Freitag, 21. Juli 2017

Spinner - Benedict Wells

Zu Anfang hatte ich wirklich das Gefühl, dass dieses Buch ein Reinfall wird. Ich bin nach 'Vom Ende der Einsamkeit' ein großer Fan von Wells geworden, allerdings war es das einzige Buch, das ich da von ihm kannte. Er hat ewig daran geschrieben und es scheint sein wichtigstes Werk zu sein. 
Das hier war gänzlich anders. Im Humor erkannte man ihn teilweise wieder und auch mochte ich gerade den im Buch sehr gerne. Das änderte wenig daran, dass ich die Hauptperson Jesper nicht so ganz leiden mochte. Er ist auch wirklich nicht der einfachste Mensch. Das liegt natürlich einigen Erlebnissen zugrunde, was auch durchaus nachvollziehbar ist, aber die Sympathie stellte sich dennoch erst am Ende etwas ein. 
Letztendlich war es ein nettes Buch für zwischendurch, das durchaus gute Ansätze bietet, aber nicht wirklich vom ganzen Talent zeugt, welches der Autor tatsächlich besitzt. Soweit ich informiert bin, ist dies sein erstes Werk. Wenn ja, dann merkt man es, aber es macht es nicht völlig mies. Wie gesagt, ich musste mal schmunzeln, fieberte mal mit, aber alles in allem war es mittelmäßig verfasst. Was alles andere als mittelmäßig war, sondern geradezu grandios, war die Idee an sich. Ich fand den Handlungsverlauf in Ordnung, manche Teile davon richtig toll und tiefgründig und gerade die letzten 50 Seiten machten nochmal einiges wett. Den letzten Teil fand ich echt super. 
Daher auch immer noch gute drei Sterne.

Dienstag, 18. Juli 2017

Der Mann schläft - Sibylle Berg

Dieses Buch hat mich unglaublich zwiespältig zurückgelassen. Einerseits ist Sibylle Berg unglaublich talentiert, ihre Sprache ist toll, sie hat die Macht eine unglaublich dichte und einnehmende Atmosphäre zu schaffen und dem Leser eine Stimmung aufzudrücken. Und gleichzeitig ist es in diesem Roman so, dass mir genau diese Stimmung leider nicht gefallen hat. Die Protagonistin hat weder ein gutes Haar am Leben, an der Menschheit noch an sich selbst gelassen und war zynisch, schwarzmalerisch, negativ und einfach verbittert. Sie war in einer endlosen Traurigkeit gefangen, einem Gefühl, das hinter der Verzweiflung kommt, diese blinde Resignation, wenn du jeden Glauben an irgendetwas längst hinter dir gelassen hast und du einfach nur noch atmest, aufstehst, isst, schläfst, ohne einen noch so kleinen Sinn darin zu sehen.
Das war ungeheuer anstrengend, selbst wenn Sibylle Berg damit eine Art Kunst geschaffen hat. Für mich war's zu viel. Es hat mich erdrückt, auf jeder einzelnen Seite. Und somit habe ich auch mit jeder Seite gekämpft. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass die Autorin ein großes Talent hat und dass sicher eines ihrer anderen Werke, mir mehr zusagen könnte. Daher werde ich ihr in Zukunft auf alle Fälle noch mal eine Chance geben, auch wenn ich weiß, dass Sibylle Berg wohl in jedem Buch so ihre negativen Ansichten einfließen lässt. Mit vielen Gedankensträngen traf meine Meinung aber auch überein und das war ganz nett. Doch letztlich war's eben immer zu viel Schwärze, zu viel Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Dennoch literarisch ein sehr hochwertiges Werk.

Sonntag, 16. Juli 2017

Paris ist immer eine gute Idee - Nicolas Barreau

Am Anfang hielt ich das Buch für ziemlich talentfrei. Die Sprache war zwar nicht schlecht, aber irgendwie konnte mich kein einziger Satz des ersten Kapitels auch nur ansatzweise packen. Doch ich gab dem Buch noch zwei-, dreimal eine Chance, weil ich es von meiner Mutter geschenkt bekommen hatte und ich es definitiv lesen wollte. Irgendwann. Jetzt, nach ein paar Jahren womöglich schon, war es soweit.
Es war auch dieses Mal am Anfang sehr zäh und nicht gerade interessant, aber mit der Zeit nahm das Buch mich dann doch mit. In der Hälfte wurde es allerdings erst wirklich interessant, was bei einer relativ niedrigen Seitenzahl eigentlich zu spät ist, aber es sei dem Autoren verziehen, da er mich am Ende doch mit der Geschichte noch überzeugen konnte. Wenn auch nicht vollends.
Als dann mal das eintrat, was der Klappentext bereits andeutet, begann das Buch mir zu gefallen. Es gab tolle Charaktere, die sehr vielseitig waren und sehr unterschiedlich. Ein paar nette und amüsante und auch spannende Situationen folgten und am Ende fügte sich jedes Detail zu einer tollen und berührenden Geschichte, die einen doch sehr berührt. Wundervoll. Somit hatte sich der zähe erste Teil doch noch gelohnt. (:

Freitag, 14. Juli 2017

Meditation - Freundschaft schließen mit sich selbst - Pema Chödrön

Ein schönes und lehrreiches Buch, gerade für Anfänger natürlich sehr geeignet. Es gab schöne Aspekte, worüber man nachdenken kann und es gibt ein paar Übungen zum Ausführen, die man sich für die Zukunft merken sollte, da sie wirklich für den ein oder anderen sehr effektiv sein können.
Ich hatte eine nette Zeit mit dem Buch, muss aber sagen, dass es mich mit der Zeit nicht mehr so packen konnte. Am Anfang fand ich es noch interessanter, obwohl gerade da eigentlich das erzählt wurde, was ich ohnehin schon alles wusste. Sehr seltsam. Am Schreibstil lag es nicht, es war schön geschrieben, auch wenn ich das Gefühl hatte, das viele Sätze mehrfach wiederholt wurden. Damit blieb die Aussage immer die gleiche und ich dachte mir so: Ja, ich hatte es schon im ersten Satz verstanden. Sie drehte irgendwie die Sätze um oder nutzte andere Wörter, die aber eben am Ende den gleichen Sinn ergaben. Das ist mir stark aufgefallen.
Dennoch ein gutes Buch für Anfänger. Für alle anderen gibt es aber auch sicher Bücher, die einem tiefere Einblicke in die Meditationspraxis geben können.

Glückskind - Steven Uhly

Eine schöne Geschichte, die zeigt, wie die Zufälle des Lebens das Schicksal der Menschen verändern kann. Hat mir gut gefallen, der Schreibstil war sehr angenehm, die Charaktere waren mal anders, voller Fassetten und auch die Handlung hatte einen spannenden Verlauf. Kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Freitag, 7. Juli 2017

Zurück ins Leben geliebt - Colleen Hoover

Colleen Hoover ist für mich eine der besten Young Adult/New Adult Autorinnen, aus einigen Gründen: Ihre Figuren sind authentisch und haben immer ihre bewegende Geschichte. Sie sind reif und doch machen sie Fehler, manchmal dumme Fehler, wie sie jeder Mensch in jedem Alter tut. Und sie schreibt angenehm und führt die Erotik sinnvoll ein, lässt sie nicht aufdringlich wirken und gibt auch der weiblichen Hauptfigur nie eine nervtötende Charaktereigenschaft, wie es in den meisten anderen Büchern ist: Grenzenlose Naivität, eine zickige Art oder einen übertriebenen Hang zum Schlampigen. Genauso wenig sind ihre männlichen Protagonisten jemals nur dumme Aufreißer, klischeemäßig und zum Augen verdrehen. Nein. Hier sind alle wundervoll. Hier und auch in den anderen Büchern der Autorin. Und dafür danke ich ihr. Sie hat Geschmack, was vielen anderen Autorinnen in diesem Genre zu fehlen scheint.
Zu dieser Geschichte kann ich nur so viel sagen, dass sie mich an drei bis vier Stellen zum Weinen gebracht hat. Sie hat mir das Herz herausgerissen und es wieder zusammengeflickt und ich habe mit diesen Menschen in diesem Buch gelitten, habe ihren Schmerz gefühlt und habe meinen eigenen mit eingebracht... Es war eine Erfahrung, dieses Buch zu lesen, auch wenn es mir nicht das geben konnte, was mir 'Weil ich Layken liebe' einst gegeben hat. Dennoch war es ein wundervolles Buch, das sehr zu empfehlen ist, wenn jemand Lust hast, eine lockere Liebesgeschichte zu lesen, die im Endeffekt so tiefgreifend ist, dass man weint. Weil es eben nicht so locker ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Christine - Stephen King

Eindeutig nicht mein liebstes Buch von King. Die Geschichte war zwar nett und unterhaltsam, aber obwohl Christine sicher unheimlich ist und vor nichts zurückschreckt, griff die Spannung hier irgendwie nicht auf mich über. Viel mehr fand ich auch, war der Fokus auf die Charaktere gelegt und das mochte ich sogar ganz gern in diesem Buch. Mir gefielen die Menschen dort, ich mochte sie, fand sie interessant und deswegen fiel es mir relativ leicht, der Geschichte zu folgen und immer dran zu bleiben, obwohl die Spannung für mich größtenteils ausblieb.
Es ist immer noch ein gutes Buch und ich bezweifle, das King jemals richtig schlechte schrieb oder schreiben wird, aber einfach nicht meins.

Wie die Luft zum Atmen - Brittainy C. Cherry

Ein Buch, das mich begeistert hat, da ich so gar nicht viel davon erwartet habe. Ich habe sehr viele gute und wenige schlechte Bewertungen gehört und doch hab ich mich von den negativen Kritiken einnehmen lassen. Ich dachte mir: Wenn das wirklich so ist, werde ich dieses Buch hassen.
Aber das war nicht der Fall. Beides nicht, denn auch das, was gesagt wurde, entspricht nicht wirklich dem Text, den ich gelesen habe. 
Ich fand dieses Buch großartig, auf seine ganz eigene Weise. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so von Emotionen sprüht, das diese tatsächlich so enorm auf den Leser - auf mich - überträgt. Ich hatte ein paar Mal Tränen in den Augen beim Lesen, habe aber auch oft gelacht, laut gelacht! Und dann habe ich einmal zu weinen begonnen, denn dieses Buch hat mir ein wenig das Herz gebrochen. Es hat mich so mitgerissen und mitgenommen, emotional wie gedanklich. Ich war wie gefangen und konnte nicht aufhören zu lesen. Ich hatte an manchen Stellen Angst, weiterzulesen, weil ich Dinge ahnte, weil ich mich vor Dingen - und vor Gefühlen - fürchtete. Es war ein Erlebnis und es ist ewig her, wenn es denn überhaupt mal so war, dass mich ein Buch so sehr verletzen und gleichzeitig doch so glücklich machen konnte. 
Der Humor war toll, die Charaktere waren super, die Storyline war voller Überraschungen und krasser Wendungen. Es war spannend, lustig, leidenschaftlich, traurig, turbulent und wunderschön. Eine wahre Leseempfehlung von mir.

Wir fliegen, wenn wir fallen - Ava Reed

Ein nettes Jugendbuch, das für die Zielgruppe sicher ganz okay ist. Leider konnte es mich nicht wirklich berühren oder mitreißen, obwohl die Grundstory richtig toll ist. Mein größtes Problem war, dass die Situationen, in die beide Charaktere geworfen werden, weil sie die Wünsche eines alten Mannes erfüllen, der der Großvater der männlichen Hauptperson ist und am Anfang des Buches bereits stirbt. Leider werden diese Momente nämlich nicht wirklich ausgefüllt. Es gibt manche Momente, die relativ lang sind, hingegen sind die meisten aber unglaublich kurz und somit gehen sie nicht gerade unter die Haut. Ich habe nun nach ein paar Tagen schon etwas Mühe, mich zurückzuerinnern. Bis auf den Anfang, das Ende und eine Passage im Dschungel und unter dem Sternenhimmel, ist mir nichts auf Anhieb geblieben und ich müsste tatsächlich nachdenken, was die beiden Menschen hier eigentlich alles erlebt haben. Schade.
Aber für Menschen, die noch im Alter der Zielgruppe sind, vielleicht viel besser und schöner und ergreifender. Das Gute an der Kürze des Buches, waren die kurzen Kapitel, welche in in Büchern immer sehr begrüße.

