Mittwoch, 29. Juli 2015

Wer ist Mr. Satoshi? - Jonathan Lee {Buchrezension}

Titel: Wer ist Mr. Satoshi?
Originaltitel: Who is Mr. Satoshi?
Autor: Jonathan Lee
Verlag: btb Verlag
Genre: Belletristik
Seitenzahl: 320 Seiten
Gebundene Ausgabe: 14,99€
E-Book-Ausgabe: 11,99€
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Juni 2015





'Dieses Päckchen ist für Mr. Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.' Das waren die letzten Worte von Foss' Mutter. Wer war dieser Mann und wieso hat er ihr so viel bedeutet? Wie soll man jemanden, dessen richtigen Namen man nicht kennt, im großen Japan finden? Und dann auch noch als jemand, der unter Panikattacken leidet?
Wird Foss das Geheimnis seiner Mutter lüften können? Wird er Mr. Satoshi finden? Und welche Konsequenzen hat das für ihn? Was wird er erleben und was wird er daraus mitnehmen?


Der erste Eindruck des Buches war für mich wirklich gut. Der Schreibstil hatte etwas Leichtes und trotzdem Massiges. Er war atmosphärisch dicht, fast wie ein Kaugummi, leider zwischendurch auch genauso langgezogen. Was im einen Moment ganz nett war, war im anderen einfach wieder viel zu endlos. Der Roman kam für mich nicht wirklich in Schwung, er war langsam, wie am Krückstock schritt er voran. Vor allem die Zeit in Japan begann für meinen Geschmack viel zu spät.
Zu Anfang genoss ich noch das wohlige, ruhige Tempo der Geschichte und die detailreichen Passagen, in denen man etwas über die Vergangenheit oder das Leben der Figuren erfuhr. Interessant war, dass viele Charaktere eine ausgefeilte Geschichte hatten und nicht einfach ins Bild gestanzt wurden und ihre mehr oder weniger kleine Funktion sinngemäß erfüllten. Es war mehr dahinter, und das fand ich toll. Trotz alledem blieb mir gerade Foss doch über den Roman hinweg etwas fremd. Eine richtige Sympathie konnte ich zu ihm nicht aufbauen. Ich kann weder sagen, dass ich ihn nicht mag, denn dafür kenne ich ihn zu wenig, noch kann ich behaupten, dass er ein toller Charakter war. Ich würde sagen er war durchwachsen, so wie die ganze Geschichte es für mich war.
Empfehlenswert ist dieses Buch für all diejenigen, die gerne Geheimnisse aufdecken, verreisen wollen und sich gern auf die Suche nach etwas oder jemandem begeben, von dem sie nicht wissen, was sie am Ziel erwartet.
Das Ende des Buches hat mich teilweise überrascht. Ich hatte mit mehr gerechnet, was die Kiste betraf, habe dafür aber viel mehr bekommen, als ich dachte, wenn man Mr. Satoshi näher beleuchtet. Was alles passiert ist und was es mit diesem Päckchen auf sich hat, werde ich hier natürlich nicht verraten. Aber ich kann versprechen, dass es für den ein oder anderen etwas traurig oder schockierend sein kann. Im Grunde also die beste Voraussetzung dafür, den Roman zu lesen. ;D Ich wünsche euch dabei jedenfalls viel Spaß und ein paar schöne Lesestunden.

Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 2,5/5
Charakter: 2,5/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 2,5/5
Ideenreichtum: 3/5
Tiefgründigkeit: 3/5
Bildungswert: 3/5
Tempo: 3/5

Punkzahl insgesamt: 28,5/50


Kein Ort ohne dich {Filmrezension}

Titel: Kein Ort ohne dich
Originaltitel: The Longest Ride
Hauptdarsteller: Scott Eastwood, Britt Robertson, Jack Huston
Regisseur: George JR. Tillmanns
Genre: Liebesdrama
FSK: 6
Spieldauer: 128 Minuten
Studio: Twentieth Century Fox
DVD-Preis: 14,99€
Blu-ray-Preis: 16,99€
Erscheinungstermin: 03. September 2015 



Luke, ein ehemaliger Rodeo Champion, plant sein Comeback, als er die kunstbegeisterte College Studentin Sofia kennenlernt. Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Sofia hat ein Jobangebot in New York und wird North Carolina schon bald wieder verlassen. Während beide versuchen ihre Karrieren und die Liebe unter einen Hut zu bringen, begegnen sie Ira, einem 91jährigen Mann, der eine wunderschöne Geschichte zu erzählen hat. Iras Liebe zu seine langjährigen Frau Ruth und die ganz und gar nicht einfache aber am Ende doch glückliche Beziehung der beiden, gibt Luke und Sofia Mut für ihre eigene Liebe zu kämpfen. 

