Sonntag, 7. Dezember 2014

Der Schatten meines Bruders - Tom Avery {Buchrezension}

Titel: Der Schatten meines Bruders
Originaltitel: My Brother's Shadow
Autor: Tom Avery
Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Seitenzahl: 149 Seiten
Genre: Jugendbuch, Jugenddrama 
Gebundene Ausgabe: 12,95€
E-Book-Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: Ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: Februar 2014


Kaias verliert ihren Bruder Moses auf tragische Weise und fortan ist in ihrem Leben nichts mehr, wie es war. Ihre Mutter und sie reden nicht mehr und sie verliert ihre Freundinnen in der Schule, fühlt sich einsam und auf sich alleine gestellt. Die meisten nennen sie Freak und verspotten sie, doch keiner denkt darüber nach, wie es in Kaia aussieht. Doch eines Tages kommt ein neuer Junge an die Schule und Kaia freundet sich mit ihm an. Er ist anders als all die anderen, ist wild und redet nicht, aber er hört zu. Und das ist genau das, was Kaia gerade braucht.
Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, das Leben und die Neuanfänge, die man immer wieder machen kann, egal wie tief man vorher gefallen ist.
Dieses Buch hat mehr als Tiefe als die meisten Erwachsenenromane, wo man diesen Anspruch stellen würde. Anhand der kleinen Seitenzahl und dem Klappentext habe ich zuerst ein schlichtes Kinder- und Jugendbuch erwartet, stattdessen habe ich etwas Wundervolles bekommen, was mich wirklich berührt hat. Kaia ist ein tolles Mädchen, das man sogleich auf den ersten Seiten fest in Herz schließt und am liebsten nicht mehr loslassen möchte. Sie ist so jung und macht schon so verdammt viel durch und an manchen Stellen zweifelte ich wirklich an der Menschlichkeit mancher Charaktere in diesem Buch. Es ist unfassbar, wie grausam Kinder sein können und genauso unfassbar, wie unsensibel manche Lehrer damit umgehen, wenn so junge Menschen ein Familienmitglied verlieren. Gerade Kinder kommen mit diesen Bildern, mit denen Kaia leben muss, nicht wirklich klar und man sollte ihnen alle Zeit der Welt geben, dies ordentlich zu verarbeiten.
Dieses Buch ist in jeder Linie wertvoll zu lesen und das unbedingt in jedem Alter. In diesen wenigen Seiten steckt so viel, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Für mich ein Beweis, dass ich auch dem Beltz & Gelberg Verlag zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken werde. Die Bücher haben hohen Wert und da soll mal noch ein Leser behaupten, dass Bücher unter 300 Seiten kein Buch wären. Das hier ist mehr Buch als viele andere mit fünfhundert Seiten, die am Ende rein gar nichts auszudrücken wussten. Bitte gebt diesem Werk eine Chance. Es hat es absolut verdient! 
Aufmachung des Buches: 2,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Sprache: 4/5
Unterhaltung/Spannungswert: 4/5
Ideenreichtum: 3,5/5
Tiefgründigkeit: 4,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 40/50



Freitag, 28. November 2014

Das Wörterbuch der Liebenden - David Levithan {Buchrezension}

Titel: Das Wörterbuch der Liebenden
Originaltitel: The Lover's Dictionary
Autor: David Levithan
Verlag: List Verlag
Seitenzahl: 212 Seiten
Genre: Roman
Taschenbuchausgabe: 8,99€
Gebundene Ausgabe: 18,00€
Altersempfehlung: Ab 18
Erscheinungsdatum: Februar 2012