Freitag, 30. Juni 2017

Saving Grace - B. A. Paris

Die Thematik dieses Thrillers war klasse, aber ich bin der Meinung, dass man an manchen Stellen mehr daraus hätte machen können. Der Schreibstil war gut und schnell zu lesen, sodass man sich wirklich leicht auf diese Geschichte einlassen konnte. Man war schnell gefangen. 
Allerdings empfand ich Jacks Psychopathie teilweise als langweilig, da er für Grace immer wieder dieselben Bestrafungen in petto hatte und die Handlung somit oft so vorhersehbar war, dass ich das Gefühl hatte, immer wieder die Rücklauftaste zu betätigen. 
Was mir gut an dem Buch gefallen hatte, war das Ende. Und nein, das meine ich nicht ironisch, im Sinne von 'schön, dass es vorbei war', sondern das Ende war tatsächlich gut geschrieben und war spannend und mitreißend.
Ich könnte mir das Ganze auch sehr gut verfilmt vorstellen und teilweise finde ich, käme das sogar auf der Leinwand besser rüber als wie hier im Buch.
Ich fand manche Dinge recht schwammig und es kam mir vor wie schnell hingesaut. Die Beziehung von Grace zu ihrer Schwester Millie beispielsweise. Alles war nett gezeichnet und natürlich hatten alle Charaktere so ihre Persönlichkeit, aber so richtig rund fand ich das dann nicht.
Interessant war, dass man sich natürlich selbst einen Ausweg für Grace zurechtlegte und natürlich immer mit Hoffnung dabei war und dass auch die Beziehungen zu gewissen neugewonnenen Freunden spannend waren. 
Es gab bei diesem Buch durchaus gute Ansätze, aber manchmal hätte ich mir vielleicht einfach etwas mehr gewünscht. Mehr Tiefgang vielleicht. So war die Handlung aber eben ziemlich schnell abgehandelt und das einzige, was wirklich gelungen war, war das Grundgerüst: Nämlich Jack als Psychopath. Es war durchaus eine klasse Idee, die die Autorin hier aufgeschrieben hat und daher finde ich, dass ein paar gute Schauspieler aus diesem Thriller etwas Geniales machen könnten.
Für mich gibt es eben manche Geschichten, die nicht als Buch funktionieren, sondern als Film viel mehr Wirkung erzielen und dieses hier war für mich so eine.
Aber allgemein, auch wenn das jetzt gar nicht so klingen mag, mochte ich das Buch schon. Es hatte seine guten und fesselnden Seiten, aber es ist in meinen Augen eben noch durchaus ausbaufähig.
Genervt hatte mich beispielsweise die absolute Naivität der Protagonistin. Teilweise fand ich es direkt zu Anfang relativ unglaubwürdig, ob sich jemand wirklich so schnell und in dieser Form an einem Mann binden würde. Klar, es gibt immer solche Fälle, aber ... ich fand das schon etwas armselig. Als gäbe es keinen Mann auf der Welt, der sie mit ihrer Schwester mit Down-Syndrom lieben könnte, hängt sie sich gleich mit allen Mitteln an den, der ihr das Blaue vom Himmel runterlügt und zweifelt noch nicht einen Moment an irgendetwas. Sogar ihren Job soll sie aufgeben und sie tut das, ohne es mal zu hinterfragen. Was soll denn das? Lässt man sich wirklich für die Liebe mit 32 Jahren Job und Karriere und Leben wegnehmen, nur weil der Mann will, dass jemand zuhause ist, wenn ER nach Hause kommt? ... Das waren Dinge, bei denen ich einfach nur den Kopf schütteln konnte. Gleichermaßen fand ich dann natürlich immer mehr Kleinigkeiten, die mir auf die Nerven gingen, da Grace mir ab und an vorkam, als hätte sie gar keinen Verstand. Ihre Handlungen waren in ein bis zwei Fällen so sinnlos und einfach dumm, dass ich mich laut aufgeregt habe. Und allgemein dieses perfekte Getue von Grace in der Gegenwart von anderen, wenn man als Leser wusste, wer Jack eigentlich ist. Man kann es positiv oder negativ sehen, dass mich dieses Szenario in den Wahnsinn getrieben und zum Augenrollen gebracht hat. Das Buch ließ mich auf jeden Fall nicht kalt. Aber begeistern konnte es mich eben auch nicht. Schlichtweg war es okay. (:

Mittwoch, 28. Juni 2017

Frühling in Paris - Fiona Blum

Ich hätte nicht gedacht, dass es gerade dieses Buch sein würde, das mich so begeistert. Auch, wenn es von mir keine fünf Sterne bekommt, sondern nur vier, da viereinhalb ja nicht möglich ist auf diesem Portal, ist es eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Natürlich möchte ich auch erläutern, warum das so ist.
Zu Anfang hat mich dieser Schreibstil an Filme wie 'Die fabelhafte Welt der Amélie' erinnert, in denen es einen Sprecher gibt, der die Geschichte erzählt. So ähnlich klang die Sprache in diesem Buch für mich. Den französischen Charme hat das durch den Vergleich mit dem oben genannten Film natürlich schon mal unterstützt, aber auch abgesehen davon, klang es wie im Film - aber wunderschön.
Je länger ich las, umso mehr hat sich dieses Gefühl natürlich verflüchtigt und man gewöhnte sich daran, doch was blieb, war dieser subtil romantische Unterton, der das ganze leicht, aber atmosphärisch machte, träumerisch und trotzdem noch auf dem Boden der Tatsachen. Man fühlte sich getragen von den Worten und man konnte wie von einer Wolke aus, hinab auf Louise Barclay schauen, die ihr kleines Café in Paris eröffnet und damit die Menschen um sich herum berührt, obwohl dies gar nicht in ihrer Absicht lag.
Die Geschichten der einzelnen Personen in dem Buch sind allesamt so unterschiedlich und doch verbindet sie alle eins: Ein großer Traum, der geplatzt ist oder sich einfach in Luft aufgelöst hat.
Doch dieser Roman erzählt nicht nur von Träumen sondern auch von dem Leben, der Liebe, dem Tod, dem Verlust, vom Neubeginn, von Wegen, die man gehen muss, von Entscheidungen, die gefällt werden müssen, von Freundschaft und Ängsten, von Erinnerungen und Leid und von einem Lächeln, das andere wieder aufwecken kann.
Dieses Buch war wundervoll. Und ich würde mir wünschen, dass es jeder liest.

Freitag, 23. Juni 2017

Das Parfum - Patrick Süskind

Das Parfum habe ich natürlich auch bereits als Film geschaut, vor einigen Jahren, und empfand die Geschichte als außergewöhnlich und gut. Das Buch las ich nun zum ersten Mal, da es mir in der Schule als Pflichtlektüre verwehrt oder erspart blieb, wie man es nimmt. Denn in der Schule hätte ich es womöglich noch nicht gemocht.
Nun, heute, kann ich sagen, dass mich vor allem der Schreibstil von Patrick Süskind sehr begeistert hat und auch der Sprecher des Hörbuchs, Hans Korte, hat das Hören zwischendurch unglaublich angenehm und spannend gemacht.
Die Geschichte konnte mich nicht ganz so mitreißen, was aber mitunter daran lag, dass ich sie eben schon kannte. Dennoch, es hat mir nicht immer so viel Spaß gemacht, zu lesen, weswegen ich irgendwann zum Hörbuch griff. Der Schreibstil aber hat mir über das ganze Buch hinweg sehr gefallen und gerade zu Anfang, fand ich, spürte man das große Talent dahinter.
Es ist ein sehr eindringlicher Roman mit seltsamen, eher unsympathischen Figuren und es ist niemand da, mit dem man sich identifizieren kann, was das Ganze vielleicht auch etwas schwieriger gestaltet, Zugang zur Geschichte zu finden. Bzw. Interesse daran zu entfalten und zu behalten.
Doch die Story bietet etwas Besonderes und man kann sie durchaus gelesen haben.
Leider muss ich aber bei meiner Meinung bleiben und sagen, dass die erste Hälfte des Buches immer noch am Spannendsten war und das alles, was danach kam, irgendwie nicht mehr richtig auf mich wirken konnte. Dennoch gibt es für das Gesamtpaket, die Idee, die Charaktere und den Schreibstil, drei Sterne.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen - Abbi Waxman

Dieses Buch entspringt einem Genre, welches ich normalerweise nicht lese. Dennoch hat es mich bei Erscheinen angesprochen und ich hab es nicht bereut. Als ich mit dem Hörbuch begonnen habe, war ich mir sehr unschlüssig, ob ich weiterhören soll oder nicht, konnte aber dann aus irgendeinem Grund nicht aufhören. Ich wollte dieses Buch lesen, denn Bücher, die ich nicht lese, werden wieder weggegeben. Und ich wollte es nicht hergeben, wieso auch immer.
Nun, nachdem ich es beendet hatte, fand ich es gut. Nicht herausragend, aber gut. Mit der Zeit habe ich mich an die Charaktere gewöhnt, ich mochte die Kinder der Hauptperson, da sie sehr amüsant waren und clever und die Hauptperson an sich war auch relativ sympathisch.
Auf den ersten 100 Seiten wurde mir zu viel über Pflanzen geredet und wenn nicht darüber, dann kam es mir belanglos vor. Es passierte nichts, weswegen ich mir dieses Buch gekauft hatte.
In der Mitte des Buches habe ich dann die ruhige Art der Geschichte und auch ihre Charaktere dann doch endlich lieben gelernt und das Hörbuch genossen. Es war schön, Lilian durch die Geschichte zu begleiten, durch die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, den sie so sehr liebt und vermisst, und zu sehen, wie sich, obwohl sie nicht loslassen kann, etwas Neues entwickelt.
Schön waren auch die Nebensächlichkeiten, die Leben der anderen Personen in diesem Buch. Insgesamt war es einfach mitten aus dem Leben gegriffen und vielleicht war es deswegen auch nicht so überaus spannend. Es war schlichtweg normal, nicht überzogen, nicht extra aufgebauscht... es war eine einfache Lebensgeschichte, so wie sie ein Nachbar von uns haben könnte. Und genau das fand ich am Ende so unglaublich toll und authentisch.
Ich kann die Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen an Menschen, die einen zarten und schönen Humor mögen, die ruhige Geschichten zum Eintauchen und Entspannen lieben und wirklich etwas brauchen, das sie beruhigt oder vom eigenen Alltag ablenkt. Etwas, das Liebe beinhaltet aber überhaupt nicht kitschig ist, natürliche Charaktere hat, die authentisch sprechen und handeln und mit dem ein oder anderen flotten Spruch punkten. Super. (: Hat mir Spaß gemacht.

Montag, 19. Juni 2017

Der goldene Handschuh - Heinz Strunk

Wenn ich mit dieser Rezension fertig bin, werde ich wohl selbst nicht mehr ganz verstehen, warum das Buch von mir eigentlich vier Sterne bekommt. Vielleicht aber doch!
Kurzum sei gesagt: Wenn man dieses Buch als das nimmt, was es ist, nämlich ein Milieuroman, dann ist er grandios. Und das steht außer Zweifel, denn Strunk hat eine absolut kranke und verquere Psyche eines bereits in der Kindheit physisch und psychisch geschädigten Menschen aufgezeigt und uns mit diesem Buche nahegebracht. Schonungslos wie sonst kaum einer.
Wir begleiten den Serienmörder Fritz Honka, der tatsächlich existiert hat und in den Siebzigern seine Morde begangen hat. Milieutaten, wie man es nannte, denn viele Menschen waren wohl der Ansicht, dass es an der Tagesordnung oder zumindest beinahe normal war, in dieser Gesellschaftsschicht Morde zu begehen oder mal kurz den Verstand zu verlieren.
Wenn man dieses Buch liest, könnte man der selben Ansicht erliegen, denn das, was dort abgeht, ist wirklich unter aller Kanone und jeder, der in diesen Strom gerät, könnte wohl dazu fähig sein, jemanden umzubringen. Wahrscheinlich dann auch noch zugedröhnt wie sonst was.
Vom Stilistischen her, der sprachlichen Ebene, war die Figur des Fritz Honka unglaublich gut dargestellt. Gut im Sinne von 'passend' und 'authentisch', so schlimm das auch ist. Der Wahnsinn in ihm war greifbar, so greifbar, dass man wirklich Angst vor diesem Menschen bekam. Angst aber eher, weil man eben in diesem Buch auch die Gedanken von ihm mitbekommt und die waren nun wirklich mehr als krank.
Allgemein bestand das ganze Buch aus jeder Menge Perversitäten, Fäkalsprache, Kraftausdrücken, mehr als nur animalischen sexuellen Trieben, Gewalt und lauter abstoßenden, primitiven, ekligen und widerwärtigen Gedanken. Vor allem aber kranke Gedanken. So krank und abstoßend, dass ich mich kaum wage, etwas zu zitieren.
Aber man muss hier auf einiges gefasst sein und dieses Buch ist weder etwas für Kinder unter 18 noch etwas für zarte Gemüter. Man muss eine hingesaute, asoziale Sprache abkönnen und das hier unter diesen Umständen irgendwie noch als Kunst ansehen können.
Denn das Buch ist keinesfalls schlecht, im Gegenteil. Es ist ein Meisterwerk, wie authentisch Strunk hier ein, den meisten von uns fremdes Milieu, beschreibt. Deswegen auch die vier Sterne.
Es war abstoßend aber auch interessant. In einer Form fesselnd und gleichzeitig wieder kaum zu ertragen. (: Super, wenn ein Schriftsteller das hinbekommt.
In dem Wissen, dass Strunk auch Entertainer und Humorist ist, fand ich auch, dass das Buch eine amüsante Spur hatte. Doch das, was als lustig-überzogen klingt, ist wohl tatsächlich der wahre Alltag eines so tief gesunkenen Menschen, wie es sich hier in dieser Berliner Zone abspielt.

