Dienstag, 23. Mai 2017

Pippi Longstocking - Astrid Lindgren

Mein erstes englisches Buch. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis ich es beendet hatte und ich fand es natürlich toll. Pippi Langstrumpf hat mich seit meiner Kindheit durchs Leben begleitet und daher war mir die Geschichte natürlich durch die Filme bekannt. Gelesen habe ich das Buch allerdings zuvor nie. Es war schön, etwas Leichtes auf englisch zu lesen, das man ein wenig kennt und wo man sich auch mit ein paar fehlenden Vokabeln reinfallen lassen konnte.
Eine tolle Erfahrung mit einer tollen Geschichte, die mit Humor und Pippis Persönlichkeit zu überzeugen weiß. Kann ich natürlich nur weiterempfehlen. (:

Montag, 22. Mai 2017

Lichterloh - Sofie Laguna

Hester wird von ihren Eltern zuhause versteckt und eingesperrt, weil sie für sie eine Schande darstellt. Sie putzt, wird bei einem 'Vergehen' im Hängeraum an den Armen aufgehängt, hat nichts als ihre Kinderbibel und Freunde aus dem Haushalt, die zu ihr sprechen, wie Kochlöffel, Tisch, Axt oder Türknauf. Sie darf nicht zur Schule und wird behandelt wie Dreck.
Doch eines Tages wagt sie sich, den Türknauf zu drehen und als dann auch noch jemand vom Jugendamt kommt, um das Kind zu untersuchen und für schultauglich zu erklären, wächst in Hester etwas heran. Der kleine Duft von Freiheit bringt ihr Innerstes in Wallung.

Dieses Buch lag drei Jahre auf meinem SuB, seitdem mein Vater es mir einmal mitgebracht hatte. Ich hatte es sofort geliebt und wusste mit dem Klappentext und den ersten Zeilen, dass es etwas ganz Besonderes für mich sein würde. Doch erst jetzt kam die richtige Zeit dafür und ich habe es natürlich verschlungen. Sofern man dies konnte, denn der Schreibstil ist sehr bildhaft, sehr dicht, atmosphärisch und dichterisch. Es gibt tausende Metaphern und Personalisierungen, aber auf eine unglaublich authentische Weise, die ich sehr zu schätzen wusste.
Sofie Laguna ist für mich eine Wortkünstlerin und sie hat mit ihrer Sprache etwas erschaffen, das ich so noch nie erlebt habe. Es war wundervoll, eine Reise in ein anderes Leben. In Hester hinein, in ihre Gedanken und Gefühle, in ihre Naivität und Dummheit, die von Unwissenheit rührt, weil sie nichts kennt außer ihr Haus und ihre schäbigen Eltern, die sie Sack und Stiefel nennt.

Es war unfassbar, häusliche Gewalt so nah zu erleben, in einer so neuen Art und Weise. In einer Weise, die unterschwellig, so nebenher, beinahe wie ein Märchen klang. Eine erträumte Geschichte, um der Realität ein klein wenig Macht zu nehmen. Um alles ein klein wenig erträglicher zu machen. Und doch schlägt jede Seite - gar jedes Wort - ein wie ein Meteorit.

Wortgewaltig, bildgewaltig, atmosphärisch, beklemmend, traurig, wütend machend, Hoffnung schürend und poetisch kommt dieses kurze Buch daher und es hätte keine weitere Seite gebraucht. In diesen 174 Seiten steckte mehr als in so vielen 500 Seiten Büchern.
Sofie Laguna ist für mich definitiv eine der besten Autorinnen unserer Zeit. Eine wahre Empfehlung von mir.

Freitag, 19. Mai 2017

Goat Mountain - Davin Vann

Goat Mountain ist ein Buch, für das man starke Nerven und einen guten Magen braucht. Es ist nicht unbedingt das Blutige, das einem die Übelkeit bringt, sondern diese absolut rohe Gewalt, die in diesem Buch herrscht und die einen immer wieder Erschaudern lässt.
Ich muss zugeben, dass ich ein paar kurze Kapitel übersprungen, bzw. quergelesen habe, als es um den Tod an einem Hirsch ging. Klar, wenn man weiß, worum es in dem Buch geht - um Hirschjagd - dann sollte man sich darauf einstellen, dass so was auch thematisiert wird, aber es ging nicht um die Jagd an sich, die mir zu viel wurde, sondern die Art und Weise, wie mit einem sterbenden Tier umgegangen wurde. Es war einfach abartig für mich und unfassbar, wie boshaft und gefühlskalt manche Menschen sein können und gerade bei Tieren hab ich da einfach ein großes Sensibilitätsproblem. (Wobei das für mich allerdings nicht als Problem sondern als Segen gilt!)
Doch der Rest des Buches ging mir ins Fleisch. Mitzubekommen, wie die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen sind, dass es immer noch ein Stück tiefer und grausamer geht, war wirklich erschreckend. Es gibt Bücher, Filme und wahre Geschichten, da erlebt der Leser oder Zuschauer eine Art Faszination. Doch hier war es einfach nur so kalt und grausam, dass in mir keine noch so winzig kleine Faszination des Bösen überblieb oder überhaupt aufkam.
Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass dieses Buch den Leser dadurch natürlich dennoch am Ball hält. Wenn man dem Menschen etwas vorsetzt, dass er nicht kennt oder vor dem er sich fürchtet, es jedoch aus der Ferne betrachten kann, wird er hinschauen wollen. Oft jedenfalls. Und so oder so ähnlich war es eben hier. So abstoßend es auch war, etwas von mir wollte wissen, wie es zu Ende geht. Wie die Menschen in diesem Buch sich jeweils während diesen 260 Seiten entwickelt haben, war deutlicher als sonst irgendetwas. Welch starke Persönlichkeiten hier handeln und wie unterschiedlich sie sind, obwohl sie alle eine große Gemeinsamkeit haben. Das Jagen. Doch wie die Moralvorstellung jedes Einzelnen waren, fand ich großartig geschildert.
Ich selbst fühlte mich, nach dem Tod des Mannes, den der kleine Junge in diesem Buch erschießt und keinerlei Mitgefühl oder Schuld in sich trägt, in diesem Buch gefangen. Ich war mit in diesem Wald, ich war mit in den Bergen und ich war zwischen dem gnadenlosen Großvater, dem kleinen Jungen, der nicht kapiert, was er getan hat und dem Vater, der verzweifelt versucht eine passable Lösung für alle zu finden, gefangen. Und ich fühlte mich erdrückt und eingeengt, verängstigt. Ich wusste nicht, was auf mich zukam und wie dies alles zu Ende gehen würde.
Ein grandioses Buch, das eigentlich mehr als drei Sterne - locker - verdient hätte. Doch da ich aus meinem eigenen Gefühl heraus bewerten muss, bleibt es bei drei Sternen, denn ich kann mit solcher Gewalt an Tieren, wie es hier der Fall war, nicht umgehen und trotz der absolut genialen Vorlage für ein Horrorfilm-Drehbuch, war es mir einfach nicht mitreißend genug geschrieben. So trocken, wie die Gefühlskälte der Menschen, so hitzig, wie die Situation zwischen den Leuten und so nüchtern, wie der Tod einer Kugel, die mitten ins Herz trifft.
Klingt immer noch nicht nach 'nur' drei Sterne, oder? Macht euch am Besten selbst ein Bild. Ich finde das Buch auf seine Art gut. Aber ich kann es nicht mit mir vereinbaren, auf eine solche Thematik Lobeshymnen zu schwingen. Dennoch etwas, das absolut tief unter die Haut geht! Für Leser die so etwa suchen, ist es genau das Richtige.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sie - Stephen King

Auch wenn SIE nicht mein Lieblingsbuch geworden ist, ist es doch eines von Stephen King, das unbedingt gewürdigt werden muss. Niemals hab ich eine beängstigendere Frau kennengelernt als Annie Wilkens. Unfassbar, was sie sich alles einfallen lässt, um ihren Willen von Paul Sheldon, Schriftsteller, erfüllt zu bekommen. Er soll seinen neuen Roman für sie umschreiben, denn er bringt seine Heldin in dem Buch um, was Annie Wilkens absolut missfällt. Sie pflegt ihn nach einem Autounfall und hält ihn weiterhin bei sich gefangen. Eine Tortur für Paul Sheldon beginnt.
Und für den Leser auch, denn man fühlt sich mittendrin. :D
Wer den Film 'Misery' schon gesehen hat, der wird ungefähr wissen, worauf er sich bei diesem Buch einlässt, doch es ist noch mal ne ganze Nummer krasser.
Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und Annie sowie Paul noch mal besser kennenzulernen und in die tiefsten Abgründe der Menschen zu blicken, zu erfahren, wozu Menschen fähig sind. Wahnsinnig gutes Buch!

Dienstag, 16. Mai 2017

Zwischen dir und mir die Sterne - Darcy Woods

Ich fand die Geschichte ganz gut und ich hab sie auch relativ gerne gelesen. Wäre das ganze Astrologiezeug nicht so überschwänglich gewesen, hätte ich sie auch noch besser gefunden. Teilweise fand ich gewisse Handlungen seltsam. Zwar war insgesamt alles in sich schlüssig, aber mir dann doch etwas zu abstrus. Ich konnte die Hauptperson in einer Form absolut nachvollziehen, da sie gewisse Gründe und Hintergründe hat, wieso sie sich der Astrologie so verschworen hat und dem Sternzeichen absolut Folge leisten will, aber gleichzeitig fühlte ich mich zum 'Augen-verdrehen', weil ich einfach ein Herzmensch bin und das tue, was sich gerade gut anfühlt und mir keine Gedanken darum mache, ob derjenige jetzt wegen des Sternzeichens passt oder nicht. Ob jemand passt oder nicht, merke ich nur dann, wenn ich mich auf ihn einlasse und Gefühle zulasse.
Die Geschichte war also ganz nett, es gab auch schöne Stellen und Momente und ein paar tolle Charaktere, aber letztendlich wird die Geschichte wohl in meinem Kopf verblassen, selbst wenn ich Grant sehr gerne mochte und auch manch andere Person.
Der Schreibstil war allerdings recht gut, amüsant, ein schöner Humor, gut zugänglich für jung und alt, aber eben etwas für zwischendurch, für schöne Lesestunden, die nicht viel Konzentration abverlangen. Wer so etwas und die Liebe sucht, der darf hier aber absolut gerne zugreifen. (:

