich leicht auf diese Geschichte einlassen konnte. Man war schnell gefangen. 
Allerdings empfand ich Jacks Psychopathie teilweise als langweilig, da er für Grace immer wieder dieselben Bestrafungen in petto hatte und die Handlung somit oft so vorhersehbar war, dass ich das Gefühl hatte, immer wieder die Rücklauftaste zu betätigen. 
Was mir gut an dem Buch gefallen hatte, war das Ende. Und nein, das meine ich nicht ironisch, im Sinne von 'schön, dass es vorbei war', sondern das Ende war tatsächlich gut geschrieben und war spannend und mitreißend.
Ich könnte mir das Ganze auch sehr gut verfilmt vorstellen und teilweise finde ich, käme das sogar auf der Leinwand besser rüber als wie hier im Buch.
Ich fand manche Dinge recht schwammig und es kam mir vor wie schnell hingesaut. Die Beziehung von Grace zu ihrer Schwester Millie beispielsweise. Alles war nett gezeichnet und natürlich hatten alle Charaktere so ihre Persönlichkeit, aber so richtig rund fand ich das dann nicht.
Interessant war, dass man sich natürlich selbst einen Ausweg für Grace zurechtlegte und natürlich immer mit Hoffnung dabei war und dass auch die Beziehungen zu gewissen neugewonnenen Freunden spannend waren. 
Es gab bei diesem Buch durchaus gute Ansätze, aber manchmal hätte ich mir vielleicht einfach etwas mehr gewünscht. Mehr Tiefgang vielleicht. So war die Handlung aber eben ziemlich schnell abgehandelt und das einzige, was wirklich gelungen war, war das Grundgerüst: Nämlich Jack als Psychopath. Es war durchaus eine klasse Idee, die die Autorin hier aufgeschrieben hat und daher finde ich, dass ein paar gute Schauspieler aus diesem Thriller etwas Geniales machen könnten.
Für mich gibt es eben manche Geschichten, die nicht als Buch funktionieren, sondern als Film viel mehr Wirkung erzielen und dieses hier war für mich so eine.
Aber allgemein, auch wenn das jetzt gar nicht so klingen mag, mochte ich das Buch schon. Es hatte seine guten und fesselnden Seiten, aber es ist in meinen Augen eben noch durchaus ausbaufähig.
Genervt hatte mich beispielsweise die absolute Naivität der Protagonistin. Teilweise fand ich es direkt zu Anfang relativ unglaubwürdig, ob sich jemand wirklich so schnell und in dieser Form an einem Mann binden würde. Klar, es gibt immer solche Fälle, aber ... ich fand das schon etwas armselig. Als gäbe es keinen Mann auf der Welt, der sie mit ihrer Schwester mit Down-Syndrom lieben könnte, hängt sie sich gleich mit allen Mitteln an den, der ihr das Blaue vom Himmel runterlügt und zweifelt noch nicht einen Moment an irgendetwas. Sogar ihren Job soll sie aufgeben und sie tut das, ohne es mal zu hinterfragen. Was soll denn das? Lässt man sich wirklich für die Liebe mit 32 Jahren Job und Karriere und Leben wegnehmen, nur weil der Mann will, dass jemand zuhause ist, wenn ER nach Hause kommt? ... Das waren Dinge, bei denen ich einfach nur den Kopf schütteln konnte. Gleichermaßen fand ich dann natürlich immer mehr Kleinigkeiten, die mir auf die Nerven gingen, da Grace mir ab und an vorkam, als hätte sie gar keinen Verstand. Ihre Handlungen waren in ein bis zwei Fällen so sinnlos und einfach dumm, dass ich mich laut aufgeregt habe. Und allgemein dieses perfekte Getue von Grace in der Gegenwart von anderen, wenn man als Leser wusste, wer Jack eigentlich ist. Man kann es positiv oder negativ sehen, dass mich dieses Szenario in den Wahnsinn getrieben und zum Augenrollen gebracht hat. Das Buch ließ mich auf jeden Fall nicht kalt. Aber begeistern konnte es mich eben auch nicht. Schlichtweg war es okay. (:

Mittwoch, 28. Juni 2017

Frühling in Paris - Fiona Blum

Ich hätte nicht gedacht, dass es gerade dieses Buch sein würde, das mich so begeistert. Auch, wenn es von mir keine fünf Sterne bekommt, sondern nur vier, da viereinhalb ja nicht möglich ist auf diesem Portal, ist es eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Natürlich möchte ich auch erläutern, warum das so ist.
Zu Anfang hat mich dieser Schreibstil an Filme wie 'Die fabelhafte Welt der Amélie' erinnert, in denen es einen Sprecher gibt, der die Geschichte erzählt. So ähnlich klang die Sprache in diesem Buch für mich. Den französischen Charme hat das durch den Vergleich mit dem oben genannten Film natürlich schon mal unterstützt, aber auch abgesehen davon, klang es wie im Film - aber wunderschön.
Je länger ich las, umso mehr hat sich dieses Gefühl natürlich verflüchtigt und man gewöhnte sich daran, doch was blieb, war dieser subtil romantische Unterton, der das ganze leicht, aber atmosphärisch machte, träumerisch und trotzdem noch auf dem Boden der Tatsachen. Man fühlte sich getragen von den Worten und man konnte wie von einer Wolke aus, hinab auf Louise Barclay schauen, die ihr kleines Café in Paris eröffnet und damit die Menschen um sich herum berührt, obwohl dies gar nicht in ihrer Absicht lag.
Die Geschichten der einzelnen Personen in dem Buch sind allesamt so unterschiedlich und doch verbindet sie alle eins: Ein großer Traum, der geplatzt ist oder sich einfach in Luft aufgelöst hat.
Doch dieser Roman erzählt nicht nur von Träumen sondern auch von dem Leben, der Liebe, dem Tod, dem Verlust, vom Neubeginn, von Wegen, die man gehen muss, von Entscheidungen, die gefällt werden müssen, von Freundschaft und Ängsten, von Erinnerungen und Leid und von einem Lächeln, das andere wieder aufwecken kann.
Dieses Buch war wundervoll. Und ich würde mir wünschen, dass es jeder liest.

Freitag, 23. Juni 2017

Das Parfum - Patrick Süskind

Das Parfum habe ich natürlich auch bereits als Film geschaut, vor einigen Jahren, und empfand die Geschichte als außergewöhnlich und gut. Das Buch las ich nun zum ersten Mal, da es mir in der Schule als Pflichtlektüre verwehrt oder erspart blieb, wie man es nimmt. Denn in der Schule hätte ich es womöglich noch nicht gemocht.
Nun, heute, kann ich sagen, dass mich vor allem der Schreibstil von Patrick Süskind sehr begeistert hat und auch der Sprecher des Hörbuchs, Hans Korte, hat das Hören zwischendurch unglaublich angenehm und spannend gemacht.
Die Geschichte konnte mich nicht ganz so mitreißen, was aber mitunter daran lag, dass ich sie eben schon kannte. Dennoch, es hat mir nicht immer so viel Spaß gemacht, zu lesen, weswegen ich irgendwann zum Hörbuch griff. Der Schreibstil aber hat mir über das ganze Buch hinweg sehr gefallen und gerade zu Anfang, fand ich, spürte man das große Talent dahinter.
Es ist ein sehr eindringlicher Roman mit seltsamen, eher unsympathischen Figuren und es ist niemand da, mit dem man sich identifizieren kann, was das Ganze vielleicht auch etwas schwieriger gestaltet, Zugang zur Geschichte zu finden. Bzw. Interesse daran zu entfalten und zu behalten.
Doch die Story bietet etwas Besonderes und man kann sie durchaus gelesen haben.
Leider muss ich aber bei meiner Meinung bleiben und sagen, dass die erste Hälfte des Buches immer noch am Spannendsten war und das alles, was danach kam, irgendwie nicht mehr richtig auf mich wirken konnte. Dennoch gibt es für das Gesamtpaket, die Idee, die Charaktere und den Schreibstil, drei Sterne.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen - Abbi Waxman

