Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß - Christoph Wortberg {Buchrezension}

Titel: Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß
Autor: Christoph Wortberg
Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Seitenzahl: 191 Seiten
Genre: Jugendroman
Taschenbuchausgabe: 12,95€
E-Book-Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2014










Lenny hat es mit seiner Familie nicht leicht. Sein Bruder Jakob ist bei einer Klettertour ums Leben gekommen, die Mutter ist tablettenabhängig und verarbeitet den Tod ihres Erstgeborenen nur sehr schwer. Auch der Vater findet keinen richtigen Weg zurück ins Leben, sehr zum Leid von Lenny, der sich nicht nur verlassen sondern auch vergessen vorkommt. Unsichtbar. Doch dann geschieht etwas an Jakobs Beerdigung, was Lenny aufhorchen lässt. War der Tod seines Bruders vielleicht gar kein Unfall? Und was macht dieses fremde Mädchen an seinem Grab? Lenny geht dem Ganzen auf die Spur und gerät damit noch mehr auf Kriegsfuß mit seinen Eltern. 
Aber er muss wissen, was wirklich passiert ist. 

Ich habe mich schon während der ersten Hälfte des Buches damit abgefunden, dass es für mich kein Meisterwerk ist. Es gibt positive wie negative Dinge, wobei ich sagen muss, dass mich die negativen Aspekte eher gleichgültig werden ließen. Ich tat all das, was mir nicht gefiel mit einem Schulterzucken ab und las einfach nur weiter, um zu wissen, wie es zu Ende geht und was mit Jakob wirklich passiert ist. 
Was mir an dem Buch gut gefallen hat war der Zugang zu den Charakteren. Sie waren wirklich authentisch und so gestaltet, dass man sich als Leser gleich mit ihnen zusammentun konnte. Allerdings blieb das richtige Mitgefühl bei mir aus. Das, was in der Geschichte teilweise angesprochen wird und passiert, ist wirklich krass, aber ergriffen hat es mich jetzt nicht. Es war so, als sähe ich mir die Nachrichten an, denke mir 'Ach, wie blöd', aber zucke die Schultern, weil es mich nichts angeht und zappe zum nächsten Programm. Und das zog sich nun mal leider durch das ganze Buch und ich muss ehrlich sagen, dass ich aus der Langeweile heraus manche Seiten wirklich nur überflogen habe und das obwohl das Buch schon so wenige Seiten hat.
Ansonsten kann ich das Buch aber weiterempfehlen, denn erstens sind Geschmäcker immer verschieden und zweitens ist die Geschichte an sich wirklich toll. Leider nur vom Schreibstil her nicht mein Ding. Es konnte mich nicht fesseln, aber dafür vielleicht sehr viele andere, vor allem, weil es eben eine kurzweilige Geschichte für zwischendurch ist, die aber eigentlich viel zum Nachdenken und auch zum Verarbeiten bietet. Für mich blieben einige Dinge am Ende jedoch etwas ungeklärt. Nicht, was die Situation an sich betraf, sondern das Gefühlsleben gewisser Personen. Mir wurde darauf zu wenig eingegangen und man könnte denken, dass es scheinbar nicht schlimm ist, im Leben mal leichtsinnig zu handeln. Mir war das doch zu wenig lehrreich in dem Moment und eben von den Emotionen her gab es da keine gute Basis. Dennoch: Wer Lust hat, sollte zu dem Buch greifen. 
Aufmachung des Buches: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert/Spannung: 2,5/5
Ideenreichtum: 3/5
Tiefgründigkeit: 4/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4/5




Sonntag, 26. Oktober 2014

Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde {Buchrezension}

Titel: Das Bildnis des Dorian Gray
Originaltitel: The Picture of Dorian Grey
Verlag: Anaconda Verlag
Seitenzahl: 293 Seiten
Genre: Roman
Gebundene Ausgabe: Schon ab 4,95€ (verschiedene Ausgaben, auch im Taschenbuch)
E-Book-Ausgabe: Kostenlos
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2012 (erstmals 1901, Leipzig, Spohr)