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der neue Nicholas Sparks Film mich so sehr berühren würde. Wenn man mal davon absieht, dass Cowboys genau mein Ding sind und ich auch für Kunst ein bisschen was übrig habe, ist der Film nicht gerade in meinem bevorzugten Genre angesiedelt. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis nach Liebe und Herzschmerz und ein wenig Hoffnung, und da war 'Kein Ort ohne dich' die absolut richtige Wahl. 
Berührend von Anfang an, authentische Charaktere und Geschichten, die alle die Bahn- und Talfahrten durchmachen, die wir auch von unserem eigenen Leben her kennen. Es könnte immer wieder mies ausgehen, aber man klammert sich an die Hoffnung und irgendwo ja auch an das Stück Wissen, dass man hat, wenn man Nicholas Sparks kennt. Auch wenn es traurig ist und die Leser sowie die Zuschauer viele Tränen kostet, geht es am Ende doch meistens gut aus. Aber der Weg dorthin ist gepflastert von Emotionen, die in die verschiedensten Richtungen gehen. So auch hier.
Ira ist ein wunderbarer alter Mann, dessen Geschichte einen wirklich mitreißt und man fühlt so mit ihm mit. Ruth ist eine tolle Frau, die ihre Wünsche und Ansprüche ans Leben stellt und genau weiß, wo sie hin will. Doch Ira geht irgendwann in den Krieg und das Liebesglück wird vor eine harte Probe gestellt. Vor einer solchen Probe stehen auch Luke und Sofia ganz schnell, denn die beiden kommen aus verschiedenen Welten, die sich nur schwer miteinander vereinen und verbinden lassen. Als Luke das Reiten nicht aufgeben will, obwohl er dabei sein Leben riskiert und Sofia New York für ihn sausen lässt, flüchtet diese sich weiterhin zu Ira und dessen Geschichte. Denn auch dort gab es damals Probleme, die zuerst einmal unüberwindbar schienen...
Eine Geschichte, die alleine grob zusammengepfercht schon wirklich wunderschön klingt. Wunderschön vor allem, weil sie alles beinhaltet, was das Leben ausmacht. Es ist ist nicht immer einfach und nicht immer schön, aber manchmal muss man etwas riskieren, Opfer bringen, um ans Ziel zu gelangen. Ab und an muss man sich eingestehen, im Unrecht zu sein, seine Prioritäten neu setzen und auf Dinge verzichten, die eigentlich unverzichtbar scheinen. Die Liebe ist genauso groß und komplex wie das Leben. 
Ein absolut sehenswerter Film, den ich getrost weiterempfehlen kann. Zumindest jeder Frau. Wie es den Männern bei diesem Film ergehen wird, ist schwer zu sagen. Kitschig ist er nicht, aber dennoch sehr gefühlsbetont, emotional, tiefgreifend und daher vielleicht immer noch auf einer Ebene, die Männer nun nicht gerade bevorzugen. Allerdings wäre es einen Versuch wert. Denn jeder Mensch, egal welchen Geschlechts, sucht doch eigentlich nach der Liebe. Nach dem einen Menschen, mit dem er sein Leben teilen kann. Und zu sehen, dass nicht alles selbstverständlich und einfach zu haben ist, hat noch keinem zu sehen geschadet.

Story: 4,5/5
Atmosphäre: 5/5
Schauspiel: 5/5
Schauplatz: 4/5
Synchronisation: 5/5
Ideenreichtum: 4,5/5
Emotionen: 5/5
Spannung: 4/5
Tiefgründigkeit: 4,5/5
Bildungswert: 4/5 



Montag, 27. Juli 2015

Der Ozean am Ende der Straße - Neil Gaiman {Buchrezension}

Titel: Der Ozean am Ende der Straße 
Originaltitel: The Ozean at the end of the lane
Autor: Neil Gaiman
Verlag: Eichborn Verlag
Genre: Belletristik
Seitenzahl: 240 Seiten
Gebundene Ausgabe: 18,00€
E-Book-Ausgabe: 13,99€
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: Oktober 2014
Ein Teich am Ende der Straße, der für Letti Hempstock ein Ozean ist, ein Tor in eine andere Welt, in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein Roman über Vertrauen und Freundschaft wundersam und poetisch erzählt.