Dieses Buch entspringt einem Genre, welches ich normalerweise nicht lese. Dennoch hat es mich bei Erscheinen angesprochen und ich hab es nicht bereut. Als ich mit dem Hörbuch begonnen habe, war ich mir sehr unschlüssig, ob ich weiterhören soll oder nicht, konnte aber dann aus irgendeinem Grund nicht aufhören. Ich wollte dieses Buch lesen, denn Bücher, die ich nicht lese, werden wieder weggegeben. Und ich wollte es nicht hergeben, wieso auch immer.
Nun, nachdem ich es beendet hatte, fand ich es gut. Nicht herausragend, aber gut. Mit der Zeit habe ich mich an die Charaktere gewöhnt, ich mochte die Kinder der Hauptperson, da sie sehr amüsant waren und clever und die Hauptperson an sich war auch relativ sympathisch.
Auf den ersten 100 Seiten wurde mir zu viel über Pflanzen geredet und wenn nicht darüber, dann kam es mir belanglos vor. Es passierte nichts, weswegen ich mir dieses Buch gekauft hatte.
In der Mitte des Buches habe ich dann die ruhige Art der Geschichte und auch ihre Charaktere dann doch endlich lieben gelernt und das Hörbuch genossen. Es war schön, Lilian durch die Geschichte zu begleiten, durch die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, den sie so sehr liebt und vermisst, und zu sehen, wie sich, obwohl sie nicht loslassen kann, etwas Neues entwickelt.
Schön waren auch die Nebensächlichkeiten, die Leben der anderen Personen in diesem Buch. Insgesamt war es einfach mitten aus dem Leben gegriffen und vielleicht war es deswegen auch nicht so überaus spannend. Es war schlichtweg normal, nicht überzogen, nicht extra aufgebauscht... es war eine einfache Lebensgeschichte, so wie sie ein Nachbar von uns haben könnte. Und genau das fand ich am Ende so unglaublich toll und authentisch.
Ich kann die Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen an Menschen, die einen zarten und schönen Humor mögen, die ruhige Geschichten zum Eintauchen und Entspannen lieben und wirklich etwas brauchen, das sie beruhigt oder vom eigenen Alltag ablenkt. Etwas, das Liebe beinhaltet aber überhaupt nicht kitschig ist, natürliche Charaktere hat, die authentisch sprechen und handeln und mit dem ein oder anderen flotten Spruch punkten. Super. (: Hat mir Spaß gemacht.

Montag, 19. Juni 2017

Der goldene Handschuh - Heinz Strunk

Wenn ich mit dieser Rezension fertig bin, werde ich wohl selbst nicht mehr ganz verstehen, warum das Buch von mir eigentlich vier Sterne bekommt. Vielleicht aber doch!
Kurzum sei gesagt: Wenn man dieses Buch als das nimmt, was es ist, nämlich ein Milieuroman, dann ist er grandios. Und das steht außer Zweifel, denn Strunk hat eine absolut kranke und verquere Psyche eines bereits in der Kindheit physisch und psychisch geschädigten Menschen aufgezeigt und uns mit diesem Buche nahegebracht. Schonungslos wie sonst kaum einer.
Wir begleiten den Serienmörder Fritz Honka, der tatsächlich existiert hat und in den Siebzigern seine Morde begangen hat. Milieutaten, wie man es nannte, denn viele Menschen waren wohl der Ansicht, dass es an der Tagesordnung oder zumindest beinahe normal war, in dieser Gesellschaftsschicht Morde zu begehen oder mal kurz den Verstand zu verlieren.
Wenn man dieses Buch liest, könnte man der selben Ansicht erliegen, denn das, was dort abgeht, ist wirklich unter aller Kanone und jeder, der in diesen Strom gerät, könnte wohl dazu fähig sein, jemanden umzubringen. Wahrscheinlich dann auch noch zugedröhnt wie sonst was.
Vom Stilistischen her, der sprachlichen Ebene, war die Figur des Fritz Honka unglaublich gut dargestellt. Gut im Sinne von 'passend' und 'authentisch', so schlimm das auch ist. Der Wahnsinn in ihm war greifbar, so greifbar, dass man wirklich Angst vor diesem Menschen bekam. Angst aber eher, weil man eben in diesem Buch auch die Gedanken von ihm mitbekommt und die waren nun wirklich mehr als krank.
Allgemein bestand das ganze Buch aus jeder Menge Perversitäten, Fäkalsprache, Kraftausdrücken, mehr als nur animalischen sexuellen Trieben, Gewalt und lauter abstoßenden, primitiven, ekligen und widerwärtigen Gedanken. Vor allem aber kranke Gedanken. So krank und abstoßend, dass ich mich kaum wage, etwas zu zitieren.
Aber man muss hier auf einiges gefasst sein und dieses Buch ist weder etwas für Kinder unter 18 noch etwas für zarte Gemüter. Man muss eine hingesaute, asoziale Sprache abkönnen und das hier unter diesen Umständen irgendwie noch als Kunst ansehen können.
Denn das Buch ist keinesfalls schlecht, im Gegenteil. Es ist ein Meisterwerk, wie authentisch Strunk hier ein, den meisten von uns fremdes Milieu, beschreibt. Deswegen auch die vier Sterne.
Es war abstoßend aber auch interessant. In einer Form fesselnd und gleichzeitig wieder kaum zu ertragen. (: Super, wenn ein Schriftsteller das hinbekommt.
In dem Wissen, dass Strunk auch Entertainer und Humorist ist, fand ich auch, dass das Buch eine amüsante Spur hatte. Doch das, was als lustig-überzogen klingt, ist wohl tatsächlich der wahre Alltag eines so tief gesunkenen Menschen, wie es sich hier in dieser Berliner Zone abspielt.

Darm mit Charme - Giulia Enders

Der Darm ist wohl mit unser wichtigstes Organ, wenn es um die gesunde Körperfunktion geht und zum Überleben brauchen wir ihn natürlich auch. Leider war auch ich jemand, der nicht viel über dieses Organ wusste, dass doch den ganzen Tag in mir arbeitet und wo viel für mich tut. Dank diesem Buch ist das nun anders.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, in neue Gefilde einzutauchen und mal zu sehen, übrigens auf sehr humorvolle, ansprechende Art, was in mir drin eigentlich so passiert.
Man hat auch viel dazugelernt, was den Alltag betrifft, Antibiotika und Probiotika, ebenso gab es ein paar kleine Erläuterung zum Thema Ernährung: Präbiotika.
Genau da setze ich nun an, weshalb das Buch keine fünf sondern nur vier Sterne von mir bekommen hat. Ich hätte mir beim Lesen sehr doll gewünscht, dass es ein paar mehr Tipps gegeben hätte, wie man sich denn nun gesund ballaststoffreich ernährt, sodass Präbiotika in uns gut arbeiten und wachsen und auf unsere Gesundheit achten kann, unser Immunsystem stärkt und so weiter. Es gab durchaus in diesem Buch kleine Tipps wie Spargel und Kartoffelsalat, aber ich hätte mir mehr gewünscht, eine Anzahl an Nahrungsmitteln, die gut dafür geeignet sind, den Darm gesund und leistungsfähig zu erhalten. Zum Glück kann man ja aber nach dem Lesen auch noch selbst recherchieren. (: Doch mir sind die Expertentipps lieber als die aus dem Internet, selbst, wenn sie vorgeblich auch von solchen verfasst worden sind.
Im Gesamten aber ohne Zweifel ein Buch, das ich jedem empfehlen würde, auch wenn ich finde, dass man das Buch noch hätte mit ein paar wenigen Zusätzen füllen können. Aber letztlich ging es ja auch um die Funktion des Darms und nicht um die Ernährung, die für ihn gut wäre.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schachnovelle - Stefan Zweig

'Schachnovelle' war für mich das erste Werk von Stefan Zweig und eines der ganz wenigen Werke, die ich bisher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges las.
Ich fand interessant, dass es eine Rahmenhandlung gibt, die das Schachspiel behandelt und eine Binnenhandlung, die eigentlich die Kernaussage der Novelle hervorhebt. Da dieses Buch während des Krieges verfasst wurde und Zweigs Geschichte sicherlich in diese Novelle miteingespielt hat, war es für mich umso spannender, da mal näher hinzuschauen und ich habe mich sehr gefreut, dieses Werk für die Schule lesen zu können.
Allerdings muss ich sagen, dass die Novelle an sich, mich weniger begeistert hat, als die Handlung, die sie beinhaltet und auch zum Ausdruck bringt. Woran es genau lag, kann ich derzeit noch nicht einmal genau sagen. Ich vermute aber, dass es an den Charakteren lag, die für mich trotz ihrer optischen Beschreibungen, die Zweig unglaublich toll gelungen sind, sehr blass und austauschbar blieben. Ich konnte mich mit niemandem auf eine Weise identifizieren und ich kam mir beim Lesen so vor, als würde ich Schatten beobachten, aber keine richtigen Menschen. Da hat mir wirklich etwas gefehlt. Womöglich lag das aber auch an der Novellenform, eine Literaturgattung, die mir bisher noch nicht untergekommen war, in der Form, und zu der ich auch absichtlich selten greifen würde.
Was ich positiv anmerken kann, ist der Schreibstil. Dieser ist wirklich toll und obwohl er doch relativ anspruchsvoll ist, liest er sich leicht und flüssig und man kommt schnell damit zurecht. Dieser einfache Teil von Zweigs Sprache, führt wirklich dazu, dass man diese Geschichte ohne Unterbrechung lesen und - wenn das mit den schwammigen Bildern der Charaktere, diese seltsam farblose Distanz nicht nicht wäre - völlig darin versinken könnte.
Das so in den Himmel gelobte 'Seelenleben', welches Zweig laut vieler Aussagen unglaublich gut formulieren könnte, fiel mir nicht im größten Maße auf, aber es war vorhanden. Da ich mich allgemein bisher relativ wenig mit klassischen Werken auseinandergesetzt habe, mag es an mir liegen. In der heutigen Literatur ist man andere Stilmittel gewohnt.
Dennoch hat Zweig für mich hier gute Arbeit geleistet und ich wäre nicht abgeneigt, vielleicht beizeiten ein anderes Werk von ihm zu lesen, denn interessante gibt es allemal.
Die Schachnovelle war für mich nun ein Buch, dass ich auf alle Fälle mochte, welches aber nicht zu meinen liebsten Klassikern aufsteigen wird. Dennoch ein Buch, das es zu lesen lohnt, vor allem, wenn man etwas über die frühere Zeit erfahren möchte, auch wenn man davon in einer Novelle natürlich auch nicht allzu viel präsentiert bekommt.