Darm mit Charme - Giulia Enders

Der Darm ist wohl mit unser wichtigstes Organ, wenn es um die gesunde Körperfunktion geht und zum Überleben brauchen wir ihn natürlich auch. Leider war auch ich jemand, der nicht viel über dieses Organ wusste, dass doch den ganzen Tag in mir arbeitet und wo viel für mich tut. Dank diesem Buch ist das nun anders.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, in neue Gefilde einzutauchen und mal zu sehen, übrigens auf sehr humorvolle, ansprechende Art, was in mir drin eigentlich so passiert.
Man hat auch viel dazugelernt, was den Alltag betrifft, Antibiotika und Probiotika, ebenso gab es ein paar kleine Erläuterung zum Thema Ernährung: Präbiotika.
Genau da setze ich nun an, weshalb das Buch keine fünf sondern nur vier Sterne von mir bekommen hat. Ich hätte mir beim Lesen sehr doll gewünscht, dass es ein paar mehr Tipps gegeben hätte, wie man sich denn nun gesund ballaststoffreich ernährt, sodass Präbiotika in uns gut arbeiten und wachsen und auf unsere Gesundheit achten kann, unser Immunsystem stärkt und so weiter. Es gab durchaus in diesem Buch kleine Tipps wie Spargel und Kartoffelsalat, aber ich hätte mir mehr gewünscht, eine Anzahl an Nahrungsmitteln, die gut dafür geeignet sind, den Darm gesund und leistungsfähig zu erhalten. Zum Glück kann man ja aber nach dem Lesen auch noch selbst recherchieren. (: Doch mir sind die Expertentipps lieber als die aus dem Internet, selbst, wenn sie vorgeblich auch von solchen verfasst worden sind.
Im Gesamten aber ohne Zweifel ein Buch, das ich jedem empfehlen würde, auch wenn ich finde, dass man das Buch noch hätte mit ein paar wenigen Zusätzen füllen können. Aber letztlich ging es ja auch um die Funktion des Darms und nicht um die Ernährung, die für ihn gut wäre.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schachnovelle - Stefan Zweig

'Schachnovelle' war für mich das erste Werk von Stefan Zweig und eines der ganz wenigen Werke, die ich bisher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges las.
Ich fand interessant, dass es eine Rahmenhandlung gibt, die das Schachspiel behandelt und eine Binnenhandlung, die eigentlich die Kernaussage der Novelle hervorhebt. Da dieses Buch während des Krieges verfasst wurde und Zweigs Geschichte sicherlich in diese Novelle miteingespielt hat, war es für mich umso spannender, da mal näher hinzuschauen und ich habe mich sehr gefreut, dieses Werk für die Schule lesen zu können.
Allerdings muss ich sagen, dass die Novelle an sich, mich weniger begeistert hat, als die Handlung, die sie beinhaltet und auch zum Ausdruck bringt. Woran es genau lag, kann ich derzeit noch nicht einmal genau sagen. Ich vermute aber, dass es an den Charakteren lag, die für mich trotz ihrer optischen Beschreibungen, die Zweig unglaublich toll gelungen sind, sehr blass und austauschbar blieben. Ich konnte mich mit niemandem auf eine Weise identifizieren und ich kam mir beim Lesen so vor, als würde ich Schatten beobachten, aber keine richtigen Menschen. Da hat mir wirklich etwas gefehlt. Womöglich lag das aber auch an der Novellenform, eine Literaturgattung, die mir bisher noch nicht untergekommen war, in der Form, und zu der ich auch absichtlich selten greifen würde.
Was ich positiv anmerken kann, ist der Schreibstil. Dieser ist wirklich toll und obwohl er doch relativ anspruchsvoll ist, liest er sich leicht und flüssig und man kommt schnell damit zurecht. Dieser einfache Teil von Zweigs Sprache, führt wirklich dazu, dass man diese Geschichte ohne Unterbrechung lesen und - wenn das mit den schwammigen Bildern der Charaktere, diese seltsam farblose Distanz nicht nicht wäre - völlig darin versinken könnte.
Das so in den Himmel gelobte 'Seelenleben', welches Zweig laut vieler Aussagen unglaublich gut formulieren könnte, fiel mir nicht im größten Maße auf, aber es war vorhanden. Da ich mich allgemein bisher relativ wenig mit klassischen Werken auseinandergesetzt habe, mag es an mir liegen. In der heutigen Literatur ist man andere Stilmittel gewohnt.
Dennoch hat Zweig für mich hier gute Arbeit geleistet und ich wäre nicht abgeneigt, vielleicht beizeiten ein anderes Werk von ihm zu lesen, denn interessante gibt es allemal.
Die Schachnovelle war für mich nun ein Buch, dass ich auf alle Fälle mochte, welches aber nicht zu meinen liebsten Klassikern aufsteigen wird. Dennoch ein Buch, das es zu lesen lohnt, vor allem, wenn man etwas über die frühere Zeit erfahren möchte, auch wenn man davon in einer Novelle natürlich auch nicht allzu viel präsentiert bekommt.

Montag, 12. Juni 2017

Der Glühwürmchensommer - Gilles Paris

In diesem Buch begleiten wir einen neunjährigen Jungen mit seiner Familie, in der es derzeit zwei Mütter gibt, in ihren Sommerurlaub in der Provence. Er träumt davon, dass seine Eltern wieder zusammenkommen, da sie sich noch lieben und eher durch fehlendes Können als Wollen nicht mehr zusammen leben. In der Provence ereignet sich dann etwas Seltsames und Magisches, was ungeahnt mit seiner Familie verbunden ist...

Eine nette Geschichte, die leider keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen konnte. Die Sprache war flüssig und für einen neunjährigen Erzähler erwachsen und reif und tiefgründig. Es gab ein paar Stellen, die ich mir markiert habe, weil sie schöne Überlegungen enthielten, aber ansonsten war der Schreibstil für mich bloß ruhig und samtig. Es ist ein Wohlfühlbuch, in dem nicht sehr viel passiert und relativ viel Wert auf das Gefühlsleben des Jungen und eben die Erlebnisse gelegt werden. Man erfährt einiges drumherum und über ein paar Menschen, die eine mehr oder minder große Rolle in der Geschichte spielen.
Doch letztendlich bemerkte ich immer wieder, dass es sehr viele Stellen im Roman gab, die man hätte getrost weglassen können, ohne von der eigentlichen Story etwas Wichtiges zu verpassen. Das hat mir nicht gefallen, da es sich auch während des Lesens für mich bereits als plätschernd und langweilig herausstellte. Vieles kam mir einfach irrelevant vor.
Dennoch hatte die Kernaussage etwas Tolles und auch der Hauptanteil der Geschichte war wirklich eine nette Idee. Was daraus entstanden ist, konnte mich dann leider nicht begeistern.
Dennoch würde ich das Buch Menschen empfehlen können, die sich gerne in einer stillen Handlung verlieren und abschalten wollen, die vielleicht einen Sommerurlaub herbeisehnen und dabei ganz geschmeidig und ruhig etwas entdecken wollen.

Freitag, 9. Juni 2017

Fünf Meter unter dem Meer - Tilmann Bünz

In diesem Buch erfährt man unglaublich viel über die Niederländer, ihre Eigenheiten und Traditionen aber genauso auch einiges über die politische und geschichtliche Vergangenheit des Landes, die Nachwehen des Krieges und die Beziehung zum deutschen Nachbar.
Ich fand es wundervoll, mehr über die Niederlande zu erfahren, tiefer in das Land und die Menschen dort einzutauchen, mehr über ihre Mentalität zu erfahren und das meiste daran lieben zu lernen.
Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, der sich für ein Land interessiert und dieses hier gern näher kennenlernen möchte.
Es ist humorvoll und trotzdem auch mal ernst, aber nie trocken. Es liest sich wundervoll und macht Spaß.

Da ich in manchen Rezensionen gelesen habe, das Buch sei nur eine Autobiographie, aber man würde kaum etwas über das Land lernen, sage ich dazu kurz eines:
Das stimmt überhaupt nicht. Noch nicht einmal habe ich einen autobiographischen Zug erspürt, der NICHT mit etwas Wissenswertem aus den Niederlanden einherging oder dies wundervoll eingeleitet hat. Ich meine, nur, weil der Autor erwähnt, dass er mit einem Freund damals als Gymnasiast das erste Mal Amsterdam besucht hat und erste Erfahrungen mit dem Leben dort machte, ist das noch lange nicht 'zu autobiographisch'. Im Gegenteil, er erzählt wundervoll dabei, wie Amsterdam damals war und was heute noch gleich ist und was sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Dieses Buch ist das Ebenbild eines wundervollen Landes und wer sich dafür begeistern kann, sollte das Buch hier keinesfalls verpassen!

Donnerstag, 8. Juni 2017

Landliebe - Jana Lukas

Mithilfe des Hörbuchs war dieses Buch wirklich eine kurzweilige Unterhaltung und schnell 'erledigt'. Viel hängen bleibt da aber auch wirklich nicht.
Es geht um eine Dame, die an der Sendung 'Landliebe' teilnimmt, weil sie 10.000 Euro braucht, um Schulden zu bezahlen, da sie ein Kunstwerk zerstört hat.
Der Mann, der an dieser Sendung teilnimmt, braucht das Geld ebenfalls um sein Weingut zu erhalten. Die beiden gehen ohne den Glauben an die Liebe heran und verlieben sich natürlich trotzdem. Klar. Und selbstverständlich geht das alles nicht ohne endlos lange Komplikationen. Er will sie und will sie nicht und er hat Gründe dafür, über die er nicht spricht. Super, wir sehen: Das alte Klischee.
Ich muss sagen, dennoch konnte das Buch in gewisser Form unterhalten. Normalerweise ist es nicht ganz mein Genre, aber aus irgendeinem Grund hat dieses Buch mich doch gereizt. Und sei es nur wegen dem quietschbunten Cover gewesen, das so gut in den Sommer passt. Es wirkt fröhlich. Genau so eine Geschichte hatte ich mir erhofft.
Fröhlich war's, allerdings standen die Komplikationen im Vordergrund und der Kampf um's Weingut. Es gab ganz nette Charaktere, die - mit Ausnahme der Hauptcharaktere - ziemlich unspektakulär und austauschbar gewesen sind.
Trotzdem war es eine ganz nette und heimelige Atmosphäre, die einem die Zeit vertrieben hat. Es war aber nicht mehr als mittelmäßig, wenn, dann eher weniger als das. Eine nette Geschichte, die allerdings keine großen Geheimnisse, Spannungsbögen oder harmonische Momente barg. Es war einfach seicht und leicht und ab und zu mal süß. Ich hätte es mir etwa vollmundiger gewünscht, wie der Wein, über den oft gesprochen wird. Leider war es eher wie abgestandener Sprudel, schmeckt fad und macht nur wenig Spaß. (: Dennoch für Fans des Genres vielleicht einen Blick wert, wer weiß. Ich hab dann doch schon besseres aus diesem Teil der Literatur gelesen.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Die gelbe Tapete - Charlotte Perkins Gilman

Ein Buch, von dem man einst glaubte, es könnte einen verrückt machen, wurde geschrieben, um genau das zu verhindern. Es soll verhindern, sich verrückt machen zu lassen, sagt die Autorin selbst im Nachwort ihrer Geschichte 'Die gelbe Tapete'.
Das Nachwort und die angehängte Biographie der Autorin ist überaus interessant und mindestens genauso spannend, wie die Geschichte selbst, die mit ihren knapp 50 Seiten doch unglaublich viel aussagt.
Der Schreibstil ist schlicht und kurzweilig und beschreibt die Gedanken einer Frau, die wegen Depressionen in einem Dachzimmer ausruhen und gesunden soll, welches von einer gelben Tapete geziert ist, die unglaubliche Muster in sich birgt, welche sich des Nachts sogar verändern zu scheinen. Man verbietet der Dame das Schreiben und jegliche Anstrengung und sie tut es heimlich, weil sie ihre Gedanken über diese Tapete, die sie einerseits fürchtet und andererseits mit beinahe krankhaftem Interesse studiert, niederschreiben muss und möchte.
Diese Geschichte ist kurz aber grandios und ich kann sie jedem empfehlen, der sich mit Geisteskrankheit und mit Fehlbehandlungen beschäftigen möchte oder der eben auch einfach mal etwas ganz anderes lesen will, aus ebenso noch einer völlig anderen Zeit.
Für mich haben sich daher die 14,90 für dieses kleine Buch wirklich gelohnt.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Bienensterben - Lisa O'Donnell

Ein unglaublich geniales Buch und zum Glück habe ich es nicht ausgemistet. Denn die letzten Monate hatte ich nie Lust auf das Buch und dachte mir immer, es wäre auch ok, wenn ich es nicht lese. Aber verdammt - ich bin froh, dass ich mich jetzt dazu gezwungen habe, damit anzufangen, denn als ich über die ersten fünf Seiten hinaus war, konnte ich nicht mehr damit aufhören! Dabei hatte ich es vor zwei Jahren ca. schon mal zu lesen angefangen! :D

Dieses Buch ist eine Glanzleistung. Noch nie habe ich in einem so kurzen Buch so genial strukturierte Charaktere gesehen. Jeder Mensch in dieser Geschichte ist völlig anders gestrickt als der andere und das Millieu ist schrecklich, in dem sie leben, jeder hat seine Vergangenheit, jeder etwas Schlimmes erlebt und man möge meinen, dass die meisten Menschen durch ihre Art und Weise auch unympathisch wirken könnten, aber nein. Das Gegenteil ist der Fall. Mir sind viele dieser Leute so unfassbar ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass dieses Buch mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Geniale Handlung, geniale Charaktere, gute Sprache, die einen Wiedererkennungswert vorweist und ein Setting, das das Ganze richtig gut abrundet. Ein Diamant unter den Büchern!!

Dienstag, 23. Mai 2017

Pippi Longstocking - Astrid Lindgren

Mein erstes englisches Buch. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis ich es beendet hatte und ich fand es natürlich toll. Pippi Langstrumpf hat mich seit meiner Kindheit durchs Leben begleitet und daher war mir die Geschichte natürlich durch die Filme bekannt. Gelesen habe ich das Buch allerdings zuvor nie. Es war schön, etwas Leichtes auf englisch zu lesen, das man ein wenig kennt und wo man sich auch mit ein paar fehlenden Vokabeln reinfallen lassen konnte.
Eine tolle Erfahrung mit einer tollen Geschichte, die mit Humor und Pippis Persönlichkeit zu überzeugen weiß. Kann ich natürlich nur weiterempfehlen. (:

Montag, 22. Mai 2017

Lichterloh - Sofie Laguna

Hester wird von ihren Eltern zuhause versteckt und eingesperrt, weil sie für sie eine Schande darstellt. Sie putzt, wird bei einem 'Vergehen' im Hängeraum an den Armen aufgehängt, hat nichts als ihre Kinderbibel und Freunde aus dem Haushalt, die zu ihr sprechen, wie Kochlöffel, Tisch, Axt oder Türknauf. Sie darf nicht zur Schule und wird behandelt wie Dreck.
Doch eines Tages wagt sie sich, den Türknauf zu drehen und als dann auch noch jemand vom Jugendamt kommt, um das Kind zu untersuchen und für schultauglich zu erklären, wächst in Hester etwas heran. Der kleine Duft von Freiheit bringt ihr Innerstes in Wallung.

