Montag, 24. April 2017

Du neben mir - Nicola Yoon

Dieses Buch war so unglaublich schön. Madeline war mir äußerst sympathisch, genauso wie Olly und ich konnte mich in dieses Buch reinfallen lassen. Ich habe es genossen, jede Seite nach dem Lesen umzublättern, habe mich an schönen Aussagen und einem flüssigen Schreibstil erfreut und an einer so schönen Liebesgeschichte, wie ich sie selten in der Form gelesen habe.
In dem Buch habe ich zwei, drei Logikfehler entdeckt, die allerdings den Erzählfluss nicht wirklich gestört haben und somit auch mich nicht, aber dennoch habe ich sie bemerkt.
Ansonsten gibt es aber nichts negativ anzumerken, eher in die gegenteilige Richtung, denn das Buch war wirklich toll. Was ich sehr mochte, waren eben auch die kurzen Kapitel, die toll gewählten Kapitelüberschriften, die Charaktere, die Wendungen und die schönen, kleinen Ideen, die das Buch rund gemacht haben. Rund wie die weite Welt, die Madeline so gerne entdecken würde, wenn sie doch bloß könnte. Man hofft mit ihr, fühlt mit ihr und liebt mit ihr.
Es ist wundervoll. Bitte lesen!!

Samstag, 22. April 2017

Bird Box - Josh Malerman

Draußen lauert etwas. Wenn du es siehst, bringst du dich um.
Klingt nach einem Horrorfilm ähnlich wie The Ring. Doch letztendlich war es für mich die pure Langeweile. Der Grusel, der angepriesen wird und durch die Thematik der Geschichte durchaus hätte entstehen können, kam für mich leider überhaupt nicht rüber.
Die Charaktere waren mir unsympathisch, die Mutter raubte mir die Nerven, die Kapitel aus der Vorgeschichte fand ich langweilig und unspektakulär erzählt, wobei teilweise schon einiges passierte. Doch es konnte mich in keiner Weise berühren oder packen. Ich schätze, dass es letztendlich am Schreibstil lag, denn die Story an sich war ja gar nicht mal so übel. Aber die Umsetzung ließ sehr zu wünschen übrig.
Zu alledem hatte ich auch zwischendurch mit dem Hörbuch angefangen und musste dann sehr schnell feststellen, dass ich das Buch dann doch lieber weiterlese, da die Figuren bei der Sprecherin Anna Thalbach tatsächlich wie Schwachsinnige klangen. Das hat mich unglaublich gestört. Es war für mich unerträglich zu hören, was aber wohl auch wieder Geschmacksache ist.
Insgesamt hat es sich für mich nicht gelohnt, dieses Buch zu lesen. Es stand jetzt ein paar Jahre auf meinem SuB und im Grunde genommen habe ich nichts verpasst. Wirklich gegeben hat mir die Geschichte nichts. Schade. Dabei ist diese Richtung genau meins.

Donnerstag, 20. April 2017

100 Stunden Nacht - Anna Woltz

Das Buch hat mir vom Klappentext her etwas völlig anderes vermittelt. Allein schon, dass das Hauptthema erst in der Mitte des kurzen Buches beginnt, hat mich schon etwas gestört. Aber als das ganze Szenario dann auch noch relativ schnell wieder vorüber war und es gar nicht so extrem ausgeführt wurde, wie ich mir erhofft hatte, hat mich dann echt enttäuscht.
Es gab zwischendurch Ansätze eines tiefgründigeren Gesprächs zwischen irgendwem, aber wirklich ausgeführt wurde da selten etwas. Allgemein fand ich auch, dass die Sprache wirklich zweierlei war. Zum Einen war der Schreibstil unglaublich gut leserlich, schnell, flüssig, anders. Aber dann gab es auf der anderen Seite diese bescheuerte Jugendsprache, die mich oftmals gestört hat. Für mich war's übertrieben und ich finde nicht, dass man Jugendlichen in Büchern auch noch eine solche Gossensprache beibringen sollte, sondern gerade mit Geschichten an ein vernünftiges Deutsch appellieren, das überall vorzeigbar ist. Mag sein, dass ich da etwas penibel bin, aber gerade heutzutage finde ich es wichtig, der Gossensprache etwas entgegenzusetzen.
Ansonsten würde ich das Buch auch eher der Altersklasse 14-18 empfehlen. Für mich hatte es nicht viel übrig. Das einzig Gute daran war der leichte Schreibstil, der das Buch sehr schnelllebig und flüssig gemacht hat. Denn auch die Charaktere waren mir leider unsympathisch. Sogar alle bis auf einen. Und das bei mindestens vier präsenten Menschen während der gesamten Handlung.
War wohl einfach nicht mein Buch. Am Thema vorbei hätte man in der Schule gesagt und so fühlte sich das Buch für mich irgendwie an. Von Wirbelsturm Sandy gab es mir da zwischen endlosen Belanglosigkeiten zu wenig und allgemein auch viel zu wenig Ernsthaftigkeit bei dieser Thematik. Man hätte mehr daraus machen können, auch im Jugendbuch.

Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara

Ich habe etwas länger darüber nachgedacht, dieses Buch zu lesen. Immerhin hat es beinahe 1000 Seiten und dazu ist es auch noch ein Werk, das nicht in der leichten Unterhaltungsliteratur angesiedelt ist. Es ist nichts zum 'Mal-eben-weglesen'. Da ich aber genau diese 'schwerwiegendere' Literatur mag und oftmals gesehen habe, wie dieses Buch die Meinungen spaltet, wie manche es hochloben und andere den Hype nicht ganz verstehen können, musste ich es im Endeffekt haben.
So stand es noch einige Tage hier und ich hab es immer wieder angesehen und mir gedacht: Wie soll ich das bloß anstellen, dich zu Ende zu lesen?
Ich habe mir das Hörbuch besorgt. Und damit ging es reibungslos. Beinahe täglich habe ich eine halbe Stunde bis Stunde gehört und das Buch hat mich somit beinahe einen Monat lang begleitet.
Die Protagonisten, insbesondere Jude und Willem sind mir so sehr ans Herz gewachsen. Es gab Momente des Schmunzelns, Momente der Trauer, Momente des Schmerzes, der sogar auf den Leser überging und es war eine so lange und ausgefüllte, intensive Geschichte, dass es sich tatsächlich anfühlte, als kenne man sie. Als wäre man in irgendeiner Form ein Teil davon.
Dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Allerdings hat es mich in einer viel tieferen Form berührt. Es berührte weniger mein Herz, sondern viel mehr meinen Geist. Mein Innerstes. Es gab Momente, da saß ich da und es wurde schwieriger, dem Sprecher zuzuhören, weil mir das Gesprochene nahe ging. Weil es mir irgendwo selbst wehtat.
Ich empfand Traurigkeit, Schmerz, Unwohlsein, Hoffnung, Liebe, Wohlwollen und alles Mögliche auf einer Ebene, die keine Emotion nach außen verlangt hat. In mir drin spielte sich ein tiefes Verständnis ab, ein tiefes Mitgefühl, welches dort anscheinend bleiben wollte und keine Tränen verlangt hat, um ausgespült zu werden. Klingt unglaublich spirituell und für manche vielleicht schwachsinnig, aber ich kann es nicht anders beschreiben, weswegen mich dieses unfassbar ergreifende Buch nicht zum Weinen gebracht hat. Aber ich bin innerlich mit diesen Charakteren und mit der Geschichte verbunden und habe viel Schmerz gefühlt bei diesem Buch. Viel, viel Schmerz. Und es tut immer noch weh, an diese Momente zurückzudenken.
Allgemein hat dieses Buch eigentlich nur schwermütig verletzt, deprimiert, dramatisch gewirkt. Aber noch nie zuvor habe ich so etwas Authentisches gelesen. Für mich ist es der Inbegriff des Lebens auf der schlechten Seite. Der Inbegriff der Gefühlsebene, die Menschen erleben müssen, denen Böses widerfahren ist. Das mit Worten zum Ausdruck zu bringen ist eine wahre Kunst. Für mich ist dieses ganze Buch ein einziges Kunstwerk. Es sollte überall auf einem Podest stehen, denn für mich war es nicht mal nur ein geniales Buch. Darin steckt eine Welt, die lebendig wird, sobald man anfängt zu lesen. Sobald man die erste Seite aufschlägt und liest oder sich vorlesen lässt, was mir die Charaktere noch mal auf ganz andere Weise nahe gebracht hat, ist man drin und mit Jude verbunden.
Jude hat mir das Herz berührt. Mehr als es viele Menschen in Büchern geschafft haben und auf eine ganz eigene, ganz besondere Weise. Ich liebte ihn und ich bemitleidete ihn und ich hätte mir gewünscht, in seinen schlimmen Momenten bei ihm sein zu können. Ich habe mir während dem Hören gedacht, wie ich mit ihm umgegangen wäre, was ich zu ihm gesagt hätte. Das habe ich selten, dass ich mich Personen so nah fühle, über die ich bloß lese, dass ich gerne in die Handlung gesprungen und etwas verändert hätte.
Für mich einfach eines der besten Bücher, die existieren und definitiv ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Schwere, harte Kost. Aber in sich so wunderschön. Lebendig, echt und absolut lebensnah. Die böse und dramatische, verletzliche und qualvolle Seite des Lebens wird hier in Worte gefasst, wie es sicher selten jemand geschafft hat. Einzigartig.