Montag, 12. Juni 2017

Der Glühwürmchensommer - Gilles Paris

In diesem Buch begleiten wir einen neunjährigen Jungen mit seiner Familie, in der es derzeit zwei Mütter gibt, in ihren Sommerurlaub in der Provence. Er träumt davon, dass seine Eltern wieder zusammenkommen, da sie sich noch lieben und eher durch fehlendes Können als Wollen nicht mehr zusammen leben. In der Provence ereignet sich dann etwas Seltsames und Magisches, was ungeahnt mit seiner Familie verbunden ist...

Eine nette Geschichte, die leider keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen konnte. Die Sprache war flüssig und für einen neunjährigen Erzähler erwachsen und reif und tiefgründig. Es gab ein paar Stellen, die ich mir markiert habe, weil sie schöne Überlegungen enthielten, aber ansonsten war der Schreibstil für mich bloß ruhig und samtig. Es ist ein Wohlfühlbuch, in dem nicht sehr viel passiert und relativ viel Wert auf das Gefühlsleben des Jungen und eben die Erlebnisse gelegt werden. Man erfährt einiges drumherum und über ein paar Menschen, die eine mehr oder minder große Rolle in der Geschichte spielen.
Doch letztendlich bemerkte ich immer wieder, dass es sehr viele Stellen im Roman gab, die man hätte getrost weglassen können, ohne von der eigentlichen Story etwas Wichtiges zu verpassen. Das hat mir nicht gefallen, da es sich auch während des Lesens für mich bereits als plätschernd und langweilig herausstellte. Vieles kam mir einfach irrelevant vor.
Dennoch hatte die Kernaussage etwas Tolles und auch der Hauptanteil der Geschichte war wirklich eine nette Idee. Was daraus entstanden ist, konnte mich dann leider nicht begeistern.
Dennoch würde ich das Buch Menschen empfehlen können, die sich gerne in einer stillen Handlung verlieren und abschalten wollen, die vielleicht einen Sommerurlaub herbeisehnen und dabei ganz geschmeidig und ruhig etwas entdecken wollen.

Freitag, 9. Juni 2017

Fünf Meter unter dem Meer - Tilmann Bünz

In diesem Buch erfährt man unglaublich viel über die Niederländer, ihre Eigenheiten und Traditionen aber genauso auch einiges über die politische und geschichtliche Vergangenheit des Landes, die Nachwehen des Krieges und die Beziehung zum deutschen Nachbar.
Ich fand es wundervoll, mehr über die Niederlande zu erfahren, tiefer in das Land und die Menschen dort einzutauchen, mehr über ihre Mentalität zu erfahren und das meiste daran lieben zu lernen.
Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, der sich für ein Land interessiert und dieses hier gern näher kennenlernen möchte.
Es ist humorvoll und trotzdem auch mal ernst, aber nie trocken. Es liest sich wundervoll und macht Spaß.

Da ich in manchen Rezensionen gelesen habe, das Buch sei nur eine Autobiographie, aber man würde kaum etwas über das Land lernen, sage ich dazu kurz eines:
Das stimmt überhaupt nicht. Noch nicht einmal habe ich einen autobiographischen Zug erspürt, der NICHT mit etwas Wissenswertem aus den Niederlanden einherging oder dies wundervoll eingeleitet hat. Ich meine, nur, weil der Autor erwähnt, dass er mit einem Freund damals als Gymnasiast das erste Mal Amsterdam besucht hat und erste Erfahrungen mit dem Leben dort machte, ist das noch lange nicht 'zu autobiographisch'. Im Gegenteil, er erzählt wundervoll dabei, wie Amsterdam damals war und was heute noch gleich ist und was sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Dieses Buch ist das Ebenbild eines wundervollen Landes und wer sich dafür begeistern kann, sollte das Buch hier keinesfalls verpassen!

Donnerstag, 8. Juni 2017

Landliebe - Jana Lukas

Mithilfe des Hörbuchs war dieses Buch wirklich eine kurzweilige Unterhaltung und schnell 'erledigt'. Viel hängen bleibt da aber auch wirklich nicht.
Es geht um eine Dame, die an der Sendung 'Landliebe' teilnimmt, weil sie 10.000 Euro braucht, um Schulden zu bezahlen, da sie ein Kunstwerk zerstört hat.
Der Mann, der an dieser Sendung teilnimmt, braucht das Geld ebenfalls um sein Weingut zu erhalten. Die beiden gehen ohne den Glauben an die Liebe heran und verlieben sich natürlich trotzdem. Klar. Und selbstverständlich geht das alles nicht ohne endlos lange Komplikationen. Er will sie und will sie nicht und er hat Gründe dafür, über die er nicht spricht. Super, wir sehen: Das alte Klischee.
Ich muss sagen, dennoch konnte das Buch in gewisser Form unterhalten. Normalerweise ist es nicht ganz mein Genre, aber aus irgendeinem Grund hat dieses Buch mich doch gereizt. Und sei es nur wegen dem quietschbunten Cover gewesen, das so gut in den Sommer passt. Es wirkt fröhlich. Genau so eine Geschichte hatte ich mir erhofft.
Fröhlich war's, allerdings standen die Komplikationen im Vordergrund und der Kampf um's Weingut. Es gab ganz nette Charaktere, die - mit Ausnahme der Hauptcharaktere - ziemlich unspektakulär und austauschbar gewesen sind.
Trotzdem war es eine ganz nette und heimelige Atmosphäre, die einem die Zeit vertrieben hat. Es war aber nicht mehr als mittelmäßig, wenn, dann eher weniger als das. Eine nette Geschichte, die allerdings keine großen Geheimnisse, Spannungsbögen oder harmonische Momente barg. Es war einfach seicht und leicht und ab und zu mal süß. Ich hätte es mir etwa vollmundiger gewünscht, wie der Wein, über den oft gesprochen wird. Leider war es eher wie abgestandener Sprudel, schmeckt fad und macht nur wenig Spaß. (: Dennoch für Fans des Genres vielleicht einen Blick wert, wer weiß. Ich hab dann doch schon besseres aus diesem Teil der Literatur gelesen.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Die gelbe Tapete - Charlotte Perkins Gilman

Ein Buch, von dem man einst glaubte, es könnte einen verrückt machen, wurde geschrieben, um genau das zu verhindern. Es soll verhindern, sich verrückt machen zu lassen, sagt die Autorin selbst im Nachwort ihrer Geschichte 'Die gelbe Tapete'.
Das Nachwort und die angehängte Biographie der Autorin ist überaus interessant und mindestens genauso spannend, wie die Geschichte selbst, die mit ihren knapp 50 Seiten doch unglaublich viel aussagt.
Der Schreibstil ist schlicht und kurzweilig und beschreibt die Gedanken einer Frau, die wegen Depressionen in einem Dachzimmer ausruhen und gesunden soll, welches von einer gelben Tapete geziert ist, die unglaubliche Muster in sich birgt, welche sich des Nachts sogar verändern zu scheinen. Man verbietet der Dame das Schreiben und jegliche Anstrengung und sie tut es heimlich, weil sie ihre Gedanken über diese Tapete, die sie einerseits fürchtet und andererseits mit beinahe krankhaftem Interesse studiert, niederschreiben muss und möchte.
Diese Geschichte ist kurz aber grandios und ich kann sie jedem empfehlen, der sich mit Geisteskrankheit und mit Fehlbehandlungen beschäftigen möchte oder der eben auch einfach mal etwas ganz anderes lesen will, aus ebenso noch einer völlig anderen Zeit.
Für mich haben sich daher die 14,90 für dieses kleine Buch wirklich gelohnt.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Bienensterben - Lisa O'Donnell