Eine kreative Liebesgeschichte in komplett anderer Form. Diese Liebesgeschichte ist tatsächlich aufgebaut wie ein Wörterbuch und zu jedem von dem Autor ausgesuchtem Wort, gibt es eine kleine Story aus der Liebe der beiden Personen, um die es in diesem Buch geht. 
Da in der Geschichte Namen wirklich keine große Rolle spielen, könnte man ab und an vielleicht sogar denken, man liest etwas über sich selbst. Jeder, der eine lange Beziehung hinter sich hat oder gerade in ihr lebt, wird sich früher oder später in irgendeiner Passage wiederfinden und entweder darüber schmunzeln, seufzen oder ein wenig traurig die Mundwinkel sinken lassen. 
David Levithan hat hier eine außergewöhnliche aber nicht weniger intensive Liebesgeschichte geschrieben, als alle anderen davor. Im Gegenteil, er beschreibt die Liebe, wie sie ist. Denn niemals ist zwischen zwei Menschen - so groß die Liebe auch ist - alles in Ordnung. Die Liebe bringt ihre negativen Seiten mit sich und weil wir lieben und auch lieben wollen, tun wir alles dafür, um das Beste daraus zu machen. Wir versuchen gemeinsam zu leben, gemeinsame Standpunkte zu finden und zusammen vorwärts zu gehen und sehen zu, dass keiner von beiden auf der Strecke bleibt. 
Wir lachen zusammen, wir weinen zusammen und schreien uns an und vertragen uns wieder. Wir können manchmal nicht miteinander und nicht ohne einander und auch wenn wir uns an manchen Tagen kaum ertragen, könnten wir doch niemals gehen, bevor es wirklich vorbei ist. Wir kämpfen, manchmal miteinander, manchmal gegeneinander, aber letzten Endes doch immer füreinander, weil wir eine Liebe, die wir haben, meist nicht freiwillig wieder loslassen wollen. 
Es ist ein verzwicktes Spiel und eins, bei dem die Karten immer wieder neu gemischt werden, Tag für Tag muss man zusehen, dass man aus seinem Blatt das Beste herausholt. Oft sind Paare wie Pokerpartner. Nur weil der eine weiterkommt, als der andere, teilt man sich den Erfolg danach und sollten einmal beide verlieren, dann zieht man sich gegenseitig wieder nach oben. 
Aber irgendwann kommt vielleicht der Punkt, an dem das nicht mehr geht. Denn wenn jemand immer nur verliert, sucht er sich womöglich einen neuen Partner, mit dem er spielen kann. Einer, der das Glück auf seiner Seite hat und es gerne mit jemandem teilt, der davon weniger hat.
Die Liebe ist ein seltsames Spiel, wurde schon sehr früh erkannt und obwohl wir alle Angst davor haben, lassen wir uns immer wieder darauf ein. Ein bisschen Drama braucht eben jeder einmal.
Der Autor hat es geschafft all die Gefühlsebenen der Liebe in ein kleines Buch zu verpacken, in kurze Geschichten, die meist viel mehr ausgesagt haben, als ein dicker Liebesschmöker, der alles lange und breit umschreibt. Wie auf dem Buchrücken bereits vom Focus gesagt wurde: Es ist skeptisch, sehnsüchtig und poetisch. Und selbst ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Diese drei Worte beschreiben dieses Werk wohl am Besten. Und nun lasst euch davon überzeugen. 

Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 40,5/50



Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß - Christoph Wortberg {Buchrezension}

Titel: Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
Autor: Christoph Wortberg
Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Seitenzahl: 191 Seiten
Genre: Jugendroman
Taschenbuchausgabe: 12,95€
E-Book-Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2014










Lenny hat es mit seiner Familie nicht leicht. Sein Bruder Jakob ist bei einer Klettertour ums Leben gekommen, die Mutter ist tablettenabhängig und verarbeitet den Tod ihres Erstgeborenen nur sehr schwer. Auch der Vater findet keinen richtigen Weg zurück ins Leben, sehr zum Leid von Lenny, der sich nicht nur verlassen sondern auch vergessen vorkommt. Unsichtbar. Doch dann geschieht etwas an Jakobs Beerdigung, was Lenny aufhorchen lässt. War der Tod seines Bruders vielleicht gar kein Unfall? Und was macht dieses fremde Mädchen an seinem Grab? Lenny geht dem Ganzen auf die Spur und gerät damit noch mehr auf Kriegsfuß mit seinen Eltern. 
Aber er muss wissen, was wirklich passiert ist. 