Freitag, 5. Mai 2017

Dark Horses - Cecily von Ziegesar

Die Geschichte um Merritt und Red begann direkt ansprechend. Merritt ist ein schwieriges Mädchen und kommt in ein Heim für solche Teenager. Dort gibt es auch schwierige Pferde, wodurch sie eben Red kennenlernt, einen störrischen Hengst. Er beginnt ihr zu vertrauen und so entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, die sie weit bringt. Doch dann beginnt Red Dinge zu tun, um Merritt für sich zu haben, die alles aus dem Ruder bringen.
Letztendlich verläuft die Geschichte aber nicht deswegen so, wie sie verläuft - meiner Meinung nach. Im Grunde war das Ende von Anfang an vorbestimmt und irgendwie ganz anders, viel zu einfach und klischeemäßig, als dass es zur Beschreibung dieser Geschichte auf dem Klappentextes passen würde.
Das hat mich dann doch sehr ernüchternd zurückgelassen. Das ganze Drama, welches ich mir aufgrund dessen ausgemalt habe, blieb irgendwie aus. Natürlich war die Geschichte an einigen Stellen traurig und leicht schockierend, aber sie wurde eben leider nicht so geschrieben. Der Schreibstil schien dafür gesorgt zu haben, dass mich nichts davon wirklich berühren konnte.
Und was das Allerschlimmste ist, weswegen mir noch nicht einmal das Tier so leidtun konnte, dass es mir wirklich wehtut, wie es eigentlich immer ist - bei jedem Tier - war das: Der Schluss steht im PROLOG! Man hat also eigentlich nur gelesen, um herauszufinden, WIE es passiert, aber nicht mehr was überhaupt geschieht und das fand ich dann wirklich blöd.
Was ich auch total bescheuert fand, waren englische Liedzitate oder Liedtitel, die in der deutschen Übersetzung richtig bescheuert daherkamen. Ich meine, schwer vorzustellen, dass ein Pferd überhaupt so denkt wie wir (es gibt eine Perspektive des Pferdes), aber wenn das Pferd dann auch noch in zwei Sprachen denkt und nur, weil immer das Radio an ist, es alle möglichen Textstellen zitieren kann, dann frage ich mich, ob das sein muss... fand ich jetzt nicht so passend, kann aber eine persönliche Ansicht sein.
Insgesamt war das Buch okay, aber sicher ausbaufähig. Es ist eine schlichte Geschichte über schwierige und irgendwie scheinbar immer noch pubertierende Jugendliche, die selten wahre Emotionen gegenüber irgendjemandem zeigen und für die ich keine große Sympathie hegen konnte. Da gab es, gerade zum Schluss, auch noch andere Gründe dafür.
Ansätze und Ideen gab es definitiv gute! Schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Und auch in anderer Richtung. (Vor allem frag ich mich: Welcher tierische Instinkt?? Das Tier dachte und handelte wie ein Mensch, aber keineswegs wie ein Tier. Zumindest ist das meine Ansicht.)
Dieses Buch konnte mich ein wenig unterhalten, aber leider nicht glücklich machen. Es tat mir nur leid, dass Red keine bessere Perspektive hatte. Im Leben, wie auch in dem Buch. Er hätte eine andere Sprache bekommen müssen.
Schlichtweg gilt: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und für Pferdefans oder Reitfans... ist die Geschichte wohl etwas zu langweilig, klischeemäßig und emotionslos, gerade gegenüber den Beziehungen zu den Tieren.

Dienstag, 2. Mai 2017

Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger

Das Buch lag eine halbe Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher und jetzt durch das Hörbuch hatte ich endlich einmal die Muße dazu, es zu lesen. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal damit angefangen und es hatte mir recht gut gefallen, aber irgendwie sprang der Funke nie über. Auch jetzt hätte es wohl ohne das Hörbuch nicht geklappt, aber der Sprecher war so toll, dass ich sehr schnell sehr froh darüber war, zu diesem Hörbuch gelangt zu sein. Er brachte mir Germain sehr nahe und ich mochte die Art, wie der Sprecher seine Geschichte aus seinem Munde erzählt hatte, wirklich gern. Er hatte ihn charakterlich für mich gut getroffen.
Ich hatte zuvor auch schon den Film gesehen, auch das ist schon ein paar Jahre her, und mochte ihn trotz Gerard Depardieu in der Rolle von Germain nicht unbedingt. Ich bin ein Fan von französischen Filmen, aber dieser brachte für mich keine richtig schöne Aussage rüber. Er war nicht fesselnd.
Das Buch hingegen hatte durch Germains Erzählung in der Ich-Perspektive sehr viel mehr Atmosphäre und Authentizität, was mir die Geschichte auf schöne Weise nahebrachte. Ich hatte viel Spaß mit dem süßen großen Dummkopf und der kleinen, gebildeten Marguerite. Ein tolles Team, eine tolle Freundschaft, die zeigt, dass man nicht immer aus derselben Schicht kommen muss oder aus derselben Altersklasse, um sich hervorragend zu verstehen. Und zu mögen. (:

PS: An Tiefgründigkeit mangelt es auch nicht - und die kam rüber trotz dem liebenswerten Dummerchen, das uns diese Geschichte erzählt. (Für mich ist er das nicht einmal. Er weiß viel, was andere gar nicht bemerken. Er tut es.)

Freitag, 28. April 2017

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden - Emily Barr

Schlichtweg war dieses Buch 'ganz nett'. Aber mehr auch nicht. Im Grunde genommen fand ich das Buch nicht schlecht, der Schreibstil war okay, die Atmosphäre vom klassischen Jugendroman, den man schon an die zig tausend Mal gelesen hat und genauso austauschbar waren auch die Charaktere. Interessant war das Detail, das die Hauptperson ihr Gedächtnis verloren hat und nun an einer Art Amnesie leidet. Sie kann sich nichts merken, was ca. vor zwei, drei Stunden passiert ist. Außer einen Kuss mit einem Jungen, den hat sie sich gemerkt und geht für ihn über ihre Grenzen hinaus.
Ziemlich süß, aber auch ziemlich naiv und waghalsig. Ich frage mich: Was machen, wenn sich das am Ende vielleicht nicht lohnt? Was machen, wenn was schiefgeht?
Ich fand viele Dinge in diesem Buch leider überhaupt nicht gut. Was mich am Allermeisten gestört hat, kann ich hier eigentlich gar nicht sagen, weil ich spoilern würde. Deswegen kann ich nur sagen, dass mir ganz und gar nicht gefallen hat, wie die Person hier gehandelt hat an manchen Stellen und ihr manche Dinge, die ihr viel wichtiger hätten sein sollen, egal zu sein schienen! Absolut schrecklich, tut mir leid... aber das hat mir nicht gepasst. Ich finde die Moral der Geschichte einerseits gut, die andere Seite der Geschichte war für mich aber beinahe schon verwerflich.

Montag, 24. April 2017

Du neben mir - Nicola Yoon

Dieses Buch war so unglaublich schön. Madeline war mir äußerst sympathisch, genauso wie Olly und ich konnte mich in dieses Buch reinfallen lassen. Ich habe es genossen, jede Seite nach dem Lesen umzublättern, habe mich an schönen Aussagen und einem flüssigen Schreibstil erfreut und an einer so schönen Liebesgeschichte, wie ich sie selten in der Form gelesen habe.
In dem Buch habe ich zwei, drei Logikfehler entdeckt, die allerdings den Erzählfluss nicht wirklich gestört haben und somit auch mich nicht, aber dennoch habe ich sie bemerkt.
Ansonsten gibt es aber nichts negativ anzumerken, eher in die gegenteilige Richtung, denn das Buch war wirklich toll. Was ich sehr mochte, waren eben auch die kurzen Kapitel, die toll gewählten Kapitelüberschriften, die Charaktere, die Wendungen und die schönen, kleinen Ideen, die das Buch rund gemacht haben. Rund wie die weite Welt, die Madeline so gerne entdecken würde, wenn sie doch bloß könnte. Man hofft mit ihr, fühlt mit ihr und liebt mit ihr.
Es ist wundervoll. Bitte lesen!!

Samstag, 22. April 2017

Bird Box - Josh Malerman

Draußen lauert etwas. Wenn du es siehst, bringst du dich um.
Klingt nach einem Horrorfilm ähnlich wie The Ring. Doch letztendlich war es für mich die pure Langeweile. Der Grusel, der angepriesen wird und durch die Thematik der Geschichte durchaus hätte entstehen können, kam für mich leider überhaupt nicht rüber.
Die Charaktere waren mir unsympathisch, die Mutter raubte mir die Nerven, die Kapitel aus der Vorgeschichte fand ich langweilig und unspektakulär erzählt, wobei teilweise schon einiges passierte. Doch es konnte mich in keiner Weise berühren oder packen. Ich schätze, dass es letztendlich am Schreibstil lag, denn die Story an sich war ja gar nicht mal so übel. Aber die Umsetzung ließ sehr zu wünschen übrig.
Zu alledem hatte ich auch zwischendurch mit dem Hörbuch angefangen und musste dann sehr schnell feststellen, dass ich das Buch dann doch lieber weiterlese, da die Figuren bei der Sprecherin Anna Thalbach tatsächlich wie Schwachsinnige klangen. Das hat mich unglaublich gestört. Es war für mich unerträglich zu hören, was aber wohl auch wieder Geschmacksache ist.
Insgesamt hat es sich für mich nicht gelohnt, dieses Buch zu lesen. Es stand jetzt ein paar Jahre auf meinem SuB und im Grunde genommen habe ich nichts verpasst. Wirklich gegeben hat mir die Geschichte nichts. Schade. Dabei ist diese Richtung genau meins.

Donnerstag, 20. April 2017

100 Stunden Nacht - Anna Woltz

Das Buch hat mir vom Klappentext her etwas völlig anderes vermittelt. Allein schon, dass das Hauptthema erst in der Mitte des kurzen Buches beginnt, hat mich schon etwas gestört. Aber als das ganze Szenario dann auch noch relativ schnell wieder vorüber war und es gar nicht so extrem ausgeführt wurde, wie ich mir erhofft hatte, hat mich dann echt enttäuscht.
Es gab zwischendurch Ansätze eines tiefgründigeren Gesprächs zwischen irgendwem, aber wirklich ausgeführt wurde da selten etwas. Allgemein fand ich auch, dass die Sprache wirklich zweierlei war. Zum Einen war der Schreibstil unglaublich gut leserlich, schnell, flüssig, anders. Aber dann gab es auf der anderen Seite diese bescheuerte Jugendsprache, die mich oftmals gestört hat. Für mich war's übertrieben und ich finde nicht, dass man Jugendlichen in Büchern auch noch eine solche Gossensprache beibringen sollte, sondern gerade mit Geschichten an ein vernünftiges Deutsch appellieren, das überall vorzeigbar ist. Mag sein, dass ich da etwas penibel bin, aber gerade heutzutage finde ich es wichtig, der Gossensprache etwas entgegenzusetzen.
Ansonsten würde ich das Buch auch eher der Altersklasse 14-18 empfehlen. Für mich hatte es nicht viel übrig. Das einzig Gute daran war der leichte Schreibstil, der das Buch sehr schnelllebig und flüssig gemacht hat. Denn auch die Charaktere waren mir leider unsympathisch. Sogar alle bis auf einen. Und das bei mindestens vier präsenten Menschen während der gesamten Handlung.
War wohl einfach nicht mein Buch. Am Thema vorbei hätte man in der Schule gesagt und so fühlte sich das Buch für mich irgendwie an. Von Wirbelsturm Sandy gab es mir da zwischen endlosen Belanglosigkeiten zu wenig und allgemein auch viel zu wenig Ernsthaftigkeit bei dieser Thematik. Man hätte mehr daraus machen können, auch im Jugendbuch.

Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara

Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, dieses Buch zu lesen. Immerhin hat es beinahe 1000 Seiten und dazu ist es auch noch ein Werk, das nicht in der leichten Unterhaltungsliteratur angesiedelt ist. Es ist nichts zum 'Mal-eben-weglesen'. Da ich aber genau diese 'schwerwiegendere' Literatur mag und oftmals gesehen habe, wie dieses Buch die Meinungen spaltet, wie manche es hochloben und andere den Hype nicht ganz verstehen können, musste ich es im Endeffekt haben.
So stand es noch einige Tage hier und ich hab es immer wieder angesehen und mir gedacht: Wie soll ich das bloß anstellen, dich zu Ende zu lesen?
Ich habe mir das Hörbuch besorgt. Und damit ging es reibungslos. Beinahe täglich habe ich eine halbe Stunde bis Stunde gehört und das Buch hat mich somit beinahe einen Monat lang begleitet.
Die Protagonisten, insbesondere Jude und Willem sind mir so sehr ans Herz gewachsen. Es gab Momente des Schmunzelns, Momente der Trauer, Momente des Schmerzes, der sogar auf den Leser überging und es war eine so lange und ausgefüllte, intensive Geschichte, dass es sich tatsächlich anfühlte, als kenne man sie. Als wäre man in irgendeiner Form ein Teil davon.
Dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Allerdings hat es mich in einer viel tieferen Form berührt. Es berührte weniger mein Herz, sondern viel mehr meinen Geist. Mein Innerstes. Es gab Momente, da saß ich da und es wurde schwieriger, dem Sprecher zuzuhören, weil mir das Gesprochene nahe ging. Weil es mir irgendwo selbst wehtat.
Ich empfand Traurigkeit, Schmerz, Unwohlsein, Hoffnung, Liebe, Wohlwollen und alles Mögliche auf einer Ebene, die keine Emotion nach außen verlangt hat. In mir drin spielte sich ein tiefes Verständnis ab, ein tiefes Mitgefühl, welches dort anscheinend bleiben wollte und keine Tränen verlangt hat, um ausgespült zu werden. Klingt unglaublich spirituell und für manche vielleicht schwachsinnig, aber ich kann es nicht anders beschreiben, weswegen mich dieses unfassbar ergreifende Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Aber ich bin innerlich mit diesen Charakteren und mit der Geschichte verbunden und habe viel Schmerz gefühlt bei diesem Buch. Viel, viel Schmerz. Und es tut immer noch weh, an diese Momente zurückzudenken.
Allgemein hat dieses Buch eigentlich nur schwermütig verletzt, deprimiert, dramatisch gewirkt. Aber noch nie zuvor habe ich so etwas Authentisches gelesen. Für mich ist es der Inbegriff des Lebens auf der schlechten Seite. Der Inbegriff der Gefühlsebene, die Menschen erleben müssen, denen Böses widerfahren ist. Das mit Worten zum Ausdruck zu bringen ist eine wahre Kunst. Für mich ist dieses ganze Buch ein einziges Kunstwerk. Es sollte überall auf einem Podest stehen, denn für mich war es nicht mal nur ein geniales Buch. Darin steckt eine Welt, die lebendig wird, sobald man anfängt zu lesen. Sobald man die erste Seite aufschlägt und liest oder sich vorlesen lässt, was mir die Charaktere noch mal auf ganz andere Weise nahe gebracht hat, ist man drin und mit Jude verbunden.
Jude hat mir das Herz berührt. Mehr als es viele Menschen in Büchern geschafft haben und auf eine ganz eigene, ganz besondere Weise. Ich liebte ihn und ich bemitleidete ihn und ich hätte mir gewünscht, in seinen schlimmen Momenten bei ihm sein zu können. Ich habe mir während dem Hören gedacht, wie ich mit ihm umgegangen wäre, was ich zu ihm gesagt hätte. Das habe ich selten, dass ich mich Personen so nah fühle, über die ich bloß lese, dass ich gerne in die Handlung gesprungen und etwas verändert hätte.
Für mich einfach eines der besten Bücher, die existieren und definitiv ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Schwere, harte Kost. Aber in sich so wunderschön. Lebendig, echt und absolut lebensnah. Die böse und dramatische, verletzliche und qualvolle Seite des Lebens wird hier in Worte gefasst, wie es sicher selten jemand geschafft hat. Einzigartig.

Mittwoch, 19. April 2017

Mein Himmel in deinen Händen - Amy Harmon

Eigentlich hätte dieses Buch beinahe 5 Sterne verdient. Es ist unfassbar toll gewesen. In die Charaktere habe ich mich direkt auf den ersten Seiten verliebt. In beide! Es war so schön zu sehen, wie Millie, das blinde Mädchen, ihr Leben meistert und ihren autistischen Bruder Henry zuhause als Unterstützung hat und wie sie ihm ebenfalls Hilfestellung leistet. Dazu Tagg, der eigentlich ein Aufreißer ist, sich aber ziemlich schnell in Millie verliebt. Das Schicksal lässt ein Wunder entstehen, doch das Schicksal könnte es auch wieder zerplatzen lassen. Aber lest selbst. Ihr werdet dieses Buch lieben!
Der Schreibstil war wundervoll zu lesen, die Autorin hatte sehr viel Tiefgründiges in ihrem Text und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es gab etliche wunderschöne Szenen, die ich mir markiert habe, damit ich sie immer wieder direkt finde und wieder lesen kann, um wieder und wieder für einen Moment in dieses Buch und diese Geschichte abzutauchen.
Unglaublich toll, tiefgründig, witzig, schön, romantisch, keineswegs kitschig... einfach schön! Die Autorin bleibt mir wirklich positiv im Gedächtnis und ich werde gerne eines Tages wieder zu einem Buch von ihr greifen, wenn die Zeit gekommen ist. (:

Samstag, 8. April 2017

Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln - Zoran Drvenkar, Corinna Bernburg

Ein unglaublich tolles Buch mit vielen wunderschönen Gedichten, von denen manche mir persönlich direkt aus dem Herzen gesprochen haben. Ganz, ganz toll. In Kombination mit tollen Fotografien von einer Fotografin namens Corinna bestückt. 
Die Geschichte hinter dem Buch ist besonders toll, denn die Fotografin hat dem Autoren ein Jahr lang jeden Tag ein Foto geschickt, dass sie an dem jeweiligen Tag geschossen hat und er musste bis Mitternacht dazu ein Gedicht schreiben. Bei diesem Projekt sind vier Bücher entstanden, die nach Jahreszeiten eingeteilt wurden. Dieses hier startet im Sommer. Leider wurden die anderen drei Bücher bisher nicht verlegt, was mich unglaublich traurig macht, denn ich hätte sie mir womöglich alle geholt. 
Auch für Nicht-Lyrikfans kann ich dieses Buch sehr empfehlen, da es wirklich nichts mit klassischen Gedichten zu tun hat. Der Autor schafft hier mit Worten etwas ganz Eigenes und Wunderbares und es sind wirklich kleine Geschichten. Ich habe dieses Buch an zwei Tagen durchgelesen, obwohl ich selbst kein großer Gedichtefan bin. Aber das hier hat mich wirklich begeistert. Ein ganz tolles Werk, das mal wieder zeigt, wie viel man aus Worten eigentlich machen kann und dass man manchmal gar nicht viele davon braucht, um ganz Großes auszudrücken! (:

Donnerstag, 6. April 2017

Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha

Die Verse bzw. Lehren/Reden der Dhammapada sind unglaublich lesenswert für jedermann. Ich bezweifle, dass jeder dafür offen ist und bereit, aber wer sich darauf einlassen möchte, wird hier nur gewinnen. Buddhismus ist keine Religion und hat auch keine Gott. Buddha ist ein Zustand, nach dem man strebt und den jeder erreichen kann. Es ist eine Lebensweise, eine gute, moralische. Man lässt das Leiden los, die Sehnsüchte, etc. und begibt sich auf den Weg in ein losgelöstes, glückliches Leben. Die Verse in diesem Buch zeigen uns auf, wie wir diesen Weg einschlagen, wie wir unser Leben und unser Dasein und auch unser Miteinander verbessern können. Es ist ein tolles zusammengefasstes Werk von den Reden Buddhas und lehrt so unglaublich viele wertvolle Dinge. Ich kann es nur empfehlen, die Dhammapada zu lesen, zu genießen und zu verinnerlichen. Wenn jeder nur ein Stück in diese Richtung geht, könnte die Welt schon so viel schöner sein.

Mittwoch, 22. März 2017

Radikale Selbstliebe - Gala Darling

Bei diesem Buch schwanke ich zwischen vier und fünf Sternen, denn für seinen Inhalt hätte es eigentlich fünf verdient. Deswegen werde ich es eventuell noch auf fünf hochschrauben, auch wenn es mich nach der langen Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, nicht total flasht. Liegt vielleicht daran, dass ich wirklich schon monatelang an dem Buch lese und es immer mal wieder hervorgeholt habe. Jetzt habe ich es endlich beendet und muss sagen: In den Momenten, in denen ich es gebraucht habe, hat es seinen Zweck erfüllt und mir sehr gut getan. Der Inhalt ist sehr motivierend, ehrlich und authentisch und wenn das Buch zur richtigen Zeit kommt, wird es im Kopf des Leser explodieren. Es wird das Leben verändern, wenn man es zulässt und die Tipps anwendet, die Gala Darling gibt.
Ich habe viel von diesem Buch gelernt und hatte ein paar tolle Momente damit. Ich kann es jedem weiterempfehlen, der lernen will, sich selbst mehr wertzuschätzen, der aus seinem Leben mehr machen will, der sich als FRAU neu erfinden will, seinen Style optimieren will und alles andere, was zur Selbstliebe dazu gehört. Es ist alles vertreten und es gibt viele Tipps und sogenannte 'Hausaufgaben', die es in jedem Kapitel bzw. in jeder großen Rubrik zu erledigen gibt. Wundervoll, denn so wird man sofort motiviert, diese Dinge auszuprobieren und sie auch tatsächlich anzuwenden. Denn das theoretische Wissen allein wird niemanden von uns weiterbringen. Ich würde empfehlen, diese Aufgaben der einzelnen Rubriken wöchentlich zu behandeln. Sprich die ersten fünf Aufgaben eine Woche lang täglich durchziehen und gucken, was passiert, aufschreiben, was sich verändert und was nicht. Rumprobieren, einfach mal machen und begeistert sein. (: Arbeitet an eurem Mindset und macht euer leben bunter und schöner und vielfältiger. Geht raus und erlebt etwas! <3 Dieses Buch macht es möglich, den ersten Schritt zu gehen. Es öffnet neue Türen.

Donnerstag, 16. März 2017

Shining - Stephen King

Die Geschichte von Shining wird spätestens so gut wie jedem durch den Film mit Jack Nicholson bekannt sein, wobei der Film doch etwas vom Buch abweicht.
Es geht um den kleinen Danny Torrance, der mit seinen Eltern ins Overlook Hotel zieht, weil sein Vater Jack dort einen Job als Hausmeister annimmt, nachdem er an der Schule, an der er gearbeitet hatte, einen Schüler geschlagen hatte. Er ist Alkoholiker und bringt mit seinen Saufgelagen Angst in die Familie. Doch er liebt seinen Sohn über alles, was in diesem Buch auch sehr deutlich wird.
Danny hat das Shining, er kann Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben und seine Gabe wird im Overlook zum Fluch. Er sieht schon vorher, dass schlimme Dinge passieren könnten und trotzdem sagt er nichts, denn seine Eltern sind seit Langem zum ersten Mal wieder glücklich und denken nicht mehr über Scheidung nach.
So nimmt das Übel seinen Lauf, als die Familie allein im geschlossenen Hotel überwintert und das Böse aus allen Poren des Gebäudes stürmt.