Ein unglaublich geniales Buch und zum Glück habe ich es nicht ausgemistet. Denn die letzten Monate hatte ich nie Lust auf das Buch und dachte mir immer, es wäre auch ok, wenn ich es nicht lese. Aber verdammt - ich bin froh, dass ich mich jetzt dazu gezwungen habe, damit anzufangen, denn als ich über die ersten fünf Seiten hinaus war, konnte ich nicht mehr damit aufhören! Dabei hatte ich es vor zwei Jahren ca. schon mal zu lesen angefangen! :D

Dieses Buch ist eine Glanzleistung. Noch nie habe ich in einem so kurzen Buch so genial strukturierte Charaktere gesehen. Jeder Mensch in dieser Geschichte ist völlig anders gestrickt als der andere und das Millieu ist schrecklich, in dem sie leben, jeder hat seine Vergangenheit, jeder etwas Schlimmes erlebt und man möge meinen, dass die meisten Menschen durch ihre Art und Weise auch unympathisch wirken könnten, aber nein. Das Gegenteil ist der Fall. Mir sind viele dieser Leute so unfassbar ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass dieses Buch mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Geniale Handlung, geniale Charaktere, gute Sprache, die einen Wiedererkennungswert vorweist und ein Setting, das das Ganze richtig gut abrundet. Ein Diamant unter den Büchern!!

Dienstag, 23. Mai 2017

Pippi Longstocking - Astrid Lindgren

Mein erstes englisches Buch. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis ich es beendet hatte und ich fand es natürlich toll. Pippi Langstrumpf hat mich seit meiner Kindheit durchs Leben begleitet und daher war mir die Geschichte natürlich durch die Filme bekannt. Gelesen habe ich das Buch allerdings zuvor nie. Es war schön, etwas Leichtes auf englisch zu lesen, das man ein wenig kennt und wo man sich auch mit ein paar fehlenden Vokabeln reinfallen lassen konnte.
Eine tolle Erfahrung mit einer tollen Geschichte, die mit Humor und Pippis Persönlichkeit zu überzeugen weiß. Kann ich natürlich nur weiterempfehlen. (:

Montag, 22. Mai 2017

Lichterloh - Sofie Laguna

Hester wird von ihren Eltern zuhause versteckt und eingesperrt, weil sie für sie eine Schande darstellt. Sie putzt, wird bei einem 'Vergehen' im Hängeraum an den Armen aufgehängt, hat nichts als ihre Kinderbibel und Freunde aus dem Haushalt, die zu ihr sprechen, wie Kochlöffel, Tisch, Axt oder Türknauf. Sie darf nicht zur Schule und wird behandelt wie Dreck.
Doch eines Tages wagt sie sich, den Türknauf zu drehen und als dann auch noch jemand vom Jugendamt kommt, um das Kind zu untersuchen und für schultauglich zu erklären, wächst in Hester etwas heran. Der kleine Duft von Freiheit bringt ihr Innerstes in Wallung.

Dieses Buch lag drei Jahre auf meinem SuB, seitdem mein Vater es mir einmal mitgebracht hatte. Ich hatte es sofort geliebt und wusste mit dem Klappentext und den ersten Zeilen, dass es etwas ganz Besonderes für mich sein würde. Doch erst jetzt kam die richtige Zeit dafür und ich habe es natürlich verschlungen. Sofern man dies konnte, denn der Schreibstil ist sehr bildhaft, sehr dicht, atmosphärisch und dichterisch. Es gibt tausende Metaphern und Personalisierungen, aber auf eine unglaublich authentische Weise, die ich sehr zu schätzen wusste.
Sofie Laguna ist für mich eine Wortkünstlerin und sie hat mit ihrer Sprache etwas erschaffen, das ich so noch nie erlebt habe. Es war wundervoll, eine Reise in ein anderes Leben. In Hester hinein, in ihre Gedanken und Gefühle, in ihre Naivität und Dummheit, die von Unwissenheit rührt, weil sie nichts kennt außer ihr Haus und ihre schäbigen Eltern, die sie Sack und Stiefel nennt.

Es war unfassbar, häusliche Gewalt so nah zu erleben, in einer so neuen Art und Weise. In einer Weise, die unterschwellig, so nebenher, beinahe wie ein Märchen klang. Eine erträumte Geschichte, um der Realität ein klein wenig Macht zu nehmen. Um alles ein klein wenig erträglicher zu machen. Und doch schlägt jede Seite - gar jedes Wort - ein wie ein Meteorit.

Wortgewaltig, bildgewaltig, atmosphärisch, beklemmend, traurig, wütend machend, Hoffnung schürend und poetisch kommt dieses kurze Buch daher und es hätte keine weitere Seite gebraucht. In diesen 174 Seiten steckte mehr als in so vielen 500 Seiten Büchern.
Sofie Laguna ist für mich definitiv eine der besten Autorinnen unserer Zeit. Eine wahre Empfehlung von mir.

Freitag, 19. Mai 2017

Goat Mountain - Davin Vann

Goat Mountain ist ein Buch, für das man starke Nerven und einen guten Magen braucht. Es ist nicht unbedingt das Blutige, das einem die Übelkeit bringt, sondern diese absolut rohe Gewalt, die in diesem Buch herrscht und die einen immer wieder Erschaudern lässt.
Ich muss zugeben, dass ich ein paar kurze Kapitel übersprungen, bzw. quergelesen habe, als es um den Tod an einem Hirsch ging. Klar, wenn man weiß, worum es in dem Buch geht - um Hirschjagd - dann sollte man sich darauf einstellen, dass so was auch thematisiert wird, aber es ging nicht um die Jagd an sich, die mir zu viel wurde, sondern die Art und Weise, wie mit einem sterbenden Tier umgegangen wurde. Es war einfach abartig für mich und unfassbar, wie boshaft und gefühlskalt manche Menschen sein können und gerade bei Tieren hab ich da einfach ein großes Sensibilitätsproblem. (Wobei das für mich allerdings nicht als Problem sondern als Segen gilt!)
Doch der Rest des Buches ging mir ins Fleisch. Mitzubekommen, wie die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen sind, dass es immer noch ein Stück tiefer und grausamer geht, war wirklich erschreckend. Es gibt Bücher, Filme und wahre Geschichten, da erlebt der Leser oder Zuschauer eine Art Faszination. Doch hier war es einfach nur so kalt und grausam, dass in mir keine noch so winzig kleine Faszination des Bösen überblieb oder überhaupt aufkam.
Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass dieses Buch den Leser dadurch natürlich dennoch am Ball hält. Wenn man dem Menschen etwas vorsetzt, dass er nicht kennt oder vor dem er sich fürchtet, es jedoch aus der Ferne betrachten kann, wird er hinschauen wollen. Oft jedenfalls. Und so oder so ähnlich war es eben hier. So abstoßend es auch war, etwas von mir wollte wissen, wie es zu Ende geht. Wie die Menschen in diesem Buch sich jeweils während diesen 260 Seiten entwickelt haben, war deutlicher als sonst irgendetwas. Welch starke Persönlichkeiten hier handeln und wie unterschiedlich sie sind, obwohl sie alle eine große Gemeinsamkeit haben. Das Jagen. Doch wie die Moralvorstellung jedes Einzelnen waren, fand ich großartig geschildert.
Ich selbst fühlte mich, nach dem Tod des Mannes, den der kleine Junge in diesem Buch erschießt und keinerlei Mitgefühl oder Schuld in sich trägt, in diesem Buch gefangen. Ich war mit in diesem Wald, ich war mit in den Bergen und ich war zwischen dem gnadenlosen Großvater, dem kleinen Jungen, der nicht kapiert, was er getan hat und dem Vater, der verzweifelt versucht eine passable Lösung für alle zu finden, gefangen. Und ich fühlte mich erdrückt und eingeengt, verängstigt. Ich wusste nicht, was auf mich zukam und wie dies alles zu Ende gehen würde.
Ein grandioses Buch, das eigentlich mehr als drei Sterne - locker - verdient hätte. Doch da ich aus meinem eigenen Gefühl heraus bewerten muss, bleibt es bei drei Sternen, denn ich kann mit solcher Gewalt an Tieren, wie es hier der Fall war, nicht umgehen und trotz der absolut genialen Vorlage für ein Horrorfilm-Drehbuch, war es mir einfach nicht mitreißend genug geschrieben. So trocken, wie die Gefühlskälte der Menschen, so hitzig, wie die Situation zwischen den Leuten und so nüchtern, wie der Tod einer Kugel, die mitten ins Herz trifft.
Klingt immer noch nicht nach 'nur' drei Sterne, oder? Macht euch am Besten selbst ein Bild. Ich finde das Buch auf seine Art gut. Aber ich kann es nicht mit mir vereinbaren, auf eine solche Thematik Lobeshymnen zu schwingen. Dennoch etwas, das absolut tief unter die Haut geht! Für Leser die so etwa suchen, ist es genau das Richtige.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sie - Stephen King