Dieses Buch lag drei Jahre auf meinem SuB, seitdem mein Vater es mir einmal mitgebracht hatte. Ich hatte es sofort geliebt und wusste mit dem Klappentext und den ersten Zeilen, dass es etwas ganz Besonderes für mich sein würde. Doch erst jetzt kam die richtige Zeit dafür und ich habe es natürlich verschlungen. Sofern man dies konnte, denn der Schreibstil ist sehr bildhaft, sehr dicht, atmosphärisch und dichterisch. Es gibt tausende Metaphern und Personalisierungen, aber auf eine unglaublich authentische Weise, die ich sehr zu schätzen wusste.
Sofie Laguna ist für mich eine Wortkünstlerin und sie hat mit ihrer Sprache etwas erschaffen, das ich so noch nie erlebt habe. Es war wundervoll, eine Reise in ein anderes Leben. In Hester hinein, in ihre Gedanken und Gefühle, in ihre Naivität und Dummheit, die von Unwissenheit rührt, weil sie nichts kennt außer ihr Haus und ihre schäbigen Eltern, die sie Sack und Stiefel nennt.

Es war unfassbar, häusliche Gewalt so nah zu erleben, in einer so neuen Art und Weise. In einer Weise, die unterschwellig, so nebenher, beinahe wie ein Märchen klang. Eine erträumte Geschichte, um der Realität ein klein wenig Macht zu nehmen. Um alles ein klein wenig erträglicher zu machen. Und doch schlägt jede Seite - gar jedes Wort - ein wie ein Meteorit.

Wortgewaltig, bildgewaltig, atmosphärisch, beklemmend, traurig, wütend machend, Hoffnung schürend und poetisch kommt dieses kurze Buch daher und es hätte keine weitere Seite gebraucht. In diesen 174 Seiten steckte mehr als in so vielen 500 Seiten Büchern.
Sofie Laguna ist für mich definitiv eine der besten Autorinnen unserer Zeit. Eine wahre Empfehlung von mir.

Freitag, 19. Mai 2017

Goat Mountain - Davin Vann

Goat Mountain ist ein Buch, für das man starke Nerven und einen guten Magen braucht. Es ist nicht unbedingt das Blutige, das einem die Übelkeit bringt, sondern diese absolut rohe Gewalt, die in diesem Buch herrscht und die einen immer wieder Erschaudern lässt.
Ich muss zugeben, dass ich ein paar kurze Kapitel übersprungen, bzw. quergelesen habe, als es um den Tod an einem Hirsch ging. Klar, wenn man weiß, worum es in dem Buch geht - um Hirschjagd - dann sollte man sich darauf einstellen, dass so was auch thematisiert wird, aber es ging nicht um die Jagd an sich, die mir zu viel wurde, sondern die Art und Weise, wie mit einem sterbenden Tier umgegangen wurde. Es war einfach abartig für mich und unfassbar, wie boshaft und gefühlskalt manche Menschen sein können und gerade bei Tieren hab ich da einfach ein großes Sensibilitätsproblem. (Wobei das für mich allerdings nicht als Problem sondern als Segen gilt!)
Doch der Rest des Buches ging mir ins Fleisch. Mitzubekommen, wie die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen sind, dass es immer noch ein Stück tiefer und grausamer geht, war wirklich erschreckend. Es gibt Bücher, Filme und wahre Geschichten, da erlebt der Leser oder Zuschauer eine Art Faszination. Doch hier war es einfach nur so kalt und grausam, dass in mir keine noch so winzig kleine Faszination des Bösen überblieb oder überhaupt aufkam.
Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass dieses Buch den Leser dadurch natürlich dennoch am Ball hält. Wenn man dem Menschen etwas vorsetzt, dass er nicht kennt oder vor dem er sich fürchtet, es jedoch aus der Ferne betrachten kann, wird er hinschauen wollen. Oft jedenfalls. Und so oder so ähnlich war es eben hier. So abstoßend es auch war, etwas von mir wollte wissen, wie es zu Ende geht. Wie die Menschen in diesem Buch sich jeweils während diesen 260 Seiten entwickelt haben, war deutlicher als sonst irgendetwas. Welch starke Persönlichkeiten hier handeln und wie unterschiedlich sie sind, obwohl sie alle eine große Gemeinsamkeit haben. Das Jagen. Doch wie die Moralvorstellung jedes Einzelnen waren, fand ich großartig geschildert.
Ich selbst fühlte mich, nach dem Tod des Mannes, den der kleine Junge in diesem Buch erschießt und keinerlei Mitgefühl oder Schuld in sich trägt, in diesem Buch gefangen. Ich war mit in diesem Wald, ich war mit in den Bergen und ich war zwischen dem gnadenlosen Großvater, dem kleinen Jungen, der nicht kapiert, was er getan hat und dem Vater, der verzweifelt versucht eine passable Lösung für alle zu finden, gefangen. Und ich fühlte mich erdrückt und eingeengt, verängstigt. Ich wusste nicht, was auf mich zukam und wie dies alles zu Ende gehen würde.
Ein grandioses Buch, das eigentlich mehr als drei Sterne - locker - verdient hätte. Doch da ich aus meinem eigenen Gefühl heraus bewerten muss, bleibt es bei drei Sternen, denn ich kann mit solcher Gewalt an Tieren, wie es hier der Fall war, nicht umgehen und trotz der absolut genialen Vorlage für ein Horrorfilm-Drehbuch, war es mir einfach nicht mitreißend genug geschrieben. So trocken, wie die Gefühlskälte der Menschen, so hitzig, wie die Situation zwischen den Leuten und so nüchtern, wie der Tod einer Kugel, die mitten ins Herz trifft.
Klingt immer noch nicht nach 'nur' drei Sterne, oder? Macht euch am Besten selbst ein Bild. Ich finde das Buch auf seine Art gut. Aber ich kann es nicht mit mir vereinbaren, auf eine solche Thematik Lobeshymnen zu schwingen. Dennoch etwas, das absolut tief unter die Haut geht! Für Leser die so etwa suchen, ist es genau das Richtige.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sie - Stephen King

Auch wenn SIE nicht mein Lieblingsbuch geworden ist, ist es doch eines von Stephen King, das unbedingt gewürdigt werden muss. Niemals hab ich eine beängstigendere Frau kennengelernt als Annie Wilkens. Unfassbar, was sie sich alles einfallen lässt, um ihren Willen von Paul Sheldon, Schriftsteller, erfüllt zu bekommen. Er soll seinen neuen Roman für sie umschreiben, denn er bringt seine Heldin in dem Buch um, was Annie Wilkens absolut missfällt. Sie pflegt ihn nach einem Autounfall und hält ihn weiterhin bei sich gefangen. Eine Tortur für Paul Sheldon beginnt.
Und für den Leser auch, denn man fühlt sich mittendrin. :D
Wer den Film 'Misery' schon gesehen hat, der wird ungefähr wissen, worauf er sich bei diesem Buch einlässt, doch es ist noch mal ne ganze Nummer krasser.
Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und Annie sowie Paul noch mal besser kennenzulernen und in die tiefsten Abgründe der Menschen zu blicken, zu erfahren, wozu Menschen fähig sind. Wahnsinnig gutes Buch!

Dienstag, 16. Mai 2017

Zwischen dir und mir die Sterne - Darcy Woods

Ich fand die Geschichte ganz gut und ich hab sie auch relativ gerne gelesen. Wäre das ganze Astrologiezeug nicht so überschwänglich gewesen, hätte ich sie auch noch besser gefunden. Teilweise fand ich gewisse Handlungen seltsam. Zwar war insgesamt alles in sich schlüssig, aber mir dann doch etwas zu abstrus. Ich konnte die Hauptperson in einer Form absolut nachvollziehen, da sie gewisse Gründe und Hintergründe hat, wieso sie sich der Astrologie so verschworen hat und dem Sternzeichen absolut Folge leisten will, aber gleichzeitig fühlte ich mich zum 'Augen-verdrehen', weil ich einfach ein Herzmensch bin und das tue, was sich gerade gut anfühlt und mir keine Gedanken darum mache, ob derjenige jetzt wegen des Sternzeichens passt oder nicht. Ob jemand passt oder nicht, merke ich nur dann, wenn ich mich auf ihn einlasse und Gefühle zulasse.
Die Geschichte war also ganz nett, es gab auch schöne Stellen und Momente und ein paar tolle Charaktere, aber letztendlich wird die Geschichte wohl in meinem Kopf verblassen, selbst wenn ich Grant sehr gerne mochte und auch manch andere Person.
Der Schreibstil war allerdings recht gut, amüsant, ein schöner Humor, gut zugänglich für jung und alt, aber eben etwas für zwischendurch, für schöne Lesestunden, die nicht viel Konzentration abverlangen. Wer so etwas und die Liebe sucht, der darf hier aber absolut gerne zugreifen. (:

Freitag, 5. Mai 2017

Dark Horses - Cecily von Ziegesar

Die Geschichte um Merritt und Red begann direkt ansprechend. Merritt ist ein schwieriges Mädchen und kommt in ein Heim für solche Teenager. Dort gibt es auch schwierige Pferde, wodurch sie eben Red kennenlernt, einen störrischen Hengst. Er beginnt ihr zu vertrauen und so entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, die sie weit bringt. Doch dann beginnt Red Dinge zu tun, um Merritt für sich zu haben, die alles aus dem Ruder bringen.
Letztendlich verläuft die Geschichte aber nicht deswegen so, wie sie verläuft - meiner Meinung nach. Im Grunde war das Ende von Anfang an vorbestimmt und irgendwie ganz anders, viel zu einfach und klischeemäßig, als dass es zur Beschreibung dieser Geschichte auf dem Klappentextes passen würde.
Das hat mich dann doch sehr ernüchternd zurückgelassen. Das ganze Drama, welches ich mir aufgrund dessen ausgemalt habe, blieb irgendwie aus. Natürlich war die Geschichte an einigen Stellen traurig und leicht schockierend, aber sie wurde eben leider nicht so geschrieben. Der Schreibstil schien dafür gesorgt zu haben, dass mich nichts davon wirklich berühren konnte.
Und was das Allerschlimmste ist, weswegen mir noch nicht einmal das Tier so leidtun konnte, dass es mir wirklich wehtut, wie es eigentlich immer ist - bei jedem Tier - war das: Der Schluss steht im PROLOG! Man hat also eigentlich nur gelesen, um herauszufinden, WIE es passiert, aber nicht mehr was überhaupt geschieht und das fand ich dann wirklich blöd.
Was ich auch total bescheuert fand, waren englische Liedzitate oder Liedtitel, die in der deutschen Übersetzung richtig bescheuert daherkamen. Ich meine, schwer vorzustellen, dass ein Pferd überhaupt so denkt wie wir (es gibt eine Perspektive des Pferdes), aber wenn das Pferd dann auch noch in zwei Sprachen denkt und nur, weil immer das Radio an ist, es alle möglichen Textstellen zitieren kann, dann frage ich mich, ob das sein muss... fand ich jetzt nicht so passend, kann aber eine persönliche Ansicht sein.
Insgesamt war das Buch okay, aber sicher ausbaufähig. Es ist eine schlichte Geschichte über schwierige und irgendwie scheinbar immer noch pubertierende Jugendliche, die selten wahre Emotionen gegenüber irgendjemandem zeigen und für die ich keine große Sympathie hegen konnte. Da gab es, gerade zum Schluss, auch noch andere Gründe dafür.
Ansätze und Ideen gab es definitiv gute! Schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Und auch in anderer Richtung. (Vor allem frag ich mich: Welcher tierische Instinkt?? Das Tier dachte und handelte wie ein Mensch, aber keineswegs wie ein Tier. Zumindest ist das meine Ansicht.)
Dieses Buch konnte mich ein wenig unterhalten, aber leider nicht glücklich machen. Es tat mir nur leid, dass Red keine bessere Perspektive hatte. Im Leben, wie auch in dem Buch. Er hätte eine andere Sprache bekommen müssen.
Schlichtweg gilt: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und für Pferdefans oder Reitfans... ist die Geschichte wohl etwas zu langweilig, klischeemäßig und emotionslos, gerade gegenüber den Beziehungen zu den Tieren.

Dienstag, 2. Mai 2017

Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger

Das Buch lag eine halbe Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher und jetzt durch das Hörbuch hatte ich endlich einmal die Muße dazu, es zu lesen. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal damit angefangen und es hatte mir recht gut gefallen, aber irgendwie sprang der Funke nie über. Auch jetzt hätte es wohl ohne das Hörbuch nicht geklappt, aber der Sprecher war so toll, dass ich sehr schnell sehr froh darüber war, zu diesem Hörbuch gelangt zu sein. Er brachte mir Germain sehr nahe und ich mochte die Art, wie der Sprecher seine Geschichte aus seinem Munde erzählt hatte, wirklich gern. Er hatte ihn charakterlich für mich gut getroffen.
Ich hatte zuvor auch schon den Film gesehen, auch das ist schon ein paar Jahre her, und mochte ihn trotz Gerard Depardieu in der Rolle von Germain nicht unbedingt. Ich bin ein Fan von französischen Filmen, aber dieser brachte für mich keine richtig schöne Aussage rüber. Er war nicht fesselnd.
Das Buch hingegen hatte durch Germains Erzählung in der Ich-Perspektive sehr viel mehr Atmosphäre und Authentizität, was mir die Geschichte auf schöne Weise nahebrachte. Ich hatte viel Spaß mit dem süßen großen Dummkopf und der kleinen, gebildeten Marguerite. Ein tolles Team, eine tolle Freundschaft, die zeigt, dass man nicht immer aus derselben Schicht kommen muss oder aus derselben Altersklasse, um sich hervorragend zu verstehen. Und zu mögen. (:

PS: An Tiefgründigkeit mangelt es auch nicht - und die kam rüber trotz dem liebenswerten Dummerchen, das uns diese Geschichte erzählt. (Für mich ist er das nicht einmal. Er weiß viel, was andere gar nicht bemerken. Er tut es.)