Mehr möchte ich zur Handlung nicht sagen, aber gerne zu meiner Meinung. Ich fand das Buch gut. Die erste Hälfte bereitete mir noch mehr Freude als die zweite, dennoch fand ich auch das Gesamtwerk ganz toll und bin irgendwie ein wenig stolz, Shining nun auch gelesen zu haben, wo ich es mir mit King doch immer so schwer tat.
Das Hörbuch fand ich auch sehr gut, es stand auf Youtube zur Verfügung und ich habe diese Gelegenheit genutzt. Das Buch war von Dietmar Wunder (Sprecher von Adam Sandler) eigesprochen und unglaublich gut. Das erste Hörbuch, das mir so richtig Spaß gemacht und mich gefesselt hat und wo es nicht schwer war, am Ball zu bleiben und auch tatsächlich zuzuhören.
Es gab Höhen und Tiefen für mich, mal hatte ich viel Lust, mal nicht so viel und zum Ende hin, war ich auch froh, dass das Buch dann bald gelesen/gehört war. Aber das hatte weniger mit der Geschichte zu tun, als mit meiner Einstellung zu dicken Büchern.
Insgesamt ein sehr atmosphärisches Werk und der kleine Danny sowie auch Jack sind mir indessen sehr ans Herz gewachsen. Mit Wendy konnte ich nicht ganz so viel anfangen komischerweise, vielleicht war sie mir in dem Ganzen einfach zu unscheinbar, umgeben von so starken Charakteren wie ihre beiden männlichen Familienmitglieder. Aber das tat dem keinen Abbruch. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und kann es durchaus weiterempfehlen, auch wenn die Geschichte für mich nach der Hälfte etwas an Reiz verlor.

Mittwoch, 15. März 2017

Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt

Ein unglaublich tolles Werk, das mich sehr überrascht hat. Nicht unbedingt dachte ich, es würde mir gefallen, aber schnell war klar: Dieses Drama ist etwas Besonderes. 'Die Physiker' ist eine Komödie mit einigen Konflikten, einigen Wendungen, die sehr überraschten und die ich ganz, ganz toll fand. Ich habe zusätzlich das Hörbuch auf Youtube gehört, das von jemandem privat eingesprochen wurde, indem er jedem Charakter eine eigene Stimme verlieh, was unglaublich professionell und ansprechend gemacht war. Das Hörbuch machte somit unglaublich viel Spaß und ich kam mir zeitweise beinahe vor wie im Theater. Eine schöne Erfahrung mit einem Werk der Dramatik. Es hat zwar nicht dafür gesorgt, dass ich sofort mehr Dramen lesen möchte, doch in diesem Fall bin ich froh, es getan zu haben und empfehle dieses Buch gerne weiter.
Im Kurzen geht es darum, dass Newton, Einstein und Möbius in einem Sanatorium sitzen und zum Ersten ein Mord geschieht, womit die Geschichte einsteigt.
Die Auflösung am Ende ist spannend und ganz anders, als man erwartet hätte. Super Geschichte, toll umgesetzt, mit viel Charakter und Können!

Dienstag, 14. März 2017

Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Bis auf den Titel und die grobe Thematik dieses Werks, war mir der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde bisher nicht bekannt. Ich habe weder den Film gesehen noch das Buch gelesen und jetzt war es endlich soweit. Und ich bin froh darüber, denn das Buch hat mir sehr gut gefallen!
Ich mochte die Sprache, an die ich mich unglaublich schnell gewöhnt hatte, den mysteriösen Handlungsverlauf und auch das Geheimnis um Mr. Hyde, das unterschwellig einfach in jedem einzelnen Satz vorhanden und spürbar war. Die einzelnen Kapitel, die recht kurz gehalten wurden, flogen nur so dahin und ehe ich mich's versah, war das Buch zu Ende - und ich war zufrieden.
Es war ein Buch, das ich (bis auf die ersten 25 Seiten) nun an einem Tag durchgelesen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Werk ist, das ewig hängenbleibt, aber es war auf jeden Fall etwas, das Spaß gemacht hat, das den Leser an der Hand nahm und mit ins Dunkle zog und trotzdem nicht zu weit. Es war beinahe so, als würde man den Kopf mit Taucherbrille in das unbekannte Meer stecken, aber den Körper schön in Sicherheit auf dem Schiff lassen.
Die Stimmung, die Atmosphäre und die Sprache bildeten gemeinsam mit der Darstellung eines unglaublich interessanten Themas, nämlich der Persönlichkeitsspaltung auf ganz spektakuläre Art und Weise, ein wunderbares Ganzes. Ein richtig tolles klassisches Werk, das ich nur weiterempfehlen kann. Das Zwischenspiel von Gut und Böse und wie schnell man dem Bösen verfällt und sei es auch noch so klein... und welche Größe es dann annehmen kann, sobald man es herauslässt. Richtig gut umgesetzt und dargestellt, so nach dem Motto: Reichst du dem Teufel den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand. (: Sollte man lesen, wenn man denn möchte.

Sonntag, 12. März 2017

Die störrische Braut - Anne Tyler

Diese Adaption zu Shakespeares 'Der Widerspenstigen Zähmung' war wirklich gut. Ich habe das Originalwerk nicht gelesen und habe diese Geschichte somit sehr neutral ansehen können. Mir hat der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Er war leicht und locker und gleichzeitig zog er den Leser durch die Geschichte. Was ich besonders mochte, war der Humor. Zeitweise war er mir zu albern und zum Augen verdrehen oder Stirn zusammenziehen. Aber dann war er wieder so herrlich erfrischend und der Sarkasmus der Hauptfigur Kate war für mich ganz toll zu lesen, da das genau mein Fall ist.
Hin und wieder gab es Kommentare und Sätze in diesem Buch, die mir missfallen sind, weswegen ich von einer höheren Bewertung abgesehen habe, inklusive wegen der Sache mit der Albernheit und auch dem Gesamten an sich, was mich letztendlich nicht vom Hocker hauen konnte.
Und trotzdem würde ich dieses Buch als durchaus lesenswert bezeichnen und ich hatte auch sehr viel Spaß mit der Geschichte und den darin handelnden Personen. Man hat Pjodr mit Kate mögen gelernt und dieses leicht Skurrile in dem Buch war für mich auch mal etwas Neues.
Insgesamt empfehlenswert für vielerlei Leser.

Freitag, 10. März 2017

Der passende Mieter - Lukas Hartmann

Von diesem Buch hatte ich anderes erwartet - nämlich das, was der Klappentext verspricht. Leider bekam ich keine spannende Geschichte über einen Messerstecher, der Frauen attackiert und der im eigenen Haus einzieht. Es ging viel, viel mehr um die Familie selbst, explizit um die Mutter, die ziemlich depressiv zu sein scheint und die sehr viel damit beschäftigt ist, über ihr Leben zu jammern. Wenn ich ein Drama gewollt hätte, etwas Deprimierendes hätte lesen wollen, ein Buch in dem nur Trübsal geblasen wird, dann hätte es mir gefallen. Aber da meine Erwartungen sich in ganz andere Richtungen gedehnt hatten, konnten diese natürlich überhaupt nicht erfüllt werden. Leider war für die andere Entwicklung des Romans auch nicht gerade schön oder positiv überraschend, da das Buch tatsächlich etwas zum Trübsal blasen ist.
Der Schreibstil war toll, der Autor hat Talent zum Erzählen und auch Talent, um Emotionen zu transportieren. Aber das hier waren für mich in dem Augenblick die Falschen. Wenn ein Buch mich bloß deprimiert macht und ich auf jeder Seite das Gefühl habe, das Leben ist schlecht, dann finde ich das meist nicht so berauschend.
Trotz allem war es natürlich nicht direkt schlecht. Ich würde das Buch allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen, sondern am besten Leser, die auf genau so eine Geschichte abzielen.

Mein Freund Pax - Sara Pennypacker

Es gab ein Detail in diesem Buch, ein großes, das mir alles versaut hat.
Deswegen die Bewertung. Manche mögen dieses Detail gut oder passend finden, ich jedoch fand es total blöd und es ist mir sehr missfallen!
Die Geschichte wirkt ingesamt zuerst wie ein Kinderbuch, vielleicht auch noch für Jugendliche. Doch schon beim Lesen der ersten Seiten merkt man, dass dem nicht so ist. Im Grunde ist es eher ein Buch für die älteren Teenager bis zum Erwachsenenalter, denn hier wird der Krieg thematisiert, der Tod, die Kriegskrankheit etc. Im Grunde kann man das natürlich auch im Kinderbuch darstellen, aber viele Szenen waren doch relativ plastisch geschildert, was ich nicht erwartet hätte und es gab auch viele Zwischenmenschlichkeiten, über die Kinder wahrscheinlich noch nicht nachdenken.
Der Schreibstil war gut leserlich, leicht, einfach gehalten und für mich leider wenig emotional. Auch hätte ich mir noch ein paar mehr Illustrationen gewünscht, wenn es denn schon welche gibt.
Die Geschichte hat mich an vielen Ecken traurig hinterlassen, auch teilweise sehr unbefriedigt. Da ich aber nicht spoilern möchte, kann ich euch den Punkt nicht nennen, der mir missfallen ist, aber ich hatte am Ende des Buches einfach nur das Gefühl, es völlig umsonst gelesen zu haben.
Das mag natürlich Ansichtssache und Geschmacksache sein. Mein Geschmack war's jedenfalls leider nicht. Ich hätte mir davon ganz etwas anderes und vor allem viel mehr erwartet. Aber viel mehr in eine andere Richtung.

Mittwoch, 8. März 2017

Eden Summer - Liz Flanagan

Eine Geschichte, die nach hinten raus unglaublich gut wird! Nachdem Edens Schwester gestorben ist, ist Eden traurig. Mehr als das, sie kommt mit ihrem Leben so gar nicht mehr zurecht und verschwindet irgendwann spurlos. Ihre Freunde machen sich große Sorgen und haben das Gefühl, sie im Stich gelassen zu haben, obwohl sie so gut es ging, für sie da waren.
Am Anfang versprach das Buch noch nicht so viel. Allerdings wurde es aber der Hälfte richtig spannend und das letzte Drittel war dann wirklich unfassbar gut! In dem Buch steckt eine schöne, traurige und spannende Geschichte, darin steckt Gelächter, stecken Tränen und Gewalt, Angst, Einsamkeit, Verlust, Liebe, Freundschaft, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung. Das Buch birgt mehr Emotionen und mehr Story, als man sich zu Anfang denkt und letztlich ist die Geschichte so wundervoll, weil sie so echt war. Sie war mitten aus dem Leben gegriffen, nichts war überzogen, jede Handlung war authentisch und die Charaktere wirklich sehr gut dargestellt. Von einem kleinen Jugendbuch katapultierte sich dieses Buch bei mir im Ranking nach oben. Es ist klasse! Und obwohl ich es sofort nach dem Lesen an einen anderen Blogger weitergeben wollte, werde ich es eventuell doch noch behalten. Einfach, weil es mir schwerfällt, mich davon zu trennen. Es war toll und hat mich beinahe zum Weinen gebracht!