Auch wenn SIE nicht mein Lieblingsbuch geworden ist, ist es doch eines von Stephen King, das unbedingt gewürdigt werden muss. Niemals hab ich eine beängstigendere Frau kennengelernt als Annie Wilkens. Unfassbar, was sie sich alles einfallen lässt, um ihren Willen von Paul Sheldon, Schriftsteller, erfüllt zu bekommen. Er soll seinen neuen Roman für sie umschreiben, denn er bringt seine Heldin in dem Buch um, was Annie Wilkens absolut missfällt. Sie pflegt ihn nach einem Autounfall und hält ihn weiterhin bei sich gefangen. Eine Tortur für Paul Sheldon beginnt.
Und für den Leser auch, denn man fühlt sich mittendrin. :D
Wer den Film 'Misery' schon gesehen hat, der wird ungefähr wissen, worauf er sich bei diesem Buch einlässt, doch es ist noch mal ne ganze Nummer krasser.
Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und Annie sowie Paul noch mal besser kennenzulernen und in die tiefsten Abgründe der Menschen zu blicken, zu erfahren, wozu Menschen fähig sind. Wahnsinnig gutes Buch!

Dienstag, 16. Mai 2017

Zwischen dir und mir die Sterne - Darcy Woods

Ich fand die Geschichte ganz gut und ich hab sie auch relativ gerne gelesen. Wäre das ganze Astrologiezeug nicht so überschwänglich gewesen, hätte ich sie auch noch besser gefunden. Teilweise fand ich gewisse Handlungen seltsam. Zwar war insgesamt alles in sich schlüssig, aber mir dann doch etwas zu abstrus. Ich konnte die Hauptperson in einer Form absolut nachvollziehen, da sie gewisse Gründe und Hintergründe hat, wieso sie sich der Astrologie so verschworen hat und dem Sternzeichen absolut Folge leisten will, aber gleichzeitig fühlte ich mich zum 'Augen-verdrehen', weil ich einfach ein Herzmensch bin und das tue, was sich gerade gut anfühlt und mir keine Gedanken darum mache, ob derjenige jetzt wegen des Sternzeichens passt oder nicht. Ob jemand passt oder nicht, merke ich nur dann, wenn ich mich auf ihn einlasse und Gefühle zulasse.
Die Geschichte war also ganz nett, es gab auch schöne Stellen und Momente und ein paar tolle Charaktere, aber letztendlich wird die Geschichte wohl in meinem Kopf verblassen, selbst wenn ich Grant sehr gerne mochte und auch manch andere Person.
Der Schreibstil war allerdings recht gut, amüsant, ein schöner Humor, gut zugänglich für jung und alt, aber eben etwas für zwischendurch, für schöne Lesestunden, die nicht viel Konzentration abverlangen. Wer so etwas und die Liebe sucht, der darf hier aber absolut gerne zugreifen. (:

Freitag, 5. Mai 2017

Dark Horses - Cecily von Ziegesar

Die Geschichte um Merritt und Red begann direkt ansprechend. Merritt ist ein schwieriges Mädchen und kommt in ein Heim für solche Teenager. Dort gibt es auch schwierige Pferde, wodurch sie eben Red kennenlernt, einen störrischen Hengst. Er beginnt ihr zu vertrauen und so entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, die sie weit bringt. Doch dann beginnt Red Dinge zu tun, um Merritt für sich zu haben, die alles aus dem Ruder bringen.
Letztendlich verläuft die Geschichte aber nicht deswegen so, wie sie verläuft - meiner Meinung nach. Im Grunde war das Ende von Anfang an vorbestimmt und irgendwie ganz anders, viel zu einfach und klischeemäßig, als dass es zur Beschreibung dieser Geschichte auf dem Klappentextes passen würde.
Das hat mich dann doch sehr ernüchternd zurückgelassen. Das ganze Drama, welches ich mir aufgrund dessen ausgemalt habe, blieb irgendwie aus. Natürlich war die Geschichte an einigen Stellen traurig und leicht schockierend, aber sie wurde eben leider nicht so geschrieben. Der Schreibstil schien dafür gesorgt zu haben, dass mich nichts davon wirklich berühren konnte.
Und was das Allerschlimmste ist, weswegen mir noch nicht einmal das Tier so leidtun konnte, dass es mir wirklich wehtut, wie es eigentlich immer ist - bei jedem Tier - war das: Der Schluss steht im PROLOG! Man hat also eigentlich nur gelesen, um herauszufinden, WIE es passiert, aber nicht mehr was überhaupt geschieht und das fand ich dann wirklich blöd.
Was ich auch total bescheuert fand, waren englische Liedzitate oder Liedtitel, die in der deutschen Übersetzung richtig bescheuert daherkamen. Ich meine, schwer vorzustellen, dass ein Pferd überhaupt so denkt wie wir (es gibt eine Perspektive des Pferdes), aber wenn das Pferd dann auch noch in zwei Sprachen denkt und nur, weil immer das Radio an ist, es alle möglichen Textstellen zitieren kann, dann frage ich mich, ob das sein muss... fand ich jetzt nicht so passend, kann aber eine persönliche Ansicht sein.
Insgesamt war das Buch okay, aber sicher ausbaufähig. Es ist eine schlichte Geschichte über schwierige und irgendwie scheinbar immer noch pubertierende Jugendliche, die selten wahre Emotionen gegenüber irgendjemandem zeigen und für die ich keine große Sympathie hegen konnte. Da gab es, gerade zum Schluss, auch noch andere Gründe dafür.
Ansätze und Ideen gab es definitiv gute! Schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Und auch in anderer Richtung. (Vor allem frag ich mich: Welcher tierische Instinkt?? Das Tier dachte und handelte wie ein Mensch, aber keineswegs wie ein Tier. Zumindest ist das meine Ansicht.)
Dieses Buch konnte mich ein wenig unterhalten, aber leider nicht glücklich machen. Es tat mir nur leid, dass Red keine bessere Perspektive hatte. Im Leben, wie auch in dem Buch. Er hätte eine andere Sprache bekommen müssen.
Schlichtweg gilt: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und für Pferdefans oder Reitfans... ist die Geschichte wohl etwas zu langweilig, klischeemäßig und emotionslos, gerade gegenüber den Beziehungen zu den Tieren.

Dienstag, 2. Mai 2017

Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger

Das Buch lag eine halbe Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher und jetzt durch das Hörbuch hatte ich endlich einmal die Muße dazu, es zu lesen. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal damit angefangen und es hatte mir recht gut gefallen, aber irgendwie sprang der Funke nie über. Auch jetzt hätte es wohl ohne das Hörbuch nicht geklappt, aber der Sprecher war so toll, dass ich sehr schnell sehr froh darüber war, zu diesem Hörbuch gelangt zu sein. Er brachte mir Germain sehr nahe und ich mochte die Art, wie der Sprecher seine Geschichte aus seinem Munde erzählt hatte, wirklich gern. Er hatte ihn charakterlich für mich gut getroffen.
Ich hatte zuvor auch schon den Film gesehen, auch das ist schon ein paar Jahre her, und mochte ihn trotz Gerard Depardieu in der Rolle von Germain nicht unbedingt. Ich bin ein Fan von französischen Filmen, aber dieser brachte für mich keine richtig schöne Aussage rüber. Er war nicht fesselnd.
Das Buch hingegen hatte durch Germains Erzählung in der Ich-Perspektive sehr viel mehr Atmosphäre und Authentizität, was mir die Geschichte auf schöne Weise nahebrachte. Ich hatte viel Spaß mit dem süßen großen Dummkopf und der kleinen, gebildeten Marguerite. Ein tolles Team, eine tolle Freundschaft, die zeigt, dass man nicht immer aus derselben Schicht kommen muss oder aus derselben Altersklasse, um sich hervorragend zu verstehen. Und zu mögen. (:

PS: An Tiefgründigkeit mangelt es auch nicht - und die kam rüber trotz dem liebenswerten Dummerchen, das uns diese Geschichte erzählt. (Für mich ist er das nicht einmal. Er weiß viel, was andere gar nicht bemerken. Er tut es.)