Freitag, 28. April 2017

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden - Emily Barr

Schlichtweg war dieses Buch 'ganz nett'. Aber mehr auch nicht. Im Grunde genommen fand ich das Buch nicht schlecht, der Schreibstil war okay, die Atmosphäre vom klassischen Jugendroman, den man schon an die zig tausend Mal gelesen hat und genauso austauschbar waren auch die Charaktere. Interessant war das Detail, das die Hauptperson ihr Gedächtnis verloren hat und nun an einer Art Amnesie leidet. Sie kann sich nichts merken, was ca. vor zwei, drei Stunden passiert ist. Außer einen Kuss mit einem Jungen, den hat sie sich gemerkt und geht für ihn über ihre Grenzen hinaus.
Ziemlich süß, aber auch ziemlich naiv und waghalsig. Ich frage mich: Was machen, wenn sich das am Ende vielleicht nicht lohnt? Was machen, wenn was schiefgeht?
Ich fand viele Dinge in diesem Buch leider überhaupt nicht gut. Was mich am Allermeisten gestört hat, kann ich hier eigentlich gar nicht sagen, weil ich spoilern würde. Deswegen kann ich nur sagen, dass mir ganz und gar nicht gefallen hat, wie die Person hier gehandelt hat an manchen Stellen und ihr manche Dinge, die ihr viel wichtiger hätten sein sollen, egal zu sein schienen! Absolut schrecklich, tut mir leid... aber das hat mir nicht gepasst. Ich finde die Moral der Geschichte einerseits gut, die andere Seite der Geschichte war für mich aber beinahe schon verwerflich.

Montag, 24. April 2017

Du neben mir - Nicola Yoon

Dieses Buch war so unglaublich schön. Madeline war mir äußerst sympathisch, genauso wie Olly und ich konnte mich in dieses Buch reinfallen lassen. Ich habe es genossen, jede Seite nach dem Lesen umzublättern, habe mich an schönen Aussagen und einem flüssigen Schreibstil erfreut und an einer so schönen Liebesgeschichte, wie ich sie selten in der Form gelesen habe.
In dem Buch habe ich zwei, drei Logikfehler entdeckt, die allerdings den Erzählfluss nicht wirklich gestört haben und somit auch mich nicht, aber dennoch habe ich sie bemerkt.
Ansonsten gibt es aber nichts negativ anzumerken, eher in die gegenteilige Richtung, denn das Buch war wirklich toll. Was ich sehr mochte, waren eben auch die kurzen Kapitel, die toll gewählten Kapitelüberschriften, die Charaktere, die Wendungen und die schönen, kleinen Ideen, die das Buch rund gemacht haben. Rund wie die weite Welt, die Madeline so gerne entdecken würde, wenn sie doch bloß könnte. Man hofft mit ihr, fühlt mit ihr und liebt mit ihr.
Es ist wundervoll. Bitte lesen!!

Samstag, 22. April 2017

Bird Box - Josh Malerman

Draußen lauert etwas. Wenn du es siehst, bringst du dich um.
Klingt nach einem Horrorfilm ähnlich wie The Ring. Doch letztendlich war es für mich die pure Langeweile. Der Grusel, der angepriesen wird und durch die Thematik der Geschichte durchaus hätte entstehen können, kam für mich leider überhaupt nicht rüber.
Die Charaktere waren mir unsympathisch, die Mutter raubte mir die Nerven, die Kapitel aus der Vorgeschichte fand ich langweilig und unspektakulär erzählt, wobei teilweise schon einiges passierte. Doch es konnte mich in keiner Weise berühren oder packen. Ich schätze, dass es letztendlich am Schreibstil lag, denn die Story an sich war ja gar nicht mal so übel. Aber die Umsetzung ließ sehr zu wünschen übrig.
Zu alledem hatte ich auch zwischendurch mit dem Hörbuch angefangen und musste dann sehr schnell feststellen, dass ich das Buch dann doch lieber weiterlese, da die Figuren bei der Sprecherin Anna Thalbach tatsächlich wie Schwachsinnige klangen. Das hat mich unglaublich gestört. Es war für mich unerträglich zu hören, was aber wohl auch wieder Geschmacksache ist.
Insgesamt hat es sich für mich nicht gelohnt, dieses Buch zu lesen. Es stand jetzt ein paar Jahre auf meinem SuB und im Grunde genommen habe ich nichts verpasst. Wirklich gegeben hat mir die Geschichte nichts. Schade. Dabei ist diese Richtung genau meins.

Donnerstag, 20. April 2017

100 Stunden Nacht - Anna Woltz

Das Buch hat mir vom Klappentext her etwas völlig anderes vermittelt. Allein schon, dass das Hauptthema erst in der Mitte des kurzen Buches beginnt, hat mich schon etwas gestört. Aber als das ganze Szenario dann auch noch relativ schnell wieder vorüber war und es gar nicht so extrem ausgeführt wurde, wie ich mir erhofft hatte, hat mich dann echt enttäuscht.
Es gab zwischendurch Ansätze eines tiefgründigeren Gesprächs zwischen irgendwem, aber wirklich ausgeführt wurde da selten etwas. Allgemein fand ich auch, dass die Sprache wirklich zweierlei war. Zum Einen war der Schreibstil unglaublich gut leserlich, schnell, flüssig, anders. Aber dann gab es auf der anderen Seite diese bescheuerte Jugendsprache, die mich oftmals gestört hat. Für mich war's übertrieben und ich finde nicht, dass man Jugendlichen in Büchern auch noch eine solche Gossensprache beibringen sollte, sondern gerade mit Geschichten an ein vernünftiges Deutsch appellieren, das überall vorzeigbar ist. Mag sein, dass ich da etwas penibel bin, aber gerade heutzutage finde ich es wichtig, der Gossensprache etwas entgegenzusetzen.
Ansonsten würde ich das Buch auch eher der Altersklasse 14-18 empfehlen. Für mich hatte es nicht viel übrig. Das einzig Gute daran war der leichte Schreibstil, der das Buch sehr schnelllebig und flüssig gemacht hat. Denn auch die Charaktere waren mir leider unsympathisch. Sogar alle bis auf einen. Und das bei mindestens vier präsenten Menschen während der gesamten Handlung.
War wohl einfach nicht mein Buch. Am Thema vorbei hätte man in der Schule gesagt und so fühlte sich das Buch für mich irgendwie an. Von Wirbelsturm Sandy gab es mir da zwischen endlosen Belanglosigkeiten zu wenig und allgemein auch viel zu wenig Ernsthaftigkeit bei dieser Thematik. Man hätte mehr daraus machen können, auch im Jugendbuch.

Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara

Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, dieses Buch zu lesen. Immerhin hat es beinahe 1000 Seiten und dazu ist es auch noch ein Werk, das nicht in der leichten Unterhaltungsliteratur angesiedelt ist. Es ist nichts zum 'Mal-eben-weglesen'. Da ich aber genau diese 'schwerwiegendere' Literatur mag und oftmals gesehen habe, wie dieses Buch die Meinungen spaltet, wie manche es hochloben und andere den Hype nicht ganz verstehen können, musste ich es im Endeffekt haben.
So stand es noch einige Tage hier und ich hab es immer wieder angesehen und mir gedacht: Wie soll ich das bloß anstellen, dich zu Ende zu lesen?
Ich habe mir das Hörbuch besorgt. Und damit ging es reibungslos. Beinahe täglich habe ich eine halbe Stunde bis Stunde gehört und das Buch hat mich somit beinahe einen Monat lang begleitet.
Die Protagonisten, insbesondere Jude und Willem sind mir so sehr ans Herz gewachsen. Es gab Momente des Schmunzelns, Momente der Trauer, Momente des Schmerzes, der sogar auf den Leser überging und es war eine so lange und ausgefüllte, intensive Geschichte, dass es sich tatsächlich anfühlte, als kenne man sie. Als wäre man in irgendeiner Form ein Teil davon.
Dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Allerdings hat es mich in einer viel tieferen Form berührt. Es berührte weniger mein Herz, sondern viel mehr meinen Geist. Mein Innerstes. Es gab Momente, da saß ich da und es wurde schwieriger, dem Sprecher zuzuhören, weil mir das Gesprochene nahe ging. Weil es mir irgendwo selbst wehtat.
Ich empfand Traurigkeit, Schmerz, Unwohlsein, Hoffnung, Liebe, Wohlwollen und alles Mögliche auf einer Ebene, die keine Emotion nach außen verlangt hat. In mir drin spielte sich ein tiefes Verständnis ab, ein tiefes Mitgefühl, welches dort anscheinend bleiben wollte und keine Tränen verlangt hat, um ausgespült zu werden. Klingt unglaublich spirituell und für manche vielleicht schwachsinnig, aber ich kann es nicht anders beschreiben, weswegen mich dieses unfassbar ergreifende Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Aber ich bin innerlich mit diesen Charakteren und mit der Geschichte verbunden und habe viel Schmerz gefühlt bei diesem Buch. Viel, viel Schmerz. Und es tut immer noch weh, an diese Momente zurückzudenken.
Allgemein hat dieses Buch eigentlich nur schwermütig verletzt, deprimiert, dramatisch gewirkt. Aber noch nie zuvor habe ich so etwas Authentisches gelesen. Für mich ist es der Inbegriff des Lebens auf der schlechten Seite. Der Inbegriff der Gefühlsebene, die Menschen erleben müssen, denen Böses widerfahren ist. Das mit Worten zum Ausdruck zu bringen ist eine wahre Kunst. Für mich ist dieses ganze Buch ein einziges Kunstwerk. Es sollte überall auf einem Podest stehen, denn für mich war es nicht mal nur ein geniales Buch. Darin steckt eine Welt, die lebendig wird, sobald man anfängt zu lesen. Sobald man die erste Seite aufschlägt und liest oder sich vorlesen lässt, was mir die Charaktere noch mal auf ganz andere Weise nahe gebracht hat, ist man drin und mit Jude verbunden.
Jude hat mir das Herz berührt. Mehr als es viele Menschen in Büchern geschafft haben und auf eine ganz eigene, ganz besondere Weise. Ich liebte ihn und ich bemitleidete ihn und ich hätte mir gewünscht, in seinen schlimmen Momenten bei ihm sein zu können. Ich habe mir während dem Hören gedacht, wie ich mit ihm umgegangen wäre, was ich zu ihm gesagt hätte. Das habe ich selten, dass ich mich Personen so nah fühle, über die ich bloß lese, dass ich gerne in die Handlung gesprungen und etwas verändert hätte.
Für mich einfach eines der besten Bücher, die existieren und definitiv ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Schwere, harte Kost. Aber in sich so wunderschön. Lebendig, echt und absolut lebensnah. Die böse und dramatische, verletzliche und qualvolle Seite des Lebens wird hier in Worte gefasst, wie es sicher selten jemand geschafft hat. Einzigartig.

Mittwoch, 19. April 2017

Mein Himmel in deinen Händen - Amy Harmon

Eigentlich hätte dieses Buch beinahe 5 Sterne verdient. Es ist unfassbar toll gewesen. In die Charaktere habe ich mich direkt auf den ersten Seiten verliebt. In beide! Es war so schön zu sehen, wie Millie, das blinde Mädchen, ihr Leben meistert und ihren autistischen Bruder Henry zuhause als Unterstützung hat und wie sie ihm ebenfalls Hilfestellung leistet. Dazu Tagg, der eigentlich ein Aufreißer ist, sich aber ziemlich schnell in Millie verliebt. Das Schicksal lässt ein Wunder entstehen, doch das Schicksal könnte es auch wieder zerplatzen lassen. Aber lest selbst. Ihr werdet dieses Buch lieben!
Der Schreibstil war wundervoll zu lesen, die Autorin hatte sehr viel Tiefgründiges in ihrem Text und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es gab etliche wunderschöne Szenen, die ich mir markiert habe, damit ich sie immer wieder direkt finde und wieder lesen kann, um wieder und wieder für einen Moment in dieses Buch und diese Geschichte abzutauchen.
Unglaublich toll, tiefgründig, witzig, schön, romantisch, keineswegs kitschig... einfach schön! Die Autorin bleibt mir wirklich positiv im Gedächtnis und ich werde gerne eines Tages wieder zu einem Buch von ihr greifen, wenn die Zeit gekommen ist. (:

Samstag, 8. April 2017

Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln - Zoran Drvenkar, Corinna Bernburg

Ein unglaublich tolles Buch mit vielen wunderschönen Gedichten, von denen manche mir persönlich direkt aus dem Herzen gesprochen haben. Ganz, ganz toll. In Kombination mit tollen Fotografien von einer Fotografin namens Corinna bestückt. 
Die Geschichte hinter dem Buch ist besonders toll, denn die Fotografin hat dem Autoren ein Jahr lang jeden Tag ein Foto geschickt, dass sie an dem jeweiligen Tag geschossen hat und er musste bis Mitternacht dazu ein Gedicht schreiben. Bei diesem Projekt sind vier Bücher entstanden, die nach Jahreszeiten eingeteilt wurden. Dieses hier startet im Sommer. Leider wurden die anderen drei Bücher bisher nicht verlegt, was mich unglaublich traurig macht, denn ich hätte sie mir womöglich alle geholt. 
Auch für Nicht-Lyrikfans kann ich dieses Buch sehr empfehlen, da es wirklich nichts mit klassischen Gedichten zu tun hat. Der Autor schafft hier mit Worten etwas ganz Eigenes und Wunderbares und es sind wirklich kleine Geschichten. Ich habe dieses Buch an zwei Tagen durchgelesen, obwohl ich selbst kein großer Gedichtefan bin. Aber das hier hat mich wirklich begeistert. Ein ganz tolles Werk, das mal wieder zeigt, wie viel man aus Worten eigentlich machen kann und dass man manchmal gar nicht viele davon braucht, um ganz Großes auszudrücken! (:

Donnerstag, 6. April 2017

Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha

Die Verse bzw. Lehren/Reden der Dhammapada sind unglaublich lesenswert für jedermann. Ich bezweifle, dass jeder dafür offen ist und bereit, aber wer sich darauf einlassen möchte, wird hier nur gewinnen. Buddhismus ist keine Religion und hat auch keine Gott. Buddha ist ein Zustand, nach dem man strebt und den jeder erreichen kann. Es ist eine Lebensweise, eine gute, moralische. Man lässt das Leiden los, die Sehnsüchte, etc. und begibt sich auf den Weg in ein losgelöstes, glückliches Leben. Die Verse in diesem Buch zeigen uns auf, wie wir diesen Weg einschlagen, wie wir unser Leben und unser Dasein und auch unser Miteinander verbessern können. Es ist ein tolles zusammengefasstes Werk von den Reden Buddhas und lehrt so unglaublich viele wertvolle Dinge. Ich kann es nur empfehlen, die Dhammapada zu lesen, zu genießen und zu verinnerlichen. Wenn jeder nur ein Stück in diese Richtung geht, könnte die Welt schon so viel schöner sein.

