Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Vegetarierin - Han Kang

Dieses Buch ist relativ schwer zu bewerten. Die Geschichte hat einen typisch asiatischen Touch, dazu etwas surreal, dazu aber in den meisten Punkten realistischer als sonst etwas.
Der Titel dieses Buches ist etwas irreführend. Die Hauptperson dieses Buches ist Veganerin, da sie wirklich auf alle tierischen Produkte verzichtet. In ihrer Familie wird dies nicht geduldet. Die Geschichte spiel in Korea, dort herrschen andere Ansichten was die Freiheit des einzelnen Menschen betrifft und daher ist das Thema Vegetarismus und Veganismus ein ganz anderes als hier zulande. Hinzu kommt eine Vergangenheit, die die Hauptperson im späteren Leben beeinflusst.
Sie hat Träume, sagt sie immerzu, wenn man sie fragt, warum sie aufhört, Fleisch zu essen. Nach und nach kommt man dem Ganzen auf die Spur, muss sich aber während des Lesens auch einiges selbst erschließen. Man merkt ziemlich schnell, dass diese Frau nicht aus einem Trend heraus aufhört Fleisch zu essen oder wegen der Gesundheit, sondern aufgrund einer psychischen Belastung oder gar Erkrankung, um mal nicht zu viel vorwegzunehmen.
Was in diesem Bucht teilweise passiert, ist mehr als grausam und erschreckend und tat beim Lesen richtig weh. Zudem kam man manchen Dingen erst Stück für Stück auf die Spur und am Ende war das Bild dann so ziemlich komplett.
Insgesamt ist es eine wirklich andere Geschichte. Nie zuvor habe ich etwas Vergleichbares gelesen und denke auch, dass das in Zukunft nicht so bald wieder passieren wird. Das Buch ist etwas für Menschen, die gern über Dinge nachdenken, die gern tiefer blicken, sich mit der Psyche auseinandersetzen wollen. Es ist auch nicht immer etwas für die zartesten Gemüter, da krasse Szenen schon sehr hart und schonungslos beschrieben werden. Wenn es in diesem Buch teilweise um Alpträume geht, dann würde es mich nicht wundern, wenn man nach dem Lesen der Lektüre auch mal einen hat. Rundum kann man sagen, dass dieses Buch sehr viel versteckt hält, was diese harmlose Hülle niemals erahnen ließe. Ebenso der Titel.
Ich möchte euch auch gar nicht mehr verraten als das, was ich bisher gesagt habe, denn alles andere solltet ihr selbst entdecken. Für mich war es eine Reise in Abgründe, Sehnsüchte, Ängste, Träume und Alpträume und eine Reise in ein fernes Land mit noch fernerer und fremder Kultur, die sich mit meiner nicht gut vereinbaren lässt.
Es ist auch kein fröhliches Buch, absolut nicht, eher eines, das einen ziemlich runterzieht mit der Zeit und leicht depressiv wirkt. Gleichermaßen ist es aber auch wie ein Sog. Man muss wissen, was passieren wird. Entdeckt es selbst. Es wird nicht für jeden etwas sein. Aber seid einfach mal mutig.

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