Mittwoch, 14. Oktober 2015

Alles so leicht - Meg Haston {Buchrezension}

Titel: Alles so leicht
Originaltitel: Paperweight
Autor: Meg Haston
Verlag: Thienemann Verlag
Genre: Jugenddrama
Seitenzahl: 320 Seiten
Gebundene Ausgabe: 19,99€
E-Book-Ausgabe: 15,99€
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: Juli 2015
Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Als ihr Bruder starb, fasste sie einen Entschluss: An seinem ersten Jahrestag würde sie auch sterben. Ein Leben ohne ihn und mit dieser Schuld ist für sie unerträglich. Sie will sterben, doch alle anderen versuchen sie daran zu hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum eingewiesen hat, ihre Therapeutin Anna und auch die Mädchen, mit denen Stevie ihr Zimmer teilt, achten auf sie. Und obwohl sie nur eines will, nämlich verschwinden, fühlt sie sich den Menschen auch immer näher. Von ihrem Plan scheint sie sich trotzdem nicht abbringen zu lassen.
Unsere Hauptprotagonistin Stevie ist ein spezielles Mädchen und durch sie und ihre schonungslose Art, die Dinge beim Namen zu nennen, entwickelt das Buch sehr schnell einen ganz eigenen Sog. Die Geschichte ist an keiner Stelle langweilig und der rote Faden zieht sich von vorne bis hinten durch das Buch. Wird Stevie sterben? Wird sie ihren Plan durchziehen oder gibt es doch noch Hoffnung für sie? Schnell wird klar, dass Stevie sehr krank ist. Auch die anderen Mädchen um sie herum lernt man ein wenig kennen und wieder einmal wird aufgezeigt, wie schlecht die Welt ist. Erschreckend echt wird auch die Magersucht und die Bulimie aufgezeigt. Es fallen Kommentare und Einwände, die einem wirklich nahe gehen und die einen den Kopf schütteln lassen. Stevie und auch die anderen Erkrankten bezeichnen die Mädchen, die dem Tode am nächsten sind, als die Stärksten. Die Essstörungen werden verherrlicht, es scheint einen Kampf zwischen den Patienten zu geben. Stevie sieht die als schwach an, die gegen ihre Krankheit ankämpfen und gesund werden wollen. Doch natürlich weiß man, dass das ein komplett verschobenes Bild ist und ich denke, im Innersten weiß das Stevie auch selbst. Zumindest ist das Buch sehr lesenswert und auf eine andere, tiefgreifende Art, sehr unterhaltsam. Man fiebert mit Stevie mit und hofft das Beste für sie. Das Beste im wahren Sinne. Die Gesundung, die Erkenntnis, die psychische Stabilität. 
Die Geschichte im Gesamten war gut, mitreißend, nicht immer so ganz spektakulär, aber gleichzeitig doch ergreifend. Ein lesenswertes Buch, das ich all denen empfehlen kann, die gerne über ernstere Themen lesen und auch lernen wollen, solche Menschen zu verstehen.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Charakter: 3,5/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Ideenreichtum: 3,5/5
Tiefgründigkeit: 4,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 38/50