Mittwoch, 22. März 2017

Radikale Selbstliebe - Gala Darling

Bei diesem Buch schwanke ich zwischen vier und fünf Sternen, denn für seinen Inhalt hätte es eigentlich fünf verdient. Deswegen werde ich es eventuell noch auf fünf hochschrauben, auch wenn es mich nach der langen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, nicht total flasht. Liegt vielleicht daran, dass ich wirklich schon monatelang an dem Buch lese und es immer mal wieder hervorgeholt habe. Jetzt habe ich es endlich beendet und muss sagen: In den Momenten, in denen ich es gebraucht habe, hat es seinen Zweck erfüllt und mir sehr gut getan. Der Inhalt ist sehr motivierend, ehrlich und authentisch und wenn das Buch zur richtigen Zeit kommt, wird es im Kopf des Leser explodieren. Es wird das Leben verändern, wenn man es zulässt und die Tipps anwendet, die Gala Darling gibt.
Ich habe viel von diesem Buch gelernt und hatte ein paar tolle Momente damit. Ich kann es jedem weiterempfehlen, der lernen will, sich selbst mehr wertzuschätzen, der aus seinem Leben mehr machen will, der sich als FRAU neu erfinden will, seinen Style optimieren will und alles andere, was zur Selbstliebe dazu gehört. Es ist alles vertreten und es gibt viele Tipps und sogenannte 'Hausaufgaben', die es in jedem Kapitel bzw. in jeder großen Rubrik zu erledigen gibt. Wundervoll, denn so wird man sofort motiviert, diese Dinge auszuprobieren und sie auch tatsächlich anzuwenden. Denn das theoretische Wissen allein wird niemanden von uns weiterbringen. Ich würde empfehlen, diese Aufgaben der einzelnen Rubriken wöchentlich zu behandeln. Sprich die ersten fünf Aufgaben eine Woche lang täglich durchziehen und gucken, was passiert, aufschreiben, was sich verändert und was nicht. Rumprobieren, einfach mal machen und begeistert sein. (: Arbeitet an eurem Mindset und macht euer leben bunter und schöner und vielfältiger. Geht raus und erlebt etwas! <3 Dieses Buch macht es möglich, den ersten Schritt zu gehen. Es öffnet neue Türen.

Donnerstag, 16. März 2017

Shining - Stephen King

Die Geschichte von Shining wird spätestens so gut wie jedem durch den Film mit Jack Nicholson bekannt sein, wobei der Film doch etwas vom Buch abweicht.
Es geht um den kleinen Danny Torrance, der mit seinen Eltern ins Overlook Hotel zieht, weil sein Vater Jack dort einen Job als Hausmeister annimmt, nachdem er an der Schule, an der er gearbeitet hatte, einen Schüler geschlagen hatte. Er ist Alkoholiker und bringt mit seinen Saufgelagen Angst in die Familie. Doch er liebt seinen Sohn über alles, was in diesem Buch auch sehr deutlich wird.
Danny hat das Shining, er kann Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben und seine Gabe wird im Overlook zum Fluch. Er sieht schon vorher, dass schlimme Dinge passieren könnten und trotzdem sagt er nichts, denn seine Eltern sind seit Langem zum ersten Mal wieder glücklich und denken nicht mehr über Scheidung nach.
So nimmt das Übel seinen Lauf, als die Familie allein im geschlossenen Hotel überwintert und das Böse aus allen Poren des Gebäudes stürmt.

Mehr möchte ich zur Handlung nicht sagen, aber gerne zu meiner Meinung. Ich fand das Buch gut. Die erste Hälfte bereitete mir noch mehr Freude als die zweite, dennoch fand ich auch das Gesamtwerk ganz toll und bin irgendwie ein wenig stolz, Shining nun auch gelesen zu haben, wo ich es mir mit King doch immer so schwer tat.
Das Hörbuch fand ich auch sehr gut, es stand auf Youtube zur Verfügung und ich habe diese Gelegenheit genutzt. Das Buch war von Dietmar Wunder (Sprecher von Adam Sandler) eigesprochen und unglaublich gut. Das erste Hörbuch, das mir so richtig Spaß gemacht und mich gefesselt hat und wo es nicht schwer war, am Ball zu bleiben und auch tatsächlich zuzuhören.
Es gab Höhen und Tiefen für mich, mal hatte ich viel Lust, mal nicht so viel und zum Ende hin, war ich auch froh, dass das Buch dann bald gelesen/gehört war. Aber das hatte weniger mit der Geschichte zu tun, als mit meiner Einstellung zu dicken Büchern.
Insgesamt ein sehr atmosphärisches Werk und der kleine Danny sowie auch Jack sind mir indessen sehr ans Herz gewachsen. Mit Wendy konnte ich nicht ganz so viel anfangen komischerweise, vielleicht war sie mir in dem Ganzen einfach zu unscheinbar, umgeben von so starken Charakteren wie ihre beiden männlichen Familienmitglieder. Aber das tat dem keinen Abbruch. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und kann es durchaus weiterempfehlen, auch wenn die Geschichte für mich nach der Hälfte etwas an Reiz verlor.

Mittwoch, 15. März 2017

Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt

Ein unglaublich tolles Werk, das mich sehr überrascht hat. Nicht unbedingt dachte ich, es würde mir gefallen, aber schnell war klar: Dieses Drama ist etwas Besonderes. 'Die Physiker' ist eine Komödie mit einigen Konflikten, einigen Wendungen, die sehr überraschten und die ich ganz, ganz toll fand. Ich habe zusätzlich das Hörbuch auf Youtube gehört, das von jemandem privat eingesprochen wurde, indem er jedem Charakter eine eigene Stimme verlieh, was unglaublich professionell und ansprechend gemacht war. Das Hörbuch machte somit unglaublich viel Spaß und ich kam mir zeitweise beinahe vor wie im Theater. Eine schöne Erfahrung mit einem Werk der Dramatik. Es hat zwar nicht dafür gesorgt, dass ich sofort mehr Dramen lesen möchte, doch in diesem Fall bin ich froh, es getan zu haben und empfehle dieses Buch gerne weiter.
Im Kurzen geht es darum, dass Newton, Einstein und Möbius in einem Sanatorium sitzen und zum Ersten ein Mord geschieht, womit die Geschichte einsteigt.
Die Auflösung am Ende ist spannend und ganz anders, als man erwartet hätte. Super Geschichte, toll umgesetzt, mit viel Charakter und Können!

Dienstag, 14. März 2017

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Bis auf den Titel und die grobe Thematik dieses Werks, war mir der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde bisher nicht bekannt. Ich habe weder den Film gesehen noch das Buch gelesen und jetzt war es endlich soweit. Und ich bin froh darüber, denn das Buch hat mir sehr gut gefallen!
Ich mochte die Sprache, an die ich mich unglaublich schnell gewöhnt hatte, den mysteriösen Handlungsverlauf und auch das Geheimnis um Mr. Hyde, das unterschwellig einfach in jedem einzelnen Satz vorhanden und spürbar war. Die einzelnen Kapitel, die recht kurz gehalten wurden, flogen nur so dahin und ehe ich mich's versah, war das Buch zu Ende - und ich war zufrieden.
Es war ein Buch, das ich (bis auf die ersten 25 Seiten) nun an einem Tag durchgelesen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Werk ist, das ewig hängenbleibt, aber es war auf jeden Fall etwas, das Spaß gemacht hat, das den Leser an der Hand nahm und mit ins Dunkle zog und trotzdem nicht zu weit. Es war beinahe so, als würde man den Kopf mit Taucherbrille in das unbekannte Meer stecken, aber den Körper schön in Sicherheit auf dem Schiff lassen.
Die Stimmung, die Atmosphäre und die Sprache bildeten gemeinsam mit der Darstellung eines unglaublich interessanten Themas, nämlich der Persönlichkeitsspaltung auf ganz spektakuläre Art und Weise, ein wunderbares Ganzes. Ein richtig tolles klassisches Werk, das ich nur weiterempfehlen kann. Das Zwischenspiel von Gut und Böse und wie schnell man dem Bösen verfällt und sei es auch noch so klein... und welche Größe es dann annehmen kann, sobald man es herauslässt. Richtig gut umgesetzt und dargestellt, so nach dem Motto: Reichst du dem Teufel den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand. (: Sollte man lesen, wenn man denn möchte.

Sonntag, 12. März 2017

Die störrische Braut - Anne Tyler

Diese Adaption zu Shakespeares 'Der Widerspenstigen Zähmung' war wirklich gut. Ich habe das Originalwerk nicht gelesen und habe diese Geschichte somit sehr neutral ansehen können. Mir hat der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Er war leicht und locker und gleichzeitig zog er den Leser durch die Geschichte. Was ich besonders mochte, war der Humor. Zeitweise war er mir zu albern und zum Augen verdrehen oder Stirn zusammenziehen. Aber dann war er wieder so herrlich erfrischend und der Sarkasmus der Hauptfigur Kate war für mich ganz toll zu lesen, da das genau mein Fall ist.
Hin und wieder gab es Kommentare und Sätze in diesem Buch, die mir missfallen sind, weswegen ich von einer höheren Bewertung abgesehen habe, inklusive wegen der Sache mit der Albernheit und auch dem Gesamten an sich, was mich letztendlich nicht vom Hocker hauen konnte.
Und trotzdem würde ich dieses Buch als durchaus lesenswert bezeichnen und ich hatte auch sehr viel Spaß mit der Geschichte und den darin handelnden Personen. Man hat Pjodr mit Kate mögen gelernt und dieses leicht Skurrile in dem Buch war für mich auch mal etwas Neues.
Insgesamt empfehlenswert für vielerlei Leser.

Freitag, 10. März 2017

Der passende Mieter - Lukas Hartmann

Von diesem Buch hatte ich anderes erwartet - nämlich das, was der Klappentext verspricht. Leider bekam ich keine spannende Geschichte über einen Messerstecher, der Frauen attackiert und der im eigenen Haus einzieht. Es ging viel, viel mehr um die Familie selbst, explizit um die Mutter, die ziemlich depressiv zu sein scheint und die sehr viel damit beschäftigt ist, über ihr Leben zu jammern. Wenn ich ein Drama gewollt hätte, etwas Deprimierendes hätte lesen wollen, ein Buch in dem nur Trübsal geblasen wird, dann hätte es mir gefallen. Aber da meine Erwartungen sich in ganz andere Richtungen gedehnt hatten, konnten diese natürlich überhaupt nicht erfüllt werden. Leider war für die andere Entwicklung des Romans auch nicht gerade schön oder positiv überraschend, da das Buch tatsächlich etwas zum Trübsal blasen ist.
Der Schreibstil war toll, der Autor hat Talent zum Erzählen und auch Talent, um Emotionen zu transportieren. Aber das hier waren für mich in dem Augenblick die Falschen. Wenn ein Buch mich bloß deprimiert macht und ich auf jeder Seite das Gefühl habe, das Leben ist schlecht, dann finde ich das meist nicht so berauschend.
Trotz allem war es natürlich nicht direkt schlecht. Ich würde das Buch allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen, sondern am besten Leser, die auf genau so eine Geschichte abzielen.

Mein Freund Pax - Sara Pennypacker

Es gab ein Detail in diesem Buch, ein großes, das mir alles versaut hat.
Deswegen die Bewertung. Manche mögen dieses Detail gut oder passend finden, ich jedoch fand es total blöd und es ist mir sehr missfallen!
Die Geschichte wirkt ingesamt zuerst wie ein Kinderbuch, vielleicht auch noch für Jugendliche. Doch schon beim Lesen der ersten Seiten merkt man, dass dem nicht so ist. Im Grunde ist es eher ein Buch für die älteren Teenager bis zum Erwachsenenalter, denn hier wird der Krieg thematisiert, der Tod, die Kriegskrankheit etc. Im Grunde kann man das natürlich auch im Kinderbuch darstellen, aber viele Szenen waren doch relativ plastisch geschildert, was ich nicht erwartet hätte und es gab auch viele Zwischenmenschlichkeiten, über die Kinder wahrscheinlich noch nicht nachdenken.
Der Schreibstil war gut leserlich, leicht, einfach gehalten und für mich leider wenig emotional. Auch hätte ich mir noch ein paar mehr Illustrationen gewünscht, wenn es denn schon welche gibt.
Die Geschichte hat mich an vielen Ecken traurig hinterlassen, auch teilweise sehr unbefriedigt. Da ich aber nicht spoilern möchte, kann ich euch den Punkt nicht nennen, der mir missfallen ist, aber ich hatte am Ende des Buches einfach nur das Gefühl, es völlig umsonst gelesen zu haben.
Das mag natürlich Ansichtssache und Geschmacksache sein. Mein Geschmack war's jedenfalls leider nicht. Ich hätte mir davon ganz etwas anderes und vor allem viel mehr erwartet. Aber viel mehr in eine andere Richtung.