Ich habe mich schon während der ersten Hälfte des Buches damit abgefunden, dass es für mich kein Meisterwerk ist. Es gibt positive wie negative Dinge, wobei ich sagen muss, dass mich die negativen Aspekte eher gleichgültig werden ließen. Ich tat all das, was mir nicht gefiel mit einem Schulterzucken ab und las einfach nur weiter, um zu wissen, wie es zu Ende geht und was mit Jakob wirklich passiert ist. 
Was mir an dem Buch gut gefallen hat war der Zugang zu den Charakteren. Sie waren wirklich authentisch und so gestaltet, dass man sich als Leser gleich mit ihnen zusammentun konnte. Allerdings blieb das richtige Mitgefühl bei mir aus. Das, was in der Geschichte teilweise angesprochen wird und passiert, ist wirklich krass, aber ergriffen hat es mich jetzt nicht. Es war so, als sähe ich mir die Nachrichten an, denke mir 'Ach, wie blöd', aber zucke die Schultern, weil es mich nichts angeht und zappe zum nächsten Programm. Und das zog sich nun mal leider durch das ganze Buch und ich muss ehrlich sagen, dass ich aus der Langeweile heraus manche Seiten wirklich nur überflogen habe und das obwohl das Buch schon so wenige Seiten hat.
Ansonsten kann ich das Buch aber weiterempfehlen, denn erstens sind Geschmäcker immer verschieden und zweitens ist die Geschichte an sich wirklich toll. Leider nur vom Schreibstil her nicht mein Ding. Es konnte mich nicht fesseln, aber dafür vielleicht sehr viele andere, vor allem, weil es eben eine kurzweilige Geschichte für zwischendurch ist, die aber eigentlich viel zum Nachdenken und auch zum Verarbeiten bietet. Für mich blieben einige Dinge am Ende jedoch etwas ungeklärt. Nicht, was die Situation an sich betraf, sondern das Gefühlsleben gewisser Personen. Mir wurde darauf zu wenig eingegangen und man könnte denken, dass es scheinbar nicht schlimm ist, im Leben mal leichtsinnig zu handeln. Mir war das doch zu wenig lehrreich in dem Moment und eben von den Emotionen her gab es da keine gute Basis. Dennoch: Wer Lust hat, sollte zu dem Buch greifen. 
Aufmachung des Buches: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert/Spannung: 2,5/5
Ideenreichtum: 3/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4/5




Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde {Buchrezension}

Titel: Das Bildnis des Dorian Gray
Originaltitel: The Picture of Dorian Grey
Verlag: Anaconda Verlag
Seitenzahl: 293 Seiten
Genre: Roman
Gebundene Ausgabe: Schon ab 4,95€ (verschiedene Ausgaben, auch im Taschenbuch)
E-Book-Ausgabe: Kostenlos
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2012 (erstmals 1901, Leipzig, Spohr)