Freitag, 28. April 2017

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden - Emily Barr

Schlichtweg war dieses Buch 'ganz nett'. Aber mehr auch nicht. Im Grunde genommen fand ich das Buch nicht schlecht, der Schreibstil war okay, die Atmosphäre vom klassischen Jugendroman, den man schon an die zig tausend Mal gelesen hat und genauso austauschbar waren auch die Charaktere. Interessant war das Detail, das die Hauptperson ihr Gedächtnis verloren hat und nun an einer Art Amnesie leidet. Sie kann sich nichts merken, was ca. vor zwei, drei Stunden passiert ist. Außer einen Kuss mit einem Jungen, den hat sie sich gemerkt und geht für ihn über ihre Grenzen hinaus.
Ziemlich süß, aber auch ziemlich naiv und waghalsig. Ich frage mich: Was machen, wenn sich das am Ende vielleicht nicht lohnt? Was machen, wenn was schiefgeht?
Ich fand viele Dinge in diesem Buch leider überhaupt nicht gut. Was mich am Allermeisten gestört hat, kann ich hier eigentlich gar nicht sagen, weil ich spoilern würde. Deswegen kann ich nur sagen, dass mir ganz und gar nicht gefallen hat, wie die Person hier gehandelt hat an manchen Stellen und ihr manche Dinge, die ihr viel wichtiger hätten sein sollen, egal zu sein schienen! Absolut schrecklich, tut mir leid... aber das hat mir nicht gepasst. Ich finde die Moral der Geschichte einerseits gut, die andere Seite der Geschichte war für mich aber beinahe schon verwerflich.

Montag, 24. April 2017

Du neben mir - Nicola Yoon

Dieses Buch war so unglaublich schön. Madeline war mir äußerst sympathisch, genauso wie Olly und ich konnte mich in dieses Buch reinfallen lassen. Ich habe es genossen, jede Seite nach dem Lesen umzublättern, habe mich an schönen Aussagen und einem flüssigen Schreibstil erfreut und an einer so schönen Liebesgeschichte, wie ich sie selten in der Form gelesen habe.
In dem Buch habe ich zwei, drei Logikfehler entdeckt, die allerdings den Erzählfluss nicht wirklich gestört haben und somit auch mich nicht, aber dennoch habe ich sie bemerkt.
Ansonsten gibt es aber nichts negativ anzumerken, eher in die gegenteilige Richtung, denn das Buch war wirklich toll. Was ich sehr mochte, waren eben auch die kurzen Kapitel, die toll gewählten Kapitelüberschriften, die Charaktere, die Wendungen und die schönen, kleinen Ideen, die das Buch rund gemacht haben. Rund wie die weite Welt, die Madeline so gerne entdecken würde, wenn sie doch bloß könnte. Man hofft mit ihr, fühlt mit ihr und liebt mit ihr.
Es ist wundervoll. Bitte lesen!!

Samstag, 22. April 2017

Bird Box - Josh Malerman

Draußen lauert etwas. Wenn du es siehst, bringst du dich um.
Klingt nach einem Horrorfilm ähnlich wie The Ring. Doch letztendlich war es für mich die pure Langeweile. Der Grusel, der angepriesen wird und durch die Thematik der Geschichte durchaus hätte entstehen können, kam für mich leider überhaupt nicht rüber.
Die Charaktere waren mir unsympathisch, die Mutter raubte mir die Nerven, die Kapitel aus der Vorgeschichte fand ich langweilig und unspektakulär erzählt, wobei teilweise schon einiges passierte. Doch es konnte mich in keiner Weise berühren oder packen. Ich schätze, dass es letztendlich am Schreibstil lag, denn die Story an sich war ja gar nicht mal so übel. Aber die Umsetzung ließ sehr zu wünschen übrig.
Zu alledem hatte ich auch zwischendurch mit dem Hörbuch angefangen und musste dann sehr schnell feststellen, dass ich das Buch dann doch lieber weiterlese, da die Figuren bei der Sprecherin Anna Thalbach tatsächlich wie Schwachsinnige klangen. Das hat mich unglaublich gestört. Es war für mich unerträglich zu hören, was aber wohl auch wieder Geschmacksache ist.
Insgesamt hat es sich für mich nicht gelohnt, dieses Buch zu lesen. Es stand jetzt ein paar Jahre auf meinem SuB und im Grunde genommen habe ich nichts verpasst. Wirklich gegeben hat mir die Geschichte nichts. Schade. Dabei ist diese Richtung genau meins.

Donnerstag, 20. April 2017

100 Stunden Nacht - Anna Woltz

Das Buch hat mir vom Klappentext her etwas völlig anderes vermittelt. Allein schon, dass das Hauptthema erst in der Mitte des kurzen Buches beginnt, hat mich schon etwas gestört. Aber als das ganze Szenario dann auch noch relativ schnell wieder vorüber war und es gar nicht so extrem ausgeführt wurde, wie ich mir erhofft hatte, hat mich dann echt enttäuscht.
Es gab zwischendurch Ansätze eines tiefgründigeren Gesprächs zwischen irgendwem, aber wirklich ausgeführt wurde da selten etwas. Allgemein fand ich auch, dass die Sprache wirklich zweierlei war. Zum Einen war der Schreibstil unglaublich gut leserlich, schnell, flüssig, anders. Aber dann gab es auf der anderen Seite diese bescheuerte Jugendsprache, die mich oftmals gestört hat. Für mich war's übertrieben und ich finde nicht, dass man Jugendlichen in Büchern auch noch eine solche Gossensprache beibringen sollte, sondern gerade mit Geschichten an ein vernünftiges Deutsch appellieren, das überall vorzeigbar ist. Mag sein, dass ich da etwas penibel bin, aber gerade heutzutage finde ich es wichtig, der Gossensprache etwas entgegenzusetzen.
Ansonsten würde ich das Buch auch eher der Altersklasse 14-18 empfehlen. Für mich hatte es nicht viel übrig. Das einzig Gute daran war der leichte Schreibstil, der das Buch sehr schnelllebig und flüssig gemacht hat. Denn auch die Charaktere waren mir leider unsympathisch. Sogar alle bis auf einen. Und das bei mindestens vier präsenten Menschen während der gesamten Handlung.
War wohl einfach nicht mein Buch. Am Thema vorbei hätte man in der Schule gesagt und so fühlte sich das Buch für mich irgendwie an. Von Wirbelsturm Sandy gab es mir da zwischen endlosen Belanglosigkeiten zu wenig und allgemein auch viel zu wenig Ernsthaftigkeit bei dieser Thematik. Man hätte mehr daraus machen können, auch im Jugendbuch.

Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara

Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, dieses Buch zu lesen. Immerhin hat es beinahe 1000 Seiten und dazu ist es auch noch ein Werk, das nicht in der leichten Unterhaltungsliteratur angesiedelt ist. Es ist nichts zum 'Mal-eben-weglesen'. Da ich aber genau diese 'schwerwiegendere' Literatur mag und oftmals gesehen habe, wie dieses Buch die Meinungen spaltet, wie manche es hochloben und andere den Hype nicht ganz verstehen können, musste ich es im Endeffekt haben.
So stand es noch einige Tage hier und ich hab es immer wieder angesehen und mir gedacht: Wie soll ich das bloß anstellen, dich zu Ende zu lesen?
Ich habe mir das Hörbuch besorgt. Und damit ging es reibungslos. Beinahe täglich habe ich eine halbe Stunde bis Stunde gehört und das Buch hat mich somit beinahe einen Monat lang begleitet.
Die Protagonisten, insbesondere Jude und Willem sind mir so sehr ans Herz gewachsen. Es gab Momente des Schmunzelns, Momente der Trauer, Momente des Schmerzes, der sogar auf den Leser überging und es war eine so lange und ausgefüllte, intensive Geschichte, dass es sich tatsächlich anfühlte, als kenne man sie. Als wäre man in irgendeiner Form ein Teil davon.
Dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Allerdings hat es mich in einer viel tieferen Form berührt. Es berührte weniger mein Herz, sondern viel mehr meinen Geist. Mein Innerstes. Es gab Momente, da saß ich da und es wurde schwieriger, dem Sprecher zuzuhören, weil mir das Gesprochene nahe ging. Weil es mir irgendwo selbst wehtat.
Ich empfand Traurigkeit, Schmerz, Unwohlsein, Hoffnung, Liebe, Wohlwollen und alles Mögliche auf einer Ebene, die keine Emotion nach außen verlangt hat. In mir drin spielte sich ein tiefes Verständnis ab, ein tiefes Mitgefühl, welches dort anscheinend bleiben wollte und keine Tränen verlangt hat, um ausgespült zu werden. Klingt unglaublich spirituell und für manche vielleicht schwachsinnig, aber ich kann es nicht anders beschreiben, weswegen mich dieses unfassbar ergreifende Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Aber ich bin innerlich mit diesen Charakteren und mit der Geschichte verbunden und habe viel Schmerz gefühlt bei diesem Buch. Viel, viel Schmerz. Und es tut immer noch weh, an diese Momente zurückzudenken.
Allgemein hat dieses Buch eigentlich nur schwermütig verletzt, deprimiert, dramatisch gewirkt. Aber noch nie zuvor habe ich so etwas Authentisches gelesen. Für mich ist es der Inbegriff des Lebens auf der schlechten Seite. Der Inbegriff der Gefühlsebene, die Menschen erleben müssen, denen Böses widerfahren ist. Das mit Worten zum Ausdruck zu bringen ist eine wahre Kunst. Für mich ist dieses ganze Buch ein einziges Kunstwerk. Es sollte überall auf einem Podest stehen, denn für mich war es nicht mal nur ein geniales Buch. Darin steckt eine Welt, die lebendig wird, sobald man anfängt zu lesen. Sobald man die erste Seite aufschlägt und liest oder sich vorlesen lässt, was mir die Charaktere noch mal auf ganz andere Weise nahe gebracht hat, ist man drin und mit Jude verbunden.
Jude hat mir das Herz berührt. Mehr als es viele Menschen in Büchern geschafft haben und auf eine ganz eigene, ganz besondere Weise. Ich liebte ihn und ich bemitleidete ihn und ich hätte mir gewünscht, in seinen schlimmen Momenten bei ihm sein zu können. Ich habe mir während dem Hören gedacht, wie ich mit ihm umgegangen wäre, was ich zu ihm gesagt hätte. Das habe ich selten, dass ich mich Personen so nah fühle, über die ich bloß lese, dass ich gerne in die Handlung gesprungen und etwas verändert hätte.
Für mich einfach eines der besten Bücher, die existieren und definitiv ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Schwere, harte Kost. Aber in sich so wunderschön. Lebendig, echt und absolut lebensnah. Die böse und dramatische, verletzliche und qualvolle Seite des Lebens wird hier in Worte gefasst, wie es sicher selten jemand geschafft hat. Einzigartig.