Mittwoch, 8. März 2017

Eden Summer - Liz Flanagan

Eine Geschichte, die nach hinten raus unglaublich gut wird! Nachdem Edens Schwester gestorben ist, ist Eden traurig. Mehr als das, sie kommt mit ihrem Leben so gar nicht mehr zurecht und verschwindet irgendwann spurlos. Ihre Freunde machen sich große Sorgen und haben das Gefühl, sie im Stich gelassen zu haben, obwohl sie so gut es ging, für sie da waren.
Am Anfang versprach das Buch noch nicht so viel. Allerdings wurde es aber der Hälfte richtig spannend und das letzte Drittel war dann wirklich unfassbar gut! In dem Buch steckt eine schöne, traurige und spannende Geschichte, darin steckt Gelächter, stecken Tränen und Gewalt, Angst, Einsamkeit, Verlust, Liebe, Freundschaft, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Das Buch birgt mehr Emotionen und mehr Story, als man sich zu Anfang denkt und letztlich ist die Geschichte so wundervoll, weil sie so echt war. Sie war mitten aus dem Leben gegriffen, nichts war überzogen, jede Handlung war authentisch und die Charaktere wirklich sehr gut dargestellt. Von einem kleinen Jugendbuch katapultierte sich dieses Buch bei mir im Ranking nach oben. Es ist klasse! Und obwohl ich es sofort nach dem Lesen an einen anderen Blogger weitergeben wollte, werde ich es eventuell doch noch behalten. Einfach, weil es mir schwerfällt, mich davon zu trennen. Es war toll und hat mich beinahe zum Weinen gebracht!

Freitag, 3. März 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt - Emily Trunko

Dieses kleine Buch hat mich wirklich berührt. Es gab manche Briefe, die haben sich mir mit so wenigen Worten so tief ins Herz geschrieben, dass ich Tränen verdrückt oder sie fallen gelassen habe. Es waren zwar nicht viele, ich habe nicht wirklich geweint, aber es kullerte ein Tränchen hier und  dort wurden die Augen mal wieder feucht. Ein Stich im Herz hier, ein Druck in der Brust da.
Dieses kleine Buch ist eine Zusammenfassung großer Gefühle von völlig unterschiedlichen Menschen und das hat mir wirklich etwas gegeben. Zu sehen, das viele genauso fühlen wie ich oder ähnliche Dinge durchlebt haben. Zu sehen, dass man mit dem, was man fühlt nicht alleine ist und auch nicht mit den Ängsten, die man vor dem Leben oder der Liebe hat. Es war wunderbar, eine sehr schöne Erfahrung und die möchte ich nun nicht mehr missen. Ich hoffe, es wird eines Tages ein weiteres Buch mit Briefen geben, die alle Welt bei Emily Trunko eingesandt hat. Ich würde mich so sehr freuen. Ich bin Youtube dankbar, dass ich durch ein paar Menschen dort auf dieses Buch gestoßen bin, denn anders hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. (:
Leider war es dann doch sehr kurz. Aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze. :D Auf jeden Fall war es sehr gut. Und der Blog auf Tumblr namens mydearblanket ist eine großartige Erfindung dieser sechszehnjährigen Person!

Donnerstag, 2. März 2017

London - Christoph Marzi

Dieses Buch ist fantastisch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die Vorgänger nicht gelesen, aber ich muss sagen, da die Hauptperson in diesem Buch ohnehin erwachsen geworden ist, habe ich diese auch nicht gebraucht. Verstanden habe ich weitgehend alles, aber es hat Lust gemacht auf mehr. Dieser Autor hat es drauf, den Leser in eine völlig fremde und andere Welt zu ziehen, sie ihm plausibel zu machen und ihm bildlich vor Augen erscheinen zu lassen. Ich hatte ganz besonderen Spaß mit diesem Buch und bin wahrlich froh, es gelesen zu haben! Das ist eine Art von Fantasy, die ich sehr gerne mag. Diesen Geschmack von mir trifft nicht jeder.
Die Charaktere waren interessant, vielseitig und sehr sympathisch, die Atmosphäre gelungen und die Handlung spannend. Sprache gelungen. Alles in allem empfehlenswert.

Schreiben Sie mir oder ich sterbe - Petra Müller und Rainer Wieland

Eine unglaublich tolle Briefsammlung weltbekannter Menschen, Männer und Frauen, die von auch sehr bekannten und teils sehr beliebten Sprechern und Sprecherinnen vorgelesen werden. Ich bin begeistert von der Vielfalt und von den Sprechern und vor allem auch von den geschriebenen und somit gelesenen Worten der einzelnen Menschen. Es war eine andere Zeit, eine andere Sprache, aber die Worte der Menschen berühren sehr. Es war ein unfassbarer Genuss, dieses Hörbuch zu hören und alldem zu folgen. Gerne jederzeit wieder. Etwas, das man öfter anhören kann, wenn man Lust auf eine schöne Sprache und tolle Stimmen hat.

Montag, 27. Februar 2017

Das Frostmädchen - Stefanie Lasthaus

Diese Geschichte hatte einige Erwartungen geweckt, die sie leider nicht erfüllen konnte. Teilweise eine schöne Sprache, die Autorin beschreibt unglaublich viel, doch leider blieb dabei die Handlung sehr auf der Strecke. Es passiert nicht viel und wenn, dann manchmal dasselbe. Zudem hatte ich dann die Verbindung zur Hauptperson verloren, weil mich irgendwann einfach nicht mehr interessiert hat, was ihr passiert. Die Geschichte zog sich gerade im Mittelteil unglaublich in die Länge.
Ich hätte mir auch einiges mehr an Fantasyelementen erwartet. Das einzige, was ich letztendlich geboten bekam, war eine lange und detailreiche Beschreibung einer winterlichen Umgebung. Schön. Aber das war nicht das, was ich wollte. Zudem gab es Szenen, die irgendwie falsch eingebaut waren. Schwer zu sagen, ob die Geschichte an sich Potenzial hatte... höchstwahrscheinlich schon. Aber wirklich genutzt wurde es leider nicht. Sehr ruhig, sehr langweilig, sehr unspektakulär. Schade.

Sonne, Mond und Sterne - Mario Alberto Zambrano

Mit Spielkarten zu einem Leben. In diesem Buch werden Erinnerungen zu jeweils einer Spielkarte aufgeschrieben, was eine sehr interessante und neue Methode für mich war, eine Geschichte zu erzählen. Dazu war sie emotional doch sehr berührend und erzählt von einem Kind, was einen als Leser natürlich doppelt mitfühlen lässt, wenn man in die Gefühlswelt dessen so sehr eintauchen kann. Wir lernen die Familie kennen, sind dabei wenn jemand gewalttätig wird, wenn es ein Fest gibt, es gibt gute Momente und schlechte Momente und so fühlt man sich mittendrin und natürlich kann man aus vielen Situationen etwas für sich herausziehen oder sich gut damit identifizieren, denn letztendlich hat doch jede Familie so ihre Problemchen. Die einen größere, die andere kleinere, aber kennen tun wir sie alle. Gerne verschließen wir uns aber davor, doch ein Kind lügt nicht. Ein Kind sagt, wenn es kann und sich traut, die Wahrheit und hier in diesem Buch erfahren wir sie.
Für mich ein sehr gutes Buch. Mit dem Schreibstil musste ich erst warm werden, aber der Autor konnte das kindliche Denken und Fühlen darin gut umsetzen, was mir dann letztendlich doch gut gefallen hat!

Die Mutter einer Mutter - Sabine Rennefanz

Dieses Buch erzählt vom Krieg und von der Zeit danach und konnte mich mit einer schönen Sprache relativ gut fesseln. Womöglich eine sehr wichtige Geschichte für die Generation, die den Krieg nicht mehr miterlebt hat, aber die Nachwirkungen davon vielleicht in dem ein oder anderen Familienmitglied noch spürt oder erkennt.
Man lernt die Hauptperson in der Geschichte gut kennen und auch sehr innig, das ganze Gefühlsleben wird vor dem Leser ausgebreitet, ein Detail, welches ich in Büchern unglaublich zu schätzen weiß. Das bringt mich dem Menschen, über den ich lese, einfach viel näher und ich kann mich sehr gut hineinversetzen.
Ingesamt war es für mich ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe und das in manchen Hinblicken sicher noch nachwirken wird. Vor allem aber der Stil hatte es mir angetan und die Möglichkeit einmal in eine Familie dieser Zeit einzutauchen.

Freitag, 24. Februar 2017

Meine erste Lüge - Marina Mander

In diesem Buch geht es um einen Jungen, der keinen Vater mehr hat und als Halbwaise mit seiner des Lebens müden Mutter zusammenlebt. Eines Tages kommt es dazu, dass die Mutter nicht mehr aufwacht und der Junge verheimlicht ihren Tod, weil er unter gar keinen Umständen in ein Heim will. So lebt er fortan mit seinem Kater Blu zusammen und versucht den Alltag wie ein Erwachsener zu meistern und natürlich ohne die erste große Lüge seines Lebens auffliegen zu lassen.

Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Da die Geschichte ziemlich kurz ist und von der Handlung her kaum etwas Interessantes aufweist, hat es für mich nicht für mehr als drei Sterne gereicht, aber dennoch war es ein gutes Buch mit einer spannenden Thematik, die in einer sehr freundlichen Form umgesetzt wurde, denn das Buch ist weder melodramatisch noch deprimierend. Es ist aus der Sicht des Kindes geschrieben, dem die Schnauze gewachsen ist, wie sie eben wächst und das auch so spricht. Schöner Weise ist es aber auch sehr poetisch geschrieben und die Autorin bedarf sich einigen wundervollen Metaphern sowie Vergleichen, die mir gänzlich neu waren und mir somit unglaublich gut gefallen haben.
Insgesamt war es also für mich definitiv der Erzählstil, der mich durch diese Geschichte getragen hat und das ist keinesfalls schlimm. Erzählen kann die Autorin, wenn es auch nicht so richtig spannend ist, so ist es doch relativ poetisch und tiefgründig.
Man hätte durchaus aber auch mehr aus diesem Buch, der Idee und eben dieser Thematik herausholen und machen können. Letztendlich war die Geschichte nett, aber wirklich tief ging sie am Ende leider nicht. Dennoch habe ich den Kleinen, sowie seinen Kater Blu, ziemlich schnell ins Herz geschlossen.

Montag, 20. Februar 2017

Schattenfuch - Sjòn

Irgendwie... hab ich dieses Buch nicht verstanden. Oder ich hatte mir einfach schlichtweg durch den Klappentext etwas völlig anderes erwartet. Wie war das noch mal? Jemand findet ein verwahrlostes Mädchen und sie wird das Beste, was ihm je passiert ist? Ja, ok... was haben dann die anderen beiden Handlungsstränge damit groß zu tun? Obwohl das Buch sehr kurz ist, blieben mir nur drei Dinge bisher im Kopf: Die Jagd im tiefen Schnee auf einen Fuchs, Abba - das Mädchen, das etwas anders ist, die aber im Grunde gar nicht so groß thematisiert wird, und ein Priester.
Soweit so gut. Aber um ehrlich zu sein: Dieses Buch konnte mir so gar nichts mitteilen. Mag sein, dass ich für diese Art Prosa nicht gemacht bin, an dem Kernpunkt der Geschichte vorbeigeschlittert bin oder ihn einfach nicht ganz verstehe... ändert aber nichts an meiner Meinung. Ich weiß nicht, was dieses Buch mir sagen wollte und daher bin ich davon enttäuscht. Ich hätte mir eine gänzlich andere Geschichte versprochen und war dem Buch angetan, durch den Klappentext, auf dem mir eine Geschichte über ein Mädchen versprochen wird. Doch leider hatte ich mehr Fuchs und Schnee und Jagd und Gott und Priester als Mädchen... Der Sinn des Ganzen erschloss sich mir leider nicht ganz. Etwas peinlich... aber da bin ich ehrlich zu mir selbst und anderen. Ich hab's nicht kapiert... :D

Samstag, 18. Februar 2017

Cujo - Stephen King

Wie haben mich die letzten 100 Seiten dieses Buches fertig gemacht! In den Bann gezogen. Ich hatte einen Adrenalinschub nach dem anderen. Wahnsinn.
Diese Geschichte geht unter die Haut. Stephen King hat dichte Charaktere erschaffen, dichte Atmosphäre und hat es geschafft, mich zu schockieren und mich mit Menschen mitfiebern und mitfühlen zu lassen. Es war ein wahres Erlebnis, dieses Buch zu lesen und für Fans dieses Genres oder auch von Stephen King, die das Buch noch nicht kennen, ist es eigentlich ein Muss, nehme ich an.
Für mich nach 'Carrie' auf jeden Fall ein weiteres Highlight, was mich davon überzeugt, nichts falsch gemacht zu haben, als ich mir im letzten Monat ungefähr fünfzehn Bücher des Autors auf einen Schlag gekauft habe, mit einer Mission. Denn früher hat mir der Schreibstil von King nicht gefallen. Heute kann ich sagen: Es war eine gute Entscheidung. Cujo war schmerzhaft zu lesen, für die Seele, den Körper und den Geist, aber gleichzeitig eine Geschichte wie mitten aus dem Leben gegriffen. Vielleicht nicht gerade alltäglich, aber mit so alltäglichen Menschen, das man diese Geschichte tatsächlich genauso für möglich hält. Wahnsinn. Ich bin immer noch ganz aufgewühlt und schreibe diese Rezension direkt nach dem Lesen der letzten Seite. Mein Körper steht immer noch unter Strom! Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch, wenn ihr es noch nicht kennt.
Ich für meinen Teil... brauche noch einen Moment, um es zu verdauen, dann werde ich mir den Film dazu ansehen. Und anschließend dürft ihr diese Meinung dazu dann auch in Verbindung zur Rezension auf meinem Youtubekanal 'TheSarahStory' ansehen, wenn ihr mögt. (:

