Dienstag, 13. Juni 2017

Schachnovelle - Stefan Zweig

'Schachnovelle' war für mich das erste Werk von Stefan Zweig und eines der ganz wenigen Werke, die ich bisher aus der Zeit des zweiten Weltkrieges las.
Ich fand interessant, dass es eine Rahmenhandlung gibt, die das Schachspiel behandelt und eine Binnenhandlung, die eigentlich die Kernaussage der Novelle hervorhebt. Da dieses Buch während des Krieges verfasst wurde und Zweigs Geschichte sicherlich in diese Novelle miteingespielt hat, war es für mich umso spannender, da mal näher hinzuschauen und ich habe mich sehr gefreut, dieses Werk für die Schule lesen zu können.
Allerdings muss ich sagen, dass die Novelle an sich, mich weniger begeistert hat, als die Handlung, die sie beinhaltet und auch zum Ausdruck bringt. Woran es genau lag, kann ich derzeit noch nicht einmal genau sagen. Ich vermute aber, dass es an den Charakteren lag, die für mich trotz ihrer optischen Beschreibungen, die Zweig unglaublich toll gelungen sind, sehr blass und austauschbar blieben. Ich konnte mich mit niemandem auf eine Weise identifizieren und ich kam mir beim Lesen so vor, als würde ich Schatten beobachten, aber keine richtigen Menschen. Da hat mir wirklich etwas gefehlt. Womöglich lag das aber auch an der Novellenform, eine Literaturgattung, die mir bisher noch nicht untergekommen war, in der Form, und zu der ich auch absichtlich selten greifen würde.
Was ich positiv anmerken kann, ist der Schreibstil. Dieser ist wirklich toll und obwohl er doch relativ anspruchsvoll ist, liest er sich leicht und flüssig und man kommt schnell damit zurecht. Dieser einfache Teil von Zweigs Sprache, führt wirklich dazu, dass man diese Geschichte ohne Unterbrechung lesen und - wenn das mit den schwammigen Bildern der Charaktere, diese seltsam farblose Distanz nicht nicht wäre - völlig darin versinken könnte.
Das so in den Himmel gelobte 'Seelenleben', welches Zweig laut vieler Aussagen unglaublich gut formulieren könnte, fiel mir nicht im größten Maße auf, aber es war vorhanden. Da ich mich allgemein bisher relativ wenig mit klassischen Werken auseinandergesetzt habe, mag es an mir liegen. In der heutigen Literatur ist man andere Stilmittel gewohnt.
Dennoch hat Zweig für mich hier gute Arbeit geleistet und ich wäre nicht abgeneigt, vielleicht beizeiten ein anderes Werk von ihm zu lesen, denn interessante gibt es allemal.
Die Schachnovelle war für mich nun ein Buch, dass ich auf alle Fälle mochte, welches aber nicht zu meinen liebsten Klassikern aufsteigen wird. Dennoch ein Buch, das es zu lesen lohnt, vor allem, wenn man etwas über die frühere Zeit erfahren möchte, auch wenn man davon in einer Novelle natürlich auch nicht allzu viel präsentiert bekommt.

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