Dorian Gray ist ein unfassbar schöner junger Mann und sein Freund Basil, der Maler, ist fast in ihn verliebt, könnte man meinen, so sehr bereichert des Jünglings Schönheit seine Kunst. Doch eines Tages lernt er Harry kennen, einen sehr speziellen Lord, der ihm sündige Sachen zuflüstert und ihm die Versuchungen verrät, die das Leben für ihn bereithielte, würde er sich von ihnen nur verführen lassen. Dorian hört Harry gerne zu und es ist ihm ein Genuss, doch zugleich ist er Basil sehr zugetan, der den Jungen davor bewahren will, sich dem Unheil der Welt zu bekennen. Zugleich hat er Angst, Dorian an Harry zu verlieren. Als Basil eines Tages ein perfektes Bild von Dorian fertigstellt, findet er es wundervoll. Lord Harry aber erklärt ihm, dass diese Schönheit nicht lange halten wird, denn die Zeit ist eifersüchtig auf uns alle und nimmt uns, was die Götter uns gegeben haben. Dorian spricht ein Gebet aus, dass er alles dafür tun würde, wäre doch nur er derjenige, der immer schön und jung bleiben würde und stattdessen das Bild alle Merkmale des Alters in sich trüge. 
Es dauert nicht allzu lange, bis Dorian schmerzlich feststellen muss, dass dieses Gebet erhört wurde. Und daraus resultiert so einiges Schlechtes.
Das Bildnis des Dorian Gray ist wahrlich ein unfassbar guter Roman und Oscar Wilde ist jemand, der viele Weltsichten vieler verschieden denkender Menschen hineingepackt hat. Er hat ein Werk erschaffen, was einen wirklich zum Nachdenken anregt, einen mitfiebern lässt, erschaudern und schmunzeln lässt. Dieses Buch beinhaltet Charaktere die man zugleich hassen und lieben kann, gegen die man mit Freuden einen Groll hegt oder die man versucht zu beschützen. Der Autor schafft es fürwahr auch, dass man Menschen, die man anfangs mochte, im Laufe des Buches zu verachten beginnt und dennoch liest man gespannt weiter und schaut dabei zu, wie manche ins Verderben rennen und andere dabei zu vergessen scheinen, dass sie Teil des Fiaskos sind.
Welche Frage ich mir am Ende des Buches am öftesten stelle wäre, wer nun am Ende die größte Schuld an Dorians Schicksal trägt und wie wäre er geworden, hätte er weder Basil noch Harry gekannt. Welcher Mensch wäre er und welche Züge, die er am Ende des Buches besaß, hätte er auch sonst im Laufe seines Lebens bekommen? Wie viel Egoismus, wie viel Naivität, wie viel Boshaftigkeit und wie viel Eitelkeit steckte in dem eigentlichen Dorian Gray und wie viel davon wurde ihm durch fremde Einflüsse verabreicht? 
Das Buch steckt voller Fragen des Lebens, über die man sich genüsslich einen ganzen Abend lang unterhalten könnte und noch lange wird das Buch in mir nachhallen, so wie sicherlich auch in allen anderen Lesern. Selten habe ich ein Werk gelesen, dass in einer ganz eigenen Form so mitreißend war, wie die Verführung selbst, von der in Oscar Wildes Sätzen so oft die Rede ist. 
Wo ich so darüber schreibe, merke ich erst, wie stark das Bedürfnis ist, mich über dieses Buch auszutauschen. Wie lange ich wohl noch über all diese Erfahrungen nachdenken werde, die ich mit diesem Buch gemacht habe?
In jedem Falle kann ich euch versichern, dass es ein absolut grandioses Buch ist, welches ein jeder auf dieser Welt gelesen haben sollte. Es ist lehrreich, spannend, mit schöner altertümlicher Sprache bestückt und mit förmlich tanzenden Worten, die einen immer wieder dazu veranlassen der Geschichte und den darin agierenden Charakteren zu lauschen. 
Lasst euch nicht abschrecken von einem Klassiker und sucht euch einfach eine Übersetzung aus, die euch am meisten zusagt. Bereits am ersten Satz lässt sich erkennen, wie das Buch übersetzt wurde. Es gibt einfachere und neuzeitlichere und die alten, wunderschönen, in denen ich das Buch nur lesen würde. Empfehlen würde ich daher die Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.

Aufmachung des Buches: 4,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Ideenreichtum: 5/5
Tiefgründige Aspekte: 4,5/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 44,5/50





Mittwoch, 15. Oktober 2014

Obsidian - Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout {Buchrezension}

Titel: Obsidian - Schattendunkel
Originaltitel: Obsidian
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 400 Seiten
Genre: Jugendfantasy, Urban Fantasy
Gebundene Ausgabe: 18,90€
E-Book-Ausgabe: 13,99€
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum: 25. April 2014





