Mittwoch, 31. Mai 2017

Bienensterben - Lisa O'Donnell

Ein unglaublich geniales Buch und zum Glück habe ich es nicht ausgemistet. Denn die letzten Monate hatte ich nie Lust auf das Buch und dachte mir immer, es wäre auch ok, wenn ich es nicht lese. Aber verdammt - ich bin froh, dass ich mich jetzt dazu gezwungen habe, damit anzufangen, denn als ich über die ersten fünf Seiten hinaus war, konnte ich nicht mehr damit aufhören! Dabei hatte ich es vor zwei Jahren ca. schon mal zu lesen angefangen! :D

Dieses Buch ist eine Glanzleistung. Noch nie habe ich in einem so kurzen Buch so genial strukturierte Charaktere gesehen. Jeder Mensch in dieser Geschichte ist völlig anders gestrickt als der andere und das Millieu ist schrecklich, in dem sie leben, jeder hat seine Vergangenheit, jeder etwas Schlimmes erlebt und man möge meinen, dass die meisten Menschen durch ihre Art und Weise auch unympathisch wirken könnten, aber nein. Das Gegenteil ist der Fall. Mir sind viele dieser Leute so unfassbar ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass dieses Buch mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Geniale Handlung, geniale Charaktere, gute Sprache, die einen Wiedererkennungswert vorweist und ein Setting, das das Ganze richtig gut abrundet. Ein Diamant unter den Büchern!!

Dienstag, 23. Mai 2017

Pippi Longstocking - Astrid Lindgren

Mein erstes englisches Buch. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis ich es beendet hatte und ich fand es natürlich toll. Pippi Langstrumpf hat mich seit meiner Kindheit durchs Leben begleitet und daher war mir die Geschichte natürlich durch die Filme bekannt. Gelesen habe ich das Buch allerdings zuvor nie. Es war schön, etwas Leichtes auf englisch zu lesen, das man ein wenig kennt und wo man sich auch mit ein paar fehlenden Vokabeln reinfallen lassen konnte.
Eine tolle Erfahrung mit einer tollen Geschichte, die mit Humor und Pippis Persönlichkeit zu überzeugen weiß. Kann ich natürlich nur weiterempfehlen. (:

Montag, 22. Mai 2017

Lichterloh - Sofie Laguna

Hester wird von ihren Eltern zuhause versteckt und eingesperrt, weil sie für sie eine Schande darstellt. Sie putzt, wird bei einem 'Vergehen' im Hängeraum an den Armen aufgehängt, hat nichts als ihre Kinderbibel und Freunde aus dem Haushalt, die zu ihr sprechen, wie Kochlöffel, Tisch, Axt oder Türknauf. Sie darf nicht zur Schule und wird behandelt wie Dreck.
Doch eines Tages wagt sie sich, den Türknauf zu drehen und als dann auch noch jemand vom Jugendamt kommt, um das Kind zu untersuchen und für schultauglich zu erklären, wächst in Hester etwas heran. Der kleine Duft von Freiheit bringt ihr Innerstes in Wallung.

Dieses Buch lag drei Jahre auf meinem SuB, seitdem mein Vater es mir einmal mitgebracht hatte. Ich hatte es sofort geliebt und wusste mit dem Klappentext und den ersten Zeilen, dass es etwas ganz Besonderes für mich sein würde. Doch erst jetzt kam die richtige Zeit dafür und ich habe es natürlich verschlungen. Sofern man dies konnte, denn der Schreibstil ist sehr bildhaft, sehr dicht, atmosphärisch und dichterisch. Es gibt tausende Metaphern und Personalisierungen, aber auf eine unglaublich authentische Weise, die ich sehr zu schätzen wusste.
Sofie Laguna ist für mich eine Wortkünstlerin und sie hat mit ihrer Sprache etwas erschaffen, das ich so noch nie erlebt habe. Es war wundervoll, eine Reise in ein anderes Leben. In Hester hinein, in ihre Gedanken und Gefühle, in ihre Naivität und Dummheit, die von Unwissenheit rührt, weil sie nichts kennt außer ihr Haus und ihre schäbigen Eltern, die sie Sack und Stiefel nennt.

