Freitag, 3. Februar 2017

Salz für die See - Ruta Sepetys

Warum ich 'Salz für die See' fünf Sterne gebe, möchte ich kurz begründen, denn eigentlich hätte ich nur vier vergeben. Es ist so, dass dieses Buch mich nicht vollkommen begeistert oder vom Hocker gerissen hat. Es hat mich durchaus an manchen Stellen berührt, an zwei Stellen hatte ich auch einen Kloß im Hals, der beide Male beinahe zu feuchten Augen geführt hätte, und viele Szenen waren in dieser Geschichte enthalten, die einen entweder den Kopf schütteln oder den Mund entgeistert offen stehen ließen.
Allerdings war mir die Sprache in diesem Buch dann beinahe zu einfach. Zu schlicht. Man möge sich denken, im Krieg gibt es keine Zeit für schwere Sprache, aber mir hat sie dennoch gefehlt. Nicht unbedingt eine schwere Sprache, auch nicht lebendig und mit tausend Adjektiven versehen - nein. Nur einfach härter, tosender an manchen Stellen, durchdringender, intensiver. Für mich war der Stil zu lasch und somit konnte das Buch mich nicht in solcher Intensität mitreißen, als es anders hätte passieren können. So war ich die ganze Zeit über etwas distanziert, was mich letzten Endes dazu veranlasst hat, für die Geschichte selbst nicht mehr als vier Sterne zu vergeben.
Der fünfte Stern kommt hinzu für alles andere in diesem Buch und dafür, dass es überhaupt geschrieben wurde, denn es ist wichtig - mehr als das!
Ich habe die Charaktere in diesem Buch lieb gewonnen, zumindest manche von ihnen und zum Ende hin habe ich richtig mitgefiebert, als mir nach und nach klar wurde, dass niemals die ganze Truppe lebendig da rauskommen kann. Die Lage spitzte sich immer weiter zu, man hatte seine Lieblinge in der Geschichte, um die man sich sorgte und für die man sich ein gutes Ende wünschte, und es war einem klar, dass es nicht jeder bekäme.
Doch der fünfte Stern gehört größtenteils dann doch noch dem Nachwort. Das Nachwort der Autorin hat mich sehr berührt und hat noch einmal aufgeführt, dass es das Schiff, um das es hier geht, tatsächlich gegeben hat, dass dieser fiktive Roman eine wahre Begebenheit hat und dieses Unglück das schlimmste Schiffsunglück der Geschichte darstellt und trotzdem kennt das Schiff kaum einer. Das allein ist traurig genug und Grund genug, dieses Buch zu schreiben. Für uns alle somit Grund genug, dieses Buch zu lesen und zu würdigen.
Ich würdige die Thematik dieses Buches und die Menschen, die auf der Wilhelm Gustloff ihr Leben ließen. Vor allem die über 5000 Kinder.

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