Dorian Gray ist ein unfassbar schöner junger Mann und sein Freund Basil, der Maler, ist fast in ihn verliebt, könnte man meinen, so sehr bereichert des Jünglings Schönheit seine Kunst. Doch eines Tages lernt er Harry kennen, einen sehr speziellen Lord, der ihm sündige Sachen zuflüstert und ihm die Versuchungen verrät, die das Leben für ihn bereithielte, würde er sich von ihnen nur verführen lassen. Dorian hört Harry gerne zu und es ist ihm ein Genuss, doch zugleich ist er Basil sehr zugetan, der den Jungen davor bewahren will, sich dem Unheil der Welt zu bekennen. Zugleich hat er Angst, Dorian an Harry zu verlieren. Als Basil eines Tages ein perfektes Bild von Dorian fertigstellt, findet er es wundervoll. Lord Harry aber erklärt ihm, dass diese Schönheit nicht lange halten wird, denn die Zeit ist eifersüchtig auf uns alle und nimmt uns, was die Götter uns gegeben haben. Dorian spricht ein Gebet aus, dass er alles dafür tun würde, wäre doch nur er derjenige, der immer schön und jung bleiben würde und stattdessen das Bild alle Merkmale des Alters in sich trüge. 
Es dauert nicht allzu lange, bis Dorian schmerzlich feststellen muss, dass dieses Gebet erhört wurde. Und daraus resultiert so einiges Schlechtes.
Das Bildnis des Dorian Gray ist wahrlich ein unfassbar guter Roman und Oscar Wilde ist jemand, der viele Weltsichten vieler verschieden denkender Menschen hineingepackt hat. Er hat ein Werk erschaffen, was einen wirklich zum Nachdenken anregt, einen mitfiebern lässt, erschaudern und schmunzeln lässt. Dieses Buch beinhaltet Charaktere die man zugleich hassen und lieben kann, gegen die man mit Freuden einen Groll hegt oder die man versucht zu beschützen. Der Autor schafft es fürwahr auch, dass man Menschen, die man anfangs mochte, im Laufe des Buches zu verachten beginnt und dennoch liest man gespannt weiter und schaut dabei zu, wie manche ins Verderben rennen und andere dabei zu vergessen scheinen, dass sie Teil des Fiaskos sind.
Welche Frage ich mir am Ende des Buches am öftesten stelle wäre, wer nun am Ende die größte Schuld an Dorians Schicksal trägt und wie wäre er geworden, hätte er weder Basil noch Harry gekannt. Welcher Mensch wäre er und welche Züge, die er am Ende des Buches besaß, hätte er auch sonst im Laufe seines Lebens bekommen? Wie viel Egoismus, wie viel Naivität, wie viel Boshaftigkeit und wie viel Eitelkeit steckte in dem eigentlichen Dorian Gray und wie viel davon wurde ihm durch fremde Einflüsse verabreicht? 
Das Buch steckt voller Fragen des Lebens, über die man sich genüsslich einen ganzen Abend lang unterhalten könnte und noch lange wird das Buch in mir nachhallen, so wie sicherlich auch in allen anderen Lesern. Selten habe ich ein Werk gelesen, dass in einer ganz eigenen Form so mitreißend war, wie die Verführung selbst, von der in Oscar Wildes Sätzen so oft die Rede ist. 
Wo ich so darüber schreibe, merke ich erst, wie stark das Bedürfnis ist, mich über dieses Buch auszutauschen. Wie lange ich wohl noch über all diese Erfahrungen nachdenken werde, die ich mit diesem Buch gemacht habe?
In jedem Falle kann ich euch versichern, dass es ein absolut grandioses Buch ist, welches ein jeder auf dieser Welt gelesen haben sollte. Es ist lehrreich, spannend, mit schöner altertümlicher Sprache bestückt und mit förmlich tanzenden Worten, die einen immer wieder dazu veranlassen der Geschichte und den darin agierenden Charakteren zu lauschen. 
Lasst euch nicht abschrecken von einem Klassiker und sucht euch einfach eine Übersetzung aus, die euch am meisten zusagt. Bereits am ersten Satz lässt sich erkennen, wie das Buch übersetzt wurde. Es gibt einfachere und neuzeitlichere und die alten, wunderschönen, in denen ich das Buch nur lesen würde. Empfehlen würde ich daher die Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer.