Freitag, 3. März 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt - Emily Trunko

Dieses kleine Buch hat mich wirklich berührt. Es gab manche Briefe, die haben sich mir mit so wenigen Worten so tief ins Herz geschrieben, dass ich Tränen verdrückt oder sie fallen gelassen habe. Es waren zwar nicht viele, ich habe nicht wirklich geweint, aber es kullerte ein Tränchen hier und  dort wurden die Augen mal wieder feucht. Ein Stich im Herz hier, ein Druck in der Brust da.
Dieses kleine Buch ist eine Zusammenfassung großer Gefühle von völlig unterschiedlichen Menschen und das hat mir wirklich etwas gegeben. Zu sehen, das viele genauso fühlen wie ich oder ähnliche Dinge durchlebt haben. Zu sehen, dass man mit dem, was man fühlt nicht alleine ist und auch nicht mit den Ängsten, die man vor dem Leben oder der Liebe hat. Es war wunderbar, eine sehr schöne Erfahrung und die möchte ich nun nicht mehr missen. Ich hoffe, es wird eines Tages ein weiteres Buch mit Briefen geben, die alle Welt bei Emily Trunko eingesandt hat. Ich würde mich so sehr freuen. Ich bin Youtube dankbar, dass ich durch ein paar Menschen dort auf dieses Buch gestoßen bin, denn anders hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. (:
Leider war es dann doch sehr kurz. Aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze. :D Auf jeden Fall war es sehr gut. Und der Blog auf Tumblr namens mydearblanket ist eine großartige Erfindung dieser sechszehnjährigen Person!

Donnerstag, 2. März 2017

London - Christoph Marzi

Dieses Buch ist fantastisch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe die Vorgänger nicht gelesen, aber ich muss sagen, da die Hauptperson in diesem Buch ohnehin erwachsen geworden ist, habe ich diese auch nicht gebraucht. Verstanden habe ich weitgehend alles, aber es hat Lust gemacht auf mehr. Dieser Autor hat es drauf, den Leser in eine völlig fremde und andere Welt zu ziehen, sie ihm plausibel zu machen und ihm bildlich vor Augen erscheinen zu lassen. Ich hatte ganz besonderen Spaß mit diesem Buch und bin wahrlich froh, es gelesen zu haben! Das ist eine Art von Fantasy, die ich sehr gerne mag. Diesen Geschmack von mir trifft nicht jeder.
Die Charaktere waren interessant, vielseitig und sehr sympathisch, die Atmosphäre gelungen und die Handlung spannend. Sprache gelungen. Alles in allem empfehlenswert.

Schreiben Sie mir oder ich sterbe - Petra Müller und Rainer Wieland

Eine unglaublich tolle Briefsammlung weltbekannter Menschen, Männer und Frauen, die von auch sehr bekannten und teils sehr beliebten Sprechern und Sprecherinnen vorgelesen werden. Ich bin begeistert von der Vielfalt und von den Sprechern und vor allem auch von den geschriebenen und somit gelesenen Worten der einzelnen Menschen. Es war eine andere Zeit, eine andere Sprache, aber die Worte der Menschen berühren sehr. Es war ein unfassbarer Genuss, dieses Hörbuch zu hören und alldem zu folgen. Gerne jederzeit wieder. Etwas, das man öfter anhören kann, wenn man Lust auf eine schöne Sprache und tolle Stimmen hat.

Montag, 27. Februar 2017

Das Frostmädchen - Stefanie Lasthaus

Diese Geschichte hatte einige Erwartungen geweckt, die sie leider nicht erfüllen konnte. Teilweise eine schöne Sprache, die Autorin beschreibt unglaublich viel, doch leider blieb dabei die Handlung sehr auf der Strecke. Es passiert nicht viel und wenn, dann manchmal dasselbe. Zudem hatte ich dann die Verbindung zur Hauptperson verloren, weil mich irgendwann einfach nicht mehr interessiert hat, was ihr passiert. Die Geschichte zog sich gerade im Mittelteil unglaublich in die Länge.
Ich hätte mir auch einiges mehr an Fantasyelementen erwartet. Das einzige, was ich letztendlich geboten bekam, war eine lange und detailreiche Beschreibung einer winterlichen Umgebung. Schön. Aber das war nicht das, was ich wollte. Zudem gab es Szenen, die irgendwie falsch eingebaut waren. Schwer zu sagen, ob die Geschichte an sich Potenzial hatte... höchstwahrscheinlich schon. Aber wirklich genutzt wurde es leider nicht. Sehr ruhig, sehr langweilig, sehr unspektakulär. Schade.

Sonne, Mond und Sterne - Mario Alberto Zambrano

Mit Spielkarten zu einem Leben. In diesem Buch werden Erinnerungen zu jeweils einer Spielkarte aufgeschrieben, was eine sehr interessante und neue Methode für mich war, eine Geschichte zu erzählen. Dazu war sie emotional doch sehr berührend und erzählt von einem Kind, was einen als Leser natürlich doppelt mitfühlen lässt, wenn man in die Gefühlswelt dessen so sehr eintauchen kann. Wir lernen die Familie kennen, sind dabei wenn jemand gewalttätig wird, wenn es ein Fest gibt, es gibt gute Momente und schlechte Momente und so fühlt man sich mittendrin und natürlich kann man aus vielen Situationen etwas für sich herausziehen oder sich gut damit identifizieren, denn letztendlich hat doch jede Familie so ihre Problemchen. Die einen größere, die andere kleinere, aber kennen tun wir sie alle. Gerne verschließen wir uns aber davor, doch ein Kind lügt nicht. Ein Kind sagt, wenn es kann und sich traut, die Wahrheit und hier in diesem Buch erfahren wir sie.
Für mich ein sehr gutes Buch. Mit dem Schreibstil musste ich erst warm werden, aber der Autor konnte das kindliche Denken und Fühlen darin gut umsetzen, was mir dann letztendlich doch gut gefallen hat!

Die Mutter einer Mutter - Sabine Rennefanz

Dieses Buch erzählt vom Krieg und von der Zeit danach und konnte mich mit einer schönen Sprache relativ gut fesseln. Womöglich eine sehr wichtige Geschichte für die Generation, die den Krieg nicht mehr miterlebt hat, aber die Nachwirkungen davon vielleicht in dem ein oder anderen Familienmitglied noch spürt oder erkennt.
Man lernt die Hauptperson in der Geschichte gut kennen und auch sehr innig, das ganze Gefühlsleben wird vor dem Leser ausgebreitet, ein Detail, welches ich in Büchern unglaublich zu schätzen weiß. Das bringt mich dem Menschen, über den ich lese, einfach viel näher und ich kann mich sehr gut hineinversetzen.
Ingesamt war es für mich ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe und das in manchen Hinblicken sicher noch nachwirken wird. Vor allem aber der Stil hatte es mir angetan und die Möglichkeit einmal in eine Familie dieser Zeit einzutauchen.

Freitag, 24. Februar 2017

Meine erste Lüge - Marina Mander

In diesem Buch geht es um einen Jungen, der keinen Vater mehr hat und als Halbwaise mit seiner des Lebens müden Mutter zusammenlebt. Eines Tages kommt es dazu, dass die Mutter nicht mehr aufwacht und der Junge verheimlicht ihren Tod, weil er unter gar keinen Umständen in ein Heim will. So lebt er fortan mit seinem Kater Blu zusammen und versucht den Alltag wie ein Erwachsener zu meistern und natürlich ohne die erste große Lüge seines Lebens auffliegen zu lassen.

Das Buch hat mir ganz gut gefallen. Da die Geschichte ziemlich kurz ist und von der Handlung her kaum etwas Interessantes aufweist, hat es für mich nicht für mehr als drei Sterne gereicht, aber dennoch war es ein gutes Buch mit einer spannenden Thematik, die in einer sehr freundlichen Form umgesetzt wurde, denn das Buch ist weder melodramatisch noch deprimierend. Es ist aus der Sicht des Kindes geschrieben, dem die Schnauze gewachsen ist, wie sie eben wächst und das auch so spricht. Schöner Weise ist es aber auch sehr poetisch geschrieben und die Autorin bedarf sich einigen wundervollen Metaphern sowie Vergleichen, die mir gänzlich neu waren und mir somit unglaublich gut gefallen haben.
Insgesamt war es also für mich definitiv der Erzählstil, der mich durch diese Geschichte getragen hat und das ist keinesfalls schlimm. Erzählen kann die Autorin, wenn es auch nicht so richtig spannend ist, so ist es doch relativ poetisch und tiefgründig.
Man hätte durchaus aber auch mehr aus diesem Buch, der Idee und eben dieser Thematik herausholen und machen können. Letztendlich war die Geschichte nett, aber wirklich tief ging sie am Ende leider nicht. Dennoch habe ich den Kleinen, sowie seinen Kater Blu, ziemlich schnell ins Herz geschlossen.

Montag, 20. Februar 2017

Schattenfuch - Sjòn

Irgendwie... hab ich dieses Buch nicht verstanden. Oder ich hatte mir einfach schlichtweg durch den Klappentext etwas völlig anderes erwartet. Wie war das noch mal? Jemand findet ein verwahrlostes Mädchen und sie wird das Beste, was ihm je passiert ist? Ja, ok... was haben dann die anderen beiden Handlungsstränge damit groß zu tun? Obwohl das Buch sehr kurz ist, blieben mir nur drei Dinge bisher im Kopf: Die Jagd im tiefen Schnee auf einen Fuchs, Abba - das Mädchen, das etwas anders ist, die aber im Grunde gar nicht so groß thematisiert wird, und ein Priester.
Soweit so gut. Aber um ehrlich zu sein: Dieses Buch konnte mir so gar nichts mitteilen. Mag sein, dass ich für diese Art Prosa nicht gemacht bin, an dem Kernpunkt der Geschichte vorbeigeschlittert bin oder ihn einfach nicht ganz verstehe... ändert aber nichts an meiner Meinung. Ich weiß nicht, was dieses Buch mir sagen wollte und daher bin ich davon enttäuscht. Ich hätte mir eine gänzlich andere Geschichte versprochen und war dem Buch angetan, durch den Klappentext, auf dem mir eine Geschichte über ein Mädchen versprochen wird. Doch leider hatte ich mehr Fuchs und Schnee und Jagd und Gott und Priester als Mädchen... Der Sinn des Ganzen erschloss sich mir leider nicht ganz. Etwas peinlich... aber da bin ich ehrlich zu mir selbst und anderen. Ich hab's nicht kapiert... :D

Samstag, 18. Februar 2017

Cujo - Stephen King

Wie haben mich die letzten 100 Seiten dieses Buches fertig gemacht! In den Bann gezogen. Ich hatte einen Adrenalinschub nach dem anderen. Wahnsinn.
Diese Geschichte geht unter die Haut. Stephen King hat dichte Charaktere erschaffen, dichte Atmosphäre und hat es geschafft, mich zu schockieren und mich mit Menschen mitfiebern und mitfühlen zu lassen. Es war ein wahres Erlebnis, dieses Buch zu lesen und für Fans dieses Genres oder auch von Stephen King, die das Buch noch nicht kennen, ist es eigentlich ein Muss, nehme ich an.
Für mich nach 'Carrie' auf jeden Fall ein weiteres Highlight, was mich davon überzeugt, nichts falsch gemacht zu haben, als ich mir im letzten Monat ungefähr fünfzehn Bücher des Autors auf einen Schlag gekauft habe, mit einer Mission. Denn früher hat mir der Schreibstil von King nicht gefallen. Heute kann ich sagen: Es war eine gute Entscheidung. Cujo war schmerzhaft zu lesen, für die Seele, den Körper und den Geist, aber gleichzeitig eine Geschichte wie mitten aus dem Leben gegriffen. Vielleicht nicht gerade alltäglich, aber mit so alltäglichen Menschen, das man diese Geschichte tatsächlich genauso für möglich hält. Wahnsinn. Ich bin immer noch ganz aufgewühlt und schreibe diese Rezension direkt nach dem Lesen der letzten Seite. Mein Körper steht immer noch unter Strom! Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch, wenn ihr es noch nicht kennt.
Ich für meinen Teil... brauche noch einen Moment, um es zu verdauen, dann werde ich mir den Film dazu ansehen. Und anschließend dürft ihr diese Meinung dazu dann auch in Verbindung zur Rezension auf meinem Youtubekanal 'TheSarahStory' ansehen, wenn ihr mögt. (:

Freitag, 17. Februar 2017

Göttin und Held - Gustaaf Peek

Göttin und Held - ein Titel, der mich sehr angesprochen hat und von dem ich mir eine Art der Liebesgeschichte erwartet habe, die mir eventuell besser gefallen könnte, als diese Young Adult Bücher, in denen es immer um dasselbe geht.
Leider war dem nicht so. Es war zwar im Großen und Ganzen nicht ganz schlecht, es gab sogar Sätze, die ich in diesem Buch sehr schön formuliert fand und auch im Allgemeinen fand ich den Schreibstil zwar etwas ungewöhnlich ab und an, aber doch sehr leichtfüßig und gleichzeitig tiefer als gedacht. Das Problem war nur, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird und - okay, diese Erzählform ist eigentlich nicht das Problem, denn das ist ja mitunter auch mal ganz spannend, wenn auch ich eher der Fan davon bin, das Ende nicht zu kennen. Das eigentliche Problem lag darin, dass man nie wusste, wer gerade spricht und wem die Gedanken eigentlich gehörten. Die Dialoge in dem Buch wurden einfach untereinandergeklatscht ohne in irgendeiner Form gekennzeichnet zu werden. Hin und wieder konnte man sich natürlich etwas hinzureimen, aber Spaß macht das jetzt nicht wirklich. Von einem Unterhaltungsroman erwarte ich mir dann eigentlich ein Buch, bei dem ich nicht groß nachdenken muss. Für so etwas lese ich dann Kafka oder Ähnliches. (: Schade eigentlich, denn die Geschichte hatte an sich Potenzial, sie hätte nur ein wenig anders erzählt und formuliert werden müssen. Auch die Grundstory an sich hat mir gefallen, aber leider konnte sonst nicht viel zu mir durchdringen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Vegetarierin - Han Kang

Dieses Buch ist relativ schwer zu bewerten. Die Geschichte hat einen typisch asiatischen Touch, dazu etwas surreal, dazu aber in den meisten Punkten realistischer als sonst etwas.
Der Titel dieses Buches ist etwas irreführend. Die Hauptperson dieses Buches ist Veganerin, da sie wirklich auf alle tierischen Produkte verzichtet. In ihrer Familie wird dies nicht geduldet. Die Geschichte spiel in Korea, dort herrschen andere Ansichten was die Freiheit des einzelnen Menschen betrifft und daher ist das Thema Vegetarismus und Veganismus ein ganz anderes als hier zulande. Hinzu kommt eine Vergangenheit, die die Hauptperson im späteren Leben beeinflusst.
Sie hat Träume, sagt sie immerzu, wenn man sie fragt, warum sie aufhört, Fleisch zu essen. Nach und nach kommt man dem Ganzen auf die Spur, muss sich aber während des Lesens auch einiges selbst erschließen. Man merkt ziemlich schnell, dass diese Frau nicht aus einem Trend heraus aufhört Fleisch zu essen oder wegen der Gesundheit, sondern aufgrund einer psychischen Belastung oder gar Erkrankung, um mal nicht zu viel vorwegzunehmen.
Was in diesem Bucht teilweise passiert, ist mehr als grausam und erschreckend und tat beim Lesen richtig weh. Zudem kam man manchen Dingen erst Stück für Stück auf die Spur und am Ende war das Bild dann so ziemlich komplett.
Insgesamt ist es eine wirklich andere Geschichte. Nie zuvor habe ich etwas Vergleichbares gelesen und denke auch, dass das in Zukunft nicht so bald wieder passieren wird. Das Buch ist etwas für Menschen, die gern über Dinge nachdenken, die gern tiefer blicken, sich mit der Psyche auseinandersetzen wollen. Es ist auch nicht immer etwas für die zartesten Gemüter, da krasse Szenen schon sehr hart und schonungslos beschrieben werden. Wenn es in diesem Buch teilweise um Alpträume geht, dann würde es mich nicht wundern, wenn man nach dem Lesen der Lektüre auch mal einen hat. Rundum kann man sagen, dass dieses Buch sehr viel versteckt hält, was diese harmlose Hülle niemals erahnen ließe. Ebenso der Titel.
Ich möchte euch auch gar nicht mehr verraten als das, was ich bisher gesagt habe, denn alles andere solltet ihr selbst entdecken. Für mich war es eine Reise in Abgründe, Sehnsüchte, Ängste, Träume und Alpträume und eine Reise in ein fernes Land mit noch fernerer und fremder Kultur, die sich mit meiner nicht gut vereinbaren lässt.
Es ist auch kein fröhliches Buch, absolut nicht, eher eines, das einen ziemlich runterzieht mit der Zeit und leicht depressiv wirkt. Gleichermaßen ist es aber auch wie ein Sog. Man muss wissen, was passieren wird. Entdeckt es selbst. Es wird nicht für jeden etwas sein. Aber seid einfach mal mutig.

Montag, 13. Februar 2017

Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna - Fynn

Anna ist wirklich ein unglaublich tolles, kleines Mädchen und so viel schlauer als die meisten Erwachsene es je sein könnten. Es war ein Highlight, dieser Maus beim Leben und Entdecken zuzuschauen und Fynn, ihren Ziehvater zu verfolgen.
Schade ist - was man von Anfang an weiß, dass Anna nicht alt wird und das sie nur ganze zwei Jahre, glaube ich, bei Fynn lebt. Sie stirbt also sehr jung.
Es ist kein allzu trauriges Buch, da man von vornherein das Ende kennt, allerdings musste ich mir dennoch am Schluss ein Tränchen verkneifen, da es wirklich ein 'schönes' Ende war. Toll beschrieben und mit einer wunderbaren Anekdote, die zum Buch passt. Wundervoll!
Die kleine Anna stellt unglaublich viele Fragen und stellt damit das Weltbild von Fynn und ihrer Umgebung gehörig auf den Kopf. Sie ist mit Mister Gott sehr verbunden und sieht in allem etwas Wunderbares. Sie entdeckt die Welt mit Kinderaugen, aber eben auch mit Augen, die viel tiefer als diese blicken. Sie sieht mehr, als jeder andere sieht und vielleicht auch mehr als man selbst je gesehen hat. Von der kleinen Anna kann jeder noch etwas lernen und auch, wenn man mit Gott und dem Christentum so gar nichts am Hut hat, wie ich beinah, dann kann man dieses Buch trotzdem lieben! Ich habe es getan und werde Anna und ihre vielen Fragen und Theorien und ihre eigene Philosophie in schönster Erinnerung behalten. Ein Buch, das man verschenken sollte, selbst lesen und stark verinnerlichen sollte. (: Ein schönes Vergnügen mit wenigen Seiten aber umso mehr Inhalt. Ob er auch nachhaltig ist, kann ich jetzt natürlich nicht beantworten, aber für den Moment war es schön und ich habe durch Anna wieder eine kindliche Lebensfreude gespürt und das tat meinem Herz sehr gut! Es war so schön ihr durch die Welt zu folgen und aus ihren Augen zu sehen. Zudem mochte ich auch Fynn sehr gerne, der die Geschichte erzählt. Bitte lest es!!
Und lasst es von dem Gott nicht zu sehr abschrecken, eigentlich spielt die Welt und wie sie läuft, sehr viel mehr eine Rolle als die Religion. Die auch, aber in einer sehr angenehmen und schönen Form. Und das sagt jemand, der damit nicht viel zu tun hat. (: Wagt euch. Es lohnt sich.

PS: Fynn und Anna haben wirklich gelebt. Fynn hieß eigentlich anders und war ein Mathematiker aus Irland.

Snowheart - Olivia Mikula (alias Andreas Dutter)

Also... vorneweg muss ich ja sagen, dass solche Jugendfantasy echt nicht mein Ding ist. Es gab schon immer sehr wenige Bücher, die mir da zugesagt haben und die ich überhaupt lesen wollte - und noch weniger, die mir am Ende gefallen haben.
Daher bin ich trotz Vorfreude relativ skeptisch an dieses Werk gegangen. Dem Genre entsprechend hat es mich auch nicht umgehauen, aber - und das aber ist groß - es gibt so unendlich viel, was ich positiv anmerken kann, dass es dann doch mindestens vier Sterne sein mussten.
Der Humor in diesem Buch war klasse. Dieser hat allein schon meinen Geschmack getroffen und wenn man die Autorin/den Autoren (man weiß ja, oder auch nicht...) ein wenig kennt, findet man ihn selbst auch in diesem Humor und an den amüsanten Stellen absolut wieder. Das mochte ich sehr.
Was ich auch sehr gut fand, war, dass das Buch wirklich spannend ist. Wie in den meisten Jugendbüchern werden auch hier einige - aber sehr wenige - Klischees bedient, aber es ist dennoch anders, setzt sich von der Masse ab, da wirklich immer etwas passiert. Es ist rasant, man weiß nie, was noch alles auf einen zukommt und die Liebesgeschichte, die in diesem Buch mit eine Rolle spielt, war für mich schön zu entdecken, aber nicht kitschig und auch nicht übertrieben.
Zudem war natürliche die Tatsache, dass es um Schneefrauen und !!! um Nekromanten geht. Ich fand diese Idee unglaublich toll. Es war mal etwas Neues, nicht so abgenutzt wie die meisten anderen Themen und Wesen der Fantastik. Super.
Die Titelüberschriften sowie die Gesamtaufmachung des Buches waren auch genial, weswegen das Lesen doppelt so viel Spaß machte. Insgesamt also nicht nur eine gute Arbeit vom Autor/von der Autorin, sondern auch vom Drachenmondverlag. Von mir eine Empfehlung.
Eine tolle Story, jede Menge Action und eine wohlerdachte Liebesgeschichte. (:

Donnerstag, 9. Februar 2017

Widerrechtliche Inbesitznahme - Lena Andersson

Dieses Buch ist mehr eine Charakterstudie oder eine Gesellschaftsstudie, als ein Roman im eigentlichen Sinne, aber genau das macht es so besonders.
Kurzum geht es in diesem Buch um die Liebe, genauer noch um das unglückliche Verliebtsein. Ein Verliebtsein, das nicht erwidert wird, das uns zum Sklaven der eigenen Gefühle macht, das uns den Verstand raubt und uns zum Affen macht, vielleicht sogar zur Marionette.
Die Autorin hat es mit diesem Buch geschafft, mich trotz der Fehlhandlungen Esters, der Hauptperson, immer am Ball zu halten. Und das aus gutem Grund: Denn Ester war keineswegs dumm oder naiv, ganz im Gegenteil. Sie war ein sehr starker, weiblicher Charakter, doch merkte man, wie sie diese Stärke und Unabhängigkeit Stück für Stück immer mehr verlor, je länger sie diesem Künstler Hugo nachrannte, der sie immer auf Distanz hielt. Mal machte er ihr schöne Augen und sie hegte Hoffnung, dann meldete er sich wieder wochenlang nicht oder sagte etwas, das ihr wehtat. So ging das immer weiter und hin und her und wenn man es böswillig sagen möchte, ähnelte es einem New Adult Roman, in dem sich ein naives Mädchen von einem Kerl abhängig macht, der sie nicht einmal haben möchte, ihren Stolz verliert und sich zum Clown macht, alles dafür tun würde, nur, damit er sie zurückliebt. Doch da Ester nicht dumm ist und sie ihre eigenen Fehler analysiert und auch erkennt, machte es interessant. Man spürte, dass sie eine clevere Frau und eine von hoher Intelligenz war. Und das zeigte dem Leser, dass man jegliche Intelligenz verliert, wenn man sich verliebt. Und wem von uns ist das nicht auch schon mal passiert?
Wer war nicht schon mal in jemanden verliebt, der einen nicht haben wollte und hätte alles getan, um ihn zu bekommen? Wer hatte nicht schon einst im Leben das Gefühl: Für mich gibt es nur diesen einen Mann und wenn er nicht da ist, ist mein Leben so leer.
Alles Schwachsinn, aber in dem Moment, in dem man so fühlt, ist es mehr als real. Es fühlt sich schrecklich an und die Autorin zeigt uns durch Ester, wie es ist und sie lehrt uns durch die Fehler von ihr, was wir selbst vielleicht falschgemacht haben und wieso wir so gehandelt haben.
Ester war ein Charakter, in den sich jeder reinversetzen kann und doch musste ich des Öfteren über sie die Augen verdrehen. Aber dann dachte ich nach und ... verdrehte die Augen zur gleichen Zeit auch über mich selbst, da ich irgendwann einmal genauso dastand und genau das gleiche getan habe. Und am Ende war man noch trauriger. Meistens.
Hugo konnte ich im Übrigen nicht leiden und habe auch immer noch kein wirkliches Verständnis dafür, wieso sie diesen Kerl so unbedingt haben wollte. Für mich hatte er nichts an sich, was man hätte mögen können. Außer vielleicht den Aspekt, das er ein berühmter Künstler war.
Hugo lernen wir in dem Buch ebenso gut kennen wie Ester, zumindest erfahren wir sehr viel, was Ester über ihn denkt und das auf ehrliche Weise, Gedanken, die vielleicht aus Frust entstanden waren, die aber dennoch genau Hugos eigentliches Wesen zu beschreiben schienen.
Im Grunde genommen begleitet man Ester durch ihr relativ stilvolles Leiden.
Sie ist intellektuell, eine Dichterin, arbeitet auch mal für die Presse und ist sehr gebildet und doch ... vor der Liebe ist niemand sicher. Wenn sie dich packt, packt sie dich, und dann bist du verletzlich und abhängig wie ein Kind. Erschreckend ehrlich zeigt dieses Buch uns die innersten Empfindungen auf, die wir kennen und vor denen wir uns fürchten. Egal, wie alt wir sind.
Eigentlich grandios, aber auch recht deprimierend. Nichts für zwischendurch, eine Lektüre zum Nachdenken mit teilweise sehr anspruchsvollen Dialogen, was ich sehr mochte.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Der Bär und das Wörterglitzern - Agnès de Lestrade

Dieses kleine, wundervolle Bilderbuch mit wenig Text, hat mehr ausgesagt, als manches Buch mit 300 Seiten. In weniger als drei oder vier Minuten ist man durch, aber auf jeder der Seiten spürt man etwas. Es werden einem durch diese Bilder und die paar wenigen, aber gut getroffenen Worte, Emotionen entlockt, dass es mich umhaut. Die Mundwinkel gehen nach oben, auf der nächsten Seite betroffen nach unten, nur um auf der nächsten Seite die Augen groß werden zu lassen. Dieses Buch spricht vom Neuanfang und vom Mut, Neues zu wagen, weiterzublicken, auszuprobieren, 'über den Rand zu blicken' und auch mal drüberzuspringen. Einfach zu sehen, was einen erwartet. Und es handelt davon, dass der Mut etwas zu wagen, auch oftmals mit etwas Schönem belohnt wird.
Und das alles auf so wenigen Seiten.
Die Bilder sind unfassbar schön und sie haben einen ganz eigenen Zeichenstil, den ich sehr gerne mochte. Mit größter Sicherheit werde ich dieses Buch noch einige Male öfters durchblättern und diese Dinge, die es hergibt, in mich aufsaugen. Es einfach nur genießen. Es war wundervoll. Eine schöne kleine Erfahrung, die vielleicht nicht ewig nachhängt, aber die schön war und die man immer wieder erleben kann, innerhalb weniger Minuten. (:
Ein wunderbares Bilderbuch für Erwachsene - und vielleicht auch für Kinder, wenn auch nicht für die ganz Jungen, meiner Meinung nach.

Freitag, 3. Februar 2017

Salz für die See - Ruta Sepetys

Warum ich 'Salz für die See' fünf Sterne gebe, möchte ich kurz begründen, denn eigentlich hätte ich nur vier vergeben. Es ist so, dass dieses Buch mich nicht vollkommen begeistert oder vom Hocker gerissen hat. Es hat mich durchaus an manchen Stellen berührt, an zwei Stellen hatte ich auch einen Kloß im Hals, der beide Male beinahe zu feuchten Augen geführt hätte, und viele Szenen waren in dieser Geschichte enthalten, die einen entweder den Kopf schütteln oder den Mund entgeistert offen stehen ließen.
Allerdings war mir die Sprache in diesem Buch dann beinahe zu einfach. Zu schlicht. Man möge sich denken, im Krieg gibt es keine Zeit für schwere Sprache, aber mir hat sie dennoch gefehlt. Nicht unbedingt eine schwere Sprache, auch nicht lebendig und mit tausend Adjektiven versehen - nein. Nur einfach härter, tosender an manchen Stellen, durchdringender, intensiver. Für mich war der Stil zu lasch und somit konnte das Buch mich nicht in solcher Intensität mitreißen, als es anders hätte passieren können. So war ich die ganze Zeit über etwas distanziert, was mich letzten Endes dazu veranlasst hat, für die Geschichte selbst nicht mehr als vier Sterne zu vergeben.
Der fünfte Stern kommt hinzu für alles andere in diesem Buch und dafür, dass es überhaupt geschrieben wurde, denn es ist wichtig - mehr als das!
Ich habe die Charaktere in diesem Buch lieb gewonnen, zumindest manche von ihnen und zum Ende hin habe ich richtig mitgefiebert, als mir nach und nach klar wurde, dass niemals die ganze Truppe lebendig da rauskommen kann. Die Lage spitzte sich immer weiter zu, man hatte seine Lieblinge in der Geschichte, um die man sich sorgte und für die man sich ein gutes Ende wünschte, und es war einem klar, dass es nicht jeder bekäme.
Doch der fünfte Stern gehört größtenteils dann doch noch dem Nachwort. Das Nachwort der Autorin hat mich sehr berührt und hat noch einmal aufgeführt, dass es das Schiff, um das es hier geht, tatsächlich gegeben hat, dass dieser fiktive Roman eine wahre Begebenheit hat und dieses Unglück das schlimmste Schiffsunglück der Geschichte darstellt und trotzdem kennt das Schiff kaum einer. Das allein ist traurig genug und Grund genug, dieses Buch zu schreiben. Für uns alle somit Grund genug, dieses Buch zu lesen und zu würdigen.
Ich würdige die Thematik dieses Buches und die Menschen, die auf der Wilhelm Gustloff ihr Leben ließen. Vor allem die über 5000 Kinder.

Montag, 30. Januar 2017

Weiße Nächte - Fjodor Dostojewski

Wie ich Dostojewski auch schon in 'Die Sanfte' kennengelernt habe, schreibt er auch hier wieder romantisch und poetisch. Allerdings musste ich mich hier erst ein wenig eingewöhnen, da es doch von der Stimmung her eine ganz andere Geschichte war, als die einzige, ich ich vorher bereits von ihm las. Diese hier erzählt von einem einsamen Mann, der glaubt, seine ganze Stadt zu kennen, aber doch keinen einzigen Freund hat. Er begrüßt die Häuser, er kennt sie alle und das erzählt Dostojewski mit solch feinen Worten, dass man wirklich direkt eingehüllt ist, von dieser Atmosphäre dort im alten Russland. Zuerst fühlte ich mich dadurch selbst etwas verklärt, verträumt, und so ging es dann einige Zeit weiter. Die Gefühlsbeschreibungen waren wieder einmal große Klasse und so liest sich das Buch schnurstracks weg, einfach, weil der Stil so leicht ist und fließt und einen ganz einfach mitzieht.
Jedoch muss ich sagen, hat mich dieses kleine Buch im Endeffekt leider wenig begeistert zurückgelassen. (Das mag mitunter auch an dem Hörbuch gelegen haben, welches ich für eine Kapitel benutzt habe, als ich den Haushalt machte und eine andere Übersetzung - viel zu schlicht und modern - als das Buch aus dem Anaconda Verlag hatte, welches ich las)
Spannung lag nicht wirklich in der Geschichte und auch, wenn sie kurz war, kam sie mir manchmal sehr lang vor. Natürlich ist das hier ein ruhiges Buch und es war auch abzusehen, dass es so sein wird, doch ruhig und langatmig sind für mich immer noch zwei ganz verschiedene Dinge.
Trotz Dostojewskis wunderbarem Schreibstil, machte es mir das Ganze nicht möglich, mich damit zu verbinden. Ich konnte mich zwar mit der Hauptperson identifizieren, aber wirklich gefesselt hat mich die Story nicht und die kleine Liebesgeschichte darin auch nicht.
Schade. Dennoch ein schönes, nettes Werk eines grandiosen Autors. Gerne lese ich auch mit Freuden noch seine weiteren Geschichten, selbst wenn dieses hier mir am Ende nicht viel geben konnte, außer eine schöne Atmosphäre und eine schöne Wortwahl.