Mittwoch, 19. April 2017

Mein Himmel in deinen Händen - Amy Harmon

Eigentlich hätte dieses Buch beinahe 5 Sterne verdient. Es ist unfassbar toll gewesen. In die Charaktere habe ich mich direkt auf den ersten Seiten verliebt. In beide! Es war so schön zu sehen, wie Millie, das blinde Mädchen, ihr Leben meistert und ihren autistischen Bruder Henry zuhause als Unterstützung hat und wie sie ihm ebenfalls Hilfestellung leistet. Dazu Tagg, der eigentlich ein Aufreißer ist, sich aber ziemlich schnell in Millie verliebt. Das Schicksal lässt ein Wunder entstehen, doch das Schicksal könnte es auch wieder zerplatzen lassen. Aber lest selbst. Ihr werdet dieses Buch lieben!
Der Schreibstil war wundervoll zu lesen, die Autorin hatte sehr viel Tiefgründiges in ihrem Text und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es gab etliche wunderschöne Szenen, die ich mir markiert habe, damit ich sie immer wieder direkt finde und wieder lesen kann, um wieder und wieder für einen Moment in dieses Buch und diese Geschichte abzutauchen.
Unglaublich toll, tiefgründig, witzig, schön, romantisch, keineswegs kitschig... einfach schön! Die Autorin bleibt mir wirklich positiv im Gedächtnis und ich werde gerne eines Tages wieder zu einem Buch von ihr greifen, wenn die Zeit gekommen ist. (:

Samstag, 8. April 2017

Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln - Zoran Drvenkar, Corinna Bernburg

Ein unglaublich tolles Buch mit vielen wunderschönen Gedichten, von denen manche mir persönlich direkt aus dem Herzen gesprochen haben. Ganz, ganz toll. In Kombination mit tollen Fotografien von einer Fotografin namens Corinna bestückt. 
Die Geschichte hinter dem Buch ist besonders toll, denn die Fotografin hat dem Autoren ein Jahr lang jeden Tag ein Foto geschickt, dass sie an dem jeweiligen Tag geschossen hat und er musste bis Mitternacht dazu ein Gedicht schreiben. Bei diesem Projekt sind vier Bücher entstanden, die nach Jahreszeiten eingeteilt wurden. Dieses hier startet im Sommer. Leider wurden die anderen drei Bücher bisher nicht verlegt, was mich unglaublich traurig macht, denn ich hätte sie mir womöglich alle geholt. 
Auch für Nicht-Lyrikfans kann ich dieses Buch sehr empfehlen, da es wirklich nichts mit klassischen Gedichten zu tun hat. Der Autor schafft hier mit Worten etwas ganz Eigenes und Wunderbares und es sind wirklich kleine Geschichten. Ich habe dieses Buch an zwei Tagen durchgelesen, obwohl ich selbst kein großer Gedichtefan bin. Aber das hier hat mich wirklich begeistert. Ein ganz tolles Werk, das mal wieder zeigt, wie viel man aus Worten eigentlich machen kann und dass man manchmal gar nicht viele davon braucht, um ganz Großes auszudrücken! (:

Donnerstag, 6. April 2017

Dhammapada - Die Weisheitslehren des Buddha

Die Verse bzw. Lehren/Reden der Dhammapada sind unglaublich lesenswert für jedermann. Ich bezweifle, dass jeder dafür offen ist und bereit, aber wer sich darauf einlassen möchte, wird hier nur gewinnen. Buddhismus ist keine Religion und hat auch keine Gott. Buddha ist ein Zustand, nach dem man strebt und den jeder erreichen kann. Es ist eine Lebensweise, eine gute, moralische. Man lässt das Leiden los, die Sehnsüchte, etc. und begibt sich auf den Weg in ein losgelöstes, glückliches Leben. Die Verse in diesem Buch zeigen uns auf, wie wir diesen Weg einschlagen, wie wir unser Leben und unser Dasein und auch unser Miteinander verbessern können. Es ist ein tolles zusammengefasstes Werk von den Reden Buddhas und lehrt so unglaublich viele wertvolle Dinge. Ich kann es nur empfehlen, die Dhammapada zu lesen, zu genießen und zu verinnerlichen. Wenn jeder nur ein Stück in diese Richtung geht, könnte die Welt schon so viel schöner sein.