Aufmachung des Buches: 4,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Ideenreichtum: 5/5
Tiefgründige Aspekte: 4,5/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 44,5/50





Mittwoch, 15. Oktober 2014

Obsidian - Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout {Buchrezension}

Titel: Obsidian - Schattendunkel
Originaltitel: Obsidian
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 400 Seiten
Genre: Jugendfantasy, Urban Fantasy
Gebundene Ausgabe: 18,90€
E-Book-Ausgabe: 13,99€
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum: 25. April 2014





Katy zieht in eine neue kleine Stadt, doch irgendetwas scheint dort nicht zu stimmen. Ihre Nachbarn Dee und Daemon kommen ihr zunehmend seltsam vor, doch da sie sich mit Dee recht schnell anfreundet, sollte es kein Problem sein, hinter das Geheimnis der Familie zu kommen. Doch welchen Preis zahlt sie dafür? Schneller als ihr lieb ist, befindet sie sich in tödlicher Gefahr...
Leider habe ich in dieser Rezension keine wundervollen Zitate für euch, weil es schlichtweg nichts gab, was ich an dem Buch auch nur ansatzweise lehrreich, poetisch oder auch einfach nur cool fand. Von Anfang bis Ende war diese Geschichte einfach nur langweilig und zum Kopfschütteln. Für mich war das Ganze ein Twilight Abklatsch, der gründlich in die Hose ging. Den Hype um die Biss-Bücher und Bella und Edward konnte ich ja in einer Hinsicht wirklich noch nachvollziehen und auch ich empfand das erste Buch sowie den ersten Film stellenweise wirklich als gut. Allerdings ist Obsidian für mich nicht mehr als ein kläglicher Versuch eine Liebesgeschichte zu erzählen mit fantastischen Elementen. Kläglich aus dem Grund, weil meiner Meinung nach kein großes Talent vorhanden ist. Talent vielleicht dafür, sich Geschichten auszudenken, wobei es nichts Großartiges ist, über Gesteine zu schreiben, die es schon gibt, es mit übernatürlichen Kreaturen zu verbinden und über eine Liebe zu schreiben, die einem tierisch auf den Sack geht. Ich habe keine Ahnung, was an Daemon so toll sein soll, dass da wieder jedes Mädel total drauf abgeht. Mehr als gut aussehen und dumme Antworten geben konnte er nun wirklich nicht. Auch Katy, auch genannt (übrigens total gestört, wie ich finde und absolut abstoßend, egal wie heiß der Kerl aussehen mag) KittyCat, war als Charakter absolut unverständlich. Diese ständige Schmachterei und diese von ihr erzählende Geschichte, die einfach aus ihrem Mund nicht einen Hauch von Spannung hervorbrachte, trafen jetzt wirklich nicht meinen Geschmack. Ich versuche verzweifelt gute Aspekte an dem Buch zu finden, damit ich hier nicht nur total darüber herziehen muss, aber leider fällt mir nichts dazu ein, außer, dass ich tierisch froh bin, es endlich hinter mir zu haben.
Dazu kann ich das Hörbuch wirklich gar nicht empfehlen. Wenn man der Sprecherin mehr als zwei Kapitel am Stück zuhören muss, dann geht einem die Stimme nur noch auf die Nerven und wenn sie dann noch versucht Daemon etwas männlicher zu sprechen, geht das jedes Mal aufs Neue tierisch in die Hose. Wahrscheinlich wurden mir Daemon und auch Katy durch diese Sprecherin noch unsympathischer, als sie es eh schon waren. Aber da ich mir das Ganze irgendwann nicht mehr durchlesen wollte, blieb mir zum Beenden eben nur die einfachere Variante. Wie man selbst die Kampfszenen in einem Buch noch so langweilig beschreiben kann, ist mir wirklich ein Rätsel. Vielleicht kann die Autorin etwas und das werde ich in einem anderen Buch aus einem anderen Genre von ihr feststellen, eines Tages. Daher möchte ich mir über die Autorin nicht so gerne ein festes Urteil bilden, dafür aber umso lieber über das Buch.
Absoluter Teenie-Scheiß, den ich vielleicht mit zwölf ganz nett gefunden hätte. Aber so...

Aufmachung des Buches: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 2/5
Sprache: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Spannung: 2/5
Ideenreichtum: 2,5/5
Tiefgründigkeit: 1/5
Bildungswert: 1,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 24/50