Mittwoch, 19. April 2017

Mein Himmel in deinen Händen - Amy Harmon

Eigentlich hätte dieses Buch beinahe 5 Sterne verdient. Es ist unfassbar toll gewesen. In die Charaktere habe ich mich direkt auf den ersten Seiten verliebt. In beide! Es war so schön zu sehen, wie Millie, das blinde Mädchen, ihr Leben meistert und ihren autistischen Bruder Henry zuhause als Unterstützung hat und wie sie ihm ebenfalls Hilfestellung leistet. Dazu Tagg, der eigentlich ein Aufreißer ist, sich aber ziemlich schnell in Millie verliebt. Das Schicksal lässt ein Wunder entstehen, doch das Schicksal könnte es auch wieder zerplatzen lassen. Aber lest selbst. Ihr werdet dieses Buch lieben!
Der Schreibstil war wundervoll zu lesen, die Autorin hatte sehr viel Tiefgründiges in ihrem Text und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es gab etliche wunderschöne Szenen, die ich mir markiert habe, damit ich sie immer wieder direkt finde und wieder lesen kann, um wieder und wieder für einen Moment in dieses Buch und diese Geschichte abzutauchen.
Unglaublich toll, tiefgründig, witzig, schön, romantisch, keineswegs kitschig... einfach schön! Die Autorin bleibt mir wirklich positiv im Gedächtnis und ich werde gerne eines Tages wieder zu einem Buch von ihr greifen, wenn die Zeit gekommen ist. (:

Samstag, 8. April 2017

Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln - Zoran Drvenkar, Corinna Bernburg

Ein unglaublich tolles Buch mit vielen wunderschönen Gedichten, von denen manche mir persönlich direkt aus dem Herzen gesprochen haben. Ganz, ganz toll. In Kombination mit tollen Fotografien von einer Fotografin namens Corinna bestückt. 
Die Geschichte hinter dem Buch ist besonders toll, denn die Fotografin hat dem Autoren ein Jahr lang jeden Tag ein Foto geschickt, dass sie an dem jeweiligen Tag geschossen hat und er musste bis Mitternacht dazu ein Gedicht schreiben. Bei diesem Projekt sind vier Bücher entstanden, die nach Jahreszeiten eingeteilt wurden. Dieses hier startet im Sommer. Leider wurden die anderen drei Bücher bisher nicht verlegt, was mich unglaublich traurig macht, denn ich hätte sie mir womöglich alle geholt. 
Auch für Nicht-Lyrikfans kann ich dieses Buch sehr empfehlen, da es wirklich nichts mit klassischen Gedichten zu tun hat. Der Autor schafft hier mit Worten etwas ganz Eigenes und Wunderbares und es sind wirklich kleine Geschichten. Ich habe dieses Buch an zwei Tagen durchgelesen, obwohl ich selbst kein großer Gedichtefan bin. Aber das hier hat mich wirklich begeistert. Ein ganz tolles Werk, das mal wieder zeigt, wie viel man aus Worten eigentlich machen kann und dass man manchmal gar nicht viele davon braucht, um ganz Großes auszudrücken! (:

Donnerstag, 6. April 2017

Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha

Die Verse bzw. Lehren/Reden der Dhammapada sind unglaublich lesenswert für jedermann. Ich bezweifle, dass jeder dafür offen ist und bereit, aber wer sich darauf einlassen möchte, wird hier nur gewinnen. Buddhismus ist keine Religion und hat auch keine Gott. Buddha ist ein Zustand, nach dem man strebt und den jeder erreichen kann. Es ist eine Lebensweise, eine gute, moralische. Man lässt das Leiden los, die Sehnsüchte, etc. und begibt sich auf den Weg in ein losgelöstes, glückliches Leben. Die Verse in diesem Buch zeigen uns auf, wie wir diesen Weg einschlagen, wie wir unser Leben und unser Dasein und auch unser Miteinander verbessern können. Es ist ein tolles zusammengefasstes Werk von den Reden Buddhas und lehrt so unglaublich viele wertvolle Dinge. Ich kann es nur empfehlen, die Dhammapada zu lesen, zu genießen und zu verinnerlichen. Wenn jeder nur ein Stück in diese Richtung geht, könnte die Welt schon so viel schöner sein.

Mittwoch, 22. März 2017

Radikale Selbstliebe - Gala Darling

Bei diesem Buch schwanke ich zwischen vier und fünf Sternen, denn für seinen Inhalt hätte es eigentlich fünf verdient. Deswegen werde ich es eventuell noch auf fünf hochschrauben, auch wenn es mich nach der langen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, nicht total flasht. Liegt vielleicht daran, dass ich wirklich schon monatelang an dem Buch lese und es immer mal wieder hervorgeholt habe. Jetzt habe ich es endlich beendet und muss sagen: In den Momenten, in denen ich es gebraucht habe, hat es seinen Zweck erfüllt und mir sehr gut getan. Der Inhalt ist sehr motivierend, ehrlich und authentisch und wenn das Buch zur richtigen Zeit kommt, wird es im Kopf des Leser explodieren. Es wird das Leben verändern, wenn man es zulässt und die Tipps anwendet, die Gala Darling gibt.
Ich habe viel von diesem Buch gelernt und hatte ein paar tolle Momente damit. Ich kann es jedem weiterempfehlen, der lernen will, sich selbst mehr wertzuschätzen, der aus seinem Leben mehr machen will, der sich als FRAU neu erfinden will, seinen Style optimieren will und alles andere, was zur Selbstliebe dazu gehört. Es ist alles vertreten und es gibt viele Tipps und sogenannte 'Hausaufgaben', die es in jedem Kapitel bzw. in jeder großen Rubrik zu erledigen gibt. Wundervoll, denn so wird man sofort motiviert, diese Dinge auszuprobieren und sie auch tatsächlich anzuwenden. Denn das theoretische Wissen allein wird niemanden von uns weiterbringen. Ich würde empfehlen, diese Aufgaben der einzelnen Rubriken wöchentlich zu behandeln. Sprich die ersten fünf Aufgaben eine Woche lang täglich durchziehen und gucken, was passiert, aufschreiben, was sich verändert und was nicht. Rumprobieren, einfach mal machen und begeistert sein. (: Arbeitet an eurem Mindset und macht euer leben bunter und schöner und vielfältiger. Geht raus und erlebt etwas! <3 Dieses Buch macht es möglich, den ersten Schritt zu gehen. Es öffnet neue Türen.