Katy zieht in eine neue kleine Stadt, doch irgendetwas scheint dort nicht zu stimmen. Ihre Nachbarn Dee und Daemon kommen ihr zunehmend seltsam vor, doch da sie sich mit Dee recht schnell anfreundet, sollte es kein Problem sein, hinter das Geheimnis der Familie zu kommen. Doch welchen Preis zahlt sie dafür? Schneller als ihr lieb ist, befindet sie sich in tödlicher Gefahr...
Leider habe ich in dieser Rezension keine wundervollen Zitate für euch, weil es schlichtweg nichts gab, was ich an dem Buch auch nur ansatzweise lehrreich, poetisch oder auch einfach nur cool fand. Von Anfang bis Ende war diese Geschichte einfach nur langweilig und zum Kopfschütteln. Für mich war das Ganze ein Twilight Abklatsch, der gründlich in die Hose ging. Den Hype um die Biss-Bücher und Bella und Edward konnte ich ja in einer Hinsicht wirklich noch nachvollziehen und auch ich empfand das erste Buch sowie den ersten Film stellenweise wirklich als gut. Allerdings ist Obsidian für mich nicht mehr als ein kläglicher Versuch eine Liebesgeschichte zu erzählen mit fantastischen Elementen. Kläglich aus dem Grund, weil meiner Meinung nach kein großes Talent vorhanden ist. Talent vielleicht dafür, sich Geschichten auszudenken, wobei es nichts Großartiges ist, über Gesteine zu schreiben, die es schon gibt, es mit übernatürlichen Kreaturen zu verbinden und über eine Liebe zu schreiben, die einem tierisch auf den Sack geht. Ich habe keine Ahnung, was an Daemon so toll sein soll, dass da wieder jedes Mädel total drauf abgeht. Mehr als gut aussehen und dumme Antworten geben konnte er nun wirklich nicht. Auch Katy, auch genannt (übrigens total gestört, wie ich finde und absolut abstoßend, egal wie heiß der Kerl aussehen mag) KittyCat, war als Charakter absolut unverständlich. Diese ständige Schmachterei und diese von ihr erzählende Geschichte, die einfach aus ihrem Mund nicht einen Hauch von Spannung hervorbrachte, trafen jetzt wirklich nicht meinen Geschmack. Ich versuche verzweifelt gute Aspekte an dem Buch zu finden, damit ich hier nicht nur total darüber herziehen muss, aber leider fällt mir nichts dazu ein, außer, dass ich tierisch froh bin, es endlich hinter mir zu haben.
Dazu kann ich das Hörbuch wirklich gar nicht empfehlen. Wenn man der Sprecherin mehr als zwei Kapitel am Stück zuhören muss, dann geht einem die Stimme nur noch auf die Nerven und wenn sie dann noch versucht Daemon etwas männlicher zu sprechen, geht das jedes Mal aufs Neue tierisch in die Hose. Wahrscheinlich wurden mir Daemon und auch Katy durch diese Sprecherin noch unsympathischer, als sie es eh schon waren. Aber da ich mir das Ganze irgendwann nicht mehr durchlesen wollte, blieb mir zum Beenden eben nur die einfachere Variante. Wie man selbst die Kampfszenen in einem Buch noch so langweilig beschreiben kann, ist mir wirklich ein Rätsel. Vielleicht kann die Autorin etwas und das werde ich in einem anderen Buch aus einem anderen Genre von ihr feststellen, eines Tages. Daher möchte ich mir über die Autorin nicht so gerne ein festes Urteil bilden, dafür aber umso lieber über das Buch.
Absoluter Teenie-Scheiß, den ich vielleicht mit zwölf ganz nett gefunden hätte. Aber so...

Aufmachung des Buches: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 2/5
Sprache: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Spannung: 2/5
Ideenreichtum: 2,5/5
Tiefgründigkeit: 1/5
Bildungswert: 1,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 24/50




Montag, 22. September 2014

Lieder eines Sommers - Cath Crowley {Buchrezension}

Titel: Lieder eines Sommers
Originaltitel: Chasing Charlie Duskin
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 336 Seiten
Genre: Jugendroman
Gebundene Ausgabe: 16,90€
E-Book Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Erscheinungsdatum: Juli 2014