Samstag, 28. Januar 2017

Carrie - Stephen King

'Carrie' ist als Buch unbedingt empfehlenswert, ganz egal, ob man die Filme schon kennt oder nicht. Ich habe beide Verfilmungen schon des Öfteren gesehen und bin ein großer Fan der Geschichte um Carrietta White. Jetzt habe ich es endlich mal gewagt, das Buch zu lesen, auf dem diese Verfilmungen basieren und bin auch wieder sehr angetan. Im Nachhinein muss ich sagen, ich bin nicht schwer begeistert und vom Hocker gehauen, aber ich fand es doch wirklich sehr gut.
Seltsam waren für mich diese wahllosen Gedankeneinschübe mitten in Sätzen, sodass es oft für mich schwierig war, die Sätze in meinem Kopf noch sinnvoll zu Ende zu lesen.
Es gab auch immer wieder Ausschnitte aus Interviews oder Ähnlichem, die mit eingebaut wurden. Auch das viel mir auf den ersten paar Seiten schwer, da ich so nicht richtig tief in die Geschichte eintauchen konnte, da man immer wieder aus den Szenen gerissen wurde. Doch das spielte sich im Laufe der ersten 50 Seiten ein und dann war alles in Ordnung.
Der Stil war gut zu lesen und was mir besonders gefallen hat, war die Intensität, die trotz weniger Worte in den Szenen aufgebaut wurde. Gerade bei der Ballnacht war ich so unglaublich angespannt und voller Erwartung, auch voller Adrenalin, obwohl ich ja, wie bereits gesagt, die Filme kenne und mir diese Szene natürlich ebenfalls bis ins Detail bekannt ist. Dennoch war es ein Erlebnis der Extraklasse und ich glaube, das schafft nur Stephen King.
Dafür auf alle Fälle Daumen hoch. Ein Buch, das man ruhig mal gelesen haben sollte, gerade auch, weil das Mobbing in unserer Zeit natürlich mehr als aktuell ist und diese Geschichte hier (zwar etwas übertrieben, aber was soll's!) die Augen öffnet und uns zeigt, wie schwer es Mobbingopfer haben und wie tief Worte und Taten in die Seele eines Menschen schneiden und sie verletzen können. Moralisch ein sehr wertvolles Buch und der subtile Horror ist wirklich genial.
Das Böse steckt eben in jedem von uns, und genau das macht es so gefährlich.
Super Buch! Super Geschichte! Super Autor!

Der Kinderdieb - Brom

Warum ich dem Kinderdieb nur drei Sterne gebe, kann ich ganz einfach erklären. Es war einfach nicht ganz mein Fall. Es gibt Dinge an diesem Buch, die fand ich grandios, zum Beispiel die Sprache, der Stil, mit dem der Autor den Leser packt und immer wieder am Ball hält, die brutalen Szenen, die ich recht gerne mag, weil's im Leben nun mal nicht nur schön zugeht und weil ich finde, dass der Autor auch diese mit Bravour beschrieben hat und man immer wieder etwas geschockt zurückblieb und sich dachte: Was für eine Welt ist das? Auch gut fand ich gewisse Hintergrundgeschichten, die es zu Figuren, beispielsweise Peter selbst, zu erfahren gab.
Was mir nicht gefallen hat, waren die Fantasywesen, die mir einfach irgendwann zu viel des Guten wurden. Es gab so viele davon und natürlich hatte jede ihren eigenen Charakter und auch irgendwo eine Daseinsberechtigung, aber ich als 'Nicht-Fantasy-Fan', der nur vereinzelte Werke dieses Genres gerne mag und diese auch sehr zu schätzen weiß, konnte damit nicht viel anfangen. Mir war das einfach zu viel. Zudem kam dann, dass die Perspektiven gewechselt wurden, man begleitete Nick und man begleitete Peter, die sich während der Geschichte das ein oder andere Mal trennten, weil jeder etwas 'anderes zu tun hatte'. Die Passagen von Nick haben mir nicht so gut gefallen und da habe ich mich des Öfteren erwischt, wie ich versuchte, manche Stellen quer zu lesen, sprich zu überfliegen. Auch fand ich, dass man gewisse Dinge hätte eventuell kürzen können, denn so gut das Buch auch war, war es mir persönlich doch viel zu lang und irgendwo hatte ich immer das Gefühl, es würde kein Ende mehr nehmen. Da konnte dann selbst die gute Sprache nicht mehr dafür sorgen, dass ich wirklich Lust hatte, das Buch weiterzulesen.

Ich begreife durchaus, wieso viele Menschen dieses Buch lieben und ich hatte gerade zu Anfang noch unglaublich viel Spaß mit dem Buch. Aber mit der Zeit nahm das immer mehr ab. Es war wohl einfach nicht mein Buch, aber dennoch finde ich es sehr lesenswert. Gerade für Menschen, die mit Gewalt und krassen Szenen gut umgehen können, damit kein Problem haben und die sehr viel Spaß an Fantasy haben und an vielleicht sogar neuen Kreaturen, die sollten absolut dazu greifen!

Was auch noch durchaus positiv anzumerken ist, sind die Bilder im Innern des Buches, denn der Autor Brom hat Zeichnungen seiner Fantasygestalten und auch von Nick und Peter in das Buch mit eingebracht und diese sind wirklich grandios! Gerne habe ich mir diese angeschaut und gerne tue ich das auch einmal wieder.

Insgesamt also ein sehr lesenswertes Buch, das mich leider nicht begeistern konnte, da es nicht ganz meinen Geschmack treffen konnte, dafür aber den ganz vieler anderer Leser. (: Also, probiert es aus!

Samstag, 21. Januar 2017

Dein Leuchten - Jay Asher

Dieses Buch hat mich während seiner Geschichte oft in zwei Teile gespalten. Zum einen fand ich das Buch ziemlich einseitig und öde und bis auf typische Teenie-Gespräche á la 'ich date den und den Typen, aber zusammensein möchte ich mich ihm nicht, weil...', war da jetzt nichts vorzufinden. Und das animierte nicht gerade zum Weiterlesen. Da ich aber das Cover sehr mochte und das Buch ungern wieder verkaufen wollte, ohne zu wissen, was alle an dem Buch so lieben, habe ich es dann doch durchgezogen.
Leider bin ich am Ende immer noch der Meinung, das dieses Buch - zumindest in dieser Form - nicht zwangsläufig hätte geschrieben werden müssen. Es ist im Grunde eine süße Geschichte und sie zeigt auch durchaus Potenzial, aber meiner Ansicht nach, hat der Autor es verbockt.
Es ging durchweg nur um verkaufte Weihnachtsbäume. Das waren allesamt langweilige Stellen, die man gut und gerne hätte überspringen können, ohne etwas Entscheidendes von der Story zu verpassen. Ungefähr 150 Seiten hätte man locker überspringen können. Immer wieder ein paar zwischendurch.
Das, was mir an diesem Buch durchaus gefallen hat, waren die Dialoge zwischen Hauptperson Sierra und ihrem Auserwählten Caleb. Die beiden harmonierten recht gut miteinander und die Gespräche zwischen den beiden waren super. Es gab immer einen tollen Schlagabtausch und sie haben sich geneckt und man hat gespürt, dass die beiden sich gern haben.
Zum Ende hin wurde die weihnachtliche Atmosphäre dann etwas angenehmer spürbar und nicht so aufgezwungen durch diese ganze Weihnachtsbaumstory, die sich da so durchschlängelt.
Beim Finale hab ich dann schon ein klein wenig mitgefiebert und hatte auch eine Szene vor Augen, die mich letzten Endes recht zufrieden zurückgelassen hat. Aber mit dem Rest des Buches bin ich leider nicht im Einklang.

Dennoch möchte ich betonen, dass es keinesfalls eine schlechte Geschichte ist. Ich finde, sie hat wirklich Potenzial und man hätte sie durchaus anders, vielleicht etwas spannender, schöner gestalten und schreiben können. Gerade, wenn man bedenkt, dass Caleb so eine 'schlimme' Vergangenheit hat, hätte man da mehr einbauen können, was es den beiden schwer gemacht hätte. Und damit meine ich kein Hin und Her und nicht wissen, ob das alles so gut ist, sondern explizite Situationen, in denen man nicht gewusst hätte, ob Caleb nun wirklich eine böse Seite hat! Das hat mir da wirklich gefehlt. Im Grunde hatte dieser Teil der Story für mich kaum eine Berechtigung, da es zwar gut integriert war und abgehandelt wurde, aber irgendwie hätte man das gar nicht gebraucht, da die Entscheidung von Sierra  ohnehin von vornherein klar war.

Ingesamt beinahe weniger als mittelmäßig, was mir bei dem Autor leider schon einmal passiert ist, dennoch eine süße Geschichte, die vielleicht Mädels und sogar noch Jungs im Alter von 12-16 ganz gut gefallen könnte. Darüber hinaus kann ich leider nicht mehr ganz die Euphorie zur Geschichte nachvollziehen.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Der kleine Lord - Frances Hodgson Burnett

'Der kleine Lord' ist eine schöne Geschichte, die wir wohl alle aus dem Fernsehen und der Weihnachtszeit kennen. Nun habe ich zum ersten Mal das Buch gelesen und muss sagen, es hat mir nur mittelmäßig gefallen.
Was ich an der Geschichte schön fand, waren zumal die Dialoge und auch der Schluss, der wirklich gut geschrieben war, emotional war und man konnte als Leser wirklich sehr mitfühlen und hatte große Emotionen.
Ansonsten aber hatte mir der Stil, wie auch der Verlauf der Geschichte, nicht viel geben können. Die Erzählweise der Autorin war nicht so ganz meins, langweilte mich teilweise sogar und wie man dieses Buch als Kinderbuchklassiker verkaufen kann, ist mir auch nicht ganz bewusst geworden. Hätte ich dieses Buch als Kind gelesen, ich hätte es entweder nicht verstanden oder wenn ich dafür bereits alt genug gewesen wäre, diese altertümliche Sprechweise aufzunehmen, dann hätte sie mich dennoch gelangweilt. Das Buch war weder fesselnd noch in irgendeiner Form spannend. Natürlich ist dies eine ruhige Geschichte, doch erwartete ich mir etwas mehr als pure Idylle und Herzhaftigkeiten. Mir fehlte da ein Stück Drama in der Geschichte, das mich von Kapitel zu Kapitel bringt.
Trotz allem gab es daran natürlich auch etwas Positives, denn Cedric ist natürlich ein ganz wunderbarer Junge, dem man recht gern durch die Geschichte folgt und es ist einfach ein Buch zum Wohlfühlen. In die stille Weihnachtszeit passt es daher sehr gut.
Insgesamt ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Dennoch bin ich der Meinung, dass man zumindest wissen kann, worum es geht, doch dabei vielleicht lieber auf den Originalfilm zurückgreift, der noch in schwarzweiß gedreht wurde und auf Youtube beispielsweise kostenlos zu Verfügung steht.

Schwarz - Stephen King (Der dunkle Turm #1)

Der erste Teil der Turmsage hat mich wirklich begeistert. Diese Geschichte hat für mich wirklich was rübergebracht. Der Stil war unglaublich toll, sehr bildhaft, mit vielen Metaphern und Vergleichen, sowie an sich sehr schön gewählten Wörtern.
Die Storyline, so wie sie bisher gegeben ist und was man bereits davon weiß, macht Lust auf mehr und klingt wirklich mysteriös. Wie verzaubert habe ich dieses Buch gelesen und den Revolvermann durch die Wüste begleitet. Die Abenteuer, die er dort erlebt hat, die boshaften, wie die weniger boshaften, waren für mich etwas ganz Besonderes und ich freue mich schon sehr, den zweiten Teil der Reihe zu lesen und mehr über das ganze Universum zu erfahren, das King hier für seine Figuren erschaffen hat, die teilweise wieder sehr liebenswert und teilweise unglaublich skurril und originell sind.
Der subtile, unterschwellige Humor hat mir auch gut gefallen und war neben den guten Charakteren und den interessanten Begebenheiten, sowie den spannenden Details, wirklich eine Bereicherung.
Im Gesamten eine Mischung aus tollen Charakteren, Einfällen, spektakulären Szenen, Beschreibungen und Dialogen. Super