Es war unfassbar, häusliche Gewalt so nah zu erleben, in einer so neuen Art und Weise. In einer Weise, die unterschwellig, so nebenher, beinahe wie ein Märchen klang. Eine erträumte Geschichte, um der Realität ein klein wenig Macht zu nehmen. Um alles ein klein wenig erträglicher zu machen. Und doch schlägt jede Seite - gar jedes Wort - ein wie ein Meteorit.

Wortgewaltig, bildgewaltig, atmosphärisch, beklemmend, traurig, wütend machend, Hoffnung schürend und poetisch kommt dieses kurze Buch daher und es hätte keine weitere Seite gebraucht. In diesen 174 Seiten steckte mehr als in so vielen 500 Seiten Büchern.
Sofie Laguna ist für mich definitiv eine der besten Autorinnen unserer Zeit. Eine wahre Empfehlung von mir.

Freitag, 19. Mai 2017

Goat Mountain - Davin Vann

Goat Mountain ist ein Buch, für das man starke Nerven und einen guten Magen braucht. Es ist nicht unbedingt das Blutige, das einem die Übelkeit bringt, sondern diese absolut rohe Gewalt, die in diesem Buch herrscht und die einen immer wieder Erschaudern lässt.
Ich muss zugeben, dass ich ein paar kurze Kapitel übersprungen, bzw. quergelesen habe, als es um den Tod an einem Hirsch ging. Klar, wenn man weiß, worum es in dem Buch geht - um Hirschjagd - dann sollte man sich darauf einstellen, dass so was auch thematisiert wird, aber es ging nicht um die Jagd an sich, die mir zu viel wurde, sondern die Art und Weise, wie mit einem sterbenden Tier umgegangen wurde. Es war einfach abartig für mich und unfassbar, wie boshaft und gefühlskalt manche Menschen sein können und gerade bei Tieren hab ich da einfach ein großes Sensibilitätsproblem. (Wobei das für mich allerdings nicht als Problem sondern als Segen gilt!)
Doch der Rest des Buches ging mir ins Fleisch. Mitzubekommen, wie die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen sind, dass es immer noch ein Stück tiefer und grausamer geht, war wirklich erschreckend. Es gibt Bücher, Filme und wahre Geschichten, da erlebt der Leser oder Zuschauer eine Art Faszination. Doch hier war es einfach nur so kalt und grausam, dass in mir keine noch so winzig kleine Faszination des Bösen überblieb oder überhaupt aufkam.
Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass dieses Buch den Leser dadurch natürlich dennoch am Ball hält. Wenn man dem Menschen etwas vorsetzt, dass er nicht kennt oder vor dem er sich fürchtet, es jedoch aus der Ferne betrachten kann, wird er hinschauen wollen. Oft jedenfalls. Und so oder so ähnlich war es eben hier. So abstoßend es auch war, etwas von mir wollte wissen, wie es zu Ende geht. Wie die Menschen in diesem Buch sich jeweils während diesen 260 Seiten entwickelt haben, war deutlicher als sonst irgendetwas. Welch starke Persönlichkeiten hier handeln und wie unterschiedlich sie sind, obwohl sie alle eine große Gemeinsamkeit haben. Das Jagen. Doch wie die Moralvorstellung jedes Einzelnen waren, fand ich großartig geschildert.
Ich selbst fühlte mich, nach dem Tod des Mannes, den der kleine Junge in diesem Buch erschießt und keinerlei Mitgefühl oder Schuld in sich trägt, in diesem Buch gefangen. Ich war mit in diesem Wald, ich war mit in den Bergen und ich war zwischen dem gnadenlosen Großvater, dem kleinen Jungen, der nicht kapiert, was er getan hat und dem Vater, der verzweifelt versucht eine passable Lösung für alle zu finden, gefangen. Und ich fühlte mich erdrückt und eingeengt, verängstigt. Ich wusste nicht, was auf mich zukam und wie dies alles zu Ende gehen würde.
Ein grandioses Buch, das eigentlich mehr als drei Sterne - locker - verdient hätte. Doch da ich aus meinem eigenen Gefühl heraus bewerten muss, bleibt es bei drei Sternen, denn ich kann mit solcher Gewalt an Tieren, wie es hier der Fall war, nicht umgehen und trotz der absolut genialen Vorlage für ein Horrorfilm-Drehbuch, war es mir einfach nicht mitreißend genug geschrieben. So trocken, wie die Gefühlskälte der Menschen, so hitzig, wie die Situation zwischen den Leuten und so nüchtern, wie der Tod einer Kugel, die mitten ins Herz trifft.
Klingt immer noch nicht nach 'nur' drei Sterne, oder? Macht euch am Besten selbst ein Bild. Ich finde das Buch auf seine Art gut. Aber ich kann es nicht mit mir vereinbaren, auf eine solche Thematik Lobeshymnen zu schwingen. Dennoch etwas, das absolut tief unter die Haut geht! Für Leser die so etwa suchen, ist es genau das Richtige.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Sie - Stephen King