Das Buch beginnt mit einem sehr ruhigen und harmonischen Schreibstil. Neil Gaiman entführt einen sofort mit einem gewissen Sog in eine ganz andere Welt. In die Gedankenwelt und Kindheitswelt eines mittlerweile erwachsenen Mannes. Von Geheimnissen umwoben fließen die ersten Zeilen und Kapitel nur so unter den Augen weg. Deswegen hat mir die Geschichte auch anfangs ganz gut gefallen. Leider blieb das in meinem Fall nicht lange so. Der Schreibstil war mir nach einer Zeit zu monoton. Er war zwar schön, aber langweilig. Es blieb immer gleich, immer der gleiche Rhythmus, immer das gleiche Tempo, immer der gleiche Klang. Es gab zwar einen Ton, aber keine Melodie. Eins griff ins andere über, ohne sich zu verändern und wieder zusammenzufinden. Es blieb eben einfach so, wie es war. Für mich war das leider nicht spannend genug. 
Es muss nicht immer etwas Großartiges passieren, aber der Schreibstil sollte schon ab und an einen Schwung bekommen, etwas Neues zeigen, den Leser dazu bringen, weiterlesen zu wollen. Das blieb bei mir hier leider aus, auch wenn diese einzigartige Magie von Gaimans Schreibstil durchgehend da war. Mir reichte das nicht aus, um mich zu fesseln. Ein schöner Ton wird eben langweilig, wenn nicht irgendwann ein Lied draus wird.
Die Geschichte an sich war ganz interessant, aber irgendwie blieb auch da was aus. Ich hätte mir bei der Auflösung einfach mehr erwartet. Irgendwie führte mich der Schreibstil auch in eine etwas andere Richtung. Mag auch daran liegen, dass ich mit der Zeit Probleme hatte, wirklich zuzuhören, denn das Hörbuch habe ich nebenher auch angehört, und beim Lesen wirklich da zu sein. Die Gedanken schweiften des Öfteren an, weil mich die Fesseln und der Sog leider bereits zu Anfang wieder losgelassen haben. Schade. Aber manch anderen Lesern wird das Buch etwas geben können, da bin ich mir sicher. Potenzial hat es, ich war nur nicht die richtige Leserin dafür.

Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 2,5/5
Charakter: 2,5/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 2/5
Ideenreichtum: 3/5
Tiefgründigkeit: 3/5
Bildungswert: 2,5/5
Tempo: 3,5/5

Punkzahl insgesamt: 29/50




Dienstag, 7. Juli 2015

Back To Blue - Rusalka Reh [Buchrezension]

Titel: Back To Blue
Autor: Rusalka Reh
Verlag: Magellan Verlag
Genre: Jugendroman
Seitenzahl: 204 Seiten
Gebundene Ausgabe: 14,95€
Erscheinungsdatum: Januar 2015












Kid fühlt sich zuhause ganz klein und unbedeutend, denn ihre Eltern geben ihr immer zu verstehen, dass sie stört. Die große, weite Welt hingegen wirkt so einladend und befreiend auf Kid, gerade dann, wenn ihr Maxim in ihrer Nähe ist. Doch in ihrer Welt ist kein Platz für Träume, weswegen sie alles auf eine Karte setzen muss, um den Ort zu finden, an den sie gehört. Leider ist das gar nicht so einfach, denn ihre Liebe zu Maxim scheint ein Störfaktor für viele in ihrer Umgebung zu sein. 
Und dabei braucht sie ihn doch für ihr Glück.
Dieses Buch verspricht, was es hält. Eine schöne kleine Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichte eines jungen Mädchens, das gerne ausbrechen will, doch erst durch die Zuneigung anderer Menschen bemerkt, dass es bei ihr zuhause gar nicht so läuft, wie es sein soll. Kid ist ein Mädchen voller Träume, doch merkt man beim Lesen ihres Tagebuches auch schnell, dass sie diese gar nicht wirklich zulassen kann. Sie hält sie im Zaum, so wie ihre Eltern Kid in Ketten legen. Sie behandeln sie schlecht, nehmen ihr weg, was ihr lieb ist und zeigen ihr, wie schlimm es doch ist, dass sie überhaupt existiert. Rusalka Reh hat hier ein Buch geschrieben, das einen durchaus berührt und den Kopf schütteln lässt. Man beißt sich vielleicht mal auf die Lippe oder saugt scharf die Luft ein, weil man nicht fassen kann, was gerade passiert oder man bemerkt, dass Kids Traum gerade wieder kurz vor'm Platzen ist. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die dennoch einen ganz eigenen Sog auf den Leser ausübt. Man will wissen, wie es weitergeht mit Kid und Maxim und mit den Plänen, die sie haben und sich ausmalen. Man fühlt mit ihnen, auch wenn eine gewisse Distanz bestehen bleibt, trotz dass man das Tagebuch von Kid vor sich liegen hat, was alles offenlegen sollte. Aber so ist es eben im richtigen Leben auch. Nicht alles, was einen betrifft, findet sich im eigenen Tagebuch wieder. Ein ordentliches Bild von einem Menschen kann man sich dadurch wohl nicht immer machen. Kid allerdings scheint ein tolles Mädchen zu sein. Leider blieb sie bei dem ganzen dann letztendlich doch etwas zu blass. Aber lieblich waren die Charaktere allemal, wenn man von den Übeltätern in der Geschichte mal absieht. 
Die Sprache war ab und an etwas gewöhnungsbedürftig, andererseits war sie zwischendurch aber auch schon sehr poetisch. Es war eigentlich eine interessante und gute Mischung aus beidem, was den jugendlichen Lesern gefallen könnte. Immerhin ist es wohl teilweise ihre Sprache und noch dazu können sie ein bisschen was dazulernen. Sowieso, denn auch einiges Wissenswertes gibt es in dem Buch zu erfahren, was ich der Autorin auch sehr hoch anrechne. Super gemacht!
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Ideenreichtum: 3/5
Tiefgründigkeit: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Tempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 31/50