Charlie Duskin verbringt jeden Sommer bei ihrem Großvater auf dem Land und jeden früheren Sommer hat sie darunter gelitten, dass Rose Butler und ihre besten Freunde Luke und Dave nichts mit ihr zu tun haben wollten. Doch diesen Sommer ist alles anders, denn Rose sieht in Charlie ihr Ticket in die Freiheit und will sich mit ihr anfreunden. Charlie ist skeptisch, doch lässt sie es sich nicht entgehen, ihre einzig und langersehnte Chance wahrzunehmen, den dreien, und ganz besonders Dave, ein wenig näher zu kommen. Trotz allem steht die eine Frage immer im Raum: Meint es einer der Freunde überhaupt ernst mit ihr?
Dieses Buch trägt eine wirklich eigene Atmosphäre mit sich. Es ist still und schreit gleichzeitig vor Sehnsucht. Es flüstert und doch sind die Klänge der Musik so laut, dass man dazu tanzen möchte. Es ist eine kleine Harmonie, die nicht vollkommen ist, aber vielleicht gerade deswegen interessant.
In der Geschichte begleitet man kapitelweise Charlie und Rose, die immer abwechselnd ihre Geschichte erzählen. In diesem Buch sind viele wichtige Aspekte zu erkennen, die uns allen im Leben begegnen, Konflikte, die eigentlich kaum zu vermeiden sind.
Man erkennt sich als Leser in den Charakteren wieder und kann sowohl Charlie als auch Rose nachvollziehen. Man schließt die beiden Mädchen recht schnell ins Herz und auch Luke und Dave sind spannend gezeichnete Charaktere, die man gerne durch die Geschichte begleitet.
Im Leben gibt es nicht nur schwarz und weiß und genau das zeigt diese Geschichte auf. Vor allem merkt man das bei den Personen. 
In der Geschichte passiert nicht allzu viel Weltbewegendes, aber man liest trotzdem gerne weiter und ist neugierig auf das nächste Kapitel. Es ist ein ruhiges Buch, still und leise, mit ein paar lauten Tönen, die sich hier und da mal wieder durchsetzen. 
Es geht um Musik, um Familie, um Freunde, Vertrauen, Lügen, Respekt, Respektlosigkeit und Verzeihen. Auch der Tod und das Leben danach und die Traurigkeit spielen eine Rolle. 
Aber genauso wird dem Leser auch aufgezeigt, wie wichtig und vor allem, wie schön es ist, über sich selbst hinauszuwachsen.
Das einzige, was ich ab und zu gestört hat, waren kleine Einflüsse von Kindlichkeit und Unreife. Mir war nie wirklich bewusst, wie alt die Charaktere nun sind. Da Charlie in ihrer Heimat schon auf Parties geht, liegt es nahe, dass sie zumindest um die fünfzehn oder sechzehn Jahre alt ist, was mich dann doch etwas verwundert, wenn so manche kindische Bemerkungen fallen, die eher auf eine elf- oder zwölfjährige hindeuten. Das sind aber nur kleine Dinge und mitunter auch die einzige Kritik, die ich an diesem Buch wirklich habe. 
Im Grunde also eine wirklich tolle, sommerliche Geschichte, die einem für viele Dinge, die Augen öffnen kann. In vielerlei Hinsichten lesenswert.
Aufmachung des Buches: 4,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Spannung: 3,5/5
Ideenreichtum: 3,5/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 36,5/50



Samstag, 20. September 2014

Unter halbblauem Himmel - Michelle Schrenk {Buchrezension}

Titel: Unter halbblauem Himmel
Autorin: Michelle Schrenk in Zusammenarbeit mit Gabriel Strack (Musiker)
Verlag: Canim-Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Genre: New Adult Roman
Taschenbuch: 9,89€
E-Book: 2,99€
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Juni 2014



