Montag, 30. Januar 2017

Weiße Nächte - Fjodor Dostojewski

Wie ich Dostojewski auch schon in 'Die Sanfte' kennengelernt habe, schreibt er auch hier wieder romantisch und poetisch. Allerdings musste ich mich hier erst ein wenig eingewöhnen, da es doch von der Stimmung her eine ganz andere Geschichte war, als die einzige, ich ich vorher bereits von ihm las. Diese hier erzählt von einem einsamen Mann, der glaubt, seine ganze Stadt zu kennen, aber doch keinen einzigen Freund hat. Er begrüßt die Häuser, er kennt sie alle und das erzählt Dostojewski mit solch feinen Worten, dass man wirklich direkt eingehüllt ist, von dieser Atmosphäre dort im alten Russland. Zuerst fühlte ich mich dadurch selbst etwas verklärt, verträumt, und so ging es dann einige Zeit weiter. Die Gefühlsbeschreibungen waren wieder einmal große Klasse und so liest sich das Buch schnurstracks weg, einfach, weil der Stil so leicht ist und fließt und einen ganz einfach mitzieht.
Jedoch muss ich sagen, hat mich dieses kleine Buch im Endeffekt leider wenig begeistert zurückgelassen. (Das mag mitunter auch an dem Hörbuch gelegen haben, welches ich für eine Kapitel benutzt habe, als ich den Haushalt machte und eine andere Übersetzung - viel zu schlicht und modern - als das Buch aus dem Anaconda Verlag hatte, welches ich las)
Spannung lag nicht wirklich in der Geschichte und auch, wenn sie kurz war, kam sie mir manchmal sehr lang vor. Natürlich ist das hier ein ruhiges Buch und es war auch abzusehen, dass es so sein wird, doch ruhig und langatmig sind für mich immer noch zwei ganz verschiedene Dinge.
Trotz Dostojewskis wunderbarem Schreibstil, machte es mir das Ganze nicht möglich, mich damit zu verbinden. Ich konnte mich zwar mit der Hauptperson identifizieren, aber wirklich gefesselt hat mich die Story nicht und die kleine Liebesgeschichte darin auch nicht.
Schade. Dennoch ein schönes, nettes Werk eines grandiosen Autors. Gerne lese ich auch mit Freuden noch seine weiteren Geschichten, selbst wenn dieses hier mir am Ende nicht viel geben konnte, außer eine schöne Atmosphäre und eine schöne Wortwahl.

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