Freitag, 17. Februar 2017

Göttin und Held - Gustaaf Peek

Göttin und Held - ein Titel, der mich sehr angesprochen hat und von dem ich mir eine Art der Liebesgeschichte erwartet habe, die mir eventuell besser gefallen könnte, als diese Young Adult Bücher, in denen es immer um dasselbe geht.
Leider war dem nicht so. Es war zwar im Großen und Ganzen nicht ganz schlecht, es gab sogar Sätze, die ich in diesem Buch sehr schön formuliert fand und auch im Allgemeinen fand ich den Schreibstil zwar etwas ungewöhnlich ab und an, aber doch sehr leichtfüßig und gleichzeitig tiefer als gedacht. Das Problem war nur, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird und - okay, diese Erzählform ist eigentlich nicht das Problem, denn das ist ja mitunter auch mal ganz spannend, wenn auch ich eher der Fan davon bin, das Ende nicht zu kennen. Das eigentliche Problem lag darin, dass man nie wusste, wer gerade spricht und wem die Gedanken eigentlich gehörten. Die Dialoge in dem Buch wurden einfach untereinandergeklatscht ohne in irgendeiner Form gekennzeichnet zu werden. Hin und wieder konnte man sich natürlich etwas hinzureimen, aber Spaß macht das jetzt nicht wirklich. Von einem Unterhaltungsroman erwarte ich mir dann eigentlich ein Buch, bei dem ich nicht groß nachdenken muss. Für so etwas lese ich dann Kafka oder Ähnliches. (: Schade eigentlich, denn die Geschichte hatte an sich Potenzial, sie hätte nur ein wenig anders erzählt und formuliert werden müssen. Auch die Grundstory an sich hat mir gefallen, aber leider konnte sonst nicht viel zu mir durchdringen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Vegetarierin - Han Kang

Dieses Buch ist relativ schwer zu bewerten. Die Geschichte hat einen typisch asiatischen Touch, dazu etwas surreal, dazu aber in den meisten Punkten realistischer als sonst etwas.
Der Titel dieses Buches ist etwas irreführend. Die Hauptperson dieses Buches ist Veganerin, da sie wirklich auf alle tierischen Produkte verzichtet. In ihrer Familie wird dies nicht geduldet. Die Geschichte spiel in Korea, dort herrschen andere Ansichten was die Freiheit des einzelnen Menschen betrifft und daher ist das Thema Vegetarismus und Veganismus ein ganz anderes als hier zulande. Hinzu kommt eine Vergangenheit, die die Hauptperson im späteren Leben beeinflusst.
Sie hat Träume, sagt sie immerzu, wenn man sie fragt, warum sie aufhört, Fleisch zu essen. Nach und nach kommt man dem Ganzen auf die Spur, muss sich aber während des Lesens auch einiges selbst erschließen. Man merkt ziemlich schnell, dass diese Frau nicht aus einem Trend heraus aufhört Fleisch zu essen oder wegen der Gesundheit, sondern aufgrund einer psychischen Belastung oder gar Erkrankung, um mal nicht zu viel vorwegzunehmen.
Was in diesem Bucht teilweise passiert, ist mehr als grausam und erschreckend und tat beim Lesen richtig weh. Zudem kam man manchen Dingen erst Stück für Stück auf die Spur und am Ende war das Bild dann so ziemlich komplett.
Insgesamt ist es eine wirklich andere Geschichte. Nie zuvor habe ich etwas Vergleichbares gelesen und denke auch, dass das in Zukunft nicht so bald wieder passieren wird. Das Buch ist etwas für Menschen, die gern über Dinge nachdenken, die gern tiefer blicken, sich mit der Psyche auseinandersetzen wollen. Es ist auch nicht immer etwas für die zartesten Gemüter, da krasse Szenen schon sehr hart und schonungslos beschrieben werden. Wenn es in diesem Buch teilweise um Alpträume geht, dann würde es mich nicht wundern, wenn man nach dem Lesen der Lektüre auch mal einen hat. Rundum kann man sagen, dass dieses Buch sehr viel versteckt hält, was diese harmlose Hülle niemals erahnen ließe. Ebenso der Titel.
Ich möchte euch auch gar nicht mehr verraten als das, was ich bisher gesagt habe, denn alles andere solltet ihr selbst entdecken. Für mich war es eine Reise in Abgründe, Sehnsüchte, Ängste, Träume und Alpträume und eine Reise in ein fernes Land mit noch fernerer und fremder Kultur, die sich mit meiner nicht gut vereinbaren lässt.
Es ist auch kein fröhliches Buch, absolut nicht, eher eines, das einen ziemlich runterzieht mit der Zeit und leicht depressiv wirkt. Gleichermaßen ist es aber auch wie ein Sog. Man muss wissen, was passieren wird. Entdeckt es selbst. Es wird nicht für jeden etwas sein. Aber seid einfach mal mutig.

Montag, 13. Februar 2017

Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna - Fynn

Anna ist wirklich ein unglaublich tolles, kleines Mädchen und so viel schlauer als die meisten Erwachsene es je sein könnten. Es war ein Highlight, dieser Maus beim Leben und Entdecken zuzuschauen und Fynn, ihren Ziehvater zu verfolgen.
Schade ist - was man von Anfang an weiß, dass Anna nicht alt wird und das sie nur ganze zwei Jahre, glaube ich, bei Fynn lebt. Sie stirbt also sehr jung.
Es ist kein allzu trauriges Buch, da man von vornherein das Ende kennt, allerdings musste ich mir dennoch am Schluss ein Tränchen verkneifen, da es wirklich ein 'schönes' Ende war. Toll beschrieben und mit einer wunderbaren Anekdote, die zum Buch passt. Wundervoll!
Die kleine Anna stellt unglaublich viele Fragen und stellt damit das Weltbild von Fynn und ihrer Umgebung gehörig auf den Kopf. Sie ist mit Mister Gott sehr verbunden und sieht in allem etwas Wunderbares. Sie entdeckt die Welt mit Kinderaugen, aber eben auch mit Augen, die viel tiefer als diese blicken. Sie sieht mehr, als jeder andere sieht und vielleicht auch mehr als man selbst je gesehen hat. Von der kleinen Anna kann jeder noch etwas lernen und auch, wenn man mit Gott und dem Christentum so gar nichts am Hut hat, wie ich beinah, dann kann man dieses Buch trotzdem lieben! Ich habe es getan und werde Anna und ihre vielen Fragen und Theorien und ihre eigene Philosophie in schönster Erinnerung behalten. Ein Buch, das man verschenken sollte, selbst lesen und stark verinnerlichen sollte. (: Ein schönes Vergnügen mit wenigen Seiten aber umso mehr Inhalt. Ob er auch nachhaltig ist, kann ich jetzt natürlich nicht beantworten, aber für den Moment war es schön und ich habe durch Anna wieder eine kindliche Lebensfreude gespürt und das tat meinem Herz sehr gut! Es war so schön ihr durch die Welt zu folgen und aus ihren Augen zu sehen. Zudem mochte ich auch Fynn sehr gerne, der die Geschichte erzählt. Bitte lest es!!
Und lasst es von dem Gott nicht zu sehr abschrecken, eigentlich spielt die Welt und wie sie läuft, sehr viel mehr eine Rolle als die Religion. Die auch, aber in einer sehr angenehmen und schönen Form. Und das sagt jemand, der damit nicht viel zu tun hat. (: Wagt euch. Es lohnt sich.

PS: Fynn und Anna haben wirklich gelebt. Fynn hieß eigentlich anders und war ein Mathematiker aus Irland.

Snowheart - Olivia Mikula (alias Andreas Dutter)

Also... vorneweg muss ich ja sagen, dass solche Jugendfantasy echt nicht mein Ding ist. Es gab schon immer sehr wenige Bücher, die mir da zugesagt haben und die ich überhaupt lesen wollte - und noch weniger, die mir am Ende gefallen haben.
Daher bin ich trotz Vorfreude relativ skeptisch an dieses Werk gegangen. Dem Genre entsprechend hat es mich auch nicht umgehauen, aber - und das aber ist groß - es gibt so unendlich viel, was ich positiv anmerken kann, dass es dann doch mindestens vier Sterne sein mussten.
Der Humor in diesem Buch war klasse. Dieser hat allein schon meinen Geschmack getroffen und wenn man die Autorin/den Autoren (man weiß ja, oder auch nicht...) ein wenig kennt, findet man ihn selbst auch in diesem Humor und an den amüsanten Stellen absolut wieder. Das mochte ich sehr.
Was ich auch sehr gut fand, war, dass das Buch wirklich spannend ist. Wie in den meisten Jugendbüchern werden auch hier einige - aber sehr wenige - Klischees bedient, aber es ist dennoch anders, setzt sich von der Masse ab, da wirklich immer etwas passiert. Es ist rasant, man weiß nie, was noch alles auf einen zukommt und die Liebesgeschichte, die in diesem Buch mit eine Rolle spielt, war für mich schön zu entdecken, aber nicht kitschig und auch nicht übertrieben.
Zudem war natürliche die Tatsache, dass es um Schneefrauen und !!! um Nekromanten geht. Ich fand diese Idee unglaublich toll. Es war mal etwas Neues, nicht so abgenutzt wie die meisten anderen Themen und Wesen der Fantastik. Super.
Die Titelüberschriften sowie die Gesamtaufmachung des Buches waren auch genial, weswegen das Lesen doppelt so viel Spaß machte. Insgesamt also nicht nur eine gute Arbeit vom Autor/von der Autorin, sondern auch vom Drachenmondverlag. Von mir eine Empfehlung.
Eine tolle Story, jede Menge Action und eine wohlerdachte Liebesgeschichte. (:

Donnerstag, 9. Februar 2017

Widerrechtliche Inbesitznahme - Lena Andersson

Dieses Buch ist mehr eine Charakterstudie oder eine Gesellschaftsstudie, als ein Roman im eigentlichen Sinne, aber genau das macht es so besonders.
Kurzum geht es in diesem Buch um die Liebe, genauer noch um das unglückliche Verliebtsein. Ein Verliebtsein, das nicht erwidert wird, das uns zum Sklaven der eigenen Gefühle macht, das uns den Verstand raubt und uns zum Affen macht, vielleicht sogar zur Marionette.
Die Autorin hat es mit diesem Buch geschafft, mich trotz der Fehlhandlungen Esters, der Hauptperson, immer am Ball zu halten. Und das aus gutem Grund: Denn Ester war keineswegs dumm oder naiv, ganz im Gegenteil. Sie war ein sehr starker, weiblicher Charakter, doch merkte man, wie sie diese Stärke und Unabhängigkeit Stück für Stück immer mehr verlor, je länger sie diesem Künstler Hugo nachrannte, der sie immer auf Distanz hielt. Mal machte er ihr schöne Augen und sie hegte Hoffnung, dann meldete er sich wieder wochenlang nicht oder sagte etwas, das ihr wehtat. So ging das immer weiter und hin und her und wenn man es böswillig sagen möchte, ähnelte es einem New Adult Roman, in dem sich ein naives Mädchen von einem Kerl abhängig macht, der sie nicht einmal haben möchte, ihren Stolz verliert und sich zum Clown macht, alles dafür tun würde, nur, damit er sie zurückliebt. Doch da Ester nicht dumm ist und sie ihre eigenen Fehler analysiert und auch erkennt, machte es interessant. Man spürte, dass sie eine clevere Frau und eine von hoher Intelligenz war. Und das zeigte dem Leser, dass man jegliche Intelligenz verliert, wenn man sich verliebt. Und wem von uns ist das nicht auch schon mal passiert?
Wer war nicht schon mal in jemanden verliebt, der einen nicht haben wollte und hätte alles getan, um ihn zu bekommen? Wer hatte nicht schon einst im Leben das Gefühl: Für mich gibt es nur diesen einen Mann und wenn er nicht da ist, ist mein Leben so leer.
Alles Schwachsinn, aber in dem Moment, in dem man so fühlt, ist es mehr als real. Es fühlt sich schrecklich an und die Autorin zeigt uns durch Ester, wie es ist und sie lehrt uns durch die Fehler von ihr, was wir selbst vielleicht falschgemacht haben und wieso wir so gehandelt haben.
Ester war ein Charakter, in den sich jeder reinversetzen kann und doch musste ich des Öfteren über sie die Augen verdrehen. Aber dann dachte ich nach und ... verdrehte die Augen zur gleichen Zeit auch über mich selbst, da ich irgendwann einmal genauso dastand und genau das gleiche getan habe. Und am Ende war man noch trauriger. Meistens.
Hugo konnte ich im Übrigen nicht leiden und habe auch immer noch kein wirkliches Verständnis dafür, wieso sie diesen Kerl so unbedingt haben wollte. Für mich hatte er nichts an sich, was man hätte mögen können. Außer vielleicht den Aspekt, das er ein berühmter Künstler war.
Hugo lernen wir in dem Buch ebenso gut kennen wie Ester, zumindest erfahren wir sehr viel, was Ester über ihn denkt und das auf ehrliche Weise, Gedanken, die vielleicht aus Frust entstanden waren, die aber dennoch genau Hugos eigentliches Wesen zu beschreiben schienen.
Im Grunde genommen begleitet man Ester durch ihr relativ stilvolles Leiden.
Sie ist intellektuell, eine Dichterin, arbeitet auch mal für die Presse und ist sehr gebildet und doch ... vor der Liebe ist niemand sicher. Wenn sie dich packt, packt sie dich, und dann bist du verletzlich und abhängig wie ein Kind. Erschreckend ehrlich zeigt dieses Buch uns die innersten Empfindungen auf, die wir kennen und vor denen wir uns fürchten. Egal, wie alt wir sind.
Eigentlich grandios, aber auch recht deprimierend. Nichts für zwischendurch, eine Lektüre zum Nachdenken mit teilweise sehr anspruchsvollen Dialogen, was ich sehr mochte.