Robin und Lena sind Sandkastenfreunde, aber nach einem bedeutenden Ereignis in ihrer Vergangenheit, haben sich die beiden fünf Jahre nicht mehr gesehen. Beide haben sich damals geschworen, immer ihre Träume zu leben, doch nur Lena hat sich daran gehalten. Sie schreibt Kolumnen und ist mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Doch Robin fehlt ihr im Leben, was sie ganz besonders zu spüren bekommt, als er plötzlich wieder vor ihr steht. Auch Robin hat sie vermisst und die beiden wollen sich kein zweites Mal trennen lassen. Doch es ist komplizierter als sie denken, denn beide empfinden etwas füreinander und Robin muss sich entscheiden. Immerhin ist er mit seiner langjährigen Freundin Carmen verlobt und hat gänzlich vergessen, wie er sich sein Leben eigentlich einst erträumt hat. Aber Lena scheut sich nicht davor, ihn daran zu erinnern...
Michelle Schrenk ist wirklich talentiert, was das Stricken von Geschichten anbelangt. Allein der Titel 'Unter halbblauem Himmel' hat viel mehr mit der Geschichte und den darin agierenden Charakteren zu tun, als man zuerst erwarten würde. In sich ist alles so stimmig und harmonisch angepasst, was mir wirklich sehr gefallen hat. Einerseits. Andererseits habe ich bei dem Buch ein wenig Pepp vermisst, einfach mal etwas, was aus der Reihe tanzt, einen Charakter, der das ganze ein wenig auflockert. Aber irgendwie waren sie sich in der Art her dann doch alle ziemlich ähnlich.
Die beste Freundin Anne ist eine super süße Maus, die nicht auf den Mund gefallen ist, sich aber im Gesamten dennoch nicht enorm von den anderen unterscheidet. 
Trotzdem muss ich sagen, dass das alles schon Meckern auf hohem Niveau ist, da es wirklich ein Buch war, das man locker als Film vor Augen hatte. Man konnte sich mit den Personen identifizieren und sie sich gut vorstellen und ihre Handlungen waren durchaus authentisch.
Leider hat mir dann aber doch etwas Emotion gefehlt. Es gab zwar ein oder zwei Punkte, an denen ich mitgefühlt habe, aber wäre ich derzeit nicht ohnehin sehr sensibel und am Wasser gebaut, hätte ich darüber wohl im Normalfall einfach hinweggelesen. 
Es muss aber auch positiv angemerkt werden, dass die Autorin sich auf ein paar ernste und auch tiefgründige Themen beruft. Bei einem gewissen Thema stöhne ich mittlerweile zwar in jedem Buch, in dem es vorkommt, nur noch auf, weil es immer dasselbe ist und ich mich frage, ob man keine Fantasie hat, sich mal mit etwas anderem zu beschäftigen. Es gibt so viel mehr auf der Welt, was ruhig auch mal zur Sprache gebracht werden kann. Aber wie gesagt, es war tiefgründig, das Buch stellt Fragen des Lebens, auf die sich viele eine Antwort wünschen, obwohl sie sich diese auch ganz einfach selbst geben könnten. Ich finde es gut, denn ich mag solche Sachen. Träume leben steht bei mir ohnehin ganz hoch im Kurs.
Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch durchaus lesenswert ist und auch die Songs von Gabriel Strack zu dem Buch sind wirklich toll. Das Zitat am Anfang der Rezension ist aus einem dieser Lieder und ihr solltet unbedingt auf seiner Homepage vorbeischauen, die ihr bei Google findet, und natürlich auf seinem Youtubekanal. Beides findet ihr, wenn ihr seinen Namen eingebt. 
Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass ihr euch auch mal für dieses Buch entscheiden werdet, wenn ihr Lust habt auf eine Liebesgeschichte, die auch mal vom Leben erzählt. 


Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Spannung: 3,5/5
Ideenreichtum: 4/5
Tiefgründige Aspekte: 4,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 36/50




Donnerstag, 18. September 2014

Labor Day {Film Review}


Titel: Labor Day
Originaltitel: Labor Day
Hauptdarsteller: Kate Winslet, Josh Brolin, Clark Gregg
Genre: Drama, Liebesfilm
FSK: 6
Spieldauer: 108 Minuten
Studio: Paramount
DVD-Preis: 16,99€
Blu-ray-Preis: 19,99€
Erscheinungstermin: 18. September 2014 



                                                         

Die alleinerziehende Mutter Adele wird von dem verletzten Fremden Frank gezwungen ihn mit in ihr Zuhause zu nehmen und dort zu verstecken.  Es wird klar, dass Franks Verletzung vom Sprung aus dem Gefängniskrankenhaus stammt – der Mann entpuppt sich als ein zu 18 Jahren Haft verurteilter Mörder auf der Flucht vor der Polizei.
Zwischen Adele und ihrem ungebetenen Gast entwickelt sich jedoch schon bald eine besondere Beziehung, aus der bald Liebe wird. Auch Henry akzeptiert Frank als eine Art Ersatzvater. Franks Versteck aber lässt sich nicht lange geheim halten.