Donnerstag, 16. März 2017

Shining - Stephen King

Die Geschichte von Shining wird spätestens so gut wie jedem durch den Film mit Jack Nicholson bekannt sein, wobei der Film doch etwas vom Buch abweicht.
Es geht um den kleinen Danny Torrance, der mit seinen Eltern ins Overlook Hotel zieht, weil sein Vater Jack dort einen Job als Hausmeister annimmt, nachdem er an der Schule, an der er gearbeitet hatte, einen Schüler geschlagen hatte. Er ist Alkoholiker und bringt mit seinen Saufgelagen Angst in die Familie. Doch er liebt seinen Sohn über alles, was in diesem Buch auch sehr deutlich wird.
Danny hat das Shining, er kann Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben und seine Gabe wird im Overlook zum Fluch. Er sieht schon vorher, dass schlimme Dinge passieren könnten und trotzdem sagt er nichts, denn seine Eltern sind seit Langem zum ersten Mal wieder glücklich und denken nicht mehr über Scheidung nach.
So nimmt das Übel seinen Lauf, als die Familie allein im geschlossenen Hotel überwintert und das Böse aus allen Poren des Gebäudes stürmt.

Mehr möchte ich zur Handlung nicht sagen, aber gerne zu meiner Meinung. Ich fand das Buch gut. Die erste Hälfte bereitete mir noch mehr Freude als die zweite, dennoch fand ich auch das Gesamtwerk ganz toll und bin irgendwie ein wenig stolz, Shining nun auch gelesen zu haben, wo ich es mir mit King doch immer so schwer tat.
Das Hörbuch fand ich auch sehr gut, es stand auf Youtube zur Verfügung und ich habe diese Gelegenheit genutzt. Das Buch war von Dietmar Wunder (Sprecher von Adam Sandler) eigesprochen und unglaublich gut. Das erste Hörbuch, das mir so richtig Spaß gemacht und mich gefesselt hat und wo es nicht schwer war, am Ball zu bleiben und auch tatsächlich zuzuhören.
Es gab Höhen und Tiefen für mich, mal hatte ich viel Lust, mal nicht so viel und zum Ende hin, war ich auch froh, dass das Buch dann bald gelesen/gehört war. Aber das hatte weniger mit der Geschichte zu tun, als mit meiner Einstellung zu dicken Büchern.
Insgesamt ein sehr atmosphärisches Werk und der kleine Danny sowie auch Jack sind mir indessen sehr ans Herz gewachsen. Mit Wendy konnte ich nicht ganz so viel anfangen komischerweise, vielleicht war sie mir in dem Ganzen einfach zu unscheinbar, umgeben von so starken Charakteren wie ihre beiden männlichen Familienmitglieder. Aber das tat dem keinen Abbruch. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und kann es durchaus weiterempfehlen, auch wenn die Geschichte für mich nach der Hälfte etwas an Reiz verlor.

Mittwoch, 15. März 2017

Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt

Ein unglaublich tolles Werk, das mich sehr überrascht hat. Nicht unbedingt dachte ich, es würde mir gefallen, aber schnell war klar: Dieses Drama ist etwas Besonderes. 'Die Physiker' ist eine Komödie mit einigen Konflikten, einigen Wendungen, die sehr überraschten und die ich ganz, ganz toll fand. Ich habe zusätzlich das Hörbuch auf Youtube gehört, das von jemandem privat eingesprochen wurde, indem er jedem Charakter eine eigene Stimme verlieh, was unglaublich professionell und ansprechend gemacht war. Das Hörbuch machte somit unglaublich viel Spaß und ich kam mir zeitweise beinahe vor wie im Theater. Eine schöne Erfahrung mit einem Werk der Dramatik. Es hat zwar nicht dafür gesorgt, dass ich sofort mehr Dramen lesen möchte, doch in diesem Fall bin ich froh, es getan zu haben und empfehle dieses Buch gerne weiter.
Im Kurzen geht es darum, dass Newton, Einstein und Möbius in einem Sanatorium sitzen und zum Ersten ein Mord geschieht, womit die Geschichte einsteigt.
Die Auflösung am Ende ist spannend und ganz anders, als man erwartet hätte. Super Geschichte, toll umgesetzt, mit viel Charakter und Können!

Dienstag, 14. März 2017

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Bis auf den Titel und die grobe Thematik dieses Werks, war mir der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde bisher nicht bekannt. Ich habe weder den Film gesehen noch das Buch gelesen und jetzt war es endlich soweit. Und ich bin froh darüber, denn das Buch hat mir sehr gut gefallen!
Ich mochte die Sprache, an die ich mich unglaublich schnell gewöhnt hatte, den mysteriösen Handlungsverlauf und auch das Geheimnis um Mr. Hyde, das unterschwellig einfach in jedem einzelnen Satz vorhanden und spürbar war. Die einzelnen Kapitel, die recht kurz gehalten wurden, flogen nur so dahin und ehe ich mich's versah, war das Buch zu Ende - und ich war zufrieden.
Es war ein Buch, das ich (bis auf die ersten 25 Seiten) nun an einem Tag durchgelesen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Werk ist, das ewig hängenbleibt, aber es war auf jeden Fall etwas, das Spaß gemacht hat, das den Leser an der Hand nahm und mit ins Dunkle zog und trotzdem nicht zu weit. Es war beinahe so, als würde man den Kopf mit Taucherbrille in das unbekannte Meer stecken, aber den Körper schön in Sicherheit auf dem Schiff lassen.
Die Stimmung, die Atmosphäre und die Sprache bildeten gemeinsam mit der Darstellung eines unglaublich interessanten Themas, nämlich der Persönlichkeitsspaltung auf ganz spektakuläre Art und Weise, ein wunderbares Ganzes. Ein richtig tolles klassisches Werk, das ich nur weiterempfehlen kann. Das Zwischenspiel von Gut und Böse und wie schnell man dem Bösen verfällt und sei es auch noch so klein... und welche Größe es dann annehmen kann, sobald man es herauslässt. Richtig gut umgesetzt und dargestellt, so nach dem Motto: Reichst du dem Teufel den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand. (: Sollte man lesen, wenn man denn möchte.

Sonntag, 12. März 2017

Die störrische Braut - Anne Tyler

Diese Adaption zu Shakespeares 'Der Widerspenstigen Zähmung' war wirklich gut. Ich habe das Originalwerk nicht gelesen und habe diese Geschichte somit sehr neutral ansehen können. Mir hat der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Er war leicht und locker und gleichzeitig zog er den Leser durch die Geschichte. Was ich besonders mochte, war der Humor. Zeitweise war er mir zu albern und zum Augen verdrehen oder Stirn zusammenziehen. Aber dann war er wieder so herrlich erfrischend und der Sarkasmus der Hauptfigur Kate war für mich ganz toll zu lesen, da das genau mein Fall ist.
Hin und wieder gab es Kommentare und Sätze in diesem Buch, die mir missfallen sind, weswegen ich von einer höheren Bewertung abgesehen habe, inklusive wegen der Sache mit der Albernheit und auch dem Gesamten an sich, was mich letztendlich nicht vom Hocker hauen konnte.
Und trotzdem würde ich dieses Buch als durchaus lesenswert bezeichnen und ich hatte auch sehr viel Spaß mit der Geschichte und den darin handelnden Personen. Man hat Pjodr mit Kate mögen gelernt und dieses leicht Skurrile in dem Buch war für mich auch mal etwas Neues.
Insgesamt empfehlenswert für vielerlei Leser.

Freitag, 10. März 2017

Der passende Mieter - Lukas Hartmann

Von diesem Buch hatte ich anderes erwartet - nämlich das, was der Klappentext verspricht. Leider bekam ich keine spannende Geschichte über einen Messerstecher, der Frauen attackiert und der im eigenen Haus einzieht. Es ging viel, viel mehr um die Familie selbst, explizit um die Mutter, die ziemlich depressiv zu sein scheint und die sehr viel damit beschäftigt ist, über ihr Leben zu jammern. Wenn ich ein Drama gewollt hätte, etwas Deprimierendes hätte lesen wollen, ein Buch in dem nur Trübsal geblasen wird, dann hätte es mir gefallen. Aber da meine Erwartungen sich in ganz andere Richtungen gedehnt hatten, konnten diese natürlich überhaupt nicht erfüllt werden. Leider war für die andere Entwicklung des Romans auch nicht gerade schön oder positiv überraschend, da das Buch tatsächlich etwas zum Trübsal blasen ist.
Der Schreibstil war toll, der Autor hat Talent zum Erzählen und auch Talent, um Emotionen zu transportieren. Aber das hier waren für mich in dem Augenblick die Falschen. Wenn ein Buch mich bloß deprimiert macht und ich auf jeder Seite das Gefühl habe, das Leben ist schlecht, dann finde ich das meist nicht so berauschend.
Trotz allem war es natürlich nicht direkt schlecht. Ich würde das Buch allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen, sondern am besten Leser, die auf genau so eine Geschichte abzielen.