Freitag, 30. Juni 2017

Saving Grace - B. A. Paris

Die Thematik dieses Thrillers war klasse, aber ich bin der Meinung, dass man an manchen Stellen mehr daraus hätte machen können. Der Schreibstil war gut und schnell zu lesen, sodass man sich wirklich leicht auf diese Geschichte einlassen konnte. Man war schnell gefangen. 
Allerdings empfand ich Jacks Psychopathie teilweise als langweilig, da er für Grace immer wieder dieselben Bestrafungen in petto hatte und die Handlung somit oft so vorhersehbar war, dass ich das Gefühl hatte, immer wieder die Rücklauftaste zu betätigen. 
Was mir gut an dem Buch gefallen hatte, war das Ende. Und nein, das meine ich nicht ironisch, im Sinne von 'schön, dass es vorbei war', sondern das Ende war tatsächlich gut geschrieben und war spannend und mitreißend.
Ich könnte mir das Ganze auch sehr gut verfilmt vorstellen und teilweise finde ich, käme das sogar auf der Leinwand besser rüber als wie hier im Buch.
Ich fand manche Dinge recht schwammig und es kam mir vor wie schnell hingesaut. Die Beziehung von Grace zu ihrer Schwester Millie beispielsweise. Alles war nett gezeichnet und natürlich hatten alle Charaktere so ihre Persönlichkeit, aber so richtig rund fand ich das dann nicht.
Interessant war, dass man sich natürlich selbst einen Ausweg für Grace zurechtlegte und natürlich immer mit Hoffnung dabei war und dass auch die Beziehungen zu gewissen neugewonnenen Freunden spannend waren. 
Es gab bei diesem Buch durchaus gute Ansätze, aber manchmal hätte ich mir vielleicht einfach etwas mehr gewünscht. Mehr Tiefgang vielleicht. So war die Handlung aber eben ziemlich schnell abgehandelt und das einzige, was wirklich gelungen war, war das Grundgerüst: Nämlich Jack als Psychopath. Es war durchaus eine klasse Idee, die die Autorin hier aufgeschrieben hat und daher finde ich, dass ein paar gute Schauspieler aus diesem Thriller etwas Geniales machen könnten.
Für mich gibt es eben manche Geschichten, die nicht als Buch funktionieren, sondern als Film viel mehr Wirkung erzielen und dieses hier war für mich so eine.
Aber allgemein, auch wenn das jetzt gar nicht so klingen mag, mochte ich das Buch schon. Es hatte seine guten und fesselnden Seiten, aber es ist in meinen Augen eben noch durchaus ausbaufähig.
Genervt hatte mich beispielsweise die absolute Naivität der Protagonistin. Teilweise fand ich es direkt zu Anfang relativ unglaubwürdig, ob sich jemand wirklich so schnell und in dieser Form an einem Mann binden würde. Klar, es gibt immer solche Fälle, aber ... ich fand das schon etwas armselig. Als gäbe es keinen Mann auf der Welt, der sie mit ihrer Schwester mit Down-Syndrom lieben könnte, hängt sie sich gleich mit allen Mitteln an den, der ihr das Blaue vom Himmel runterlügt und zweifelt noch nicht einen Moment an irgendetwas. Sogar ihren Job soll sie aufgeben und sie tut das, ohne es mal zu hinterfragen. Was soll denn das? Lässt man sich wirklich für die Liebe mit 32 Jahren Job und Karriere und Leben wegnehmen, nur weil der Mann will, dass jemand zuhause ist, wenn ER nach Hause kommt? ... Das waren Dinge, bei denen ich einfach nur den Kopf schütteln konnte. Gleichermaßen fand ich dann natürlich immer mehr Kleinigkeiten, die mir auf die Nerven gingen, da Grace mir ab und an vorkam, als hätte sie gar keinen Verstand. Ihre Handlungen waren in ein bis zwei Fällen so sinnlos und einfach dumm, dass ich mich laut aufgeregt habe. Und allgemein dieses perfekte Getue von Grace in der Gegenwart von anderen, wenn man als Leser wusste, wer Jack eigentlich ist. Man kann es positiv oder negativ sehen, dass mich dieses Szenario in den Wahnsinn getrieben und zum Augenrollen gebracht hat. Das Buch ließ mich auf jeden Fall nicht kalt. Aber begeistern konnte es mich eben auch nicht. Schlichtweg war es okay. (:

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