Auch wenn SIE nicht mein Lieblingsbuch geworden ist, ist es doch eines von Stephen King, das unbedingt gewürdigt werden muss. Niemals hab ich eine beängstigendere Frau kennengelernt als Annie Wilkens. Unfassbar, was sie sich alles einfallen lässt, um ihren Willen von Paul Sheldon, Schriftsteller, erfüllt zu bekommen. Er soll seinen neuen Roman für sie umschreiben, denn er bringt seine Heldin in dem Buch um, was Annie Wilkens absolut missfällt. Sie pflegt ihn nach einem Autounfall und hält ihn weiterhin bei sich gefangen. Eine Tortur für Paul Sheldon beginnt.
Und für den Leser auch, denn man fühlt sich mittendrin. :D
Wer den Film 'Misery' schon gesehen hat, der wird ungefähr wissen, worauf er sich bei diesem Buch einlässt, doch es ist noch mal ne ganze Nummer krasser.
Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und Annie sowie Paul noch mal besser kennenzulernen und in die tiefsten Abgründe der Menschen zu blicken, zu erfahren, wozu Menschen fähig sind. Wahnsinnig gutes Buch!

Dienstag, 16. Mai 2017

Zwischen dir und mir die Sterne - Darcy Woods

Ich fand die Geschichte ganz gut und ich hab sie auch relativ gerne gelesen. Wäre das ganze Astrologiezeug nicht so überschwänglich gewesen, hätte ich sie auch noch besser gefunden. Teilweise fand ich gewisse Handlungen seltsam. Zwar war insgesamt alles in sich schlüssig, aber mir dann doch etwas zu abstrus. Ich konnte die Hauptperson in einer Form absolut nachvollziehen, da sie gewisse Gründe und Hintergründe hat, wieso sie sich der Astrologie so verschworen hat und dem Sternzeichen absolut Folge leisten will, aber gleichzeitig fühlte ich mich zum 'Augen-verdrehen', weil ich einfach ein Herzmensch bin und das tue, was sich gerade gut anfühlt und mir keine Gedanken darum mache, ob derjenige jetzt wegen des Sternzeichens passt oder nicht. Ob jemand passt oder nicht, merke ich nur dann, wenn ich mich auf ihn einlasse und Gefühle zulasse.
Die Geschichte war also ganz nett, es gab auch schöne Stellen und Momente und ein paar tolle Charaktere, aber letztendlich wird die Geschichte wohl in meinem Kopf verblassen, selbst wenn ich Grant sehr gerne mochte und auch manch andere Person.
Der Schreibstil war allerdings recht gut, amüsant, ein schöner Humor, gut zugänglich für jung und alt, aber eben etwas für zwischendurch, für schöne Lesestunden, die nicht viel Konzentration abverlangen. Wer so etwas und die Liebe sucht, der darf hier aber absolut gerne zugreifen. (:

Freitag, 5. Mai 2017

Dark Horses - Cecily von Ziegesar

Die Geschichte um Merritt und Red begann direkt ansprechend. Merritt ist ein schwieriges Mädchen und kommt in ein Heim für solche Teenager. Dort gibt es auch schwierige Pferde, wodurch sie eben Red kennenlernt, einen störrischen Hengst. Er beginnt ihr zu vertrauen und so entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, die sie weit bringt. Doch dann beginnt Red Dinge zu tun, um Merritt für sich zu haben, die alles aus dem Ruder bringen.
Letztendlich verläuft die Geschichte aber nicht deswegen so, wie sie verläuft - meiner Meinung nach. Im Grunde war das Ende von Anfang an vorbestimmt und irgendwie ganz anders, viel zu einfach und klischeemäßig, als dass es zur Beschreibung dieser Geschichte auf dem Klappentextes passen würde.
Das hat mich dann doch sehr ernüchternd zurückgelassen. Das ganze Drama, welches ich mir aufgrund dessen ausgemalt habe, blieb irgendwie aus. Natürlich war die Geschichte an einigen Stellen traurig und leicht schockierend, aber sie wurde eben leider nicht so geschrieben. Der Schreibstil schien dafür gesorgt zu haben, dass mich nichts davon wirklich berühren konnte.
Und was das Allerschlimmste ist, weswegen mir noch nicht einmal das Tier so leidtun konnte, dass es mir wirklich wehtut, wie es eigentlich immer ist - bei jedem Tier - war das: Der Schluss steht im PROLOG! Man hat also eigentlich nur gelesen, um herauszufinden, WIE es passiert, aber nicht mehr was überhaupt geschieht und das fand ich dann wirklich blöd.
Was ich auch total bescheuert fand, waren englische Liedzitate oder Liedtitel, die in der deutschen Übersetzung richtig bescheuert daherkamen. Ich meine, schwer vorzustellen, dass ein Pferd überhaupt so denkt wie wir (es gibt eine Perspektive des Pferdes), aber wenn das Pferd dann auch noch in zwei Sprachen denkt und nur, weil immer das Radio an ist, es alle möglichen Textstellen zitieren kann, dann frage ich mich, ob das sein muss... fand ich jetzt nicht so passend, kann aber eine persönliche Ansicht sein.
Insgesamt war das Buch okay, aber sicher ausbaufähig. Es ist eine schlichte Geschichte über schwierige und irgendwie scheinbar immer noch pubertierende Jugendliche, die selten wahre Emotionen gegenüber irgendjemandem zeigen und für die ich keine große Sympathie hegen konnte. Da gab es, gerade zum Schluss, auch noch andere Gründe dafür.
Ansätze und Ideen gab es definitiv gute! Schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Und auch in anderer Richtung. (Vor allem frag ich mich: Welcher tierische Instinkt?? Das Tier dachte und handelte wie ein Mensch, aber keineswegs wie ein Tier. Zumindest ist das meine Ansicht.)
Dieses Buch konnte mich ein wenig unterhalten, aber leider nicht glücklich machen. Es tat mir nur leid, dass Red keine bessere Perspektive hatte. Im Leben, wie auch in dem Buch. Er hätte eine andere Sprache bekommen müssen.
Schlichtweg gilt: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und für Pferdefans oder Reitfans... ist die Geschichte wohl etwas zu langweilig, klischeemäßig und emotionslos, gerade gegenüber den Beziehungen zu den Tieren.

Dienstag, 2. Mai 2017

Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger

Das Buch lag eine halbe Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher und jetzt durch das Hörbuch hatte ich endlich einmal die Muße dazu, es zu lesen. Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal damit angefangen und es hatte mir recht gut gefallen, aber irgendwie sprang der Funke nie über. Auch jetzt hätte es wohl ohne das Hörbuch nicht geklappt, aber der Sprecher war so toll, dass ich sehr schnell sehr froh darüber war, zu diesem Hörbuch gelangt zu sein. Er brachte mir Germain sehr nahe und ich mochte die Art, wie der Sprecher seine Geschichte aus seinem Munde erzählt hatte, wirklich gern. Er hatte ihn charakterlich für mich gut getroffen.
Ich hatte zuvor auch schon den Film gesehen, auch das ist schon ein paar Jahre her, und mochte ihn trotz Gerard Depardieu in der Rolle von Germain nicht unbedingt. Ich bin ein Fan von französischen Filmen, aber dieser brachte für mich keine richtig schöne Aussage rüber. Er war nicht fesselnd.
Das Buch hingegen hatte durch Germains Erzählung in der Ich-Perspektive sehr viel mehr Atmosphäre und Authentizität, was mir die Geschichte auf schöne Weise nahebrachte. Ich hatte viel Spaß mit dem süßen großen Dummkopf und der kleinen, gebildeten Marguerite. Ein tolles Team, eine tolle Freundschaft, die zeigt, dass man nicht immer aus derselben Schicht kommen muss oder aus derselben Altersklasse, um sich hervorragend zu verstehen. Und zu mögen. (:

PS: An Tiefgründigkeit mangelt es auch nicht - und die kam rüber trotz dem liebenswerten Dummerchen, das uns diese Geschichte erzählt. (Für mich ist er das nicht einmal. Er weiß viel, was andere gar nicht bemerken. Er tut es.)