Dieser Film hat mich traurig gemacht. Und doch schwang die ganze Zeit über ein Funken Hoffnung mit. Ich habe den Film angeschaltet, ohne im Wissen darüber zu sein, dass es die Buchverfilmung zu 'Der Duft des Sommers' von Joyce Maynard ist, ein Buch, welches ich schon seit längerer Zeit lesen wollte. Nun kam der Film dazwischen und ich war selten so froh darüber. 
Diese Geschichte ist nicht nur unglaublich lesenswert, sondern auch sehr schön anzusehen. Die Atmosphäre der Situation wird im Film sehr gut rübergebracht. Man spürt sogleich die Angst, die Adele begleitet, als sie auf den höflichen, aber doch sehr direkten Frank trifft, der ihren Sohn dazu benutzt, von ihnen mit nach Hause genommen zu werden.
Adele bleibt keine Wahl, sie muss den Fremden mitnehmen und hat große Angst um ihren Sohn und sich selbst. Doch wie sich ganz schnell herausstellt, ist Frank zwar ein Sträfling auf der Flucht, der sogar wegen Mordes verurteilt wurde, aber wirklich freundlich und gar nicht darauf bedacht, den beiden auch nur in irgendeiner erdenklichen Form etwas anzutun. 
So kommt es, dass er über ein Feiertagswochenende in Adeles Haus untertauchen muss, da in dieser Zeit keine Züge fahren, mit denen er von hier verschwinden kann. In diesen Tagen verlieben sich Frank und Adele ineinander und auch wenn Adeles Sohn Henry der Sache zuerst skeptisch gegenübersteht, sieht er in dem Flüchtling so etwas wie einen Vater.
Die kleine Familie möchte sich nicht von Frank trennen und schmiedet gemeinsam einen Plan zur Flucht.

Dieser Film hat mich tief berührt und mir wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, um die Liebe zu kämpfen. Dass man zwar etwas verlieren kann, aber immer wieder die Chance hat, es zurückzugewinnen, vielleicht nicht sofort und vielleicht nicht in gleicher Form. Aber man soll die Hoffnung auf das Glück immer in sich bewahren. In schweren Zeiten wird dir genau das helfen, sie zu überstehen, durchzuhalten, dich nicht selbst aufzugeben, weil der Kummer an dir zehrt.
Die Altersbeschränkung liegt bei sechs Jahren, was daran liegt, dass es keine blutigen, gewalttätigen oder ähnliche Inhalte gibt. Jedoch würde ich sagen, dass man unter sechzehn Jahren kein wirkliches Gefühl für diesen Film aufbringen kann. Gerne können aber auch die jüngeren Leser meines Blogs dieses Meisterwerk ansehen und sich davon begeistern lassen. 
Die Schauspieler haben die Emotionen sehr gut auf den Zuschauer übertragen und man fühlte die ganze Zeit über diese Beklemmung, die Adele in sich trug. Eine Mischung aus Angst, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Kate Winslet hat hier für mich eine ihrer besten Rollen verkörpert. Den Darsteller von Frank habe ich zuvor noch nicht gekannt - jedenfalls nicht bewusst - aber er hat mich von der ersten Sekunde an überzeugt. Sein Auftreten war gleichzeitig beängstigend und wohlbehütend. Man wusste zuerst nicht, welcher Aspekt überwiegt. Es war ein wirklich tolles und authentisches Schauspiel, das mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben wird.
Auch der junge Darsteller von Henry war wirklich super. Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie glaubwürdig Kinder in ihrem Alter schon sein können und dieser junge Mann hat seine Rolle sehr gut gespielt. 
Insgesamt fühlte man sich immer vor Ort und dass ein Film einen gefühlsmäßig so einnimmt, habe ich bisher noch nicht allzu oft erlebt. Dieser gehört zu den besten, die ich gesehen habe. Und ich habe viele gesehen.
Für mich war dies jedenfalls ein Film, den ich mir gerne noch ein weiteres Mal ansehe, weswegen ich ihn mir womöglich schon ganz bald nach Hause holen werde.


Story: 4,5/5
Atmosphäre: 5/5
Schauspiel: 5/5
Schauplatz: 4/5
Synchronisation: 5/5
Ideenreichtum: 4,5/5
Emotionen: 4/5
Spannung: 4,5/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 4/5